Reporter ohne Grenzen wirft dem deutschen Webhoster Hetzner vor, mit der russischen Medienaufsicht zu kooperieren und eine kritische Webseite aus der Ukraine zu löschen.
Die bei Hetzner zuständige Mitarbeiterin forderte „Glavcom“-Chef Shlinchak am 4. August, kurz nachdem Roskomnadsor seine Warnbriefe an Hetzner verschickt hatte, erstmals dazu auf, den Text zu entfernen. SPIEGEL ONLINE liegt der entsprechende Briefwechsel vor. Dabei verweist Hetzner nicht auf die russische Beschwerde, sondern auf die eigenen Geschäftsbedingungen, den der Inhalt des Artikels angeblich verletze. Dort steht Folgendes: „Der Kunde verpflichtet sich, keine Inhalte zu veröffentlichen, welche Dritte in ihren Rechten verletzen oder sonst gegen geltendes Recht verstoßen.“ Das gelte für „erotische, pornografische, extremistische oder gegen die guten Sitten verstoßende Inhalte“. Von Journalismus ist dort nicht die Rede.