Webseiten, die HTTPS-Verbindungen anbieten, werden in den Suchergebnissen von Google höher gerankt. Dass hat der Internet-Konzern letzte Woche offiziell bekanntgegeben. Google will mit dieser Maßnahme Webseitenbetreiber dazu motivieren, TLS-verschlüsselte Verbindungen zu ihren Servern zu ermöglichen. Dadurch würden Daten sowohl Ende-zu-Ende-verschlüsselt zwischen dem Client des Nutzers und dem Webserver übertragen und eine Authentifizierung durch Zertifikate möglich. Noch sei die Gewichtung des Faktors gegenüber anderen wie der inhaltlichen Qualität von Seiten gering und beeinflusse nicht einmal 1% der Suchanfragen, man behält sich jedoch einen zukünftig stärkeren Einfluss vor.
Bisher läuft nur ein kleiner des Internetverkehrs über TLS-Verbindungen. Das kanadische Netzwerk-Unternehmen sandvine berichtete 2014 von einem TLS-Anteil am Gesamtinternetverkehr von 6,1% in Europa – zählt jedoch Dienste nicht dazu, die auch unverschlüsselte Verbindungen erlauben.
Und da TLS nicht gleich TLS ist und die Wahl der Parameter über die Sicherheit des Verfahrens entscheidet – man erinnere sich an den Heartbleed-Bug, der für eine weit klaffende Sicherheitslücke sorgte oder die immer noch weite Verbreitung des unsicheren Hash-Algorithmus SHA‑1 zum Signieren der Zertifikate – gibt Google Tipps für die Einstellungen mit. Auch wenn die zum Teil, etwa bei der Empfehlung, das Crawlen der Seite nicht zu blockieren, nicht ganz uneigennützig sind. Ebenso wird ein Testtool verlinkt, um die Sicherheit der eigenen Seite zu testen. Wir haben ein „A-“ bekommen und noch Aufholbedarf bei der Unterstützung von Perfect Forward Secrecy:
Man kann davon ausgehen, dass durch die Marktmacht von Google tatsächlich ein Effekt eintreten wird, denn das Ranking der eigenen Seite in den Suchergebnissen stellt einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor für Unternehmen dar. Was aber auch sichtbar wird, ist die Komplexität und Undurchschaubarkeit der verschiedenen kombinierten Ranking-Algorithmen, die bestimmen, an welcher Stelle ein Suchergebnis auftaucht und die nicht nur zum inhaltlichen Vorteil des Nutzers konfiguriert sein müssen. Über 200 Faktoren bestimmen die Platzierung und für die Suchmaschinenoptimierung wird fieberhaft versucht diese Faktoren und ihre Relevanz herauszufinden. Ein jährlicher Bericht des Marketing-Unternehmens moz hat als einflussreichste Faktoren unter anderem die Aktualität der Inhalte, das Alter der Seite, die Einzigartigkeit des Inhalts und die Übereinstimmung mit den Suchbegriffen ermittelt.

