Generell

Und dann war die Webseite plötzlich weg (Update)

Die FAZ hat Hans-Peter Uhl zum Staatstrojaner interviewt. Uhl fordert darin ein zentrales Trojaner-Kompetenzzentrum. Fürs Archiv sei noch hier auf den abschließenden Dialog verwiesen:


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Über welche digitalen Erfahrungen verfügen Sie persönlich?

Meine jüngste Erfahrung machte ich gestern, als meine Homepage gehackt wurde. Dies ist übrigens eine Straftat.

Und – was ist passiert?

Sie war fremdgesteuert und musste vorübergehend abgeschaltet werden.

Von verschiedenen Seiten wurde mir jetzt eine andere Version des Interviews angetragen, u.a. soll in der Kindle-Edition der FAZ dieser Dialog stehen (Auch in der Zeitung von gestern?):

Über welche digitalen Erfahrungen verfügen Sie persönlich?

Gerade ist meine Homepage gehackt worden.

Und – was ist passiert?

Sie war einfach weg!

Kann das jemand bestätigen? (Gerne auch mit Foto?) Diese Variante wurde gerade auch für die gedruckte Zeitung verifiziert. Trau keinem Online-Text, weil er nachträglich redigiert wurde?

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32 Kommentare
    1. die frage wurde doch mehr als auch nur im ansatz erforderlich gewesen wäre beantwortet. was er sagen wollte war ganz einfach „ich hab von diesem digi-zeug keinen blassen schimmer, darf das aber nich laut sagen, sie wissen schon, die wähler und medien…“

      dass ihm der interviewer das durchgehen lässt liegt schlicht und ergreifend daran, dass man nach so ’ner antwort keine fragen mehr hat :) ein leser und kommentator dem man das erklären muss, ist schlecht.

  1. Ich finde den Uhl daneben, ich finde die CDU/CSU daneben, die Opas gehen mir auf den Zeiger. Aber bei diesem Blog kann ich den Witz nicht erkennen. Es sollte doch wohl jedem klar sein, daß Uhl mit der Page technisch nichts am Hut hat. Das kann man auch nicht verlangen. Also nichts gegen in den Hintern treten bezüglich der Konsorten, aber dann auch bei anderen Pols. Als wenn die sich alle eine Page bauen und wissen, was dort läuft. Schon mal angemerkelt? Die haben weder Zeit noch Wissen. Bashing mag ich nicht. Das kann man in der Grundschule auf dem Pausenhof erledigen.

    MfG

    1. Ich würde einfach das Zitat nochmal lesen und dann scharf überlegen, welche Ironie in der Forderung nach einem zentralen „Trojanerkompetenzzentrum“ vor dem Hintergrund der jüngst so ans Licht gekommenen Fähigkeiten (unter anderem auch zur Fremdsteuerung) des Staatstrojaners durchaus liegen könnte. Natürlich würde keinem unserer Sicherheitsbeamten einfallen, Fähigkeiten dieses Werkzeugs jenseits des gesetzlich zugestandenen Umfangs zu nutzen (außer vielleicht aus Ungewahr, wie etwa im Falle des Anfertigens von Screenshots).

    2. > Die haben weder Zeit noch Wissen.

      Genau.

      > Lasst die Opas in Ruhe

      Nein.

      „die Opas“, insbesondere Uhl, sind in Deutschland für die Kontrolle der Nachrichtendienste (Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste) verantwortlich. Fachlich unfähige Kontrolleure öffnen Tür und Tor für Machtmissbrauch und Wirtschaftsspionage, etc. Es ist persönliches Kontrolleursversagen u.a. von Uhl, dass sowas wie #0zapftis überhaupt auf die Bürger losgelassen wurde. Dass er da überhaupt noch Redezeit bekommt ist eine Frechheit für sich.

      Das muss man laut in die Welt schreien, denn kein Bürger kann sich irgendwelche Dahergelaufenen auf sensiblen Positionen leisten!

  2. Ich denke mal die Ironie liegt darin das „Seite- hacken“ illegal ist, aber die Anwendung illegaler Staatstrojaner kein Problem für Ihn darstellt.

  3. Mag sein @i-lancer, aber ich erkenne den Witz trotzdem nicht. Es ist übrigens immer nur dann witzig, wenn die eigene Page nicht gehackt wurde. Wenn ich mir netzpolitik.org mal vornehme, dann wird Uhl ggf. auch ein Scherzchen machen. Ob Markus das lustig findet, möchte ich mal sehen. Uhl ist mies, aber kein Grund, ihm jedes zweite Blog zu widmen. So wichtig ist er dann auch nicht. Lasst die Opas in Ruhe, die kratzen sowieso bald ab.

    MfG

    1. Selbst dann wird es nichts bringen. Ich habe vor 20 Jahren schon gesagt, dass sich in 20 Jahren das Problem CDU/CSU von selbst erledigt. Dummerweise wachsen solche Typen nach und auch die Leute die sie wählen. Wenn auch tendenziell mit sinkender Quantität.

      Ich finde das schon als witziges Detail, dass Uhl das Hacking seiner Website explizit als Straftat hervorhebt.

  4. Ich wäre ja mal für ein politisches Kompetenzzentrum in Deutschland, vorzugsweise einzurichten im Gebäude Platz der Republik 1, 11011 Berlin. Räumlichkeit: Plenarsaal.

    Das wäre mal eine ECHTE innovative Neuerung!

  5. Da haben wir den Uhl wohl schon wieder beim Redigieren erwischt. In meiner Kindle-Ausgabe der FAZ liest sich das nämlich ganz anders:

    Über welche digitalen Erfahrungen verfügen Sie persönlich?

    Gerade ist meine Homepage gehackt worden.

    Und – was ist passiert?

    Sie war einfach weg!

    An dieser Stelle endet das Interview. Kein Hinweis auf die Strafbarkeit, keine pseudo-kompetenten Begriffe wie „fremdgesteuert“. Sie war einfach weg.

  6. „Sie war fremdgesteuert und musste vorübergehend abgeschaltet werden.“

    Bei diesen Worten musste ich unwillkürlich an Politiker und Lobbyisten denken.

  7. Soso, wenn seine Website „fremdgesteuert“ wird, ist das böse (und eine Straftat, hat er ja recht) – aber gleichzeitig möchte er in der Lage sein, die Rechner von Verdächtigen fremdzusteuern; Und das ist dann weder böse noch strafbar, sondern seiner Meinung nach völlig mit dem Grundgesetz vereinbar.

    Selbst ihm (oder seinem Medienberater) muss klar geworden sein, dass dies so offenkundiger Blödsinn ist, dass man das redigieren muss.

    ag.

  8. Schon wieder redigiert, ich werd‘ irre. Ist das jetzt ein Uhl-spezifisches Verhalten, oder müssen wir davon ausgehen, dass Worte aus dem Mund eines Politikers prinzipiell nicht mehr relevant sind?

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