Als Internetlehrer an einer Grundschule

Kai Biermann von Zeit-Online war drei Tage lang in einer Grundschule, um den Schülern Internet zu unterrichten. Daraus hat er einen Erfahrungsbericht geschrieben: Als Internetlehrer an einer Grundschule.


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Da gibt es Zweitklässler, die über Skype und Jappy reden wollen, Viertklässler, die bereits etwas von Cookies und eBay verstehen und Fünftklässler, die sich auf Filesharingplattformen herumtreiben. Die Lehrer sitzen daneben und wundern sich. Sie wundern sich, was ihre Schüler alles wissen, wo sie sich bereits auskennen und wie souverän sie Dienste und Angebote teilweise nutzen. „Manche sagen den ganzen Tag nicht Muh und nicht Mäh, aber wo die alles Mitglied sind, das hat mich selbst erstaunt“, sagt die Lehrerin einer fünften Klasse. Dabei waren viele Lehrer zuvor skeptisch, ob so eine Stunde überhaupt nötig ist und ob das auch schon bei den Kleinen sein muss.

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15 Kommentare
  1. das find ich toll, dass jemand sowas macht. Als jemand der diesen missstand hautnah erlebt hat als ich in der schule war kann ich so etwas nur befürworten, vielleicht sollte ich auch mal in meine örtliche schule maschiern

  2. Jaja, mein Abitur ist noch gar nicht so lange her, aber bei uns gab es nicht einmal das Fach Informatik. Obwohl sowohl mein Mathematik- als auch mein Physik-Lehrer studierte Informatiker waren. Meine Schule hat dieses Fach einfach nicht für nötig gehalten. Als Ersatz hatten wir ein halbes Jahr Maschinenschreiben, wow!

    Ergebnis: Ich durfte mich bei jedem Bewerbungsgespräch dafür rechtfertigen, warum ich denn Informatik abgewählt hätte …

    Dass die Kids aber angeblich schon so weit sind, wundert mich ein wenig. In meiner Firma habe ich regelmäßig den lieben Kleinen die Informatik schmackhaft machen „müssen“. Alle waren so in der siebten bis neunten Klasse. Von denen war aber so gut wie niemand auf dem Stand wie angeblich diese Grundschüler.

    1. Meine Fachhochschul reife ist auch noch garnicht so lange her und wir hatte die mit spezialisierung auf Informatik gemacht….. Ich war jedoch erschrocken, als da Leute dabei waren, die noch nichtmal wussten wie nen Rechner aufgebaut ist und das mit 16+ ….

  3. Ich mache das gleiche mit einem Bekannten ehrenamtlich im Raum Aachen/Düren. Die Lehrer wollen uns teilweise gar nicht mehr weglassen.

    Und weil der Bedarf da ist, bieten wir das auch für Eltern und Lehrer an.

    Es ist erschreckend, wie die Kiddies mit den neuen Technologien alleine gelassen werden! Und genau deshalb bilden sie Schwarmtugenden aus, die auf Datenschutz, Netiquette und Wertschätzung kreativer Inhalte pfeifen.

    Nicht schön, das mit anzusehen.

    Falls Ihr nach einer Möglichkeit des sozialen Engagements sucht:

    Ich gehe davon aus, dass Ihr, die Ihr hier bei Netzpolitik mitlest, eine internette Allgemeinbildung habt. Glaubt mir: Das genügt derzeit bereits für die Vermittlung von „digitalem Grundwissen“. Tragt das bitte in die Schulen! Und überlasst das nicht den damit völlig überforderten Eltern oder Lehrern.

    1. Hast du da vielleicht ein paar Links zu Organisationen oder so? Generell machen würde ich an soetwas ja Interesse haben. Aber wenn man einfach so als Einzelperson an eine Schule herantritt, fühlen sich manche Lehrkräfte sicher von dieser „Arroganz“ auf den Schlips getreten.

      1. Hallo Nao,

        die Erfahrung habe ich nicht gemacht. Die Lehrer sind mehr als dankbar, wenn man es ihnen einfach mal vorschlägt, sich mit ihnen zusammensetzt und vielleicht ein Konzept erarbeitet.

        Ok, du solltest natürlich nicht wie Graf Koks da auftauchen und alles besserwissen… wie es in den Wald hineinruft… ;-)

        Der Kontakt über Schulpflegschaften ist immer recht dankbar. Oder die Lehrer mal beim Elternsprechtag ansprechen. Ein Versuch ist nicht strafbar.

    2. Ich finde das überheblich von euch, so pauschal alle Lehrer für überfordert zu halten…
      abgesehen mal davon, dass es ausser Internet ja auch noch anders zu tun gibt, anderes von Interesse sein kann/muss, …
      Ich hab es ja ein par Jahre ja unterrichtet – es war z.T. unvershämt, wie die sog. kids einem „Netz-Ausdrucke“ etc. als „eigene Arbeiten unterjubeln wollten…da waren zu Hauf schon kleine „Guttenbergs“ am Werk! Also bitte mal schön die Kirche im Dorf lassen, wenn ein Pimpf was von Ebay weiss, ist das noch lange nicht Können….

    3. >Es ist erschreckend, wie die Kiddies mit den neuen Technologien >alleine gelassen werden!

      Der Erfahrungsbericht zeigt doch das sie keine Hilfe nötig haben.

  4. vor 6 jahren bestand mein informatikunterricht darin zu lernen, wie ich in einer ecxel-tabelle grundrechnen kann und wie in word die sache mit den abständen funkioniert. das wars. es gab sogar schriftliche tests… auf papier, über tastenkombis und so (strg+c etc)…

    klingt wie steinzeit, ist aber bestimmt noch gegenwart…

    gibts überhaupt allzuviele studiengänge informatik auf lehramt?

    1. der informatik unterricht besteht je nach lehrer immer noch aus diesem stoff, wobei man sagen muss das manche das heute noch nicht wissen wie man excel und word bedient.

      Wie das mit den Studiengängen aussieht weis ich jetzt nicht, aber normale schulen wollen normal keine informatik lehrer, die werden normal nur an technischen Gymnasien gebraucht und davon gibts ja nicht so viele

  5. Ich hätte schon 1975 einen Leistungskurs Informatik belegen können – an einer Gesamtschule.
    Leider war ich in Mathe immer schwach und hatte auch sonst zu viele andere Interessen, um mich intensiv genug mit der Materie beschäftigen zu können.
    In meinem Grundkurs haben wir Basic programmiert – mit Lochkarten an Geräten so groß wie Tiefkühlkombinationen … ;)

  6. Ich fibnde, da? die Kids lieber den kritischen Umgang mit dem Internet lernen sollten, als sich die neusten Videos von „Lady Gaga“ reinzuziehen.

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