Kultur

Verschwörungstheorien im Internet

Tagesschau.de hat ein Interview mit dem Journalisten und Buchautor Tobias Jaecker über „Verschwörungstheorien im Internet: Eindeutig, scheinbar schlüssig – und kaum zu widerlegen.“


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

tagesschau.de: Viele Verschwörungstheoretiker argumentieren, man werde „ja wohl noch mal fragen dürfen“.

Jaecker: Natürlich ist es ein zutiefst menschliches Bedürfnis, nach einleuchtenden Erklärungen zu suchen. Aufklärung und Kritik sind selbstverständlich richtig und wichtig. Bei Verschwörungstheorien handelt es sich aber um das glatte Gegenteil: Es sind selbsterfüllende Prophezeiungen.

tagesschau.de: Was zeichnet diese Theorien aus?

Jaecker: Entscheidend ist ihre geschlossene Form: Die zentrale Frage nach dem Täter und den Schuldigen steht immer vorher fest. Darauf aufbauend werden ausgeklügelte Begründungszusammenhänge konstruiert. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Verschwörungstheorien oft widersprüchlich sind: Willkürlich herausgegriffene Fakten dienen als „Beweise“. Zufälle werden bestritten. Alles, was in die Theorie nicht hineinpasst, wird unterschlagen oder als „Propaganda“ abgetan. So werden komplexe Vorgänge auf eine simple und überschaubare Story reduziert.

25 Kommentare
  1. Das ist doch eine gemeine Verschwörung von ARD und Netzpolitik gegen die ganzen Verschwörungstheoretiker hier. Ich will mein Geld zurück!

  2. Irgendwie fehlt mir eine saubere Definition von dem Begriff Verschwörungstheorie in dem Interview. Sind Verschwörungstheorien grundsätzlich Falsch (wie es in dem Interview durch klingt)? Wenn ja, wie nennt man dann „wahre“ Verschwörungstheorien (Also welche die die tatsächlichen Geschehnisse und Hintergründe besser / korrekter wiedergeben, also die offiziell geäußerten Versionen)?

    Also das Interview hat für mich auch was von einer Verschwörungstheorie. Es werden Behauptungen aufgestellt und einfach mal munter verallgemeinert:
    „Bei Verschwörungstheorien handelt es sich aber um das glatte Gegenteil: Es sind selbsterfüllende Prophezeiungen.“

    Es werden Scheinargumente der „Gegner“ diskutiert:
    „Viele Verschwörungstheoretiker argumentieren, man werde “ja wohl noch mal fragen dürfen”.“

    Also so richtig irgendwie einen Mehrwert sehe ich in dem Interview nicht. Höchstens die Erkenntnis das sowohl der Experte als auch der Interviewer wohl eher das Ziel hatten kompetent zu erscheinen und mal was gesagt zu haben.

  3. Willkürlich herausgegriffene Fakten dienen als “Beweise”.

    Also wenn es Fakten sind, dann kann man es auch als Beweis anführen. Deshalb sind es ja Fakten. Diese Aussagen sind mir zu pauschal. Man muss jede Theorie für sich prüfen, ob sie schlüssig ist und sich dann eine eigene Meinung bilden.

    Bei der Mondlandungsverschwörung kann man viele sog. Fakten der Theorie widerlegen. Siehe http://www.youtube.com/watch?v=q5cdNpRQ6ZM – das sehe ich als schlüssig an und daher nicht glaubwürdig, zumal ich die Argumente der Verschwörungstheoretiker auch sehr schwach fand.

    Bei 9/11 fällt mir das schwerer, weil einfach zu viele Sachen nicht stimmen. Siehe http://www.youtube.com/watch?v=jVo6nJTZ7D8 (den letzten Teil kann man getrost vergessen) – beweist mir, dass er Unrecht hat, weil es Belege gibt, die seine Theorie widerlegen und damit wäre auch das nicht glaubwürdig. Die einzigen Fakten gegen seine Theorie ist aber George W. hat aber gesagt … nur der hat so oft gelogen, dass ich es kaum noch zählen mag.

  4. Jaecker tritt zudem als Referent zu den Themen Antisemitismus, Antiamerikanismus und Verschwörungstheorien auf.

    Geht es nur mir so, oder regt die gleichwertige Nennung (und damit gleiche Gewichtung?) dieser Themen bereits wieder zur Formulierung neuer Verschwörungstheorien an? :D

  5. Interessanterweise winden sich die Behörden bei 911 wie die Aale, wenn sie mal zu offensichtlichen Fakten und Widersprüchen Stellung nehmen sollen – oder lassen es gleich ganz.

    Wer andere versucht, für dumm zu verkaufen, darf sich über Misstrauen nicht wundern.

  6. Ja alle Verschwörungstheorien sind von grundauf falsch. Wahre Verschwärungstheorien gibt es nicht. Es hat sich noch nie und es wird sich auch nie eine Verschwörungstheorie bewahrheiten. Die einzige Quelle für Wahrheit ist das TV-Gerät und staatliche anerkannte Medien. Am Golf von Tonik hat wirklich Ein viatnamesisches Schiff auf ein US-Schiff geschossen. Agent Orange ist ein Mythos genau wie Uran-Munition, Irakische Soldaten haben wirklich Babys aus Brutkästen geworfen und Saddam hatte wirklich Massenvernichtungswaffen.

  7. Am Golf von Tonik hat wirklich Ein viatnamesisches Schiff auf ein US-Schiff geschossen. Agent Orange ist ein Mythos genau wie Uran-Munition, Irakische Soldaten haben wirklich Babys aus Brutkästen geworfen und Saddam hatte wirklich Massenvernichtungswaffen.

  8. Es gab kürzlich auch mal eine lustige Verschwörungstheorie, an der ich selbst eifrig mitwirkte. Man unterstellte doch tatsächlich der ehemaligen Familienministerin Ursula von der Leyen und BKA Chef Ziercke, sie wollten Internetsperren nicht allein wegen der Kinderpornografie etablieren. Alle Argumente, denen Studien von renomierten Institutionen zu Grunde lagen, wurden von Netzaktivisten angezweifelt. Der kommerzielle Millionenmarkt der Kinderpornografie sollte es gar nicht geben, wurde behauptet, aber unseren statthaften Politiker ließen sich davon nicht täuschen. Das Zugangserschwerungsgesetz wurde beschlossen, wenn auch nicht umgesetzt. Alles nur Verschwörungstheorie von übereifrigen Netzaktivisten…

  9. Ich fand den Artikel auch mehr als fragwürdig. Nur weil etwas eine Verschwörungstheorie ist, muss es nicht falsch sein. Das behauptet der Artikel aber ziemlich klar.

    Und der Autor ignoriert selber Fakten, wenn er schreibt, dass die Begründung für die schnelle Seebestattung als Lüge abgetan wird: Er ignoriert damit, das es Fakt ist, das nach islamischem Recht eine Seebestattung nicht zulässig ist, und die Amis sich deshalb auch nicht an die 24 Stunden hätten halten müssen, die Begründung deshalb ziemlich dämlich ist.

  10. Ändere die Reihenfolge der Buchstaben von „Tobias Jaecker“ , und du erhältst CIA JOB STAERKE. Noch Fragen? Darauf, dass es genau 13 Buchstaben sind (Primzahl, Geheimbund Pi) brauche ich wohl nicht extra hinweisen.

  11. Ich bin wirklich kein Anhänger von Verschwörungstheorien.

    Dank BILDblog.de wissen wir, wie wenig in vielen Redaktionen recherchiert wird. Der Artikel auf tagesschau.de impliziert, dass taditionelle Medien ganz anders seien. Sie recherchierten, bedienten sich mehrerer unabhängigen Quellen.

    Genau das ist eben nicht der Fall. Viele Meldungen werden unreflektiert und ungeprüft rausgehauen. Oder es findet die übliche Berliner Hofberichterstattung der Tagesschau statt – völlig unkritisch, bestenfalls: er sagt, sie sagt.

    Sehr selbstgefällig, dieses Interview.

  12. und

    GLADIO http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Gladio

    die Strategie der Spannung http://en.wikipedia.org/wiki/Strategy_of_tension

    die Loge P2 http://en.wikipedia.org/wiki/Propaganda_Due

    existierte natürlich auch nicht….

    Btw. zu 9/11: ein Kritikpunkt der Gegner von Verschwörungstheorien ist das man doch so etwas nicht geheim halten könne….nur mal blöde gefragt wie lange hat es gedauert bis Teile des Galdio-Komplex ans Licht der Öffentlichkeit kam oder die Loge P2 enttarnt wurde?

    bombjack

  13. Das Problem ist, daß die Verschwörungstheoretiker das Netz als Informationsquelle unbrauchbar machen. Sowohl durch schiere Masse, als auch durch den (realen) Verlust an Glaubwürdigkeit.

    Und dann kann man natürlich die Frage stellen – das wird man ja wohl noch dürfen – wem nutzt es, das der Bürger heute nicht mehr wie noch vor 10 Jahren jederzeit auf fundierte Informationen aus Originalquellen zugreifen kann, sondern nur noch Verschwörungsseiten findet? Ein Schelm, wer dahinter möglicherweise eine gezielte Verschwörung vermutet!

  14. Man tausche das Wort „Verschwörungstheorien“ gegen das Wort „Religionen“ aus und schon spart man sich einen weiteren Text über Religionen ;-)

  15. Warum war mir nur schon beim Lesen des Titels klar, dass die Nanotermiten sich wieder auf den Schlipps getreten fühlen würden? Arme Tuktuks…

  16. Man muß nicht das gesamte Interview lesen, um zu bemerken, daß der Mann ein Quatschkopf ist. Wer kritisch anmerkt, daß nach dem „cui bono?“ gefragt wird, der hat doch entweder überhaupt keine Ahnung von der Sache oder wird von bestimmten Kreisen bezahlt (was jetzt keine Verschwörungstheorie sein soll).

    Das ist doch m. E. gerade das zentrale Problem, daß seit 2001 eben nicht mehr oft genug nach dem „cui bono?“ gefragt wird! Das müßte doch jeder erkennen, der nicht völlig blind bzw. verblendet ist.

    Man sollte sich seinen Namen also merken, im negativen Sinne.

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