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Geistiges Eigentum in Zeiten der 3D-Drucker

Breitband auf Deutschlandradio Kultur hat gestern über „Geistiges Eigentum in Zeiten der 3D-Drucker – Ist die Urheberrechtsdebatte nur ein Vorgeschmack?“ berichtet.

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In der Industrie werden 3D-Drucker schon seit längerem eingesetzt. Auch für Zuhause gibt es schon einige Open-Source-Geräte, die immaterielle, digitale Designs per Knopfdruck in die Kohlenstoffwelt überführen. Der große Durchbruch der Technologie auf dem Massenmarkt blieb bisher aus. In diesem Jahr soll sich das ändern. Weltweit entstehen kleine Unternehmen, die ihre 3D-Drucker-Modelle im Crowdfunding-Prinzip an die bastelwillige Masse bringen wollen. Eine Verbreitung der Technologie könnte die Industrie und Produktion, sogar die Wirtschaft wie wir sie kennen, komplett verändern. Die Urheberrechtsdebatten der vergangenen Jahre wirken bei dieser Aussicht fast wie eine unterhaltsame Kurzgeschichte.

Hier ist die MP3.

Im Anschluß an den Bericht lief ein Gespräch mit Silke Helfrich über den Weg in eine Commons-Gesellschaft. Davon gibt es hier die MP3.

Das Thema wird auch auf der re:publica´12 eine große Rolle spielen, u.a. mit mehreren Vorträgen am kommenden Freitag.

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21 Kommentare
    1. „You wouldn’t download a car“ … fuck you! I would if I could!

      Soon you can… :D

      Ob man sich „Hardware“ im auf Elektronik bezogenen Wortlaut wird so bald herunterladen können, bezweifle ich doch stark. Aber für, sagen wir, Sonnenbrillen im Ray-Ben-Design oder OpenSoruce-Handyschalen wird das definitiv schon sehr bald möglich sein. Wenn’s das nicht sogar schon ist. Es hat halt nur noch nicht so sehr die Verbreitung.

      Ich denke, der heimische 3D Drucker wird ähnliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben, wie es einst die Erfindung des Buchdrucks hatte.

  1. wurde noch vom Prof belächelt, als ich letztes Semester davon erzählt habe ;-)

    bin mal gespannt, wie man DRM für so 3D-Drucker machen wird/würde…also für pharmaindustrie + designer etc. wirds ne große umstellung :-)

  2. Schön dabei ist, dass es eine neue Technologie ist, die hauptsächlich von Opensource getrieben wird. Proprietäre Produkte werden schlicht keine Chance haben.
    DRM? Unmöglich. Druckerfüllung die teurer ist als menschliches Blut? Da mach ich mir mein Plastik selber. Geplante Obsoleszenz? Wird es auch nicht geben und ich kann mir sogar die Ersatzteile drucken die ich brauche.
    Natürlich werden wir alle arbeitslos, aber ist es nicht das was wir wollen, Freiheit?

  3. Vielleicht entgeht mir hier was, aber wieso sollte hier ein Urheberrecht UND speziell ein Vervielfältigungsrecht anders anwendbar sein?

    Wenn man im großen Maßstab Dinge kopiert ist man dran, wenn’s eine Privatkopie ist, ist’s eine Privatkopie.

    Ich glaube die echte Herausforderung ist eben, wenn Designs raubkpiert werden und nicht lokal mittels Laserscanner zuhause…

    1. Wenn jeder sich sein eigenes Ding kopieren kann, ist nichts mehr im großen Maßstab. Dann ist die Privat-Kopie eine Privat-Kopie.

      Auch wenn es sehr futuristisch klingt, denke mal an Enterprise und deren Replikatoren. Im Grunde ist das ja nichts anderes. Und dann?

      Wenn sich jeder seinen Stift selber „herstellen“ kann, können Designs nicht mehr raubkopiert werden. Auch wenn sie vielleicht ähnlich oder gar identisch aussehen. Es gibt Templates die jeder so verändern kann wie er mag. Modifikationen eben. Sollen diese nun auch geschützt werden?!

      Die Frage mit den 3-D-Druckern ist tatsächlich berechtigt. Was würde passieren wenn in Zukunft sich jeder sein eigenes Auto „druckt“?! Wäre das dann noch Märchensteuerpflichtig?!

      Wirklich ein interessanter Ansatz zum nachdenken. ;o)

  4. Eine gewisse „Gefahr“ für Industriezweige ist schon gegeben sollten sich 3D Drucker und 3D Scanner genauso Rasant ausbreiten wie DVD Brenner oder Laserdrucker selbst ohne Verletzung von Rechten.
    Schon heute werden 3D Drucker zunehmend im Modellbau eingesetzt was aber nicht bedeutet das Urheberrechte dadurch verletzt werden ?
    Gibt es die überhaupt für ein selbsterstelltes CAD Modell einer 100 jährigen Dampflok oder eines alten Auto, welches dann ins Internet gestellt wird?
    Was aber bedeutet das viele „Teure“ industriell hergestellte Modelle im Laden stehen bleiben.
    Auch werden sich wohl Kinder fehlende „Legosteine“ künftig selbst Ausdrucken … nur wer will das dann Kontrollieren?
    Ich befürchte ein zukünftiges Verbot von Geräten welche eine gewisse Genauigkeit besitzen , nur bliebe dort auch noch der Selbstbau.
    Diese Zukunft wird sicher noch Spannender als heutiges kopieren von Musik … auch Rechtlich.

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