Generell

Daniel Ellsberg über Edward Snowden: „Saving us from the United Stasi of America“

1971 veröffentlichte Daniel Ellsberg die Pentagon-Papiere, ein ehemaliges Geheimdokument des amerikanischen Verteidigungsministeriums zum Vietnamkrieg, mit dem die gezielte Irreführung der Bevölkerung durch die amerikanische Regierung aufgedeckt wurde. In einem Gastbeitrag für den Guardian unterstreicht Ellsberg die Bedeutung von Edwards Snowdons Veröffentlichungen geheimer Dokumente der NSA und bezeichnet Snowdons Veröffentlichungen als die wichtigsten in der amerikanischen Geschichte.

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Ellsberg beschreibt in seinem Beitrag wie die USA sich unbemerkt immer weiter zu einem Überwachungsstaat entwickelt haben, den heute selbst die Stasi bewundern würde. Ellsberg zitiert Senator Frank Church, der 1975 folgendes über die NSA sagte:

I know the capacity that is there to make tyranny total in America, and we must see to it that this agency and all agencies that possess this technology operate within the law and under proper supervision, so that we never cross over that abyss. That is the abyss from which there is no return.


Ellsberg sagt, die amerikanischen Sicherheitsbehörden hätten jenen Abgrund nicht überquert, sie wären hineingefallen. Sie würden jenseits von Gesetzen und Richtlinien handeln und hätten dennoch keine Konsequenzen zu fürchten. Zu sehr glaube die amerikanische Regierung an den Nutzen dieser Spionage. Doch anders als Chruch im Jahr 1975 glaubt Ellsberg sehr wohl wieder aus dem Abgrund heraus kommen zu können:

Three days ago, I would have agreed that effective democracy was now impossible. But with this brave man Snowden willing to put his life on the line to get this information out, creating the possibility that others will join him, I think we can get back across the abyss.

Und weiter:

Snowden did what he did because he recognised the NSA’s surveillance programs for what they are: dangerous, unconstitutional activity.

Unterstützt wird diese These durch einen Beitrag von Barton Gellman in der Washington Post. Gellman hatte vor den Veröffentlichungen der Dokumente Kontakt zu Snowden, da dieser um eine Veröffentlichung in der Washington Post bat. Snowden war sich demnach zu jeder Zeit der vollen Tragweite seiner Handlungen bewusst:

“I understand that I will be made to suffer for my actions, and that the return of this information to the public marks my end,” he wrote in early May, before we had our first direct contact. He warned that even journalists who pursued his story were at risk until they published.

Und weiter:

“Perhaps I am naive,” he replied, “but I believe that at this point in history, the greatest danger to our freedom and way of life comes from the reasonable fear of omniscient State powers kept in check by nothing more than policy documents.” The steady expansion of surveillance powers, he wrote, is “such a direct threat to democratic governance that I have risked my life and family for it.”

Edward Snowden wird sicherlich mit den selben Konsequenzen rechnen müssen wie es zur Zeit Bradley Manning erfährt. Ob es allerdings tatsächlich dazu kommen wird, ist zur Zeit allerdings noch nicht absehbar. Momentan befindet sich Snowden in Hongkong. Auf absehbare Zeit hofft er allerdings auf Asyl in Island oder einem Land mit ähnlicher Gesetzeslage, die eine Auslieferung an die USA erschweren würde. Doch wie immer es kommen mag, Snowden scheint vorbeireitet:

“That’s up to the global public,” he typed back. “If asylum is offered, we’ll have the first example. If not, we’ll have the second. I am prepared for both.”

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2 Kommentare
  1. Ein amerikanischer Staufenberg. Wenn die USA irgendwann einmal die Jahrestage der Heldentaten von Snowden und Manning feiert, wird man sicher sein können, dass sie dieses dunkle Zeit endlich überwunden haben. Aber derzeit scheint das unvorstellbar weit weg zu sein.

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