Raubkopierer sind Verbrecher vs grüne Netzpolitik

Man könnte laut lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Die „Raubkopierer sind Verbrecher“- & Pro-Netzsperren-Lobby beschwert sich bei den Grünen, dass die sich in einem Leitantrag für den kommenden Parteitag gegen Netzsperren, gegen Vorratsdatenspeicherung und für Netzneuutralität einsetzen. Darauf muss man erstmal kommen! Die Argumente sind so absurd, dass da bewusste Panik- und Angstmache dahinter stecken muss. Da geht´s dann darum, dass man selbstverständlich Vorratsdatenspeicherung braucht, um Datenschutz besser durchzusetzen, die Kinderpornokeule kommt natürlich auch wieder und mit einem Schutz der Netzneutralität versinken wir 25x mehr in Spam. Unglaublich!


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Dachte zuerst an einen Fake, aber die ticken ja irgendwie anders: Urheberrechtslobby weint sich bei Grünen aus.

Einen weiteren Kommentar gibt es bei sectio-aurea.org.

53 Kommentare
  1. Das ist wirklich so, dass wir diesen Brief erhalten haben, mich und die anderen werden Sie damit bestimmt nicht umstimmen oder das Abstimmungsverhalten verändern!

    Grüne Grüße!

  2. Traurig wird sein, daß einige ältere Grüne dem Papier trotzdem glauben werden oder aufgrund von eigenen Verpflechtungen mit der Industrie dieser ebenfalls mehr geneigt sind.
    Wie war das noch bei Zensursula? Da stand ja drauf das es gegen KiPo ist, also kann es nur gut sein..

    1. Das betrifft ja nicht nur Zensursula. Derzeit sind tatsächliche oder vermeintliche Kinderschänder schlicht das große Thema, um Angst zu schüren und Repressionen durchzusetzen. Sozusagen der Nachfolger des „Kriegs gegen die Drogen“ und des „Kriegs gegen den Terror“.

      Es gab z.B. mal im EP einen Vorstoß mit dem „Argument“, um die VDS-Richtlinie zu verschärfen. Oder schau Dir die kürzlich verabschiedete „Anti-Kinderporno-RL“ an: Die Neuerungen gerade zu dem Thema haben sehr wenig bis gar nichts damit zu tun, Kinder vor irgendetwas zu schützen.

      1. Gibt es Daten über die Altersverteilung bei Grünen? Die Vermutung liegt nahe, dass viel junge Grüne da recht progressiv sind, aber letztendlich alles von der älteren Masse weiter oben erstickt wird (Die Grünen werden gefühlt auch durch die Überalterung konservativ).

        Ich glaube der Generationenkonflikt lässt sich schneller durch das wählen der Piraten lösen, die Grünen müssen dann sehen wie sie sich positionieren.

      2. Grundsätzlich ist es ja normal, dass es unterschiedliche Ansichten zu einem Thema geben kann, da stimme ich zu. Es ist nur irritierend, auf der einen Seite (auch medial) die „progressiven Grünen“ zu sehen (ich könnte mich jetzt nicht erinnern, einen Artikel gelesen zu haben, wo ein Grüner gesagt hätte, man müsse den Verwertern entgegenkommen), was den Eindruck (von außen) erweckt, dass die Grünen sich einig sind in dieser Frage. Auf der anderen Seite gibt es dann einen Antrag von relativ prominenten Grünen, die das Gegenteil dessen fordern, was in der Außendarstellung zu sehen ist.

        Aber natürlich sollte man nie vergessen, dass bei Parteien Welten zwischen Außendarstellung und Abstimmungsrealität liegen. Anders kann es nicht (ich bleibe jetzt mal bei den Grünen) zu Zustimmung zu Angriffskriegen (Seite 38f im PDF), Hartz-IV-Gesetzen, Deregulierung des Finanzmarktes usw. kommen.
        Bitte beachten: Ich sage nicht, dass da die Basis voll dahinter stand, aber die Leute, die die Basis entsandt hat (via Landeslisten), die dann offensichtlich schon.

  3. Als Wahlkampf Manager würde ich daraus eine Plakat machen machen.

    Darunter: „Machen wir nicht. Monopole verhindern, Kultur unterstützen. Die Grünen.“

    Ich habe aber seit der Netzsperrendebatte das ungute Gefühl, dass einige der FUD-„Argumente“ aus dem Text bei einigen Grünen traurigerweise ziehen werden. Die kann man leicht bei der Netzsperren Abstimmung finden. Auch sonst übernehmen einige Grüne eine recht konservative Haltung bei Urheber- und Netzrecht (Helga Trüpel, Jerzy Montag sowie Tabea Rößner ).

    @markus: Man kann hier auch noch auf die Grünen von letzter Woche verlinken, die sich ja auch sehr „einsetzen“ …
    http://www.metronaut.de/freiheit/wieviel-netzpolitik-steckt-wirklich-in-den-gruenen/

    PS: Momentan gibt es grob 3 Buchläden und 3 Musikverlage in Deutschland.

    1. aus meiner beruflichen erfahrung heraus kann ich ihnen versichern, dass ihre groben zahlen nicht stimmen. in meiner mittelgroßen stadt gibt es alleine mehr musikverlage und ein vielfaches an buchhandlungen, die filialisten bereits abgezogen.

      vielleicht ist ihr buchhändler ein guter anfang für eine konstruktive diskussion. sprechen sie doch mal wieder mit ihm.

      .~.

      1. Genau daher beziehe ich meine Informationen :) Es geht um die drei großen, die entscheiden welche Waren „ausgelegt“ und „beworben“ werden. Dazu kommen noch die lustigen, widersprüchlichen „Welt“-bilder die hinter diesen stehen.

        Die meisten kleineren Buchhändler entsprechen mittlerweile den gelebten Welt-Klischee der „Landlust“ (Stricken, Geschenke & Kinderbücher) oder dem eines „Reformhauses“ (inkl. Eso, Gender & Weltfrieden). Die richtig guten Buchhandlungen von früher sind schon seit langem Kaffee-Läden (mit WLAN, denke ich …).

        Nein, der Buchhandel ist tot. Man merkt das nur nicht. Was Sie meinen sind eher Kaffees oder dritte Weltläden — kann aber auch nett sein.

        Aber Bücher kauft man im Netz — bei „stöbern“ findet man nur noch das, was auch gefunden werden soll. Helfen tut einem da keiner mehr — Literaturhinweise entnimmt man passend zum Thema Wikipedia und vergleicht dann mit Amazon.

        Die Leute in den Läden (400 EUR Job) stecken meist nicht mehr in den Themen drin und habe andere Sorgen.

      2. ich kann mir nicht erklären, wie meine tägliche erfahrung zustande kommt, wenn ihre pauschalen aussagen zutreffen.

        ich sollte in mich gehen. und vielleicht montag zu hause bleiben, was meinen sie?

        .~.

        p.s.: haben sie schon einmal mit dem gedanken gespielt, ihren stationären buchhändler zu wechseln? ach, ich vergaß: das wäre ja zwecklos. wobei wir wieder bei meinem montagsproblem wären.

      3. @dot tilde dot/OT: Ich habe sicherlich übertrieben, aber einen Großteil der städtischen Läden nehme ich so wahr. Wobei ich fest daran glaube, dass auch durch „disruptive technologies“ nichts vollständig verdrängt werden kann.

        Es wird also weiterhin gute Ausnahmen (oft auf dem Lande oder neben Unis) und gute Themenläden in den Städten geben. Wenn ich solche finde, werde ich versuchen auch dort zu bestellen.

        Aber ich halte es für mich persönlich für immer unwahrscheinlicher und warte, wenn ich ehrlich bin, nur noch auf den passenden eBook Reader für mich. Und selbst Klassiker kaufen ist mittlerweile umständlich. Einfach mal versuchen spontan einen Band z. B. von Spinoza zu kaufen? Aussichtslos. Den findet man schneller und oft schöner im Netz.

        Besser ist man kauft gebraucht oder online. So sehe ich es momentan, lasse mich aber gerne eines anderen belehren. Gerne auch mit einem versteckten Linkhinweis im „Website“ Feld, ich komme viel rum und gerne auch mal vorbei.

      4. ich würde an ihrer stelle bei buchhandel.de das linke suchformular benutzen und am ende des bestellvorgangs eine buchhandlung in der nähe auswählen. wenn’s schnell gehen muss, gibt es immer noch die möglichkeit, in der buchhandlung anzurufen und den liefertermin bestätigen zu lassen. wenn sie vor 17 uhr bestellen, ist der großteil der bücher am nächsten morgen im geschäft. apotheken sind schneller, das gebe ich zu. aber tot ist der buchhandel noch nicht, er riecht nur bisweilen etwas streng.

        zum gebrauchtkauf, onlinekauf und dem besuch in einer buchhandlung: am besten, man macht mal dies und mal das und erkundigt sich von zeit zu zeit, wer das alles anbieten kann.

        das sind immer öfter auch die kleineren. und wenn nicht, dann brauchen sie ihren hinweis als kunde, dass sie das wünschen.

        vielen dank für ihren wunsch nach einem leistungsfähigen buchhandel mit niveau.

        .~.

  4. Ich hab die Nase voll, gestrichen voll, Ich hab keine Lust mehr.
    Keinen Bock mehr, im sozialen Umfeld aufklären zu wollen (Obwohl es immer nötiger wird).
    Der Freundes/Familienkreis schaut einen mittlerweile gelangweilt an, wenn man solche Themen aufgreift und lässt durchblicken, das so etwas doch niemals durchkommen würde.
    Man hätte das alles sicher nur falsch verstanden, Zensur neeeiiin, niemals, das „Würden Die doch niemals machen“.
    Einige sagen dann, man würd eine Paranoia entwickeln………
    Bleibt für mich nur noch übrig, wo immer es geht, Hohn, Spott, verachtung zu zeigen wo immer es geht und immer die Hand zum Stinkefinger parat zu haben, wenn sich ein Entscheidungsträger in der Öffentlichkeit zeigt.
    BTW was blüht Mir, wenn man z.b. einem Lokaldeppen den Stinkefinger entgegnet, sollte sich dieser erdreisten einen vor dem Einkaufsmarkt anzusprechen?

    1. @Jebenaya: In der Hoffnung, keinen Troll zu treffen:

      Am besten man lässt es. Hass bringt einen nicht weiter. Und mit Politikern trifft man oft die falschen — die sind nur überfordert und/oder leben in einer anderen Welt. Guck einfach mal bei einem vorbei, den du halbwegs leiden kannst und lasst dir seinen Tag erklären. Dann kommt auch etwas der Respekt wieder.

      Versuch deine Ideale in Deinem Leben umsetzen, nicht im Leben von anderen. Wenn Sie mal danach fragen warum Du etwas so oder so tust, erkläre es freundlich und ruhig. Mehr kann man nicht machen, ist aber schon ein Menge und schwerer als man denkt. Dies schließt die zusammenarbeitet mit anderen nicht aus — und früher als Du denkst stehst Du plötzlich vor Widersprüchen– und andere werden dich dafür hassen … und Du wirst Dich dann wundern warum.

      1. dass die lauten stimmen zu hören sind und die vernunft bisweilen leisere (um?)wege gehen muss, können meinem vorurteil nach auch bildzeitungsleser schwer ertragen.

        unsere mutlosigkeit ist ein wichtiges ziel der hetze und der katastrophenphantasie. die eigentliche katastrophe wäre die arroganz, mit der wir unsere kapitulation verkleiden.

        ein ganz anderer weg führt zu einem besseren ziel: was müssen unsere mitmenschen verstehen, damit die rhetorik von verfall, zwang und zukunftslosigkeit ins leere läuft?

        wenn wir das wissen, fehlt uns noch eine gewisse menge geduld. das netz ist in teilen eine disruptive technologie. hier ein konstruktives zukunftsbild aufzubauen – wer von uns musste da nicht ein paar nächte drüber schlafen?

        geben sie nicht auf, jebenaya. wir alle brauchen ihren kreativen geist! ich wünsche ihnen ein schönes wochenende.

        .~.

  5. @Netzpolitik.org: Wie wäre es mal mit einem Künstler/NP Treffen so wie es bei sectio-aurea.org anklingt? Mit drei Arten von Leuten:

    a) Leute die Werke schaffen (Maler, Musiker, Bildhauer, Filmleute)
    b) Leute, die wissen wie der Markt aussieht ohne wirklich ein Teil davon zu sein: kleine Verlage, kleine Plattenfirmen (richtige Nischenarbeiter)
    c) Leuten, die wissen wie das Internet/Computer *technisch* funktioniert (keine Leute, die das Internet über ihr iPhone „befühlen“).

    1. @icke: Vor Jahren hab ich mit solchen Gesprächen eine Menge Freizeit verschwendet. Mittlerweile hab ich zu sowas kaum noch Lust, es macht keinen Spaß und in der Regel kommt dabei wenig raus und man sitzt in solchen Treffen mit Menschen zusammen, die das in ihrer Arbeitszeit machen können und man selbst opfert knappe Freizeit. Aber andere können das gerne machen.

      1. Hmmm… Ich bin der Meinung, dass genau solche Gespräche am runden Tisch, mit Künstlern, Verwertern (evtl. Independent-Labels) und (Netz)politikern als Vertreter der Verbraucher, fehlen. Dort liegen doch die Konflikte, dort sollten sie auch gelöst werden?

        Wäre es dir möglich, die Probleme bei solchen Gesprächen mal kurz konkret zu benennen? Verbohrte Eigeninteressen? Nichtverstehen des Anderen? Kein gemeinsames Ziel vor Augen?

        Würdest du die Enquete-Kommission als einen solchen, annähernd gescheiterten runden Tisch verstehen?

    2. Die Enquete-Kommission wird kein Ergebnis schaffen, aber sie dokumentiert vieles. Das ist schon mal gut, dies gibt einen Referenzpunkt.

      @markus: Ich weiß. Aber was anders fällt mir nicht ein. Die „Normative Kraft des Faktischen“(tm) wird wohl eh irgendwann einsetzen, dann sind diese ganzen Befindlichkeiten eh Vergangenheit, so wie Buchläden mit Pudel, alten Mann und knarrender Holztreppe …

  6. Gespräche um sein eigenes Umfeld zu mobilisieren führe ich auch nicht mehr. Fürgewöhnlich erregt man damit bei Menschen, die nicht direkt mit der Materie zu tun haben, nur Abwehr. Die Skandale durch Finanzpolitik, Verfassungsschutz, Sozialpolitik, Medienpolitik, etc. sind wesentlich fruchtbarer. Langsam kommen die ersten auf mich zu, erstaunt über die Ungerechtigkeit in der eigenen kleinen Welt und fragen ich nun nach den Ursachen und Zusammenhängen. Ich bestätige die Leute dan nur noch in ihrem Gefühl, erkläre ein paar Zusammenhänge und verweise im Weiteren auf Weblogs wie Netzpolitik, Feynsinn, Nachdenkseiten u.a. und einige, denen ich´s zutraue sogar auf Fefe ;-) Die daraus resultierenden Ergebnisse sind viel spürbarer – selber Denken macht eben immer noch am schlauesten.

    1. Hier ändert sich was. Ich nehme mal als Beispiel meine Mutter.

      Die rief mich letzte Woche an und fragte mich: ‚Du sag mal, was ist eigentlich der Verfassungsschutz? Was macht denn der und warum?‘

      Einige Wochen vorher kam die Frage: ‚Was ist den ein Bundestrojaner?‘

      Beide male bin ich hingefahren und habe ihr das fast eine Stunde lang erklärt … und nun kam die Frage, ‚Die Piraten, kann man die eigentlich wählen?‘ ;)

      Meine Mutter ist 75 Jahre alt ….

      Einer nach dem anderen, aber es erfordert halt, das die Mainstream Medien mitziehen und das gute an der Maßlosigkeit der Führungselite ist nun mal, das die Mainstream Journalisten mittlerweile berichten. Einfach niemals aufgeben.

  7. es ist doch scheißegal wofür die grünen jetzt auf ihren parteitag stimmen. sollten sie irgendwann wiedermal in berlin an einer regierung beteiligt sein, dann werden auch sie die vorratsdatenspeicherung, zensur und überwachung des internets vorantreiben. ihr wisst schon, parlamentarische zwänge…

  8. Manchmal kann man wirklich die Geduld und den Glauben an den Verstand der Menschheit verlieren. Aber offensichtlich ist es einfacher alles nachzuplappern, als selbst mal zu denken.
    Wo kämen wir denn da hin?

  9. „dass man selbstverständlich Vorratsdatenspeicherung braucht, um Datenschutz besser durchzusetzen“

    Aua. Sowas fällt doch unter Logik-Terrorismus, oder?

    Aua. Mein Kopf. :(

  10. Welch armseliges Niveau auch hier wieder an den Tag gelegt wird. Der Grünenhass als auch gegen andere Auffassungen ist erschrecken. Mittlerweile scheint man nur noch von „Stalinisten“ umgeben zu sein, sei es auf der Seite der „Leute für die Freiheit im Netz über alles ist“ wie auch der Leute, die alles so bleiben lassen wollen mit dem Urheberrecht. Das viel mehr Leute sich bemühen, ein sinnigen und gerechten Ausgleich zwischen Urheberinnen und NutzerInnen, wird nicht zur Kenntnis genommen. Ich bin verantwortlich in der BAG Kultur der Grünen für dieses Thema. Da läuft diese Diskussion manchmal heftig, auch manchmal hysterisch, aber das scheint geklaut worden zu sein von dieser Liste. Das wird sich auf auf der BDK wohl nicht so abspielen.
    Habt ihr überhaupt die ganzen Texte gelesen? Auch die Änderungsanträge? Habt ihr euch die Motive von diesen und jenen Auffassungen angeschaut? Immer diese billige Nachplappern, das einige nur das Geschäft der Musik- und Filmindustrie betreiben würden, ist billige und einfache Polemik. Seid ihr eigentlich in der Lage, die Auseinandersetzung ernsthaft zu führen, oder geht das nur bis zur Twitterlänge? Für manche von euch kommt die Musik aus der Steckdose, um mich zu wiederholen. Denen scheint egal zu sein, wo die Künstlerinnen ihr Geld herbekommen. Und das man nach neuen Geschäftsmodellen suchen muß, ist vielen auch klar.
    Also versucht doch mal ein bisschen eine ernsthafte Debatte. Und Markus, du warst auch schon mal besser.

    1. wenn es je ein kommunikationsproblem von grüner seite zu dem thema gab: mit diesem posting ist es umfassend und nachhaltig gelöst. auch ohne „ein bisschen ernsthafte debatte“.

      .~.

    2. Upps, da wurde aber ein Nerv geklemmt. Wie wäre es den mit ein paar Linkhinweisen zu den erwähnten konstruktiven Versuchen der Grünen? Ich würde sie ja anklicken, wenn sie hier gepostet würden. Ansonsten empfinde ich den Auftritt und die Wortwahl hier jetzt eher kontraproduktiv.

      PS: Welches Thema genau? Welche Liste? Ich habe den Text stellenweise nicht ganz verstanden.

  11. dottildedot: Gibt es auch eine Auflösung, was diese Halbsätze bedeuten soll. Oder sind das die 140 Twitter-Zeichen?
    Und icke: Hier sind die Anträge und Änderungsanträge zu finden.
    http://www.gruene-partei.de/cms/default/rubrik/19/19663.antraege.htm
    Und wenn du noch sagen würdest, was konstruktiv ist oder nicht, wäre man auch weiter.
    Sorry, ich meine keine Liste, sondern diesen Blog und diverse Beiträge daraus. Solche geistreichen wie die von rico, anonymus, dude u.a.

    1. @Rainer Bode: Danke für den groben Link, gibt es auch Dokumente, die Änderungen in D-02 farblich hervorheben/im Wandel zeigen?

      Wenn ich es so grob überfliege stimme aus meiner Sicht oftmals „Begründung“ und „Änderung“ bei Anträgen von „Tabea Rößner u.a.“ nicht überein. Es ist aber auch schon spät …

      Beispiel:

      in Zeile 533-535 „,die unserer Ansicht nach unter freien Lizenzen, digitalisiert zur erneuten Nutzung in frei zugänglichen Archiven bereitgestellt gehören“

      wir schwammiger und komplizierter verlängert: „Ziel sollte es für die Zukunft sein, dass die Eigenproduktionen oder im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender entstandene Produktionen für den privaten Gebrauch weitestgehend zugänglich gemacht werden. “

      Bei:

      „Keine Internetsperren“

      streichen und wie folgt ändern:

      „Teilhabe und Rechtsstaatlichkeit im Internet sicherstellen“

      sehe ich auch deutliche Unterscheide.

      Usw. — Spiele sind kein Kulturgut mehr, Jugendschutz ist auch wieder da., etc.

      Aber vielleicht lese ich falsch herum? Kannst Du evtl. noch mal direkte Links liefern, dies würde es für mich vereinfachen.

      Spontan würde ich „Tabea Rößner u.a.“ nicht wählen, ich finde ihr Stil macht die Dinger nicht deutlicher, er macht sie perfide schwammiger.

      Gute Nacht und danke für die Antwort.

      1. Dito gilt für Software Patente und

        Lichtblicke sind: Malte Spitz u.a., „.. unter freien Lizenzen stehenden Lern- und Lehrinhalten“ und der Bundesvorstand der Grünen Jugend (NetN). und „“in den Diktaturen unserer Zeit, aber auch in demokratischen Staaten““

        Den Hinweis auf Lock-In als Barrieren finde ich auch gut.

        Als Fazit der Grünen NP kann wohl dieser Satz gelten:

        „Die Inhalte im Internet können nicht pauschal als Gemeingüter bezeichnet werden.“

        http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/395/395324.aenderungsantrag_zu_d02.htm

    2. Mein Fazit: Die Anträge von „Agnes Krumwiede u.a.“ und “Tabea Rößner u.a.” versuchen vor allem das herkömmliche Urheberrecht zu zementieren, ohne auf die durch den technischen Wandel geschaffenen gesellschaftlichen Fakten in irgendeiner Weise einzugehen. Um dies wirklich ernsthaft zu erreichen, muss man, wenn man es den wirklich will, eigentlich drastischer Dinge wie Netzsperren oder Kryptografieverbot einführen. Zumindest Netzsperren werden bei den Grünen durch Änderungen am Antrag nicht mehr ausdrücklich ausgeschlossen. Im Vergleich zum Pathos den der Antrag durchaus beim Lesen bietet, zeigen die Änderungen daran in eine deutliche andere Richtung. Alles in allem: Recht halbherzig, Revolution nach außen, Innen konservativ; zusammengenommen: Stillstand. Diese hilft den Künstlern nicht, verschleppt nur das Problem und führt damit zu mehr Abmahnung, mehr Netzsperren-3-Strikes-Forderungen und Unsicherheiten. Gefühlt werden die Grünen gerade zur FDP der Kreativen.

      1. Achja: Klare Ansagen zur Verkürzung der Schutzfristen sind auch gestrichen worden.

        http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/395/395350.aenderungsantrag_zu_d02.htm

        Streichen ohne vorab zu zitieren ist auch kein feiner Stil. Dort stand mal:

        Eine deutliche Verkürzung bzw. Flexibilisierung der Schutzfristen z.B.
        auf fünf Jahre muss mit der Möglichkeit der Neuverhandlung einhergehen. Das bedeutet: Eine fünfjährige Schutzfrist ab Veröffentlichung mit anschließender, gebührenpflichtiger mehrmaliger Verlängerungsoption.

        Mal eine andere Frage: Wie sollten eigentlich demnächst Bibliotheken funktionieren? Gibt es da von den Grünen auch schon etwas zu?

    3. herr bode, ich wollte ihnen mit meinen sätzen nur meinen dank für die beschimpfungen und vorwürfe ausdrücken. das thema scheint mir in besten händen.

      und nein: wir sind hier nicht bei twitter. es kommt bisweilen vor, dass mir schlicht die lust fehlt, auf manchen kommentar allzu ausführlich zu antworten. selbst bei themen, die mir sehr am herzen liegen, drücke ich großes entsetzen viel zu oft mit sarkasmus aus. und der ist im netz schwer zu erkennen, ich bekenne mich schuldig, ihn nicht genügend gekennzeichnet zu haben.

      aber mal ehrlich: was hatten sie denn erwartet? dass nach ihrem poltern hier die super mondschein-streichelrunde mit verständniskeks losbricht? oder dass der thread qua amt und lautstärke beendet ist, weil hier ja eh keiner diskutiert sondern alle nur in einen grünen pool pinkeln wollen? und all das ohne ein sachliches argument, das sich die leser hier bis morgen gemerkt haben?

      so sehr ich ihr engagement in der bundesarbeitsgemeinschaft schätze – und das meine ich nicht nur von der ganz alltäglichen mühe her, sondern auch bezogen auf ihr gefühl, dem sie ja nachhaltig ausdruck verliehen haben – so bestürzt bin ich über die kluft zwischen ihren forderungen und ihrem tonfall. der allein macht keine kontroverse.

      ich weiß jetzt, dass ich nicht erwarten konnte, dass ihnen das aus meinen knappen worten ersichtlich wäre. hätten sie doch ihren ärger heruntergeschluckt und hätten ruhig und sachlich einen besseren diskussionsgang skizziert. ich wäre sicher nicht der einzige, der ihnen und den gruppen, in denen sie sich engagieren, zugute gehalten hätte. sie hätten mich nicht nur herausfordern, sondern überführen und vielleicht sogar einbinden können. schade.

      wertschöpfungsmodelle suchen. musik aus der steckdose. wir sind nicht mehr in den neunzigern, solche phrasen scheinen mir eher beschämend als unmissverständlicher, gerechter zorn.

      .~.

      p.s.: kleiner lesetipp aus einer galaxis mit noch heterogener diskussionskultur.

  12. Wen interessiert heutzutage schon die Außenwelt?

    Für die einen endet der eigene Horizont an seiner Facebookwall, andere interessieren sich nur für die neusten witzigen YouTube Videos, die meisten wissen gar nicht was außerhalb ihres Landkreises so vorgeht, und viele gucken gar keine Nachrichten oder lesen Zeitung. Man hat schließlich genug damit zu tun arbeiten zu gehen, den Hasuhalt in Schuss zu halten und sein Geld zusammenzuhalten.

    Was interessiert da schon Politikgerede. Da wird auf Durchzug geschaltet wenn man mit „Skandalen“ anfägt, man hat einfach keine Chance, wenn man nicht als Spinner ausgegrenzt werden möchte.

    Solange man surfen, einkaufen, tanken und arbeiten gehen kann ist doch die Welt in Ordnung. Ab und zu ne CD oder ne Bluray kaufen, vlt. mal ins Kino oder was trinken gehen. Funktioniert doch alles, was interessiert einen der Rest?

    Willkommen im Reallife!
    Greetz,
    GHad

  13. Ghad, gibt es auch eine Begründung und Erläuterung zu diesem Beitrag?
    Icke: Das mit dem Streichen ist ein technischer Vorgang. Manche kennzeichnen das Zitat, andere nicht. Was gestrichen wird, ergibt sich aus der Zeilennummer. Also zuerst ist der Gesamtantrag zu sehen und dann die jeweligen Änderungsanträge mit den Zeilennummern, die geändert oder gestrichen werden sollen.
    Ansonsten: Icke, das ist wenigstens ein Versuch, sich mit den Inhalten auseinandersetzen. So sollte es laufen und nicht einfach mit gegenseitigen Anschuldigungen.

    1. @Rainer Bode: Danke, aber ich bin etwas entsetzt und finde das hier gezeigte Vorgehen eher gelb als grün.

      Gibt es irgendwo Texte, wie sich die Grünen die Bibliothek der Zukunft vorstellen? Mit den bei den Grünen gesetzten Grundlagen sehe ich nämlich keine Zukunft mehr für diese.

      1. Naja, ich unterstelle nicht immer gleich das Schlimmste, dass ist mir alles zu viele fefe-Jüngertum. Immer nur auf Extremen zu beharren bringt nicht weiter, aber in dieser Zeit wird Konsens meist als Schwäche ausgelegt, auch wenn Politik im Prinzip nichts anderes als Konsenssuche ist. Einige der Änderungsanträge kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht sinnvoll finde.

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