Die Stadt Dortmund hat 290 Wahlcomputer verschrotten lassen. Diese wurden 2002 für 1,3 Millionen Euro angeschafft und bei insgesamt sieben Wahlen eingesetzt. Aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts im März 2009 konnten die Wahlcomputer nicht mehr eingesetzt werden und lagerten im Keller des kommunalen Wahlbüros, wo sie Platz wegnahmen. Kaufen wollte sie niemand, wie die Ruhrnachrichten berichten:
„Neue Anläufe des Gesetzgebers für einen Einsatz von technisch nachgerüsteten Wahlautomaten waren nicht erkennbar“, begründet Bürgerdienste-Chef Peter Spaenhoff den Schritt. Und weil das europaweit gilt, gab es auch für einen Weiterverkauf keinen Markt. Mit einem Restwert von 0 Euro waren die Geräte damit bilanztechnisch abgeschrieben. „Sie verursachten nur noch Lagerkosten“, erläutert Spaenhoff.
Ausnahmsweise mal eine positive Elektro-Entsorgung, wenngleich nicht aus ökologischen, aber zumindest aus demokratischen Gründen.
Ergänzungen
Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
15 Kommentare zu „Dortmund verschrottet 290 Wahlcomputer“
,
Oh nein, Wahlen bleiben Handarbeit! Der Wähler muss – festhalten – sein Kreuzchen malen!
,
Die eigentliche Erleichterung liegt in der Geschwindigkeit der Auszählung.
,
Da stellt sich mir schon die Frage, ob man einige Milliarden ausgeben sollte, um ein paar Stunden Zeit zu sparen. (Ich sage: Nein)
Ist aber angesichts der Folgen egal, der Verlust an Demokratie wiegt so viel schwerer, daß sich jede weitere Diskussion erübrigt.
,
Naja, für den ein oder anderen Zweck hätte man das Ding ja noch verwenden können. Abstimmungen über den nächsten Speiseplan oder so.
,
Als Spende an den CCC?
,
ernsthaft? über 4000€/stück für einen lowtech-windows98-rechner mit angepaßtem bindschirmhintergrund? vielleicht war der touchscreen so teuer? aber selbst ein tablet-thinkpad x41 hat nur die hälfte gekostet…
,
Also die haben sich doch bestimmt nicht richtig angestrengt, beim suchen nach Abnehmern. Ich bin mir sicher irgendein autoritäres Regime hätte die Geräte für eine Wahlergebnisoptimierung gebrauchen können.
,
Warum hat man die nicht zur Verfügung gestellt? LG
,
[…] Verschrottung von 290 Wahlcomputern (netzpolitik.org) – Siehe auch: Ruhr […]
,
Schach-Computer?
,
[…] es gibt auch gute Nachrichten. Zwar nicht für die Umwelt aber naja. Dortmund verschrottet 290 Wahlcomputer. Und wer jetzt wissen will, warum Wahlcomputer auf den Schrott gehören, liest entweder Fakten oder […]
,
Wieder eine Million Steuergelder im Gulli versenkt.
Ich befürworte deren Verschrottung, frage mich aber: Warum überhaupt erst angeschafft wo die rechtliche Lage doch überhaupt noch nicht geklärt war?
,
Wahlcomputer gehören eben zu jeder guten Demokratiesimulation.
,
[…] [text] dortmund verschrottet 290 wahlcomputer (netzpolitik) […]
,
Wer schreibt denn auf 0 € ab? Im Regelfall hört man bei 1 € auf und muss am Ende sogar noch was draufrechnen, wenn man am Altmetall verdient :)
Dieser Artikel ist älter als 14 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.