Die Wahrheit über die Lügen der Journalisten

Die Krautreporter sind heute offiziell online gegangen. Zu den ersten Artikeln gehört die lesenswerte Rezension des Buches „Gekaufte Journalisten“ von Udo Ulfkotte durch Stefan Niggemeier: Die Wahrheit über die Lügen der Journalisten.


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Der ehemalige FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte behauptet, dass Pressefreiheit in Deutschland nur eine Illusion ist. Sein „Enthüllungsbuch“ über angebliche Medien-Manipulationen verkauft sich bestens, ist aber selbst voller Übertreibungen, Verdrehungen und Unwahrheiten. Ein Faktencheck.

Am lustigsten ist die Offenlegung am Ende:

Ulfkotte bezeichnet mich in seinem Buch als vertrauenswürdige Quelle: „Journalisten als Eigenmarken, die auch ohne Verlage Geld verdienen können, weil man ihnen vertraut – die haben eine Zukunft. So wie im Medienbereich etwa Stefan Niggemeier.“

Ich finde die Navigation noch etwas gewöhnungsbedürftig und warte mal auf den versprochenen Full RSS-Feed.

Ich bin mal gespannt, welches Profil Krautreporter entwickeln wird und ob es mehr Alleinstellungsmerkmal geben wird, als Kommentare nur für Mitglieder und keine Werbung.

22 Kommentare
    1. Achso jetzt habe ich es verstanden. In dem Artikel wird wird nicht nur Kritik an manchen Übertreibungen Ulfkottes geübt, sondern es wird eine „Er vs Wir“ Situation geschaffen: der böse Wahnsinnige Ulfkotte gegen „uns“ vernünftige Journalisten. Da will man natürlich in keinem Satz als Unterstützer (und wenns nur um Türaufhalten geht) des Ulfkottes genannt werden. Ja ja so ist das in DE, da wird sich lieber am Boten aufgegeilt anstatt sich mit der Botschaft zu befassen (und an ihr Kritik zu üben). Also ich muss schon sagen, die ganzen „Indie-Journalisten“ haben diese Methode genauso gut drauf wie die Alteinegessenen.

  1. Die Darstellung der Seite im Tor Browser Bundle unter Ubuntu ist ziemlich katastrophal. Falls da jemand mitliest von Krautreporter: Wäre klasse, wenn das mal gerichtet werden könnte :-)

  2. Markus will also sagen das die Krautreporter endlich aufgemacht haben :)

    Also, die Seite leidet an zu viel Javascript/Tablet-Handy-Nav-Kram (nav-nav Angular) und über Optimierung auf Apple-Gear (Im CSS sind noch Helvetica/MinionPro verdrahtet). Aber damit entspricht es wohl auch der Zielgruppe; die Medien Hipster.

    Der Artikel ist typisch Niggemeier (im positiven Sinne) und das Buch hat ein interessantes Thema, leider vom falschen Autor. Bücher zu diesem Thema sollten besser von (teil-anonymen) Kollektiven denn von Einzelpersonen geschrieben werden. Schade, dass nie jemand die Edelfedern bei der Zeit mal genauer unter die Lupe nimmt, da häufen sich die Widersprüche/unbelegten Thesen in den Kommentaren und Leitartikeln schon länger.

    Gut das es Krautreporter jetzt gibt.

    1. Finde es ebenfalls zu sinnlos Web-3.0-ig, dafür, dass die Website lediglich Artikel anbietet. Zugute halten muss man da, dass Ghostery nur einen Tracker findet.

      Allerdings ist Helvetica eine Standardschrift, die ausschließlich unter Windows mit Arial – der lizenzbedingten Microsoft-Variante – ersetzt wird…

      1. Nur um genau zu sein: Es wird hauptsächlich Tisa Sans eingesetzt und vieles wird über JS nachgeladen. Ich wollte damit auch nur sagen, dass die Design-Sprache sehr Apple-artig ist. Dagegen ist nicht zu sagen, solange es Sinn macht (Twitter ist da ja auch aufgesprungenen). Apple hat ja auch oft sehr gute Interface Ideen. Aber wenn es damit für andere schwerer wird, die kein iPhone/iPad haben, nervt das etwas. Einige Webseiten ertrage ich nur noch über RSS, dass finde ich etwas traurig. Aber die zwei Navbars am Rand sind zu verkraften, das UX ist schon okay, solange man recht neue Hardware hat und sich um JS keine Sorgen macht.

        Tracker: Mixpanel (wird von KR eingesetzt) ist nicht ohne. Ich blocke den Kram.

    1. Leute die drüber nachgedacht haben. Ich finde es bisher eins der cleversten Modelle. Content ist frei für alle Reporter werden bezahlt und wer mitreden will muss zahlen (Trollhürde und Bezahlmodell zu gleich). Nett wäre noch eine Moving-Wall so das die Kommentare später mal von allen gelesen werden können, aber man kann ja nicht immer alles haben. Mal abwarten was daraus wird.

      1. Entschuldige aber wer zahlt dafür Kommentare abgeben zu dürfen? Das verstehe ich immernoch nicht. In Kommentare wird Zeit und Gedanken durch den Kommentator investiert und dafür zahlt der dann?! Ich verstehe nicht wie man damit an Kunden kommen soll, denn diese müssen sich ja verarscht vorkommen wenn sie Input liefern und dafür auch noch zahlen müssen. Man stelle sich vor der Journalist müsste anderen Geld geben damit er da veröffentlichen kann und damit das Produkt (erst) aktraktiv macht.

        Oder gibt es eine Überschneidung zwischen Leuten die sich so ein Modell antun und Leuten die vor Apple Inc. Verkaufsstellen kampieren? „Ich gehöre dazu!“, „Wir sind eine Gemeinschaft“, etc.?

  3. Sind manche Menschen wirklich so sehr auf den Kopf gefallen, dass sie denken, diese Maltes und Anna-Sophies, die sich Nachmittags bei einer Rababersaftschorle dazu entschlossen haben ein internetbasiertes Nachrichtenportal mit dem feschen Namen „Krautreporter“ auf die aufstrebenden Online-Reisenden loszulassen, wäre „neuartig“ oder „alternativ“? Man studiere nur die Vita bzw. die früheren Arbeitgeber der Initiatoren. Wer auf diesen gigantischen Betrug reinfällt, um für pseudolinke Systempresse auch noch Geld zu zahlen, dem scheint sowieso nicht mehr zu helfen. Viel Glück an alle „Krauts“ da draußen, die die Luftschlösser der „unabhängigen“ Krautreporter abkaufen. Gurkentruppe träfe es wohl eher. Besonders für die Konsumenten.

      1. Sie scheinen auch etwas auf den Kopf gefallen, nicht wahr? Diese zwei Worte zu kombinieren dürfte ja wohl kaum ein Problem sein, wenn man abseits der BILD eine schriftliche Kommunikation pflegt.

        Dass der „Krautreporter“ auch nur die etablierte Meinung der systemstützenden Leitmedien wiederkäut und das in einem hübschen linken Gewand a la Kaisers neue Kleider, wie mein Vorschreiber bereits ausführte, dürfte dem aufmerksamen Auge bereits vor dem Start der Site aufgefallen sein.

      2. KR ist nichts weiter als versuchtes Anschreiben gegen Wahrheiten, die nicht zu leugnen oder zu vertuschen sind und ist der Versuch der Diskreditierung und Diffamierung, eine Art virtueller Schlagabtausch, bei dem die Distanz groß genug ist, um nicht real aufs M… zu bekommen.

        Wenn ich an esowatch bzw. psiram denke, entdeckt man dort auffällige Ähnlichkeiten in der Kampfmoral. Mainstream-Journalismus ist heute nicht Meinungsbildung, sondern Ideologiekampf mit Drohgebärden und Drohpotential.

        Wer mich bedroht, sei es auch nur virtuell oder mit der Wortwaffe, wird irgendwann einer realen Waffe gegenüberstehen. Dafür sind Mainstream-Medien/Journalisten heutzutage die Vorstufe, ob sie das selbst realisieren (wollen) oder nicht. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, bekommt ganz genau die Tendenzen mit. Dafür braucht es keinen Ulfkotte – oder doch?

  4. Der „Krautreporter“ Niggemeier hat das Buch nicht verstanden oder er will es nicht verstehen. Die Botschaft von Ulfkotte ist wichtig. Das Russlandbashing, das Gleichschalten der Medien und die Kriegstreibereien auch von den Medien gehen mir auf die Nerven. Niggemeier hat ein paar Beispiele genannt, wo er die Wortwahl von Ulfkotte auf die Goldwaage legt. Sicherlich schreibt kein Buchautor die 100%ige Wahrheit, aber wenn Niggemeier nur diese Beispiele, siehe „Krautreporter“ nennen kann, dann müssen scheinbar die restlichen 98% richtig sein. Wenn sich ein Journalist sich auf 2% aufgeilt und das witzig nennt, sollte sich einen anderen Beruf auswählen, weil dann, die Leser ihn schnell durchschauen.

    1. Es ist wohl nicht Möglich alle faktischen Beweise eines Buches in einem Zeitungsartikel zu wiederlegen. Wenn er nur ein Bespiel auseinander genommen hätte würde ich ihnen zupflichten, aber so… Nun ja. Wie viele sagen es gibt mehrere Angriffsstellen im Journalismus siehe auch: https://krautreporter.de/85–der-apfel-fallt-nicht-weit-vom-bann . Ulfkotte bringt es allerdings auf ein nicht mehr gesundes Niveau, welches es Schwarzmalern leichter macht, anstatt durch einen differenzierten Blick die etwaigen Probleme zu filtern um der Gesellschaft zu helfen diese auszumerzen.

      1. Was soll dieser pseudorationale Ansatz? Ulfkotte besitzt die Courage, wie Putin ohne Maulkorb zu reden. Dass das manchem nicht passt und er lieber Filter raucht/liest, ist verständlich, aber nicht hilfreich und interessiert auch keinen mehr, der nicht Weichgespültes haben will.

        Der Sprachstil von Ulfkotte ist gut gewählt, weil er Einblick in die Überlegenheitsfantasien mancher Kreise gibt, die sich nach außen Journalisten nennen, in Wahrheit jedoch Lobbyisten und/oder Kriegstreiber, verkappte Geheimdienstler und die verlängerte Exekutive der Legislative sind.

        Hier noch die Leser des Buches beleidigen und diskreditieren zu wollen, ist der Gipfel an Frechheit und zeigt die Weltfremdheit und Leser-/Konsumenten-Verachtung der vermeintlichen Kritik-Kritiker. All das beschreibt Ulfkotte, und es beweist sich postwendend am lebenden Beispiel.

        Ulfkotte legt sehr schön die Überempfindlichkeit der Journalisten-Kaste dar. Und diese Macht, die sie hat und auch ausübt, gehört gebrochen oder zumindest stark reduziert und rückgeführt auf ihre wahre Aufgabe, die da ist Dienstleistung und nicht gelenktes, gesteuertes mind control, für die der Leser / Konsument billiges Vieh ist.

  5. Wenn ich hier so lese, finde ich das System Kommentare für Geld, Content frei für alle immer besser. Markus? ;)

    Aber mal halblang: Niggemeier ist halt sehr, sehr genau. Ich finde das gut. Und man muss nur mal die Webeinträge über Autor und Verlag studieren und die Seiten, auf denen er oft zitiert wird, um etwas stutzig zu werden. Oder die Rezensionen in Zeitung wie der NZZ oder Der ZEIT, beides eher konservative Blätter, die seine Bücher, milde ausdrückt, auch recht zurückhaltend aufgenommen haben. Auch der Lebenslauf ist speziell und seine Recherchereisen zu einer recht zurückhaltenden Berichterstattung zum Shell wurde laut SWR auch von Shell finanziert (im Buch enthalten, wie auch seine Instrumentalisierung von BND & CDU) Usw. usf.

    Wie gesagt, er kann ja trotzdem mal recht haben („Leitmedien“/Alpha-Journalisten-Elite Bashing), aber er sollte besser keine Bücher mehr ganz alleine verfassen, da man ihm allein schon viel zu kritisch gegenübersteht und er sehr umstritten ist. Das macht die Sache die er beschreibt natürlich nicht unwahr — im Gegenteil, er ist leider das beste Beispiel.

    [Relativ ausgewogene 10 min Besprechung auf dem SWR als MP3] http://www.ardmediathek.de/tv/SWR2-Literatur/Udo-Ulfkotte-Gekaufte-Journalisten-Wie/SWR2/Audio-Podcast?documentId=23891440&bcastId=213738

    1. Niggermeier ist kein Diplomat, der weiß, wo Zurückhaltung und Nichtäußerung angemessen ist. Wenn sich Niggermeier einlässt, muss er damit klarkommen, dass er „erschlagen“ werden kann. In Manchen Momenten ist Rücktritt die besser Wahl.

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