Mal was neues: Netzsperren gegen Verletzungen des Urheberrechts

Der Bundesverband Musikindustrie, der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechten haben heute das vierteljährliche Update ihres Katalogs dystopischer Forderungen zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen herausgebracht.

Dieses Mal geht es – wie hätte es anders sein sollen? – um die Anonymität und – alter Hut! Aber bald ist ja wieder #fsa– um Netzsperren.

Aber dort, wo auch den Behörden eine Aufklärung nicht gelingt, ist die Politik gefragt, als ultima ratio den Internet Service Providern den klaren Auftrag zu erteilen, die Anonymität von Rechtsverletzern aufzuheben und anonym betriebene illegale Seiten unerreichbar zu machen.

Besonders schön an der Pressemitteilung: Die zitierten Zahlen sind recht nüchtern und deuten auf alles andere als eine die Industrie in Verderbnis stürzende Massenkriminalität:

Unter allen Internetangeboten für TV-Serien dienen Online-Mediatheken der TV-Sender den meisten Nutzern (26% von 2 Millionen) als Anlaufpunkt Nummer 1. Beliebteste illegale Quellen waren in 2010 auch für TV-Serien-Inhalte solche illegale Streaming-Portale, wie kino.to & Co. (10%), gefolgt von Sharehostern (8%).

Die Replik des Digitale Gesellschaft e.V. trägt den Titel „Jammern der Musik- und Filmindustrie selbstverschuldet – Rechtslage und Anbieter benachteiligen Nutzer“

„Wer nur teure und dann auch noch mangelhafte, restriktive Angebote macht, darf sich nicht wundern, wenn der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt“, sagt Markus Beckedahl. „Ein überteuertes Auto, dass man zudem nur Dienstags und bei Regen fahren darf, kauft ja auch keiner freiwillig, wenn er stattdessen auch einfach den Bus nehmen kann.“

Disclaimer: Ich engagiere mich bekanntlich im Verein Digitale Gesellschaft, Stellungnahmen anderer Gruppen habe ich bisher nicht gefunden, ich nehme sie bei Hinweis direkt in den Artikel auf.

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