Kultur

GEMA versus YouTubes: Die Top 1000

Viele Musikvideos sind in Deutschland bei Youtube gesperrt. Youtube suggeriert recht geschickt, dass dies an der GEMA liegt. Die Realität ist aber etwas komplexer und aufgrund von langwierigen Verhandlungen, bei denen Youtube alle (sicherlich überzogenen) Forderungen der GEMA abblockt, trifft Google auf jeden Fall eine Mitschuld.

OpenDataCity hat eine kleine Anwendung entwickelt
, womit die Top 1000 der beliebtesten Videos weltweit danach untersucht werden, ob wir sie auch aus Deutschland anschauen können. Ergebnis ist: Rund 60% sind in Deutschland nicht verfügbar.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Ein großer Teil der YouTube-Videos sind nicht überall zu sehen. Fast 19% der weltweiten Top 1000-Videos sind in einem oder mehreren Ländern außerhalb Deutschlands gesperrt. In Deutschland jedoch sind über 60% der 1000 beliebtesten Videos nicht verfügbar, weil YouTube davon ausgeht, dass die Musikrechte „möglicherweise“ bei der Musikverwertungsgesellschaft GEMA liegen.


Unterstützt durch MyVideo. Realisiert von OpenDataCity. Anwendung unter CC-BY 3.0.

Mehr zum Hintergrund schreibt Lorenz Matzat bei Datenjournalist.de.

72 Kommentare
    1. 1. Die erste Aussage Youtubes ist faktisch korrekt. Die GEMA hat die erforderlichen Rechte nicht eingeräumt, daher ist das Video nicht zu sehen. Das ist keine unwahre Aussage.

      2. Die zweite „richtigerweise“-Tafel ist falsch. Denn Mindbase Music Management kann auch Ansprüche für ein Video geltend machen, für das es nicht die Rechte hält. Und zwar solange, bis sich jemand die Mühe des Nachweises macht, dass MMM die Rechte nicht besitzt. Tut das niemand (weil es leichter ist, das Video neu hochzuladen unter anderem Titel und ggf. ohne strittigen Content), bleibt das Video gesperrt, obwohl es keine Inhalte von Mindbase Music Management enthält.

      Bin gespannt, ob Herr Hafner die Eier hat, das richtigzustellen oder runterzunehmen…

    2. Ach, Hans …

      Deine Pro-GEMA-Propaganda ignoriert das basale Problem: Du glaubst, die Musikindustrie hätte ein Anrecht darauf, weiterhin so ihr Geld zu verdienen, wie sie es bislang getan hat, weil es halt schon immer so gewesen ist.

      Und die GEMA … ja, die GEMA ist ein Lobbyisten-Konstrukt der Wirtschaft, das unsinnigerweise staatliche Legitimation erhalten hat und Urhebern vorgaukelt, ihre Rechte zu vertreten.

      Was sagt uns der Geschäftsbericht 2011, S. 36?

      Von den 313 Mio. Euro Ausschüttung erhalten die ca. 3500 ordentlichen Mitglieder 65%. Ca. 6500 außerordentliche Mitglieder müssen sich um gut 5% der Ausschüttung balgen. Ca. 52000 angeschlossene Mitglieder (ohne Rechtsnachfolger) balgen sich um gut 23%. Im Schnitt für 2300 Euro bzw. 1300 Euro Beteiligung lassen sich also außerordentliche bzw. angeschlossene Mitglieder ihre Rechte von dieser Organisation beschneiden.

      Faszinierend. Das hat schon fast was von Masochismus.

      1. Mein Punkt bei der ganzen Geschichte ist:
        Warum sollen auf Youtube Videos veröffentlicht werden dürfen für Bruchteile von Cents pro View und wenn ich das selbe Video auf meinem privaten Webspace hochladen würde, dann würde ich abgemahnt und müsste tausende Euro zahlen, selbst wenn ich bereit wäre, die paar Cent zu zahlen. Es nützt mir nichts, sowas dürfen nur die großen.

        Von daher find ich es an sich ganz ok, wenn Künstler versuchen, da einen besseren Deal für sich rauszuhandeln. Wenn sie schon dabei sind, sollen sie das aber gleich ohne GEMA machen und lieber versuchen, die GEMA gleich mit abzuschaffen.

  1. In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass die GEMA massiv in Lobbying in Form von Forenschreibern etc. investiert, die Stimmung pro GEMA machen sollen. Wie das blöde Video von Hans und die Forenschreiber bei Heise, die in letzter Zeit immer einen Thread starten mit O-Ton „Die Gema soll ruhig Ihren Anteil am Gewinn Googles bekommen“

    Solche alleingelassenen Statements sind sehr sehr untypisch in dem Kontext und ich mache mir da schon meine Gedanken, ob nicht der eine oder andere bezahlt ist.

    1. Ich bin nicht von der GEMA beauftragt.

      Ich bin Auftragskomponist und GEMA Mitglied und habe durch meine Arbeit ein durchaus berechtigtes Interesse daran, dass ein Medium, dass in spätestens 10 Jahren das Senderecht und das mechanische recht praktisch überflüssig gemacht hat, trotzdem noch einen Mechanismus ermöglicht wie man als Individuum im Kollektiv eine bessere Verhandlungsposition gegenüber übermächtigen Organisationen wie RTL, YouTube oder Apple hat.

      Und die Verhandlungen GEMA vs Youtube sind ganz normale Tarifverhandlungen, außer dass youtube die Öffentlichkeit gegen die Komponisten und GEMA aufhetzt um so durch den Druck einen billigeren Tarif zu bekommen.

      Das ganze ist für beide Seiten normal und irgendwer wundere ich mich, dass man im Netz mit einer solchen Häme an die Urheber dran geht während alle anderen einen Free Pass bekommen. Historisch verstehe ich es natürlich schon, weil halt fast jeder inzwischen eine Abmahnung bekommen hat. Das zeigt aber nur, dass auch ein wirklich riesiges Interesse an den Inhalten besteht und sich die Nutzer heute den Rechtsbruch schönreden. Und in meinem Bekanntenkreis wurde bisher niemand false positive abgemahnt. #erfahrung

      1. @Hans
        Weshalb hat es Youtube geschafft, mit so ziemlich jeder Verwertungsgesellschaft weltweit Vereinbarungen zu treffen – nur nicht mit der GEMA?

        Google/Youtube hetzt nun wirklich nicht die öffentlichkeit auf. Das geht irgendwie eher von der anderen Seite aus, Stichwort Leistungsschutzrecht.

      2. Ich wünsche es den Urhebern von Herzen, dass die GEMA irgendwann begreift : mit ihren überzogenen Forderungen vertreibt sie auch zahlungswillige Kundschaft, zu der ich gehöre, auf´s zuverlässigste!
        Wird sie das irgendwann begreifen, ehe es zu spät für viele Urheber ist….was denkst du?

      3. Lies mal, was in England bei der „Einigung“ rausgekommen ist.

        Wir haben wirklich das „Problem“, dass online einfach der Markt der Zukunft ist und entweder die Komponisten (Photographen, Filmemacher…) fangen langsam an, diesen Markt ernst zu nehmen (was wir, bzw unsere Vertreter schon vor 15 Jahren hätten tun sollen!!) oder uns der Willkür von Google, Apple, Amazon, Spotify was die tarife anbelangt auszuliefern.

        Deshalb wollen wir, dass der Onlinemarkt in Zukunft auch eine anständige Beteiligung für die Individuen bringt. Das Opfer im Moment ist, dass wir uns (dank youtube) dafür von der Bevölkerung zum Teil aufs übelste beschimpfen und mit Falschaussagen angehen lassen müssen.

      4. Und der aktuelle Status quo ist jetzt besser oder wie? Momentan ist das IMO eine absolute lose/lose/lose situation. Die Urheber bekommen kein Geld, die user keine Videos und google macht keinen Gewinn. Bei den letzten Vorschlaegen die ich von der GEMA gehoert habe kann ich google auch sehr gut verstehen. Die sind aktuell so dermassen ueberzogen das youtube vermutlich Verlust einfahren wuerde wenn sie dem zustimmten (Pauschalbetrag pro view? Gehts noch?!). Wer so verhandelt verdient auch kein Mittleid. Das ist pure Grosskotzigkeit weil man in den Letzten Jahrzehnten immer am laengeren Hebel gesessen hat. Ich bin ja auch dafuer das Urheber und Kuenstler (und von mir aus auch die Verwerter) anstaendig bezahlt werden, aber doch nicht auf kosten der Distributoren (siehe auch Clubs/DJs/Weihnachtsmaerkte).

      5. @Hans: Könntest du erklären, was du mit „Individuum im Kollektiv“ meinst? Ich will darauf hinaus, dass für mich so eine Phrase nicht nach eigenem Wortschatz klingt, sondern eher wie eine Parole. Das wirkt wie etwas, was man bei Vorträgen auswendig gelernt hat, beispielsweise von der GEMA. Du scheinst dich mit der Progblematik auseinander gesetzt zu haben und einiges zu wissen. Aber ich als „Außenstehender“ kann mir darunter leider nichts Konkretes vorstellen. Also bitte um genaue Erläuterung.

      6. Dann guck Dir mal einfach an, was Deine Organisation, die GEMA, pro Aufruf haben will. Das ist jenseits von Gut und Böse und ich bin euer Gejaule mittlerweile auch leid. Es steht mir bis …

        Ihr kassiert wenn ich mir irgendeinen Datenträger kaufe. Völlig egal, ob ich da nun Musik drauf speichere oder auch nicht (ich tue es NICHT!!!!!). Egal, abkassieren … Ihr kassiert bei mir ständig ab ohne dass ich irgendwas mit euch zu tun hätte. Ich hab euch so satt, ich kann gar nicht sagen wie sehr …

      7. Gegen die GEMA muss Niemand mehr aufgebracht werden.

        1. Kleine Musiker haben durch die GEMA-Mitgliedschaft mehr Nachteile als Vorteile, werden oft aber irgendwie zur Mitgliedschaft gezwungen
        2. Diskotheken und Festivals bricht die GEMA mit den neuen Gebührenmodellen das Genick… foglich weniger Einnahmen für die Musiker, weniger Musik für die Hörer, die Veranstaltungsbranche wird dezimiert, die Einnahem sinken erneut
        3. Publizisten und Vorführern von GEMA-freier Musik hält die GEMA das Messer an den Hals und verlangt zweifelsfreie Belege oder Geld (umgekehrte Unschuldsvermutung?)
        4. GEMA fordert entsprechend häufig ohne Auftrag für niemanden Gebühren ein
        5. Interessenten können die von den Musikern hochgeladenen Lieder auf Youtube nicht sehen, indem GEMA dort chinesische Verhältnisse schafft, wodurch den Musikern wieder geschadet wird

        Die Frage ist also: Was will die GEMA noch und wer bitte setzt sich *für* sie ein?! Sie schadet mehr als sie hilft – allen!

    2. Das Absurde ist dabei, daß eine „angemessene Gewinnbeteiligung“ seitens Youtube ja durchaus angeboten wird (Höhe: Verhandlungssache) und die Einigung an einer „Mindestvergütung“ pro Abrufe scheitert (aus denen kein kommerzieller Gewinn für Youtube resultiert).
      D.h. die Pro-GEMA-Schreiberlinge kennen ihre eigene Verhandlungsposition nicht oder täuschen bewußt darüber.

      1. Natürlich täuschen sie darüber hinweg, dass sie den Hals nicht voll kriegen.
        Es gibt vereinfacht gesagt nur zwei Möglichkeiten: Google hat den Rest der Welt über den Tisch gezogen und die GEMA ist die Stimme der Vernunft. Oder die GEMA versucht, Google über den Tisch zu ziehen.

      2. @Hans
        Jetzt bitte noch zwei Graphen dazu:
        1) Umsatzzahlen (Bonuspunkte für eine Achse mit der zeitlichen Entwicklung)
        2) Kosten pro verkaufte CD und pro verkaufen Download.

      3. Und was bitte ist schlimm daran, wenn man ~2000 Songdownloads (cdbaby via itunes) pro Monat braucht um als Musiker über die Runden zu kommen? Du hast ja auch eine globale Zuhörerschaft, üblicherweise mehr als ein Lied auf Lager und verdienst an mehr als einem Vertriebsweg über Jahre hinweg an demselben Lied (natürlich lassen die Verkaufszahlen irgendwann nach, aber ein gewisses Level plus die Streamingeinnahmen bleiben). Für die „Großen“ sollte da immernoch ordentlich mehr als der Mindestlohn rausspringen. Das Netz sorgt nur für Globalisierung, ergo mehr potentielle Kunden aber auch mehr Konkurrenz. Was bleibt ist viel eher die Frage wie man „kleine“ Künstler fördert, wenn die Verlage/Labels wegbrechen sollten, weil sie für die Vermarktung der Großen womöglich nicht mehr so wichtig sind…

      4. @Hans: Wenn man von dem, was man tut, nicht leben kann, dann muss man sich halt eine ehrliche Arbeit suchen. Entweder, man kann von seinen Verkaufszahlen leben oder nicht. Und wenn man das nicht kann, ist man vielleicht doch nicht so gut wie man dachte. Kleiner Tip am Rande: Es ist nicht die Schuld der Kunden, wenn sich ein Produkt nicht verkauft.

        Viele „Künstler“ meinen einen Anspruch darauf zu haben, von der Allgemeinheit durchgefüttert zu werden, egal, wie mittelmäßig sie sind. Die Weltfremdheit dieses Anspruches manifestiert sich wunderbar in der Dauer des Copyrights: 70 Jahre nach Tod des Urhebers, in manchen Ländern sogar noch länger. Und die GEMA ist eine deutsche Manifestation dieses Wahnsinns. Mehr nicht.

    3. Interessant wird wenn solche Schreiberlinge auch mal ein paar Infos hinterlassen bzw. unter Klarnamen schreiben. Mit ein bisschen Recherche landet man da ab und an mal in diversen Kreisen von PR/Marketing Agenturen.

      Man sollte aber auch die menschliche Dummheit und den Neid-komplex nicht unterschätzen. Gibt genug Michels da draußen ,die ganz ohne fremde Hilfe, beim Thema GEMA/LSR der Meinung sind das „Böser US Konzern Google“ doch mal Kohle abdrücken soll einfach nur weil „die ja genug haben und wir nicht“.

  2. Für die GEMA gilt doch auch der GEMA-Verdacht als ausreichend. Warum soll Google/Youtube nicht selbst bei „Verdacht“ eben selbigen anwenden, bis das Gegenteil bewiesen ist. Warum hat die GEMA dann plötzlich ein Problem damit???

    1. Genau das ist ja der Punkt. Da der GEMA Verdacht gilt kann Youtube Stücke mit unklarer Lizenz nicht wiedergeben. Deshalb ist die Einblendung, welche Youtube zeigt, auch vollkommen richtig und keine Stimmungsmache. Für Stücke die automatisch oder manuell markiert worden als „ungeklärte Lizenz / GEMA Verdacht“ ist diese Einblendung richtig.

    2. >Für die GEMA gilt doch auch der GEMA-Verdacht als ausreichend. Warum soll Google/Youtube nicht selbst bei “Verdacht” eben selbigen anwenden, bis das Gegenteil bewiesen ist.

      Dickes +1.
      Jeder muss der GEMA den Arsch nachtragen und seine Unschuld beweisen, wenn er GEMA-freie Musik aufführt.
      Und das ist nur eins der vielen Probleme, die die GEMA ausmachen.

  3. „weil YouTube davon ausgeht, dass die Musikrechte „möglicherweise“ bei der Musikverwertungsgesellschaft GEMA liegen.“

    Ich denke ja eher, YouTube wird wohl alles daran setzen um genau dieses „möglicherweise“ aus zu schließen und das Video zu zeigen.
    Also ich halte den Satz für nicht richtig.

    Denn jeder Upload wird gezeigt, wenn nicht die GEMA oder ein anderer Rechteinhaber interveniert.

    Gesperrte werden Videos doch nur, wenn die Automatik einen Titel recht eindeutig zuordnen kann, oder ein Dritter aktiv seine Rechte geltend macht.

    Zur Automatik ist zu sagen, dass ich aufgrund eigener Erfahrungen stark vermute, dass diese mittlerweile auch schon missbräuchlich verwendet wird um die seltsamsten Töne und Kompositionen zu „reservieren“. Mit der Folge, dass die merkwürdigsten Töne und Kompositionen mit Werbung von „Rechteverwertern“ versehen werden (monetarisierung) die gar keine Rechte an dem Material besitzen.

    Weiterhin vermute ich, was ich auch von Bekannten schon bestätigt bekam, dass der Otto normal User hingegen, der kostspieligen Rechtsstreitigkeiten aus dem Wege gehen möchte, dieses Rechte „abgrasen“ aus Unwissenheit duldet.

    Die Top 1000 Videos sind nur der Zankapfel, aber wie viele Millionen Privatvideos lassen sich so zu Geld machen? Diese beschränkte Sicht auf Click-manipulierte Musikvideos oder Guerilla Marketing Kampangen ist vielleicht auch nur die Spitze des Eisbergs.

    Zudem frage ich mich, wie kackdreist das ist, ein „Werbevideo“ für ein Musikstück mit Werbung und Verwertungsabgaben zu belegen. Nebst Steuern und endlos Verwertung, Vererbung der Rechte und digitaler Kopie, Abgaben auf Leermedien und Geräte, wird der Bürger für ein Musikstück zig Fach zu Kasse gebeten.

    Mit mutmaßlichen Grüßen,
    yt (nicht YouTube)

    1. Zur Automatik ist zu sagen, dass ich aufgrund eigener Erfahrungen stark vermute, dass diese mittlerweile auch schon missbräuchlich verwendet wird um die seltsamsten Töne und Kompositionen zu “reservieren”.

      Die seltsamsten Töne und Kompositionen? Da beanspruchen Klitschen Immaterialgüterrechte auf die Kompositionen von Johann Sebastian Bach, und Googles YouTube macht das mit und macht damit aus dieser Enteignung der Weltgemeinschaft ein Geschäftsmodell.

      Ach, ich könnte jetzt so viel sagen. Das ist aber alles nicht druckreif.

  4. Wenn nur die Musik in diesen Videos lizenzpflichtig ist, wieso spielt YouTube die Videos nicht wenigstens ohne Ton ab. Bei vielen Spaßvideos dient die Musik nur als Untermalung und ist nicht notwendig für das Begreifen des Videos.

    1. Ich kenne das Problem nur zu gut. Kollegen aus Übersee versehen andauernd ihr Videos mit den Neusten Ergebnissen mit Musik und sind oft gesperrt.

      Das Problem für Youtube wird aber hier ein Rechtliches sein. Denn wenn Sie in die Beschaffenheit des Werks eingreifen dann sind sie, zumindest in teilen, hier eine urheberrechtlich bedenkliche Änderung am vornehmen. Soll heißen Sie brauchen dafür eine Lizenz/Erlaubnis vom Inhaber des Werkes/Rechtes und sind nicht mehr nur Hoster sondern auch Urheber eines neuen Werkes (eben ohne Ton).

    2. Dann waere youtube aber nicht mehr der „Nur-Hostprovider“, der fuer die eingestellten Videos alle weitere Verantwortung von sich weist, sondern ein eigenstaendiger Contentprovider, der sich dann jede einzelne nicht von ihm bemerkte Urheberrechtsverletzung zurechnen lassen muesste.
      Also wenn ich an deren Stelle waere, wuerde ich mich in *das* Brennesselfeld auch nicht reinsetzen wollen.

  5. es wird nicht ersichtlich aus welchen Ländern sich die durchschnittliche Sperrquote von 19% außerhalb Deutschlands ergeben hat. Dem Anschein nach werden als Beispiele nur ausgewählte Länder mit sehr niedrigen Sperrzahlen genannt die durchschnittlich keinesfalls 19% ergeben würden. Es fehlen Angaben zu Verteilungswerten, d.h. Extremwerte und Streuungsmaße, stattdessen wird nur eine suggestiv wirkende Auswahl von Ländern mit niedrigen Sperrzahlen gezeigt. Gründe für Sperrungen in anderen Ländern werden nicht thematisiert.

    In dieser Form handelt es sich um junkscience, nicht dazu geeignet eine Faktenbasis zu diesem Thema zu schaffen, sondern vielmehr um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.

    1. Das ist aber eben nicht der Punkt. Es geht nicht darum ob „Andere“ auch schlechte Dinge tun. Es geht darum dass Wir uns Schlechte Dinge antun in Form dieses Konfliktes.

    2. Das ist kein Durchschnitt, sondern die Gesamtzahl. 18,7% (derzeit) der Top 1000 Youtube Videos sind in mindestens einem anderen Land gesperrt. Das steht auch so im der Einleitung:

      Fast 19% der weltweiten Top 1000-Videos sind in einem oder mehreren Ländern außerhalb Deutschlands gesperrt.

      Abgesehen von deutschland gibt es die meißten Sperrungen in Südsudan.

      1. es geht um die Qualität der Daten und der Präsentation. Du kannst es übersichtlich nachlesen z.B. in „Good Evidence for Policy“ die das Intellectual Property Office zur Implementierung des Hargreave-Reports empfiehlt. Daraus fasse ich mal die wichtigsten Punkte zusammen:

        Berichte und Forschungsarbeiten die im Kontext politischer Entscheidungsprozesse berücksichtigt werden sollen werden dann als robust angesehen wenn sie drei Kriterien genügen:

        1. Klar
        2. Verifizierbar
        3. Peer Review

        zu 1. Klar

        Die Dokumente müssen klar geschrieben sein, es muss eine Zusammenfassung geben, wo immer möglich soll auf technische Ausdrücke verzichtet werden.

        Zugrundeliegende Annahmen müssen explizit und mit Angabe des Grundes dargestellt werden damit der Datensatz auch mit anderen Annahmen getestet werden kann.

        Für Schätzungen müssen die vollständigen Berechnungen entweder im Text oder im Anhang dargestellt werden. Das heißt, jede Berechnung, damit die Ergebnisse von Dritten ohne auf andere Dokumente zugreifen zu müssen reproduziert werden können.

        Wenn Grafiken oder Tabellen produziert werden sollten die zugrundeliegenden Daten in einem Appendix als kompatibel mit normaler spreadsheet software publiziert werden so dass Dritte eigene Analysen mit dem Datenmaterial durchführen können.

        Transparenz: Es sollte klar festgestellt werden wer die Forschung in Auftrag gegeben hat und wer sie finanziert hat.

      2. zu 2. Verifizierbar:

        Schlussfolgerungen der Analysen müssen von dritten Parteien verifizierbar sein. Üblicherweise gibt es zwei separate Phasen der Verifikation:
        2.1. Daten:
        Die veröffentlichen Dokumente müssen alle verwandten Daten enthalten. Diese sollten in einem geeigneten Format zugänglich sein damit interessierte Parteien die vollständigen Daten sehen, analysieren und für Vergleiche heranziehen können.
        Es muss nachvollziehbar und ausführlich dargestellt werden wie die Daten erhoben wurden. Wie in Punkt 1 ist hier eine umfassende, klare Beschreibung erforderlich.
        Wenn offizielle Daten verwandt wurden muss die Publikation einen link zum Originaldatensatz beinhalten.

        2,2, Analyse:
        Daten und Analyse müssen getrennt dargestellt werden. Gut dokumentierte Daten werden als Fakten akzeptiert, während die Interpretation der Daten eine Analyse beinhaltet. Analysen können durch statistische Methoden, ökonometrische Methoden, Inferenz etc durchgeführt werden. Diese Analysen müssen Dritten zur Verfügung stehen so dass diese die Schlussfolgerungen nachvollziehen können ohne auf andere Quellen zurückgreifen zu müssen und ohne irgendwelche Schritte der Autoren annehmen zu müssen.

        Wenn ein Bezug auf die Arbeiten Anderer genommen wird muss eine Referenz oder link zur Originalarbeit gegeben sein. Zitate müssen unter Angabe der Seitenzahl als solche kenntlich gemacht werden.

        Es muss erkannt werden dass der Wert von Arbeiten die sich auf Sekundärquellen beziehen letztlich von der Validität der Annahmen anderer Personen abhängt.

        Der wichtigste Punkt ist hier dass es sich um verifizierbare Nachweise handelt die auf allgemein zugänglichen Daten beruhen und deren Methoden derart ausführlich dargestellt sind dass Untersuchungsbias ausgeschlossen werden kann.

      3. 3. Peer Review:

        Die Analysen müssen peer review zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, Berichte müssen anderen Interessengruppen und der Bevölkerung für Kommentare und feedback zur Verfügung gestellt werden.

        Peer Review ist nur dann effektiv wenn die Analysen klar und verifizierbar sind und die Daten öffentlich zur Verfügung stehen.

        Soweit die Kurzzusammenfassung aus dem Papier „Good Evidence for Policy“. Für Eure konkrete Untersuchung die ja nicht uninteressant ist würde es im Prinzip bedeuten ein aussagefähiges Working Paper zu schreiben in dem ihr unter Berücksichtigung der o.g. Punkte klar darstellt was ihr gemacht habt. Dazu gehört eine genauere Darstellung der Methode und aller Ergebnisse. Wenn nur zwei sorgsam ausgewählte Zahlen in einer schönen animierten Applikation deren Validität ganz sicher nicht mithilfe der beigefügten Datei (wie ich schon sagte) verifizierbar ist der Öffentlichkeit präsentiert werden dann genügt dies eben nicht den Anforderungen für good evidence und erweckt den Eindruck von junk science. Wenn Eure Daten robust sind heißt das umgekehrt aber auch dass ihr einfach noch vielmehr an Informationen rausholen könnten (und meiner Meinung nach auch solltet).

  6. Man wird sich aus den o.g. Gründen schwertun diese Zahlen zu interpretieren. Man könnte höchstens (unbelegt) spekulieren dass der sagenumwobene Werbeeffekt von YT vielleicht kleiner ist als manchmal behauptet wird. Wäre er signifikant in Bezug auf kommerziellen Erfolg dann hätten 60% Sperrungen der Top1000 seit 2009 einen messbaren Effekt auf die Verkaufszahlen gehabt.

    1. Naja, das ist doch auch der Fall , oder nicht?

      Vielleicht nicht extrem, aber besser geworden ist der Markt seit 2009 sicher nicht.

      Man kann die Sache übrigens auch problemlos genau andersrum sehen: Seit 2009 ist die Relevanz von Online-Musik-Konsum und von YouTube allgemein signifikant gestiegen. Wenn nicht so viel gesperrt wäre, würde ein Werbeeffekt eintreten, der dann gar nicht mehr so sagenumwoben wäre.

      Aber: Würde, hätte, aber. Hilft alles nix. Wenn wir nicht versuchen, einen Weg zu finden, den alle gut finden, wissen wir nie, ob wir nicht gerade eine Renaissance des Musikmarktes verpassen.

      1. das sehe ich auch so.

        Es wäre aber interessant mehr über die Auswirkungen der Sperrungen zu wissen.
        Folgende mögliche Schäden sind ja denkbar:
        a) durch fehlenden Werbeeffekt gesunkene Verkaufzahlen „Musik“ (physisch, digital, Streaming, Merch, Live etc.),
        b) durch fehlende Vergütung für Musiknutzung auf YT direkt gesunkene Einnahmen „Musik“,
        c) durch fehlende Werbeeinnahmen gesunkene Einnahmen „YouTube“.

        Die Strategie von YT setzt überspitzt formuliert voraus dass a) groß, b) klein und c) nonexistent ist.

        Wenn a) kleiner als angenommen, b) und c) aber größer als gedacht sind ist es schwer zu einer vernünftigen Lösung zu kommen es sei denn c) wird so groß dass YT einsieht dass es sich lohnt mehr für die Musik zu zahlen. Aber das ist natürlich Rätselraten, ich weiß es auch nicht.

        Mit aussagefähigen Informationen würde man nicht raten müssen und alle (!) beteiligten Parteien könnten qualifizierte Entscheidungen treffen. Das meinte ich weiter oben mit „junk science“: Wie aussagefähig und nützlich sind die Ergebnisse vor dem Hintergrund der zu treffenden Entscheidungen.

    2. Dazu mal eine kleine Anekdote meinerseits:
      Ich höre weder Radio noch schaue ich TV, meine „Unterhaltung“ beziehe ich hauptsächlich aus diversen Quellen des Netzes, zu Deutsch: Durch Content-Aggregatoren.

      Dafür sind gerne auch einmal YouTube Vorschläge recht nützlich um neue Dinge zu entdecken bzw. auch mal „am Puls der Zeit“ zu hängen.

      Dies führt dann ab und an auch mal zu so Situationen das Massenphänomene komplett an mir vorbei ziehen, dank der YouTube-Sperren. Gesperrte Videos werden nämlich auch nicht mehr vorgeschlagen. Von dem „Welthit“ Gangnam Style habe ich zB erst Ende letzten Jahres erfahren, durch einen US Artikel der das Ding nur rudimentär erwähnt hat. Dieses „1 Milliarde Klick“Wunder auf YouTube selbst vorgeschlagen bekommen, als deutscher Nutzer, passiert einfach nicht.

      So macht man aus einem „World Wide Web“ halt ein „Deutsch Wide Web“. Ob das im Sinne der Urheber sein kann, deren Interessen die GEMA ja angeblich vertritt?

  7. @yetzt, leider lässt sich die Datei nicht überall öffnen und folgende Informationen wären sicherlich für alle interessant:

    1. Liste der Länder in denen Youtube angeboten wird (% Sperrung Top1000 Repertoire national aufgeschlüsselt)

    2. Liste der Länder die in der o.g. Untersuchung berücksichtigt wurden (% Sperrung Top1000 Repertoire national aufgeschlüsselt).

    3. Untersuchungszeitraum in dem die Werte erhoben wurden.

    Wenn Du die prozentualen Sperrquoten der einzelnen Länder (alle YT-Länder? nur die untersuchten Länder?) außerhalb Deutschlands zusammengezählt hast und so auf 19% Sperrungen gekommen bist würde sich bei einem Hinzuzählen der 60% aus Deutschland eine globale YouTubevideo-Sperrquote von 79% ergeben.

    Aber ich bin mir ziemlich sicher dass Du es so nicht gemeint hast.

    Aussagefähiger wäre es die prozentuale Sperrquote aus Deutschland mit dem durchschnittlichen prozentualen Wert entweder aller anderen Länder oder vergleichbaren Ländern zu vergleichen in denen YT läuft und sich dabei die Unterschiede anzuschauen.

    Da YT soweit bekannt nur in Deutschland soviel sperrt wäre eine große Differenz zu anderen Ländern natürlich zu erwarten und keine große Überraschung. Es ist aber auf jeden Fall schonmal interessant die Quote für Deutschland so zu quantifizieren und einfach mal zur Kenntnis zu nehmen. Ableiten oder interpretieren lässt sich aber nur was wir ohnehin schon wußten: YT sperrt viel mehr Videos als in anderen Ländern.

    Aus dem scheinbaren Vergleich „61% vs 19%“ ergibt sich kein Sinn, das wäre als ob man sagte „61% aller Deutschen sind übergewichtig, aber nur 19% aller Menschen in anderen Ländern“ und bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus dass die durchschnittliche Rate für Übergewicht in anderen Ländern nur bei 5% liegt.

    1. So schwer ist es eigentlich nicht zu verstehen. Es geht ja nicht um Videos IN den Ländern, sondern um die globale Menge.

      19% dieser Videos sind in mindestens EINEM Land außerhalb Deutschlands gesperrt.
      61% dieser Videos sind in DEUTSCHLAND gesperrt.

      Du kannst diese Zahlen nicht addieren, so funktioniert Mathematik nicht. Das ist doch sehr aussagekräftig. Es heißt nämlich, dass maximal 19% der Videos in einem Land außerhalb Deutschlansd gesperrt sein können.

      1. …die Zahlen will ich auch nicht addieren weil klar ist dass ihr das nicht meint.

        Wieviel Prozent der Top1000 Videos sind denn nun global durchschnittlich gesperrt?
        Wie sind die Streuungen hierfür?
        Um welche Länder handelt es sich genau?
        Um welchen Untersuchungszeitraum?
        Wieviel Prozent dieser Gruppe von Videos sind in mehr als einem Land außerhalb Deutschlands gesperrt, also in zwei, drei etc. Ländern?

        Falls ihr die Zahlen habt wäre es schön sie zu sehen, wenn nicht dann habt ihr sie eben nicht.

    2. Dachte was Jaennette meint ist, dass wenn man nur die Top 1000 der gesperrten Videos betrachtet (also Videos mit den meisten Aufrufzahlen) es vermehrt marktwirtschaftliche Gründe sind, die zur Sperrung veranlassen. Anders sähe das vermutlich im Bereich politischer Zensur, Diskriminierung, oder Beleidigung aus. Da dürften deutlich weniger Betrachtungen ausreichend sein, damit es zu einer Sperrung kommt. Daher dürfte der prozentuale Wert von Videos, die durch die Rechtsstreitigkeiten zwischen GEMA und YouTube gesperrt wurden und gesperrten Videos insgesamt weniger werden wenn man die Top 2000, Top 10.000 bis Alle in Betracht zieht.

      Das ist nur eine Vermutung meinerseits, könnte mir aber gut Vorstellen, dass sie zutrifft und ein Punkt wo der Gegner statistische Manipulation unterstellen könnte. Nach ihren letzten Posts bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob sie darauf hinaus wollte.

      1. nicht unbedingt. Populäre Dissidentenvideos werden in zensierenden Ländern vermutlich auch häufiger gesperrt als solche die sich nur drei Leute angeschaut haben.

        Aber das können wir angesichts der Daten nicht erkennen aus welchen Gründen jeweils gesperrt wurde.

    3. „3. Untersuchungszeitraum in dem die Werte erhoben wurden.

      Wenn Du die prozentualen Sperrquoten der einzelnen Länder…außerhalb Deutschlands zusammengezählt hast und so auf 19% Sperrungen gekommen bist würde sich bei einem Hinzuzählen der 60% aus Deutschland eine globale YouTubevideo-Sperrquote von 79% ergeben.“

      Du solltest Dich bitte NICHT mit Statistiken beschäftigen und/oder deren Aussagen versuchen zu interpretieren. Danke.
      > %-Rechnen 6 setzen! <

    4. @yetzt, leider lässt sich die Datei nicht überall öffnen

      http://de.wikipedia.org/wiki/CSV-Datei.

      Das ist plaintext in nem frei spezifizierten Format. Was genau willst du denn mehr?

      Vielleicht sollten wir endlich mal anstaendigen IT-Unterricht in Schulen bringen, dann koennen alle diskutieren, verstehen die zugrundeliegenden Zahlen und publizieren ohne Rechteverwerter. Dann verdienen die guten (as in ‚gut‘, nicht in ‚eine komische jury entscheidet‘) Kuenstler mehr geld als je zuvor. Hat bei Musik in genug Faellen funktioniert, funktioniert bei Software seit Jahren, ich sehe hier nur (loesbare) Schwierigkeiten bei den hohen Investitionskosten von Filmen – whatever, es gibt crowdfunding.

      Was ich sagen will: Hoert auf zu heulen und nutzt die Moeglichkeiten! Ich find C3S super, das loest alle GEMA-Probleme voellig elegant. Ich glaube wer bei der GEMA bleibt, stirbt in naeherer Zukunft.

  8. GEMA, der Club der oberen 3400

    AUSZUG/QUELLE (Achtung 2 Seiten): http://www.berliner-zeitung.de/kultur/streit-um-gema-gebuehren-gema–der-club-der-oberen-3400,10809150,16472672,item,0.html

    Die wichtigsten Fakten:
    Fünf Prozent aller Mitglieder, beziehen knapp 65 Prozent Und die Gehälter des Vorstands wollen schließlich auch bezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende Harald Heker erhielt 484.000 Euro, den Vorstandsmitgliedern Rainer Hilpert und Georg Oeller wurden 332.000 Euro und 264.000 Euro überwiesen. Die pensionsvertraglichen Bezüge der früheren Vorstände betrugen 554.000 Euro.

    Die Einführung des so genannten „Pro-Verfahrens“ zur Abrechnung von Konzerten mit Gema-Repertoire verdanken die Mitglieder allerdings dem Vorstand. Dieses Abrechnungsverfahren wurde 1998 ohne Beschluss der Mitgliederversammlung, also quasi bei Nacht und Nebel installiert.

    Es ist noch nicht oft genug gesagt worden: Die Gema ist keine Behörde, sondern ein privater Verein. Und trotz seines Jahresumsatzes von durchschnittlich von 850 Millionen Euro untersteht er nur dem Patent- und Markenamt. So kann die Gema intern tun, was sie will, zum Beispiel auf basisdemokratische Entscheidungen pfeifen. Nach außen tritt sie wie eine Behörde auf…

  9. Was ich tatsächlich erstaunlich finde, vielleicht kann es jemand hier erklären – auf wieviel Werbeeinnahmen YT verzichtet bloß um nicht an die Urheber zu zahlen. Wenn die hohen click oder view Zahlen stimmen (zu den Top1000 gehören nur Videos > 40 Mio views – was letztlich nicht nachprüfbar ist) verliert YT seit 2009 in Deutschland ausgerechnet die potentiellen Einkünfte an 60% der profitabelsten Videos.

    Warum sollten sie das tun? Selbst wenn die Forderungen der Gema viel zu hoch wären könnten sie ja genau wie apple/itunes ihr (profitables) Geschäft weiterführen und die Einigung über die Schiedsstelle laufen lassen. Apple hat gezeigt dass dies ohne auch nur die geringste Beeinträchtigung für die Nutzer ihrer Dienste funktionierte.Und es ergab sich ohne öffentliches Trara eine akzeptable, profitable Lösung für Urheber UND apple. YT hat so viele Möglichkeiten z.B. über höhere Preise für Anzeigen das für die Musiknutzung erforderliche Geld wieder einzunehmen – nur unter einer Bedingung würde das Geschäftsmodell nicht funktionieren: Wenn YT die click-Zahlen nach oben manipuliert um höhere Werbeeinnahmen zu generieren. Das würde bei einer click-basierten Abrechnung dann wohl offensichtlich werden.

    Will YT deshalb „nur“ eine Beteiligung der Urheber an den Werbeeinnahmen?

    1. Sorry, aber das ist Quatsch. Wenn sie die Viewzahlen manipulieren können, können sie auch die Clicks vortäuschen oder gleich Abrechnungsdaten aus /dev/urandom generieren lassen. Schließlich sind es deren Systeme und Applikationen über die sie die volle Kontrolle haben und nirgends sitzt einer und zählt die tatsächlichen TCP-Verbindungen, die wirklich auf den Systemen eingehen.

      Zutreffender ist wohl eher das Argument, dass so viele Verwertungsgesellschaften in so vielen unterschiedlichen Ländern dieser Welt eine Einigung mit YT erzielt haben und die, als raffgierig bekannte, GEMA mit Sicherheit nicht die letzte Instanz der Vernunft ist und Recht hat.

      1. genau wie Du sagst, Clicks sind nicht von *außen* kontrollierbar. Auch kleine Labels haben die Erfahrung gemacht dass Clicks verschwinden. Darum sollte parallel zu den Fragen der Höhe der Vergütung eine Struktur implementiert werden die transparente Abrechnungen mit den Vertragsparteien sicherstellt. Sowohl bei Gema, als auch bei YT.

        Für Urheber gehört es schon jetzt zu den größten Herausforderungen die Abrechnungen für digitale Werknutzungen zu kontrollieren.

        Der GEMA werden die Rechte ausländischer Urheber aus genau dem Grund übetragen dass hier ihre Rechte nicht „verramscht“ werden. Die Vertragsabschlüsse mit den VGs in anderen Ländern waren aus Urheberperspektive erschütternd. Der Direktor der britischen VG wurde sofort nach Vertragsabschluss entlassen – zu Recht fühlten sich die von ihm vertretenden britischen Urheber verraten und verkauft.

        Die Gema hat mit jedem Verhandlungspartner außer YT eine faire Einigung erreicht – sonst gäbe es weder itunes noch Spotify. Hier fällt also nicht die Gema sondern YT durch Raffgier aus dem Rahmen.

  10. Die sollen endlich vor die Schiedsstelle, dann knallt die GEMA ihre Verträge mit Myvideo und TapeTV auf den Tisch und es wird ein Preis festgesetzt der markgerecht und realistisch ist. Aber das versucht Google ja unter allen Umständen zu verhindern. Wenn sogar die Bitkom sich zufrieden mit ihrem Vertragsabschluss mit der GEMA zeigt, dann kann das doch für die größte Videoplattform der Welt kein Problem sein!

    PS: Nein, ich bin auch nicht von der GEMA bezahlt, ich habe nur einige Jahre bei einem Indiemusikunternehmen gearbeitet und kenne beide Seiten der Medaille.

  11. …also jetzt mal unabhängig von dem konflikt zwischen youtube und gema,ist für mich völlig unverständlich das die gema reform,die ursprünglich zum 1.4.2013 starten sollte auch die DJ´s durch den neu eingeführten VR-Ö (vervielfältigungszuschlag) zur kasse bitten will…
    das ganze ist für mich ein absolut lachhaftes und völlig deplaziertes unterfangen.ich als DJ,soll in zukunft für jede kopie die ich von einer gekauften cd oder eines gekauften downloades anfertige gebühren bezahlen.was zur hölle soll denn das???
    ich bezahle jede cd schon beim kauf und soll nun einen vervielfältigungszuschlag berappen nur weil ich meine originalen cds aus abnutzungsgründen nicht zum auflegen einsetze,sondern mir davon kopien anferrtige…gehts noch???
    dazu kommt noch das ich mich als DJ in der rolle dessen sehe,der durch das spielen der songs in den discotheken,potenzielle kunden auf diverse musikstücke aufmerksam macht,und somit dafür sorge das diese dann bei gefallen auch gekauft werden.
    wenn ihr mich fragt,geht es der gema nur ums kohle scheffeln,nicht mehr und nicht weniger,das ist absolut lächerlich….

  12. Was wäre eigentlich, wenn C3S als konkurierende Verwertungsgesellschaft zugelassen wird, und diese sich mit Google zu Bedingungen einigen könnten für irgendwelche Lizenzen.

    Gebe es dann die Möglichkeit für die Künstler sich von beiden Verwertungsgesellschaften vertreten zu lassen oder erlauben die GEMA Lizenzen es nicht deren Künstler ihre YouTube Publikationen in einer anderen Lizenz eine andere Verwertungsgesellschaft regeln zu lassen?

    Und wie ist das überhaupt mit den GEMA Abgaben für die Speichermedien wie USB Sticks, Rohlinge etc. . Werden die Erlöse dann auch verteilt wenn die GEMA ihre Monopolstellung verliert?
    Dann bräuchte man ja im Zweifelsfall keine sich ergänzenden Lizenzen, wobei das aus meiner laienhaften Sicht die diplomatischste Lösung wäre ^^

  13. So wenig ich die GEMA mag (gehört für mich zusammen mit der GEZ abgeschafft):

    Wenn ich mir jetzt einen Server miete und da ein paar, sagen wir 1200, Musikvideos drauf stelle und für jeden zugänglich mache, keine Werbung schalte (so teuer ist ein Server nicht) und dann zu der GEMA geh und sag „Ihr kriegt 50% Umsatzbeteiligung“. Ist das dann ok? Soll ich das dürfen?

    Kann ich dann auch zu meinem Stromanbieter gehen und sagen: Du kriegst ab jetzt 1% meines Nettogehalts für den Strom?

    Überlegt mal: Wenn es nicht die GEMA wäre. Und nicht die Musikindustrie. Würdet ihr dann IN DER SACHE genauso argumentieren?

    Ja, es ist die GEMA und ich kann mich nur über jeden freuen, der da drauf haut. Aber denkt mal darüber nach, so eindeutig ist die Situation EIGENTLICH nicht.

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