Kultur

Leck bei Wikileaks?

Es bleibt spannend: Der Freitag berichtet heute von einer im Internet kursierenden Datei, die unredigierte und unveröffentlichte Cables enthalte, und spekuliert, es könnte sogar der vollständige Wikileaks-Cablegate-Datensatz sein.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Die Datei mit dem Namen „cables.csv“ ist 1,73 Gigabyte groß und enthält schon veröffentlichte Botschaftsdepeschen sowie zahlreiche unveröffentlichte Berichte, unter anderem über Gespräche von US-Botschaftsmitarbeitern mit namentlich oder anderweitig identifizierbaren „Informanten“ sowie „mutmaßlichen Geheimdienstmitarbeitern“, etwa aus Israel, Jordanien, dem Iran und Afghanistan.

Julian Assange ist wegen dieser Datei anscheinend beunruhigt, und und rief aus Sorge um die Sicherheit der Informanten bei Freitag-Herausgeber Jakob Augstein an, der ihm versicherte, daraus nicht zu veröffentlichen. Die Datei sei zwar mit einem Passwort geschützt, aber… 

Das geheimnisvolle Passwort, das zur Entschlüsselung der Daten notwendig ist, soll von Assange selber weitergegeben worden sein. Die Person, die das Passwort von Assange erhalten haben will und es inzwischen veröffentlicht hat, gibt an, keine Kenntnis von der Datei im Besitz des Freitag zu haben. Sie sei davon ausgegangen, dass es sich bei der von Assange übergebenen Phrase um ein temporäres Passwort gehandelt habe, das nach einer Zeit seine Gültigkeit verliere.

Bereits vor einiger Zeit hörte ich aus vertrauenswürdiger Quelle erste Gerüchte über diese Datei, die erwähnte Person und das (veröffentlichte) Passwort, hielt es aber trotzdem zunächst für eine Schauergeschichte. Bisher waren alle Cables bekanntlich nur redigiert veröffentlicht worden, um Gefahr für Betroffene (Kollaborateure etc.) auszuschließen. Wenn dieses Wissen nun also tatsächlich in die Hände der falschen gelangt ist, war all diese Arbeit umsonst und das Ansehen Wikileaks‘ nimmt erheblichen Schaden.

So etwas darf ganz einfach nicht passieren. Der Freitag spekuliert dass dieses Leck ein möglicher Grund sein könnte, weshalb Daniel Domscheit-Berg sich geweigert hat, Julian die berühmten Daten auszuhändigen. Daniels Verhalten könnte man dann fast schon als edelmütig bezeichnen: Lieber den Shitstorm durchstehen und der Buhmann sein, weil man die Platte gelöscht hat, als durch einen Hinweis auf das Leck, oder gar durch das Aushändigen der Platte die Betroffenen und Wikileaks noch mehr in Gefahr zu bringen.

Sicherlich aber wird eine Version der Geschichte, dass Daniel selbst diese Datei in Umlauf gebracht haben soll, auch nicht lange auf sich warten lassen, sonst wäre es ja langweilig.

Der Freitag betont einen wichtigen Punkt: Es ist der menschliche, und nicht der technische Faktor, der Whistleblower und Leaking-Plattformen in Gefahr bringt, sei es im vorliegenden, oder im Fall von Bradley Manning.

85 Kommentare
      1. wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle technisch versierten, die diesen Artikel, den Heise-Artikel oder den originalen Artikel gelesen haben + die ~x00 Leute, die die GT übersetzung gelesen haben über Twitter, in den 10 Stunden, in denen diese „leicht zu findende Datei“ bzw das „leicht zu findende Passwort“ im Internet bekanntermaßen! und genanntermaßen „rumkursieren“, genau… gar nichts gefunden haben, wenn es doch etwas zu finden geben soll?

        Alles merkwürdig. Sehr merkwürdig.

      2. lol oO dagenblad information (weiterer partner von OL) meint, sie hätten die file locker total einfach gefunden und geöffnet und sie hätte genauso viele cables wie wl angekündigt hat.

        ich hätt gern ne tüte popcorn

  1. Och, es WÜRDE ja durchaus zu DDB’s bisherigen Verhalten passen. Denn Edelmut, sorry, den konnte ich bei ihm nicht erkennen. Allerdings traue ich nicht einmal ihm etwas so extremes zu. Nun, ich hoffe es jedenfalls.

      1. Ich vermute es ist sehr sehr schwierig den Konjunktiv in meinem Post zu finden. Genauso wie meine Einschätzung, daß ich es nicht einmal ihm (DDB) zutraue. Aber ich habe natürlich wieder einem kleinen Fanboy auf die Füße getreten, weil ich auch nur die Möglichkeit in Betracht gezogen haben. :]
        Stinks Stinks Stinks

      2. Konjunktiv alleine reicht nicht, um sich eine Aussage nicht zu eigen zu machen. Auch Wortwahl, Ausgewogenheit und Grundtenor spielen z.B. eine rolle.

        Und wieder mal reicht das niveau nicht ueber eine Ad-Personam-Attacke hinaus – wie so typisch ist bei Diskussionen zu diesem Thema…

  2. Laut dem Freitag-Artikel tauchte die fragliche Datei kurz nach Übergabe von OL an das CCC-Vorstandsmitglied AMM auf! Inwiefern ist das jetzt die Schuld von WL, wie hier vom Author angedeutet wird?
    Anzunehmen wäre wohl, dass entweder kurz VOR (durch OL-Leute) oder NACH der Übergabe (durch AMM, ein anderes CCC-Mitglied?) die Datei ins Netz gestellt wurde oder einfach durch Schlamperei beim Anlegen einer Kopie!!!.
    Das WL/Assange in die Schuhe zu schieben grenzt schon an Verleundung!

    PS: Wo bleibt da der Hinweis, dass Cablesets laut dem ehemaligen WL-Mitarbeiter @jamesrbuk von OL-Leuten wahllos an (Konkurrenz)medien weitergeben wurden (vermutlich um Assange die alleinige Kontrolle zu entziehen)? Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass dabei eine Kopie ins Netz gelangt ist!

    Und inwiefern ist es die Schuld von Assange, wenn die Person, der er vertraut hat, aus welchen Gründen auch immer (vermutlich um ihm „eins Auszuwischen warum auch sonst?) das Passwort zur Cabledatei im Internet veröffentlicht? Wenn ich bei einem Freund meine Kreditkarte liegen lasse und er bereichert sich damit, ist auch ER der Betrüger und NICHT ich!!

    1. Sorry, das ist bullshit, die Datei ist schon ewig da draußen unterwegs und sicherlich nicht auf dem von dir vermuteten Weg nach draußen gelangt. Die Datei ist auch nicht das Problem, sondern das Passwort, das ausgeplappert wurde.

      1. von Julian an eine eindeutig NICHT vertrauenswürdige Person und ohne zwingenden Grund, 2. dann von dieser Person. Sprüche wie „inwiefern ist es die Schuld von Assange, wenn die Person, der er vertraut hat…“ werden dem Ernst dieser Situation nicht gerecht.

      1. Ehm wieso ist die Datei nicht das Problem hm? Weil du das sagst? Hier ist das wahre Problem: das jetzt alle wissen, wie die Datei heisst, dh wo man sie findet -dazu gibts noch eine Hinweis auf das Passwort!

        PS: Im Freitag-Artikel wird sehr wohl behauptet, dass die Datei kurz nach Übergabe von OL an den CCC im Internet auftauchte! So ein Zufall….

      2. Liebe Susanne,
        da ich den Kommentar jetzt schon auf 2 verschiedenen Seiten gelesen habe, fasse ich nochmal kurz zusammen:

        Die Datei, um die es geht, kursiert schon seid Monaten und ist auch schon auf einigen Rechnern gelandet, unter anderm war sie zwischendurch auch per Bittorrent zu bekommen.

        Das jetzt irgendein Akteur, der ein besonderes Intresse daran hat (z.B. CIA, Iranischer Geheimdienst) das noch nicht bekommen hat, ist absolut unwahrscheinlich. (Gut der Name steht zum erstenmal auf einer viel gelesenen Nachrichtenseite, ich vermute aber mal das die Freitag-Leser eher keine Gefahr für die Diplomaten und Informanten darstellen.)
        Der Name ist außerdem wohl nicht besonders schwer zu erraten.

        Insofern ist das Problem in der Tat, dass es wemAuchImmer möglich war das Passwort dazu zu im Internet zu finden.

      1. OL/DDB hat ein Cableset an AMM vom Chaos Computer Club übergeben. Heute werfen sie AMM vor, dass er für das Datenleck verantwortlich ist! Wer weiss schon, ob das ein Versehen (beim Kopieren) oder Absicht wahr oder wer (OL oder AMM) die Daten online gestellt hat?

        PS: Lies bitte den Freitag-Artikel!

  3. Das soll neu sein? Das geisterte doch schon irgendwann Anfang des Jahres herum, damals dass eine (norwegische?) Zeitung bereits die kompletten Cables habe und daraus dann zitierte. Und

    Wann leakt denn eigentlich Openleaks mal was, oder ist das gar nicht vorgesehen? Der Buhmann ist DDB für mich wegen seiner Trivial-Sensationsliteratur, seiner Wichtigtuerei, seinem Geltungsdrang, seinem gekränkten Ego, seinem komischen Geschäftsmodell, oder weil er Leute ungefragt bevormundet, die Sachen veröffentlicht haben wollten, indem er diese (angeblich aus Sorge um sie) löscht, obwohl ihn niemand darum gebeten hat. Aber sicher nicht, weil er irgendwie „edelmütig“ wäre und ich ihn „mißverstehe“.

    Warum ihm so eine omnipräsente Fanbase hinterherrennt und verteidigt, verstehe ich nun garnicht, alles was der Mann bisher produzierte, waren heiße Luft und „Mißverständnisse“. Steht ihr da so drauf? Oder beeindruckt euch Gelaber, und ihr bestellt auch bei Spammern und kauft bei Hausierern? Ich steh mehr auf echte Leistung.

    1. @susi2: Inwiefern ist klar, dass der CCC an dem Leck Schuld sein soll? Es gibt seit Monaten Gerüchte, wonach es mehrere Kopien der Cables gab. Medien außerhalb der ursprünglichen Kooperationspartner hatten diese plötzlich aus unbekannter Quelle. Da gab es noch kein Openleaks.

      1. Ich hab nicht behauptet, dass der CCC schuld ist! Dieser Vorwurf stammt von OL/DDB!

        PS: Der ehemalige WL-Angestellte @jamesrbuk hat behauptet, dass OL-Mitarbeiter Cablesets hinter dem Rücken von WL an (Konkurrenz)medien weitergereicht hätten! Dabei könnte ebenfalls eine Kopie ins Netz gelangt sein!

  4. Ist die Depeschensammlung nicht schonmal ganz zu Anfang veruntreut worden und so bei der New York Times gelandet? Wirklich sicher war die wohl nie… Nun also als Download frei verfügbar. Das wirft zwar ein schlechtes Licht auf Wikileaks. Andererseits finde ich es aber nicht wirklich überraschend.

    Der vermutete Edelmut von Daniel Domscheit-Berg ist ja schön, wenn er sich als echter Edelmut entpuppt. Die Probleme bleiben aber trotzdem bestehen. Wenn die letzten zwei Wochen etwas gezeigt haben, dann dass bei Openleaks ein echtes Kommunikationdefizit besteht. Und das bei einem Projekt, was die eigene Transparenz hochhält. Abgesehen von Domscheit-Berg frage ich mich aber auch, was machen eigentlich die anderen Mitglieder? Openleaks sollte doch gerade keine Ein-Mann-Show werden.

    Der Verweis auf den „Unsicherheitsfaktor Mensch“ kommt mir ein wenig zu gefällig daher. Insbesondere da er von den Journalisten kommt. Die waren in die Missverständnisse und Fehlkommunikation angefangen mit der Eskalation auf dem CCC Camp schließlich auch verwickelt.

    1. Haha ist dass mit der 1-Mann Show endlich einmal jemand anderem als mir aufgefallen? Wurde ja langsam Zeit! Demokratische Strukturen sehen jedenfalls anders aus!

    2. Positive Verschwörungstheorien machen Spass, man kann richtig in Laune kommen. Beispielszenario:

      Wenn Mister Y in einem Verein tätig ist und einen Schlüssel zum Vereinsheim besitzt, der dem Verein gehört, und aus dem Verein ausgeschlossen wird, dann ist er vor und nach seinem Ausschluss im Besitz des Schlüssels. Y hat also nichts gestohlen und nichts mitgenommen. Er wird sich gegen den Vorwurf wehren den Schlüssel entwendet zu haben und zugleich freimütig zugeben, dass er im Besitz von einem Schlüssel des Vereins ist. Manche Beobachter werden die beiden Aussagen widersprüchlich finden.

      Im Freitag Nerds ohne Nerven:

      „Domscheit-Berg [..] sagt im Interview mit dem Freitag: „Nein, ich habe keine Dokumente von Wikileaks mitgenommen. Und wir haben auch sonst keine Schatzkiste, aus der wir uns bedienen könnten.“ Andy Müller-Maguhn schäumt. Der Vorstand des CCC schließt Daniel Domscheit-Berg aus, vorgeblich weil er durch seine Ankündigung des Tests das Ansehen des Hacker-Clubs geschädigt habe. Im Spiegel sagt Müller-Maguhn: „Der CCC ist kein TÜV. Wir lassen uns nicht vereinnahmen“. Außerdem stelle er wegen der unwahren Aussage Domscheit-Bergs im Freitag seine Vermittlung ein.“

    1. Der Legende nach hat Bradley Manning die Cable-Dokumente auf einer selbst gebrannten, mit ‚Lady Gaga‘ beschrifteten CD von seiner Arbeitsstelle herausgeschmuggelt.

      Diese Assoziation waere mein erster Gedanke.

    1. Eine positive VT schadet niemandem, und das Risko für dich jmd. Unrecht zu tun ist geringer. Ein freundlicheres Menschenbild tut der Seele gut…

      1. sag ich doch, beste VT seit langem :)

        ständig nur dieses „schäuble will den totalen überwachungsstaat, um dir in deiner wohnung den stuhlgang zu analysieren“ zeug schlägt doch mit der zeit aufs gemüt, oder?

      2. @shaiSegal
        Schäuble? Schäuble steht doch hinter der ganzen Freiheit statt Angst Bewegung! Schäuble ist ein echtes Idol, mehr noch als in seiner Partei. Die rennen alle mit ihm auf dem T-Shirt rum. Der Schäuble ist für die jungen Menschen so eine Art Datenschutz Che Guevara. Wie der als Innenminister die Verfassung geschützt hat, meine Herren!

  5. also:
    ad 1.) niemand findet die Datei (oder das dazugehörige Passwort ;D)
    ad 2.) ein Hacker „verschlüsselt“ eine Datei mit einem Passwort, das eine „Phrase“ ist? Klar, sowas wie „IschliebedischmeinZuckerschnütchen“? (wobei… das wäre nun wieder fast stark ). Das tut wirklich schon fast weh.
    ad 3.) worin besteht eigentlich die Schwierigkeit, den vorhandenen Cables-Leak an Afterposten (oder wie immer die heissen) zu packen und zu verschl… sorry… mit Passwort zu schützen, hochzupacken und zu behaupten „Hui Julian hat mir das PW gegeben, jawollja“. Zumal GENAU zu der Zeit des großen Streites, bei dem DDBs Reputation baden geht. (das ist keine VT, sondern eine ernstzunehmende Frage, die nicht nur ich stelle ;) )
    ad 4.) witzig… der Artikel wurde in Windeseile von Freitag überall hin übernommen… und keiner findet die Datei. Kein einziger. Blubbs. Gar nichts. Das finden selbst einige Journalisten, mit denen ich heute gesprochen hab, merkwürdig ;)
    ad 5.) Julian ruft an. Er macht sich Sorgen um die unredigierte Veröffentlichung von Cables. Letzten Freitag stand noch nicht fest ob/dass DDB die Daten vernichtet (hat). Es steht NIRGENDWO dass er sich auf einen Internetleak bezieht! Und wäre diese File tatsächlich (vor allem mit dem Titel) im Netz, wäre glaube ich das Team um WL mit am schnellsten beim Finden und DDB anspucken. (ja, auch wenns ihnen selber abhanden gekommen wäre).

    Ein Schelm… und so weiter.

      1. Phrase ist aber nunmal ein Satzteil ;) und keine beliebige Aneineranderreihung (dieses Wort sieht falsch aus?) von Wörtern à la Großmutter Kanarienvogel Verschwörungstheorie

    1. zu @dike 2.)
      Vielleicht beruht das, worüber sich einige anscheinend köstlich amüsieren können, auch einfach auf technischer Unwissenheit seitens des Freitag-Redakteurs (dort stand nur „Phrase“) kombiniert mit der Unwissenheit von gelangweilten Kommenatoren.

      Entgegen den hiesigen Vermutungen und denen der Kommentatorin „homocarnula“ auf Freitag.de (aus deren Kommentar ja auch das Beispiel „Ischliebedisch…“ stammt), stellt eine Passphrase [en] gegenüber einem Passwort [de] eine Steigerung der Sicherheit dar, da der 0815-User mit zunehmender Anzahl getippter Zeichen auch unterschiedlichere Zeichen einbaut. Eine schöne Zusammenfassung hat Jeff Atwood (der Gründer von stackoverflow.com) mal veröffentlicht: Passwords vs. Pass Phrases (17.07.2005).

      Siehe auch Wikipedia: „Ein Passwort (englisch password), auch Passphrase, Kennwort, Schlüsselwort, Codewort (auch: Kodewort), Losung, Losungswort oder Parole […] war im Militär ursprünglich ein als Erkennungszeichen dienendes Wort […]“.

  6. „Hat am Ende Linus Neumann die Datei veröffentlicht?“
    Nur weil der Konjunktiv verwendet wird, heisst das nicht dass Du nicht trotzdem den Anti-WL-Spin des Freitags weiterverbreitest. Da reicht halt ein Fragezeichen nicht, wenn im weiteren Text dann Fanboy-Treue zu DDB geschworen wird.

  7. Also laut dem letzten Heise-Artikel dazu, bezog sich die Kritik an „Cablegate“ tatsächlich auf diese kursierende Datei:

    Gegenüber heise online begründete Domscheit-Berg die Löschung mit der Veröffentlichung der Datei cables.csv: Wer solche Fehler mache, dem vertraue er nicht noch weiteres Material an, das Menschen in Schwierigkeiten bringen könne.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/OpenLeaks-Medienpartner-veroeffentlicht-Sicherheitsluecke-von-Wikileaks-1331075.html

    Das ergibt schon mehr Sinn.

    1. Also eine Datei, die DDB und der Freitag gefunden haben. Und evt noch Herr Borchers. Die aber sonst niemand findet. Auf die sich JA nicht bezogen hat (sonst wäre das SO sicher im Artikel gewesen ;) „Assange machte sich sehr große Sorgen wegen der Datei schiessmich.tot, die momentan im Internet circuliert“).

      Und das konnte er nicht schon die letzten Tage sagen, sondern dachte sich immer neue Erklärungen aus bzw „Statements“ was jetzt nun gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht gelöscht nicht gelöscht wurde?

      Da kann man irgendwie nur verlegen hüsteln.

  8. Ich möchte nur noch eines wissen:

    Wann heiraten Julian und Daniel?

    Bin ich eingeladen? Gehe ich hin? Das sind die Fragen, die mich bewegen, die Welt bewegen.

    Sonst noch was? Ach ja, mein Hund hat gerade gerülpst. Eine Nachricht für Twitter, Facebook und Konsorten?? Aber immer. Sie möchten ja aktuell sein.

    1. Mir ist grad ein Sack Reis umgefallen!
      Schade, dass konstruktive Diskussionen zu dem Thema unmöglich geworden sind!
      Womöglich isst einer der beiden gerne Reis? und jetzt hab ich ihn kritisiert, weil ich Reissäcke für instabil und unsicher halte?

  9. ich habe heute mein abo beim freitag gekündigt. ich fand den artikel auf der titelseite sehr polemisch und unseriös. auch wie der freitag den ccc kommentiert hat gefällt mir nicht. schade.

  10. Endlich ein offizielles Statement von Openleaks… moment, wartet… doch nur ein weiteres Interview mit Daniel Domscheit-Berg: http://science.orf.at/stories/1687168

    Also so richtig nachvollziehen kann ich das ganze nicht. Mit Openleaks sind sie später in genau der gleichen Lage, dass sie Daten bekommen, die sie selbst nicht veröffentlichen wollen und deshalb an Medienpartner weiterreichen.

    Und wenn sie ihren Quellcode in absehbarer Zeit nicht öffnen wollen, danach sieht es ja nicht aus, wäre mir wohler, wenn sich ein anderes Projekt findet, dass ein überprüfbares Konzept aufstellt oder Openleaks reverse-engineert. Alternativ wäre ein Openleaks-Leak auch nicht schlecht, also außer für Openleaks selbst.

    1. und dass „260 000“ cables in unredigierter Form online seien (seit 24 stunden suchen leute die Datei oO nix findibus), fällt ihm jetzt NACH der Löschung ein als Totschlagargument? Something’s rotten in the state of Denmark. Ohne direkten Dateiverweis hätte er das so explizit doch schon längst sagen können.

  11. Die Datei habe ich mir schon vor einer gefühlten Ewigkeit nur aus Interesse geladen, aber bisher keine Lust verspürt nach dem Kennwort zu fahnden. Dann hab ich ja heute Abend was zu tun.

  12. Interessant ist, dass der Freitag schreibt, es wäre so leicht, die Datei zu finden, es aber den zig Neugierigen samt Anonymous und Co nicht möglich ist. Der nächste, der schreibt, dass es die Datei gibt, ist dann der nächste Medienpartner von DDB.
    Langsam wird es zum Trauerspiel.

    1. Mich wundert auch ein wenig, dass ich bisher keine Bestätigung gelesen habe, also „für jeden zugänglich“ würde ich das nicht nennen. Jetzt fällt mir aber auch auf, dass der Herr Borchers nur geschrieben hat:

      Das Leck bei Wikileaks wird vom Freitag nicht verlinkt, aber so beschrieben, dass die Suche danach im Internet möglich ist.

      Kein Wort davon, dass man die Datei auch finden kann, der Fuchs…

      1. Nix Fuchs. Gegenfrage: wie soll ein Journalist etwas so beschreiben, dass er nicht den Fehler wiederholt und möglichwerweise irgendwer ein Problem hat. Der Hinweis cables.csv ist so gemeint gewesen, dass eine verschlüsselte, komprimierte Datei existiert und ein öffentliches Passwort. Wenn beide zusammenkommen, entsteht besagte Datei.

  13. Lieber Herr Augstein,
    Lieber Herr Kraft,

    es ist natürlich verständlich, dass Sie sich als Medienpartner von OpenLeaks – wofür auch immer das Open stehen mag, denn weder ist die Plattform „opened“ noch ist sie „open“ – mit Freuden an der Schlammschlacht gegen Wikileaks beteiligen und dies noch mit ziemlich abstrusen Gedankengängen.

    Dass Ihr Artikel über die angeblich im Netz frei verfügbare „Cables.csv“ inklusive Passwort grober Unfug ist, dürfte Ihnen bereits vorher und den, durch Ihren Artikel auf die Suche geschickten, Benutzern und Journalisten mittlerweile klar sein.

    Aber es ist immerhin ein geschickter Schachzug, im Streit zwischen WL und OL, einfach einmal zu behaupten, dass diese Datei frei verfügbar ist , man im Besitz der Datei ist und abzuwarten ob sich ein Julian Assange zu Wort bei Ihnen meldet. Dass Julian Assange wirklich so dumm war, sich bei Ihnen zu melden, zeugt nicht gerade von all zu grosser Cleverness, wobei ich mir hier noch vorbehalte auf die Stellungnahme von Julian Assange zu warten und dann meine Meinung ggf. zu revidieren.

    Zitat aus Ihrem Artikel:
    „In der vergangenen Woche klingelte abends bei Freitag-Verleger Jakob Augstein das Telefon. Julian Assange meldete sich. Der Wikileaks-Chef sitzt seit Dezember 2010 in einem Landhaus in der englischen Grafschaft Norfolk. Er hat eine elektronische Fessel am Fuß und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Assange streitet gegen seine Auslieferung nach Schweden, wo ihm ein Verfahren wegen Vergewaltigung droht. An diesem Abend aber machte er sich Sorgen um eine bevorstehende Veröffentlichung im Freitag zum Streit zwischen Wikileaks und Openleaks über die US-Botschaftsdepeschen, also jenen 250.000 Dokumenten des US-Außenministeriums, die im vergangenen Jahr in die Hände von Wikileaks gefallen waren.“

    Ich frage mich hier allerdings, woher denn Julian Assange wusste, dass „der Freitag“ einen entsprechenden Artikel veröffentlichen möchte ?
    Hatten Sie Ihn vorher angerufen oder wie war der schwerstkriminelle Vergewaltiger , der sein Haus ja nicht verlassen darf, an diese Information gekommen ?
    Und so nebenbei, dürfte ich auch die Nummer von Herrn Augstein bekommen, um Ihn abends anzurufen ?
    Er muss nicht unbedingt Medienpartner von mir werden, aber wenn er seine private Telefonnummer schon so frei herausgibt, würde ich mich freuen, ebenfalls zum erlauchten Kreis gehören zu dürfen.

    Aber versuchen wir einfach Einmal aufzuklären, wie Sie denn in Besitz des fraglichen gepackten Files gekommen sein könnten:
    – Über den erwähnten „Leaker inside“ im Artikel http://www.businessinsider.com/vanity-fair-julian-assange-2011-1
    – War es Nick Davies ?
    – War es Heather Brooke ?
    – War es Daniel Domscheidt-Berg ?

    Da die Datei nebst Passwort nicht im Netz zu finden ist, können wir den Personenkreis auf diese drei Personen plus „derArchitekt“ eingrenzen, sofern nicht noch weitere Mitglieder von Wikileaks Zugriff auf den vollständigen Datenbestand hatten.

    Da nur Sie wissen, wer Ihnen diese Datei gegeben hat – aus dem Internet kommt sie nun wirklich nicht – würde ich mich sehr über eine Klarstellung freuen.

    Lieben Gruß

    PX3

  14. „Sie sei davon ausgegangen, dass es sich bei der von Assange übergebenen Phrase um ein temporäres Passwort gehandelt habe, das nach einer Zeit seine Gültigkeit verliere.“

    Sachtmal, kann mal jemand erklären was damit gemeint sein soll? Also inwiefern kann ein Passwort, was einen Datensatz verschlüsselt, nach einer Zeit seine Gültigkeit verlieren? Das ist ja rein technisch schlecht vorstellbar.

  15. btw hat immer noch niemand diese „datei“ oder das Passwort (das ja höchstwahrscheinlich einer um Nick Davis ins Internet gepackt hätte, denn nur die Passwortübergabe würde zu der Geschichte passen. Und wie weit man WL anlasten kann, dass ein ehemaliger Partner, der nunmehr seine Reputation darauf aufbaut gegen WL und JA zu dissen, aber gleichzeitig Cables, die momentan von den Crowdsourceres gefunden werden, als eigene Funde zu verkaufen, ein Passwort, dass auf einer Serviette aufgeschrieben war, ins Internet packt… err joa, das kommentier ich nicht?) gefunden. So viel zum Thema „OMG OMG Die Großmutter von nebenan kann die Datei finden“

    Man, was eine Farce, und die TAZ springt auf :-/ Tschüssn Abo.

    1. so wie Spiegel den „Leak“ beschreibt, passt es zu meiner Story. Dann seh ich den Fehler aber nicht bei WL, verdammte Hacke nochmal.

      (Einer um) Davis stellt das Passwort online (temporäres… klar.). Spiegel SELBST schreibt „WL SYMPHATISANTEN stellen die Datei online“.

      Wo zur Hölle ist jetzt der Fehler von WL? oO
      Einem Journalisten ein Passwort zu geben für eine File, die er und seine Kollegen nunmal bearbeiten sollen?

      Dass es WL Symphatisanten gibt, die zu dumm sind, um eine Datei zu checken die sie online stellen?

      1. Hmm, räusper, ausgerechnet Davies hat überhaupt kein Passwort online gestellt, es ist viel kurioser, aber nah dran. Wer die Geschichte verfolgt (und das tun nicht nur die Schlapphüte) hat das entziffert. Und, zu den Vorwürfen:

        Spon schreibt, dass WL-Sympathisanten die Datei raushauten

        OL meint, dass WL, speziell eine zentrale WL-Person die Datei raushaute.

        Ich bin mir nach vielen OL-Wortdrehungen nicht sicher, welche der beiden Darstellungen OL und WL (hinter Spiegel steht wohl AMM) ich folgen soll. Man könnte für beide Beweise verlangen. Ich wüsste aber nicht, wie man das bei Torrents beweisen können soll.

      2. dann hätten wir noch Heather Brookes oder jemand anderes aus dem Dunstkreis ;)

        bzgl OL: mal ehrlich… WENN eine „WL-zentrale Person“ die Daten rausgehauen hätte, hätten die Herrschaften von OL das nicht gleich als Vorwand/Einwand/Durchwand/wasauchimmerwand für ihre Datenlöschung oder Nichtrückgabe genannt. Nicht ein schwammiges „Wir können nicht sicher sein, dass sie mit den Daten gut umgehen“ sondern „OMG OMG Ne file mit nicht redigierten Daten wurde von einer WL-zentralen Person in Umlauf gebracht“? (ohne Dateiname/Größe)

        Warum erst jetzt? NACH der Datenlöschung und der Aufregung darüber?

        Das ist eher: Mein Nachbar hat einen Brunnen. In den fällt ein Kind. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht zuhause. Ich mag übrigens meinen Nachbarn nicht weil der mir in den Garten macht ;) das erzähl ich auch der Polizei. Die tut aber nichts.
        8 Monate später werden die menschlichen Überreste gefunden. Ich sag den Polizisten vor Ort: „Ach ja, stimmt… ein Kind ist auch noch in den Brunnen reingefallen, aber das wollte ich jetzt so direkt nicht sagen“
        (sorry für den Zynismus ._. mir fiel grad nichts anderes ein)

      3. Zu Borchers: Wenn die Quelle für die Veröffentlichung des Paßwortes sich beim Freitag gemeldet hat und dies zugibt, warum sollte sie dann nicht im Rahmen der Transparenz genannt werden? Schließlich trägt sie die Hauptschuld an dem öffentlichen Zugang zu den unredigierten Cables! Sattdessen schiebt man die Schuld WL in die Schuhe, was OL sehr gelegen kommt. Ganz zufällog ist „Der Freitag“ auch noch ein OL-Medienpartner! Aber das spielt SIIIICHER keine Rolle!

      4. Was sollen eigentlich diese süffisanten Andeutungen von wegen „selber blöd, wenn ihr das nicht rauskriegt“ vor allem von jemanden, dem sich die Quelle anvertraut hat und der auch nicht von selbst auf diese gekommen ist? Wie wärs einfach mit Klartext reden?

      5. Moment jeder würde das PW wissen, wenn man weiss, welche Person es veröffentlicht hat? Wie passt das zusammen? Nur weil es von Person X veröffentlicht wurde MUSS das PW XYZ lauten? Eh klar!

        PS: Ich dachte, das PW stammt von A/WL?

      6. Moment willst du andeuten, dass das PW auf den Namen der Person lautet, die es veröffentlicht hat? Da es angeblich eine Phrase ist vielleicht „cables4XY“?

  16. Es versteht sich ja wohl von selbst, daß ein aufrechter brOkenLeaks-Sympathisant wie Linus Neumann seine Quellen nicht angibt. Quellenschutz, Sie verstehen!

    Und so geht der pro-brOkenLeaks Agitprop fröhlich weiter.
    Eine „vertrauenswürdige Quelle“ soll es gewesen sein, die ihm „erste Gerüchte über diese Datei, die erwähnte Person und das (veröffentlichte) Passwort“ zugesteckt hat.
    War diese „vertrauenswürdige Quelle“ vielleicht am Ende gar DDB höchstselbst? Oder waren es doch die Amseln auf dem Fensterbrett?

    Rührend wie Linus uns anschließend die Augen für den Edelmut von DDB öffnet. Der verhindert aufopferungsvoll und vollkommen selbstlos durch das heroische Löschen einer Festplatte, daß jemand die omimöse Datei aus dem Internet herunterlädt und sie mit dem streng geheimen, aber einfach zu findenden Passwort („Leberkäse“, (K. Anm. d. Red.)) öffnet.
    Leid und Verderben sind damit abgewendet, der Dax im Höhenflug und Irene dreht ab mit Kurs auf Nordkorea.

    Schön auch daß er Andere über den Gebrauch des Konjunktiv belehrt, selbst aber Aussagen aus dem Freitag wie „und rief aus Sorge um die Sicherheit der Informanten bei Freitag-Herausgeber Jakob Augstein an, der ihm versicherte, daraus nicht zu veröffentlichen.“ artig als Tatsache übernimmt.

    Ich hoffe nur durch meinen Kommentar wird er bei mir keine Borderline-Störung o.Ä. ferndiagnostizieren wie sonst… :(

  17. Zusammenfassung, Passwort und das Szenario hier:
    http://crowdleaks.org/cablegate-encryption-disinformation-campaign-against-wikileaks/

    „Daniel Domscheit-Berg said he didn’t know the password before reading the Leigh book, but apparently *did* know the hidden file name on Bittorrent. Using these two facts (password and the hidden file location), he then went around ingratiating himself with various players by handing them the entire Cablegate archive under the mutually deniable cover of “warning” them about the Leigh book. Enraged after being expelled from the CCC he “gave” the cables in this way to more and more people in exchange for alliances and positive spin culminating with the now infamous Freitag [= german media partner of Domscheit-Berg’s OpenLeaks] and Information.dk articles and now the thing is…
    A Guardian editor, David Leigh, who had a legal run in with WikiLeaks last year, betrayed the entire Cablegate decryption password in his book. Page 135-139 of “Inside Julian Assange’s War on Secrecy”….

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