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Die sakralisierend als „Netzgemeinde“ verherrlichte Schwarmarroganz der Internetfetischisten

Wer dachte, dass die gestrige Pressemitteilung des Art Directors Club der lustigste Kommentar zu ACTA gewesen wäre, hat nicht mit Jasper von Altenbockum von der FAZ gerechnet. Dieser offenbart ein, aus meiner Sicht, etwas merkwürdiges Verständnis von demokratischen Prozessen, wenn er schreibt:

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Die Meute ist über „Acta“ hergefallen und hat gewonnen. Dagegen war der Widerstand gegen „Zensursula“ und gegen das Gesetz, das Kinderpornographie entweder löschen oder sperren sollte, nur ein laues Lüftchen. Damals wie heute will die sakralisierend als „Netzgemeinde“ verherrlichte Schwarmarroganz der Internetfetischisten einen Präzedenzfall verhindern, der bedeutete, dass endlich auch hier staatlich gewährleistet wird, was nur der Staat gewährleisten kann: Recht.

Spaßfaktor dabei: ACTA-Befürworter erklärten doch immer, es ändere sich nichts an unserem Recht durch das Abkommen. Und: Erst Feuilletonisten haben seinerzeit das, was da im Netz passiert, einfach mal als „Netzgemeinde“ beschrieben. (Hat jemand eigentlich mal jemand den genauen Ursprung des Wortes recherchiert?)

Aber es geht noch weiter mit Jasper von Altenbockum

Noch schlimmer ist es, dass die Agitation gegen Recht und Gesetz als neue Form der Demokratie gefeiert und jeder Hinweis auf die totalitären Züge dieses digitalen Mobs als „Lobbyismus“ verunglimpft wird – wie jetzt wieder durch die „Piraten“, wen sonst.

Wie schon geschrieben, ich verstehe Demokratie anders. Mich würde aber echt mal interessieren, ob sich von Altenbockum vorher Gedanken gemacht hat, was er genau schreiben wollte oder nur irgendeinen Netzgemeinde-Fetisch aufschreiben wollte.

Abschließend fragt von Altenbockum:

Was anderes aber als eine rücksichtslose Lobby ist es, die sich gegen „Acta“ durchgesetzt hat?

Die Antwort ist ganz einfach: Das sind viele Bürger und 70% der gewählten Europaabgeordneten. Ansonsten hat Torsten aber auch in den Kommentaren Recht, wenn er darauf hinweist, dass einfach neue Öffentlichkeiten und Stakeholder entstehen und manche alte Gatekeeper damit nicht so recht klarkommen.

(Ein Blick ins Archiv zeigte mir gerade, dass er auch schon mal den “Rechtsfreien Raum des Tages” im Jahr 2009 verliehen bekommen hat. Für einen ähnlichen Artikel, nur damals zu Zensursula.)

Beim Deutschlandfunk hab ich das gestern so erklärt:

Müller-Ullrich: Ist es tatsächlich so – manche haben ja „Shitstorm im Wasserglas“ gesagt -, dass eine kleine Gruppe von Internet-Aktivisten so einen Wirbel entfalten konnten, dass ein Gesetz im Europäischen Parlament scheitert?

Beckedahl: Im Februar waren 100.000 Menschen allein in Deutschland in 60 Städten bei Minustemperaturen auf der Straße und Millionen Menschen haben Petitionen im Internet unterzeichnet, Hunderttausende haben sicherlich sich an ihre EU-Abgeordneten gewandt. Das hat alles dazu geführt, dass sich die Parlamentarier mit der berechtigten Kritik offensichtlich an ACTA auseinandergesetzt haben und sich dann eine eigene Meinung gebildet haben, die anders aussah, als von bestimmten Lobbygruppen und der EU-Kommission gewollt.

Müller-Ullrich: Ist für die Zukunft daraus was zu lernen? Das heißt, wird diese Methodik vielleicht Schule machen und auch bei anderen Gesetzgebungen, die jetzt gar nichts mit Internet zu tun haben, zum Tragen kommen?

Beckedahl: Was wir gesehen haben ist zum ersten Mal eine richtige erstarkte europäische Öffentlichkeit, die das Netz genutzt hat, um sich über Grenzen hinweg in Echtzeit zu vernetzen, zu koordinieren und für ihre Interessen auf die Straße zu gehen. Wir haben sehr viele, vor allen Dingen junge Menschen gehabt, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben politisch engagiert haben. Und dass die jetzt so ein Erfolgserlebnis haben, dass es etwas bringt, auf die Straße zu gehen, dass es etwas bringt, für ihre Grundrechte einzutreten, das kann doch hoffentlich nur unsere Demokratie stärken.

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57 Kommentare
  1. Das Schlimme finde ich das Versagen der herkömmlichen Medien bzgl. einer adäquaten Berichterstatttung. Nun mag es sein, dass man das immer nur merkt, wenn man sich in einem Bereich auskennt. Also, ich mach abends den Fernseher an, Tagesschau. …“das Urheberrechtsabkommen“ Zapp aus! Ich ärgere mich da nur.

    Nun mag es sein, dass die Medien merken, dass da was abgelehnt wurde. Sie wissen aber nicht einmal warum, es interessiert sie auch gar nicht. Nicht einmal das Feuilleton bringt Klarheit, sondern assoziiert frei über die Netzmeute.

    Und wenn Müller-Ulrich fragt „dass ein Gesetz im Europäischen Parlament scheitert“, beantwortest Du das inhaltlich. Es zeigt, dass die Person sich überhaupt nicht vorbereitet hat, weil es nie ein „Gesetz“ war, nicht einmal ein Gesetzesvorschlag. ACTA zeigt, dass herkömmliche Medien versagen der Aufgabe der Aufklärung gerecht zu werden. Sie haben nur Narrationen, die mal passen, mal nicht, und Feindbilder.

    1. Die Medien wollen gar keine Aufklärung, schließlich profitiert der Medienkapitalismus selbst von ACTA, Leistungsschutzrecht und co. Wieso sollten sie also kritisch Informieren und so ihren eigenen Profitinteressen schaden ?

      1. Dem muss ich noch hinzufügen, dass die Medien von den Lobbyisten in der Politik und vor allem von den neoliberalistisch Interessen der sogenannten „freien Marktwirschaft“ gesteuert werden, die uns alle Überwachen und letztendlich kriminalisieren möchten.

  2. In diesem Sinne: ROFLCOPTER, Schwarmarroganz. By the way, wo finden eigentlich heute die rituellen FAZ-Verbrennungen statt? :-)

    (Hey, Klischees muss man bedienen. Insbesondere, wenn es sich um so einfältige und lustige Klischees handelt.)

  3. Der Begriff läßt sich im Usenet per google groups das erste mal 1991 nachweisen. Das dürfte vor der Aufmerksamkeit der Medien liegen, zumindest der deutschen.

  4. Klassischer Zuschreibungsfehler („Wir sind fiese Lobbyisten, also sind es die anderen auch!“)? Oder einfach ein Weltbild, in dem 80% der anderen Leute für Trolle gehalten werden müssen, damit es funktioniert?

  5. Ja, es ist schon lustig, was der Kasper vom Umgefallenen Bock der FAZ auf deren Titelseite regelmäßig veröffentlicht. Ernstnehmen kann man das natürlich nicht. Als FAZ-Leser weiß ich zum Glück, daß diese Zeitung sehr, sehr viel mehr zu bieten hat, allerdings leidet sie momentan unter einem Strukturproblem: Statt die wirklich klugen, lesenswerten Artikel auf die Frontseite zu bringen, muß man sie im Innenteil suchen (Feuilleton, Wirtschaft). Auf der aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer „berühmten“ Ersten Seite gibt es schon seit geraumer Zeit nur noch Plumpaquatsch zu lesen. Ob ein Frankenberger das Blatt nun durch krasseste Fehleinschätzungen der „Euro-Krise“ blamiert oder der Kasper, ein Theoretiker aus dem Delta-Quadranten, der offensichtlich nur selten die Erde besucht, zu gesellschaftspolitischen Themen halluziniert – so wird das nichts. Schirrmacher muß dringend über eine redaktionelle Neubesetzung des Leitartikel-Bereiches nachdenken.

      1. Das ist ja einfach schrecklich, und dann noch ein Professor. Die Internetsperren waren übrigens bei diesem Abkommen meine kleinste Sorge. Aber ist ist wunderbar, was er schreibt:

        Nach eingehender Prüfung der EU-Kommission und der Bundesregierung verschärft ACTA das deutsche und europäische Recht nicht, und man liest dort auch nichts von Internetsperren oder Überwachung.

        Wie kann es sein, dass das (irgendwie) stimmt und trotzdem gefährlich war? Viel Spass auf der Lernkurve, Herr Professor.

  6. „Die Antwort ist ganz einfach: Das sind viele Bürger und 70% der gewählten Europaabgeordneten.“

    Na, so ganz einfach ist es nicht. Denn erstens war ja die Frage: wer die 70 Prozent der EU-Abgeordneten zum Stimmverhalten gebracht hat. Und zweitens: „Viele Bürger“ vertritt jeder Lobbyist.

    Sehen wir es nüchtern: Neue „stakeholder“ treten auf den Markt, neue Lobby-Organisationen etablieren sich. Ob nun Bauern, Kulturschaffende oder Internetnutzer – die Mechanismen der Meinungsbildung und Meinungsmache sind nicht grundverschieden.

    1. Die Konsequenz daraus wäre, das Volk selbst als Lobby zu begreifen. Dann ist jeder Lobby.

      Aber da kann man vereinfachend sagen, wer mehr Leute vertritt, ist weniger *böse*, oder? Oder indem man die voraussichtlichen Konsequenzen des Handelns auf das Gros der Bevölkerung abschätzt und gewichtet, kann man sagen, wer eher im Recht ist, oder?

      1. KH: Nehmen wir es doch mit Forrest Gump: Böse ist, wer Böses tut. Wenn Bank-Lobbyisten nicht politische Stimmen einkaufen und die Öffentlichkeit nicht grob belügen, kann ich auch mit ihnen leben.

        Diese Mathematik-Lösungen „wer vertritt mehr Menschen“ ist zwar beliebt, aber in der Regel irreführend. Die Prozesse des gesellschaftlichen Interessensausgleichs müssen aber grundsätzlich reformiert werden, da hier viele einen Status institutionalisiert haben, der nicht der gesellschaftlichen Realität entspricht. Einfache Indikatoren kann es für so ein komplexes Thema aber nicht geben.

      2. Dann kann aber jedes Vertreten einer Meinung auch nicht pauschal als interessensgeleiteter Lobbyismus falsch sein. Es kommt auf die Intention und die Konsequenzen an – habe ich Sie da richtig verstanden?

      3. Lobbyismus ist eine Form, seine Meinung organisiert zu vertreten, indem man zum Beispiel gezielt Parlamentarier anspricht, wie hier geschehen. Intention und Konsequenzen ändern nichts daran. „Lobbyismus“ ist keine Beleidigung, keine Abqualifizierung.

      4. Oft wird vergessen das der Politische Sinn im Amerikaner Englisch tatsächlich mit einem Vorraum zu tun hat (entrance-halls outside legislative chambers http://www.etymonline.com/index.php?term=lobby). Wer sich Wohl dort aufhält um auf Abgeordnete einzuwirken? Aber wer kam den bis zum Netzzeitalter überhaupt ins ‚Lobby‘ … sicherlich nicht eine Gruppe ohne Mittel und Macht. Bis eben vor kurzem wir langsam die Türen offen priesen … thank the tcp/ip stack! Ich habe sehr lange mit geschwommen (seit ende der 80er email) und erst in den letzten 2 Jahren habe ich den Eindruck das wir die Tore offen halten werden.

    2. Es wurde ja nicht gesagt, dass diese Arbeit nicht auch Lobbyarbeit war. Bloß scheint die Lobby gegen ACTA eben mehr überzeugt zu haben. Das ist doch auch richtig, dass am Ende nicht dadurch entschieden wird ob jemand eine Lobby hat, sondern welche Lobby mehr Vertrauen bzw die besseren Argumente hat.

      Wir haben nach meiner Ansicht eh noch viel zu wenige Lobbys die sich gegen die reinen Wirtschaftslobbys stellen und auch mal neben den nicht immer richtig dargestellten Volkswirtschaftlichen Interessen (die meist nur Kurzsichtig dargestellt werden) auch die langfristigen Interessen der Bürger und diese sogar auch mal Wirtschaftsunabhängig einbringen.

      Deswegen sehr begrüßenswert, dass in diesem Zusammenhang sich eine Bewegung organisiert hat, die nicht fundamentale Ahndungsrechte ohne Sicherung von Gegenrechten für ganz Europa zulassen wollte.

      Wurd irgendwie länger als geplant. Was solls.

      Viele Grüße

      1. Ja, ich wollte die Anti-ACTA-Arbeit auf keinen Fall abqualifizieren. Aber der zitierte Satz mit den Abgeordneten und Bürgern war einfach Geschwurbel :-)

  7. Eigentlich könnte man einen sehr großen Kommentar, gespickt mit Argumenten, zu den Ansichten von von Altenbockum scheiben aber bei seinen Ansichten fließt jegliche Kraft und Inspiration davon. So sehr von Gestern wie er… es lohnt sich nicht, die Distanz ist zu groß. Abgesehen davon würde er nichts verstehen, weil er wohl die Voraussetzungen nicht hat: Den Willen und womöglich noch die Fähigkeit zu lernen.
    Das muss der Generationenwechsel richten.

      1. Ich schreibe vielleicht mal einen Artikel in meinem Blog zu dem Thema. „Wir“ sind nicht die Piratenpartei, wir sind auch nicht Anonymous und wir sind auch nicht geregelt organisiert und schon gar keine Meute.
        „Wir“ sind einfach nur Bürger dieses Landes, die das Internet als Kommunikations- und als Informationsmedium benützen.
        Und wir sind Wähler (oder auch Nichtwähler).

        „Wir“ sind der nette Nachbar, wir sind der Freund, Bekannte oder Verwandte, der Kunde, der Kollege oder auch der Lieferant. Wir sind Jedermann.
        Für Herrn Altenbockum aber scheinen diese Wesen aus dem Internet von fremder Art zu sein, obwohl er gleichen Jahrgans wie ich ist. Was ist bei ihm schief gelaufen?

        Jedenfalls hat die FAZ in einem Punkt nichtverstanden, wie Netzgemeinde funktioniert: Um den dortigen Kommentar kommentieren zu können, muss man sich anmelden. Wozu?
        Wäre die Kommentarfunktion so offen wie hier, hätte ich auch gleich dort schreiben können. Aber ich wollte mich nirgends zuvor anmelden, wie vermutlich Millionen anderer Internetnutzer.
        Es widerspricht einfach dem Prinzip der spontanen Meinungsäußerung. Und wer kritisch kommentieren möchte, möchte sich schon gar nicht vorher irgendwo anmelden müssen, auch wenn die Kritik rechtmäßig wäre.

        Kurzum, würden die Zeitungen ihre Kommentarfunktion öffnen, hätten sie die Netzgemeinde bei sich, statt hier und anderswo.
        Es ist wie früher auf dem Marktplatz wo ein Redner seine Meinung kund tut. Aber statt dass die Umherstehenden ebenfalls ihre Meinung dem Redner einfach sagen könnten, müssten sich vorher an einem Tisch registrieren lassen, bevor sie was sagen dürften.
        Das ist eine Hürde, so funktioniert das nicht.
        Aber vielleicht wollen sie das auch so, weil sie Angst vor den anderen Meinungen haben?

  8. Die Suche in einer Zeitungsdatenbank hat den Begriff „Netzgemeinde“ im Focus gefunden, am 15.08.1994.

    Titel: Internet; DIGITALE Anarchie
    AUTOR: Sybille Engels; Juergen Scriba; Klaus Sonnenleiter
    RUBRIK: Forschung und Technik; No.33; Pg.92-96
    Zitat: „Das ist leicht als humorloser und weltfremder Widerstand einer akademisch gepraegten Netzgemeinde gegen profane kommerzielle Interessen misszuverstehen“

    Vielleicht gibt es aber noch ältere Erwähnungen in etablierten Medien.

  9. Die Antwort ist ganz einfach: Das sind viele Bürger und 70% der gewählten Europaabgeordneten.

    Wenn das Ergebnis andersherum gewesen wäre hätte es geheißen:
    „Das sind viele Bürger (die schweigende Mehrheit) und 70% der gewählten Europaabgeordneten.“
    Evtl. noch was von „ein großartiger Sieg der Demokratie“ oder so.

    Diese Frage so zu beantworten halte ich für Falsch und in gewisser Weise gefährlich. Aber ich kann verstehen, dass man auf so einen Artikel so Antwortet.

  10. Ich glaube da hat jemand den Begriff der Demokratie nicht richtig verstanden. Heißt das nicht, dass in einem Saat passiert, was sich die Mehrheit des Volkes wünscht?
    Wenn die Mehrheit entgegen den Lobbys ein freies und kreatives Internet haben möchte, dann soll es auch kommen. Aus dem Demokratischen Wunsch wird dann gültiges Recht.
    Vielleicht liegen die Lobbyisten richtig und es führt langfristig zu fehlenden Geldern für Musik- und Filmproduktion. Der Bürger wird sich dann erneut überlegen wie er seine Kultur fördert. Ob er zu einem verschärften Urheberrecht zurück rudert oder sich alternative Wege sucht steht noch in den Sternen. Aber die Entscheidung liegt letzten Endes beim Bürger und darf nicht ihm nicht im Vorfeld durch Politiker und Lobbyisten abgenommen werden.

  11. Jetzt wird es richtig lustig, der erste Kommentar ist freigeschaltet:

    Leider ist der Zeitgeist so: Rechte auf alles – Pflichten zu gar nichts. Piraten-Mentalität, noch als „Sozial“ verbrämt. Wirklich traurig

    In den Internetzen sagt man dazu Plonk!, benannt nach dem Geräusch, wenn ein Name im Killfile aufschlägt.

    1. Aber warum bleibt es bei dem ersten Kommentar? Wird dort gezielt gefiltert? Kann jemand bestätigen, dass er einen Kommentar geschrieben hat, der nicht veröffentlicht wurde?

      1. Bei allen mir bekannten Zeitungen muss man sich anmelden, bevor man einen Kommentar schreiben kann. Das ist eine Hürde, die kaum einer gerne nimmt. Wozu sollte ich mich anmelden, wenn ich nur kurz einen Kommentar abgeben will?
        Das tut keiner, das widerspricht der menschlichen Natur und bestätigt die menschliche Bequemlichkeit.

        Blogger und die Netzpolitik.org hier haben diese Kommentarbremse erkannt und schon lange ihre Kommentarfunktion freigeschaltet und sichern sich anders gegen Spammer ab.
        Man meldet sich höchstens dort an, wo man regelmäßig schreibt, aber nicht bei spontanen Meinungsäußerungen.
        Entweder den Zeitungen fehlt das Gefühl dafür oder aber ein Gesetz hindert sie am Freigeben oder es stecken noch andere Interessen dahinter.

        Dass bei Zeitungen gefiltert wird, weiß man seit es Leserbriefe gibt. Im Netz macht das eigentlich keinen Sinn, weil hier genügend Platz für alle Kommentare zur Verfügung steht.
        Ich glaube nicht, dass die FAZ wirklich filtert, denn das wäre rufschädigend, aber die Hürde „Anmeldung“ besteht weiterhin.

      2. Ich bestätige.

        Die Anmeldeprozedur bei der FAZ ist recht kompliziert, aber ich bin da schon länger angemeldet.

        Warum die Journalisten gerade peinliche Parolen freischalten, das verstehe ich nicht. Hier der nächste Witz (ich hoffe doch mal, ein beabsichtigter).

        Erbärmlich… dass der Staat sich nicht gegen die Meinung des Volkes durchsetzt. Das ist doch seine Aufgabe.

      3. Ich hab mich extra angemeldet und einen Kommentar geschrieben vor ner Stunde, der bisher aber nicht veröffetlicht wurde. Vielleicht werden sie ja zugeschüttet mit Neuanmeldungen und Kommentaren…ich hoff´s mal!

      4. Erbärmlich… dass der Staat sich nicht gegen die Meinung des Volkes durchsetzt. Das ist doch seine Aufgabe.

        DAS ist der Brüller! Den Spruch sollte man in „Schön“ ausdrucken und mit edlem Rahmen an die Wand hängen.
        Da hat wohl jemand „Demokratie“ mit „Dikatur“ verwechselt. Kann ja mal passieren. Fangen ja schließlich beide mit „D“ an ;-)

  12. Das wäre eigentlich ein prima T-Shirt Motiv:

    Mitglied der sakralisierend als „Netzgemeinde“ verherrlichten Schwarmarroganz der Internetfetischisten

    Ob es da Probleme mit dem Urheberrecht gibt?

      1. @carsten Das T-Shirt hatte ich anonym bestellt (mache ich dort eigentlich immer). Ich könnte aber mal einen Shop aufmachen … wenn ich rausfinde, wie das geht.

  13. Ach, freut euch doch, dass das Rumpelstilzchen jetzt so amüsant herumhüpft. Der findet ganz schnell etwas Anderes, über das er sich unqualifiziert aufregen kann.

  14. Der Begriff der ‚Gemeinde‘ zog in dieses publizistische Tal der Ahnungslosen als eine Fehlübersetzung von Leuten ein, die des Englischen nicht mächtig sind: Die ‚Community‘, auf der anderen Seite des Atlantiks eine ‚Gemeinschaft‘ oder eine ‚Körperschaft‘, wurde hier sektiererisch aufgeladen und zur kirchlichen ‚Gemeinde‘, die ein gemeinsamer religiöser Glaube formt. Das, was diese journalistischen Wirrköpfe dann im Internet zu sehen meinen, würde im englischen korrekterweise aber ‚parish‘ heißen.

  15. Was war eigentlich damals, als der mediale Mob der FAZ den Guttenberg aus dem Amt geschrieben hat?

    Was wahrscheinlich OK, weil das haben die klugen Köpfe gemacht. Gut, dass es damals keine Massendemos gegen Guttenberg gab, sonst hätte die FAZ den wahrscheinlich gegen diesen „Mob“ verteidigt.

  16. Lest mal noch mal nach Leute, jetzt sind Kommentare da! Sie haben Tage gebraucht, sie online zu stellen ( was ja echt ein Witz ist!…geh auch nicht davon aus, dass das alle sind), aber das mit den positiven Meinungen hat sich relativiert!

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