Skype liest Nachrichten aus dem Chat mit

Wer Skype nutzt muss beim ersten Programmstart die Nutzungsbedingungen akzeptieren, mit denen man Microsoft – dem Neueigentümer von Skype – das Einverständnis erteilt Nachrichten mitlesen zu dürfen. Wie heise Security herausgefunden hat und nun berichtet, macht Microsoft von diesem Recht auch Gebrauch.

Konkret geht es um das Lesen und Öffnen von Links welche innerhalb des Chats von Skype verschickt werden. Von einem Leser auf das Problem angesprochen, machte heise Security einen Test bei dem eine Vielzahl von https-URLs über den Chat verschickt wurden. Kurze Zeit später seien alle Server von Rechnern aus Redmond besucht worden.

Auf Nachfrage von heise Security was dieses Verhalten zu bedeuten habe, reagierte Skype lediglich mit einer Passage aus seinen Datenschutzrichtlinien:

„Skype nutzt gegebenenfalls innerhalb von Sofortnachrichten und SMS automatisiertes Scannen zur Bestimmung von (a) vermutlichem Spam und/oder (b) URLs, die bereits als Spam-, Betrugs- oder Phishing-Links identifiziert wurden.“

heise Security zweifelt allerdings reine Sicherheitsmaßnahmen seitens Skype an. Einerseits würden Spam- oder Phishing URLs nur selten hinter https-Seiten liegen – und ebenfalls verschickte „normale“ http-URLs seien nicht betroffen gewesen. Andererseits wären jeweils nur sogenannte Head-Requests an die Server geschickt worden, welche nur Verwaltungsinformationen der Server abrufen, die Seiten aber nicht auf Spam- oder Phishing-Inhalte überprüfen würden.

Bereits im Januar hatten Bürgerrechtler in einem offenen Brief an Skype und Microsoft in Frage gestellt, wie sicher die Kommunikation über Skype in Zukunft sein werde. Und auch wir berichteten schon über den Wechsel zu offenen Standards zugunsten von Skype.

5 Kommentare
  1. Shelly-FreieSoftware 14. Mai 2013 @ 16:35
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