Öffentlichkeit

Syrien drückt den Internet-Aus Knopf (Updates)

Assad macht den Mubarak: Derzeit ist ein Großteil des Internets aus und nach Syrien nicht erreichbar. Damit ist das Land effektiv offline. Auch Telefon- und Mobilfunk soll betroffen sein.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Die „Internet Intelligence Authority“ Renesys berichtet:

77 networks experienced an outage in Syria starting at 10:26 UTC on November 29. This represents 92% of the routed networks in the country.

Die Facebook-Seite Syria Digital Reports meldet:

Starting at 10:26 UTC (12:26pm in Damascus), Syria’s international Internet connectivity shut down. In the global routing table, all 84 of Syria’s IP address blocks have become unreachable, effectively removing the country from the Internet.

Das Content Delivery Network Akamai bestätigt:

Telecomix hat wieder Modem-Einwahlpunkte zur Verfügung gestellt:

French free isp FDN (about 100 lines): +33172890150 (login/pass: toto/toto)
German free Free.de (about 35 lines). +4923184048 (login/pass: telecomix/telecomix)
Swedish isp Gotanet (about 30 lines atm, can expand services) :+46708671911 (login/pass: toto/toto)

Damit wiederholt das Regime in Syrien die Aktion von Ägypten, das am 28. Januar 2011 ebenfalls mitten während Protesten das Internet abgeschnitten hat. Die Reaktion war diese:

Update: James Cowie hat bei Renesys weitere Details. Demnach sind alle Verbindungen über die offizielle „Syrian Telecommunications Establishment“ unterbrochen. Fünf kleinere Provider funktionieren jedoch noch.

Für Deutschland relevant ist noch dieses Detail:

Es war ein verrücktes Jahr für Internet-Transit in Syrien, zuletzt mit dem Verlust der Deutschen Telekom als Transit-Provider in diesem Monat.

Kann wer sagen, was genau die Telekom da noch diesen Monat gemacht haben?

Update 2: Zwei Jahr später sieht das alles ganz anders aus: Nicht das Regime, sondern Hacker der NSA waren verantwortlich.

11 Kommentare
  1. Werden noch Wetten angenommen, wie lange er’s noch macht? Wahrscheinlich wird er aber den Fehler in seinem Plan erst kapieren, wenn er vom nächsten Laternenpfahl baumelt.

  2. Leute, seid doch bitte nicht so naiv.
    Was ist Syrien abläuft, hat längst nichts mit einem normalen Bürgerkrieg gemeinsam. Dort kämpfen so gut wie keine einheimischen Syrer gegen die Regierung, sondern eingeschleuste Söldner, Dschihadisten, Salafisten und El Quaida Kämpfer aus Saudi Arabien, Afghanistan, Lybien Pakistan und Co. DIe Waffen stammen aus Europa, USA und Israel. Das ist ein Proxy-War oder auf gut deutsch: ein Stellvertreter-Krieg. Hier werden radikalisierte Islamisten von der Kette gelassen.
    Die „wahre“ Opposition in Syrien, also die Einheimischen normalen Bürger, die Assad weg haben wollten, wären nie so weit gegangen, Selbstmordanschläge in ihren eigenen Wohngebieten durchzuführe, Moscheen in die Luft zu sprengen und immer und immer wieder Bombenanschläge in Damaskus & Co durchzuführen, wo jedesmal primär Zivilisten sterben. Das sind keine Taten von normalen „oppositionellen Aufständischen“, sondern von Terroristen aus dem Ausland.
    Ihr würdet doch heutzutage solche Aktionen im eigenen Land auch nicht unterstützen? Oder fandet ihr es toll, als die RAF in Deutschland bombte und mordete im Kampf gegen die BRD Regierung ? Nichts anderes geschieht in Syrien.
    Das Internet wird dort extrem für Propaganda-Schlachten der Anti-Assad Söldner benutzt. Täglich landen dutzende videos und fotos auf social media seiten und youtube & Co, um Sypathien mit diesen „Aufständischen (Terroristen) im Westen zu wecken.
    Das Internet zu kappen, mag zwar demokratisch gesehen ein Unding sein, aber die Assad Regierung hat im Moment andere probleme als die Internetfreiheit.

  3. Moppelkotze!

    Liebe Freies-Internet-Aktivisten, liebe Naivlinge,

    ehe Ihr Euch wieder ins Zeug legt und Gruppen angreift, weil sie angeblich das Internet angreifen, solltet Ihr vielleicht erst mal darüber nachdenken (oder wenigstens die Möglichkeit erwägen und erwähnen), dass vielleicht ja auch die Gegenseite in diesem Krieg daran schuld sein könnte. Syrer und Rebellen weisen einander die Schuld zu, und es ist zumindest ein Fakt, dass zeitnah zu dieser „Abschaltung“ auch Anschläge auf staatsnahe Medieneinrichtungen verübt wurden.

    Klar, nichts genaues weiß man nicht. Aber wenn Ihr Euch jetzt so ins Zeug gegen das Böse legt, dann spielt Ihr ja vielleicht sogar den wirklichen Bösen in die Hände – und würdet der Freiheit des Internet vielleicht gerade dadurch in besonderer Weise schaden. Denn wenn das als PR-Coup so gut klappt, dann macht man das demnächst ja gerne gleich wieder, in Syrien oder andernorts.

    Passt also mal auf, dass Ihr Euch nicht vor den falschen Karren spannen lasst – Grüße.

    1. Und kein Mensch weiß, ob das Abschalten nicht von einem Dritten, z.B. aus dem Ausland, verübt wurde um die Stimmung anzuheizen…nach dem Motto „zanken sich zwei, freut sich der Dritte“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.