Datenschutz

Sammelwut in der Parallelwelt, oder: die digitale Machtfrage

„hr2 – Der Tag“ hat heute eine Stunde lang über „Sammelwut in der Parallelwelt, oder: die digitale Machtfrage“ berichtet. Das ist hörenswert und hier ist die MP3.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Wo wären wir ohne den Chaos Computer Club? Wahrscheinlich längst versunken im Chaos der Datensammler, ausgeforscht und aufgesogen von der digitalen Parallelwelt. Sind wir auch mit dem Chaos Computer Club, sagen die Pessimisten. Die recht haben könnten – der Unterschied ist nur, dass wir Dank der akribischen Arbeit der vereinigten Hacker immer wieder davon erfahren. Davon, wie weit der Staat ist beim Brechen seiner eigenen Gesetze und Beugen der Verfassung – und wie weit die Industrie ist beim Verfertigen eigener digitaler Marktgesetze. Das hilft uns beim Innehalten und Stellen der wichtigsten Frage zur ungebremsten Datensammelwut: Cui bono? Wem nützt das? Und was wollen die Sammler mit unseren Daten?

15 Kommentare
    1. Im Zweifelsfall mehr Stimmen für die Piraten?

      Aber Spaß beiseite, Technikfolgenforschung ist Verbraucherschutz.

      Was Ilse Aigner macht, ist eine Kapitulation vor den Firmen, die längst schon lange machen was sie wollen.

      Die Verlage (schönes Beispiel ist immer ZEIT ONLINE) fördern alles was wie ein „walled garden“ aussieht, in der Hoffnung, dies würde die Dynastien der Megaverlage retten.

      Leute, die dies aufzeigen und kreativ mit der Technik umgehen und Dinge klarstellen können, braucht man dringender als ohnmächtige Politiker, die nach jedem Strohhalm greifen, nur um es den Interessengruppen recht zu machen.

      Viele der heutigen Freiheiten und der Debatten gäbe es ohne solche Leute nicht und das Internet wäre BTX.

    2. Aufmerksamkeit bringt es, Christian Scholz.

      Darum geht es dir doch auch, du alter Werbefritze. Nur diesmal geht es nicht um Profit für Versicherungen, Autos, Banken und Zahnpasta. Es geht um Grundrechte.

      Kann dir also egal sein.

      1. Bin kein Werbefritze, sondern will nur sachlich diskutieren. Und das beginnt damit, dass keiner mir ein konkretes Problem nennen kann.

        Und was genau ist die Lösung? Statische Websites wie damals? Selbst dann sind Router involviert, die im Zweifel im Ausland stehen und unsere IP-Adressen sammeln. Also was?

      2. Die Bezeichnung Werbefritze bezieht sich auf deine Kommentare zum Eintrag von Linus über seine Erlebnisse auf der Messe der Werbefritzen.

        Den Rest verstehe ich nicht. Beziehst du dich auf die Diskussion zur dmexco, oder auf die HR2-Sendung?

        Vermutlich doch eher auf die Diskussion zur dmexco. Aber ich bin zu faul, hier die Diskussion weiterzuführen. Kurz: Ich mag es nicht, gewebtrackt zu werden. Ich mag es nicht, mit lästiger Werbung zugemüllt zu werden. Ich mag es nicht, auf nutzlose und manipulative Werbebotschaften zu stoßen, wenn ich nach Inhalten suche. Die Lösung? Scripts blockieren und Suchmaschinen nutzen, die erfolgreich gegen SEO-Müll und Contentfarmen ankämpfen. Eine andere Wahl haben wir kaum.

  1. Bitte was meinst du damit? Das mit der ZEIT interessiert mich jetzt doch sehr.

    „Die Verlage (schönes Beispiel ist immer ZEIT ONLINE) fördern alles was wie ein “walled garden” aussieht, in der Hoffnung, dies würde die Dynastien der Megaverlage retten.“

    1. @Martin: Was genau verstehst Du nicht?

      Die ZEIT (ZEIT ONLINE) schreibt sehr oft über Appleprodukte, die Journalisten dort loben auch gerne die Produkte die sie nutzen. Das ist auch okay und passt gut zur Zielgruppe. Nur leider wird selten auf die Nachteile der unbestreitbar gut gemachten Produkte eingegangen. Nach Jobs Tod wurden sogar sämtliche Diskussionen in Richtung einer Kritik, dass Apple-Produkte auch viel Freiheit nehmen, als pietätlos weggelöscht.

      „Steve Jobs, the pioneer of the computer as a jail made cool, designed to sever fools from their freedom, has died.“

      http://stallman.org/archives/2011-jul-oct.html#06_October_2011_%28Steve_Jobs%29

  2. @Markus Beckedahl

    Ich verstehe deine Strategie nicht. Meine Frage ist, warum du einerseits gegen die „Datenherren“ wie Google und Facebook argumentierst, aber andererseits umfassend Apple nutzt.

    Apple verfolgt doch die exakt selben Geschäftsmodelle von Closed Shop bis zu kastrierter Unterhaltungselektronik – iPad – wie jeder andere Soft- (und überdies Hardware-) hersteller.

    Nur dass Apple seine Preise für runde Ecken in Hard- und Software unendlich in die Höhe treiben konnte. Apple ist somit der Inbegriff der Proprietarität („geistigen Eigentums“). Jedenfalls ist das das Ziel von Apple.

    Von den vergifteten Hungerlöhnern und den wahnsinnig hohen Gewinnmargen ganz zu schweigen.

    Ich finde dich in diesem Punkt unglaubwürdig. Bitte erkläre mir, was Apple mit einem macht, das du nicht auf freieren Systemen haben kannst.

    In deiner Position hast du es schwer, gegen Werbefitzen glaubhaft zu argumentieren.

    1. @Tharben: Ich nutze ein Apple-Notebook, um nicht unterwegs dieselben Probleme zu bekommen wie mit meinem Ubuntu-Notebook (WLAN geht manchmal einfach nicht, manche Beamer wollen nicht mit Grafikkartentreiber sprechen). Außerdem erspare ich mir einige graue Haare, seitdem ich für Präsentationen Keynote anstatt Libe Office Presentation nutze und nicht mehr auf freie Videobearbeitung angewiesen ist, wo die Programme alle regelmäßig abstürzen und kaum Funktionalität haben. Meine Desktoprechner haben alle Ubuntu drauf, damit arbeite ich auch am liebsten. Ich würde mich freuen, wenn Ubuntu irgendwann mal gleich gut sein wird und ich es auch richtig mobil nutzen kann, ohne mitunter hilflos irgendwo zu stehen, weil ich mich seit Jahren aus Zeitgründen nicht mehr mit einer X86org-Konfigurationsdatei beschäftigt habe.

  3. Ich denke an ein Gewisses Maß Datensammelei müssen wir uns im Zeitalter des Internetzes und Alles mit Allenvernetzung wohl gewöhnen. Sehr wohl bin ich auch für etwas mehr Kontrolle, aber bitte durch ein neutrales Gremium und nicht durch Bundestrojaner!

  4. Das Daten gesammelt werden kann man nicht auslassen, allerdings übertreiben einige Web Dienste und Communitys damit.
    Das schlimme ist ja, dass die nur mit Ausreden kommen damit es selbstverständlich kingt …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.