Überwachung

Dr. Sommer für die NSA: „Have a supervisory dilemma? Ask Zelda!“

Quelle: memegenerator.net

Die NSA kümmert sich um ihre Angestellten: Wenn bei Geheimdienstmitarbeitern der Schuh drückt, gibt es Hilfe. Aus dem Intra-Net der Behörde zugänglich gab es die regelmäßige Kolumne „Ask Zelda!“, bei der allerlei Themen rund um den Schnüffelalltag humorvoll besprochen wurden. Das berichtete jetzt The Intercept unter Berufung auf Dokumente aus dem Snowden-Fundus.

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Die Kolumne besteht seit 2010, wurde von einer langjährigen Mitarbeiterin geführt und richtete sich ursprünglich an Vorgesetzte. Schnell habe sie jedoch unter allen Mitarbeitern Beliebtheit erlangt. Wer genau hinter den Artikeln steckt, sei verborgen. Veröffentlichte Fragen drehten sich um Themen wie „Was tue ich, damit meine Mitarbeiter auch im Sommer angemessen gekleidet zur Arbeit erscheinen?„, was tun bei Essen, das aus dem Kühlschrank verschwindet und dem Einschlafen im Büro – Technik- und Liebesangelegenheiten würden jedoch nicht beantwortet.

Ein Geheimdienstmitarbeiter berichtet in seinem Brief an Zelda von einem Vorgesetzten, der gern alle Gespräche seiner Mitarbeiter mithören würde. Das erzeuge eine gespannte Atmosphäre und Mitarbeiter würden auseinandergetrieben. Eine Atmosphäre des Misstrauens sei entstanden – war das etwa die Absicht des Chefs?

Zeldas Antwort – geschockt:

Wow, that takes “intelligence collection” in a whole new – and inappropriate –  direction.

Die NSA – von Zelda mit dem Akronym „No Secrets Allowed“ betitelt – sei zwar eine Geheimdienstorganisation, aber geheimes gegenseitiges Ausschnüffeln der Mitarbeiter ginge zu weit. Ihre restliche Antwort enthält erwartungskonform den Hinweis, mit dem Chef zu reden. Aber auch Ratschläge, sich unauffällig zu verhalten bleiben nicht aus. Und am Ende folgt das, was einem im Kontext der NSA das Lachen im Halse steckenbleiben lässt:

Trust is hard to rebuild once it has been broken. Your work center may take time to heal after this deplorable practice is discontinued, […]

Ja, liebe NSA: Hört auf Zelda!

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3 Kommentare
  1. Das ist echt gruselig mal eine solche Innensicht zu erhalten.
    Ich halte das für eine Folge von der Doppelmoral, die einem von Medien und Politik vorgelebt wird.

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