Dieser Artikel ist mehr als 12 Jahre alt.

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist für Netzneutralität

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, hat der Nachrichtenagentur dpa zum Welttag der Pressefreiheit einige Zitate zur Netzneutralität geliefert. Der BDZV ist für Netzneutralität, das ist zu begrüßen: „Es darf keine Mehrklassengesellschaft etwa nach Größe oder Finanzkraft der Inhalte-Anbieter geben“ […] „Wenn zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur, zum Beispiel für den Ausbau…

  • Markus Beckedahl

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, hat der Nachrichtenagentur dpa zum Welttag der Pressefreiheit einige Zitate zur Netzneutralität geliefert. Der BDZV ist für Netzneutralität, das ist zu begrüßen:

„Es darf keine Mehrklassengesellschaft etwa nach Größe oder Finanzkraft der Inhalte-Anbieter geben“ […] „Wenn zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur, zum Beispiel für den Ausbau der Kabelnetze, nötig sind, darf das aber genauso wenig dazu führen, dass mittelfristig die Auffindbarkeit von und der Zugang zu Informationen eingeschränkt werden“.

Lustig ist es übrigens, wenn man im letzten Satz „Infrastruktur“ durch „Redaktion“ sowie „Ausbau der Kabelnetze“ durch „Erhalt des Qualitätsjournalismus“ ersetzt. Das erinnert doch an eine andere Debatte… *hust*:

„Wenn zusätzliche Investitionen in die Redaktionen, zum Beispiel für den Erhalt des Qualitätsjournalismus, nötig sind, darf das aber genauso wenig dazu führen, dass mittelfristig die Auffindbarkeit von und der Zugang zu Informationen eingeschränkt werden“.

NIchtsdestotrotz zeigt das Statement, dass es in dieser Debatte vollkommen neue Allianzen gibt. Wir würden es begrüssen, wenn sich mehr Inhalteanbieter pro Netzneutralität äußern würden, um endlich eine gesetzliche Verankerung dieser zu bekommen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Schlagwörter

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

4 Kommentare zu „Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist für Netzneutralität“


  1. Bjoern

    ,

    Ich wäre ja dafür diesen sogennanten Qualitätsjournalismus extra zu besteuern. Immerhin sorgt er zu einem nicht unerheblichen Teil für mehr Datentransfer und das verursacht kosten die man selbstverständlich auf die Verlage umlegen muss damit „sich Leistung wieder lohnt“.

    Kann doch nicht angehen das die Medienhäuser hier Qualitätsbytes raubkopieren. Hier ist die Politik gefragt um der Telekom ihren Anteil an den Erlösen der Axel Springer AG zu sichern. LSR 2.0 sozusagen.


  2. Philip Engstrand

    ,

    neue Allianzen, na ja…

    Natürlich wollen sowohl die Anbieter, als auch die Kunden nichts für den Netzbetrieb oder den Netzausbau zahlen, aber irgendjemand wird das tun müssen.


  3. marc

    ,

    Also diese Presseverlage sind schon ganz erstaunlich. Beim LSR haben sie ihre gesamte Macht eingebracht um durchzusetzen, dass man nicht mehr auf sie verlinken darf (Abmahnung und Strafandrohung 3 Jahre Gefängnis §106 UrhG wenn die URL etwa die Überschrift enthält). Aber jetzt heulen sie auf und schreien nach Netzneutralität, nur aus Angst, dass die user um ihr Freivolumen zu schonen Werbeblocker installieren und die Presseverlage dadurch Milliarden verlieren, die ihnen dann wiederum fehlen, um sich bei der Telekom freizukaufen. *popkorn*


    1. suppenkasper

      ,

      Besser kann man das glaube ich nicht mehr zusammenfasen. Die Angst davor, dass die Erpressertour mit dem LSG zurückschlagen könnte ist so ´was von offensichtlich. Um die Jobs bei den Verlagen tät´s mir allerdings leid.

Dieser Artikel ist älter als 12 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.