Jörg Tauss will wieder in die Piratenpartei

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss will wieder in die Piratenpartei. Sein Problem dabei ist, dass die das nicht so toll findet. Tauss war der erste Bundestagsabgeordnete der Piratenpartei als er im Sommer 2009 von der SPD zu dieser wechselte, aber noch wenige Monate bis zum Ende der Legislaturperiode Fraktionslos im Bundestag sass. Nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung wegen des Besitzes von Kinderpornographie im Mai 2010 trat er aus der Piratenpartei aus. Bei Wikipedia wird sein Ausstieg folgendermassen erklärt:


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Bei der Bundestagswahl 2009 wollte Tauss zwar nicht für die Piratenpartei kandidieren, diese aber mit seiner Erfahrung im Wahlkampf öffentlich unterstützen. Die Piratenpartei hieß Tauss willkommen und verwies angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf die Unschuldsvermutung. Der Bundesvorstand der Piratenpartei sprach von einer „Schmutzkampagne“ der Staatsanwaltschaft gegen Tauss und kritisierte Tauss’ einstimmig aufgehobene Immunität als „Wahlkampfmanöver“.

Zwei Tage nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung am 28. Mai 2010 trat Tauss aus der Piratenpartei aus, um sie nicht durch eine „Tauss-Debatte“ zu belasten, die durch die „einhellig ‚tauss-feindliche‘ und obrigkeitsstaatlich orientierte Presselandschaft in Baden-Württemberg“ im Landtagswahlkampf 2011 zu erwarten sei.


Obwohl er ausgetreten war, spielte er weiterhin im Hintergrund eine Rolle, beispielsweise bei der Pressearbeit, auch wenn das immer weniger Piraten gefiel. In der Bundesgeschäftsstelle hat er vor über einem Monat schon Hausverbot bekommen, als Grund wurde uns genannt, dass „er allen auf die Nerven ging“ und bei der Arbeit störte. Der Bezirksvorstand Karlsruhe, der für den Mitgliedsantrag zuständig ist, hat jetzt die Entscheidung getroffen, ihn nicht wieder aufzunehmen. Das wird begründet mit:

Zwischen dir und der Partei wurde die Vereinbarung getroffen, dass du aus der Partei austrittst um Schaden von ihr abzuwenden. Es gibt gegenwärtig und offensichtlich beabsichtigt eine emotional geführte Diskussion um deine Person. Auch du selbst hast durch dein Verhalten dazu beigetragen. Solltest du jetzt wieder Mitglied werden, schadet dies dem Frieden und der Geschlossenheit der Partei. Wir sehen daher nicht, dass sich an der ursprünglichen Vereinbarung etwas geändert haben sollte.

Auf Twitter gibt es dazu viel Zustimmung, aber auch viele, die dafür oder einfach nur von der Debatte genervt sind. Tauss selbst arbeitet sich an der Kritik in seinem Blog ab, will sich mit der Begründung nicht zufrieden geben und weiterhin Mitglied werden, außerdem wittert er eine Verschwörung der Berliner Piraten, die ihm Stadtverbot gegeben hätten. Oder so.

105 Kommentare
  1. Die Debatte zeigt ein hohes Maß an politischer Unreife. Während sich einzelne Piraten an der Ausgrenzung unbequemer Antragsteller abarbeiten, macht Tauss gleichzeitig echte Politik:
    http://www.gulli.com/news/17409-die-strippenzieher-wenn-zusammen-kommt-was-nicht-zusammen-gehoert-2011-10-27
    Ich hätte mich gefreut, wenn die Aufklärung über den Missbrauche des Deutschen Bundestages von den Piraten gekommen wäre. Statt von dem „Zivilisten“ Tauss alleine.

    Ich denke, dass die, die nur über interne Machtfragen diskutieren und Macht missbrauchen, schnell die Piraten wieder verlassen werden. Ich habe ein ähnliches unprofessionelles Verhalten der Piraten auch auf den Diskussionsbords von denen beobachtet. Wenn sie nicht schneller erwachsen werden, kann es sein, dass sie die Wählergunst schnell vespielen und zur Eintagsfliege werden wie die Schillpartei mit flüchtigem Vorsitzenden.

    Dass Netzpolitik. org sich einseitig auf die Hausverbotserteiler stellt, die andere ohne Begründung rausschmeißen, ist das Gegenteil von ausgewogener Berichterstattung. Mann muss Tauss nicht lieben, aber man kann fair sein.

    1. Ich sehe das ähnlich wie Du.
      Eigentlich lege ich große Hoffnung in die Piraten-Bewegung für die Demokratie. Und die Demokratie hat neue Impulse, wie sie von den Piraten ursprünglich kamen und auch noch kommen, bitter nötig.
      Allerdings bekomme ich wirklich Angst dass, aus der Hoffnung nicht viel wird, wenn ich mir beispielsweise die Debatte um Tauss so ansehe.
      Versteht mich nicht falsch, mit geht es nicht darum, ob er nun wieder aufgenommen wird oder nicht. Mich stört vor allem die Art wie das Ganze zum Teil abläuft. Das hat in meinen Augen teilweise von-der-Leyen-Niveau.
      Ungeachtet, ob Tauss nun wieder Mitglied werden soll oder nicht, die Piraten haben jemanden mit seinem politischen Kow-How bitter nötig, damit das Ganze vielleicht überhaupt etwas wird. Ich hoffe, sie vergraulen ihn nicht vollkommen mit manchmal evtl. etwas komplett unüberlegten Aktionen.

      Noch ist meine Hoffnung nicht völlig gestorben.

      1. Lieber Markus, wir haben jede Menge Aussteiger anderer Parteien, mitunter welche, die schon Ämter und Mandate bekleidet haben. Die können alle prima bei uns mitwirken. Es ist aber verständlich, dass sie bei ihrer Vergangenheit nicht typischerweise von unserer Basis in Piratenämter gewählt werden. Das mag zickig sein, dass wir uns mit dem Vertrauen so anstellen, aber wir wollen’s halt gern mit unverbrauchten Abgeordneten versuchen. Das wird schon klappen. Wie Schirrmacher neulich feststellte, könnte dieses sture Nicht-Mitmachen im üblichen medialen Zirkus und Parteiengeplenkel gerade eine unserer Stärken werden. Somit würde auch ein Jörg Tauss nur weiter in der Ecke stehen und sein Wissen beitragen wie er das eh schon tut, dazu braucht er keine Parteimitgliedschaft. Wenn Du ihn gut findest, warum nimmst Du ihn nicht in das netzpolitik.org-Team auf? NGO-Arbeit würde diesem Mann sicher ganz gut stehen, und ausserparlamentarische Opposition hat er ja offensichtlich ziemlich gut drauf: Er bringt Funktionäre alle Parteien in nullkommanix auf die Palme, nicht nur der Piraten.

      2. Ah, falsch gelesen.. der letzte Kommentar war von Martin, nicht von Markus. Dann sind einige Punkte meines Kommentars nicht mehr angemessen, können aber zu Entertainmentzwecken so stehen bleiben.

  2. Wenn Tauss jetzt wieder eintreten würde dann würde von den Massenmedien die ganze Kipo Debatte nur neu aufgerollt werden und die Piratenpartei in jedem Zeitungsartikel damit in Verbindung gebracht werden um sie schlecht zu reden. Dann wären wir vermutlich in den Umfragen ziemlich schnell wieder unter 5%.

    Von daher, sehe ich auch nicht ein warum er wieder Mitglied werden sollte. Vor allem viele Neumitglieder hätten da kein Verständniss. Das würde nur Streit und Grabenkämpfe bedeuten.

      1. Vorsicht, Tauss hat ja selbst gegen die Verfassung verstoßen. Denn diese sieht eine Gewaltenteilung vor, das heißt das ein Politiker keine Polizeilichen Ermittlungen durchführen darf. Somit ist Tauss ein rechtskräftig verurteilter Straftäter, ich weis nicht was es da noch zu diskutieren gibt !!!

      2. Ich denke es geht hier in der Hauptsache um die DamaligeAbsprache, die eine gute Begründung hatte. Dieser Grund ist heute immer noch da, und damit sollten beide Seiten die Absprache weiterhin respektieren. Eine Aufnahme würde unnötigen Pressewirbel verursachen, und die Damalige Absprache ad absurdum führen. Vorstrafen stehen hier nicht zur Diskussion soweit ich das Thema verfolgt habe.
        Und ich finde es gut, dass die Piraten hier nicht kurzsichtig und überstürzt alte Absprachen vergessen, Das Gegenteil würde mir das Vertrauen in deren Politiknehmen. Wer mit solcher Absprache austritt, sollte wissen, dass man nicht „einfach so“ wieder eintreten kann. In dem Sinne verstehe ich Tauss‘ Unverständnis nicht, jedoch der Versuch sei ihm gegönnt.
        Grüße!

    1. Tauss hat seit den neunziger Jahren Kinderpornografie bekämpft. Kuckts Du hier: http://groups.google.com/group/cl.presse.ticker/browse_thread/thread/57fda1d93fa39946/7e48ad1c5471ab3a?hl=de&q=tauss+kinderpornographie+1998#7e48ad1c5471ab3a
      Sein damaliger Gegner Manfred Kanther, der auch auf dem Kinderpornotrip das Internet vollständig überwachen lassen wollte, ist mittlerweile wegen Untreue vorbestraft (dem kleinen Bruder des Betruges).

      Volker Beck von den Grünen hat 1988 dagegen für die Aufhebung des Verbotes der Pädophilie gefordert, ohne dass es den Grünen empirisch gesichert geschadet hat. Ganz im Gegenteil. Volker Beck sitzt heute in der ersten Reihe und die Wahlergebnisse sind ausgezeichnet (bis auf Berlin, wo die Kandidatin gefloppt hat).
      http://demokratischrechts.wordpress.com/2008/06/23/kindersex-ist-menschenrecht-volker-beck-grune/

      Ich kann nicht erkennen, dass der jahrzehntelange echte Kampf gegen Kinderpornografie den Piraten schaden kann., Im Gegenteil. diese missratenen Strukturen gehören aufgelöst, der Dreck gelöscht und nicht mit roten Vorhängen (wie es jetzt immer noch die aktuelle Rechtslage ist) für Priester besonders gekennzeichnet wird.

      Da es also keine empirische Relevanz gibt, kann man das Argument nur als Verschwörungstheorie bezeichnen. Die allerdings dem rechten Rand der Gesellschaft zuarbeitet, womit man dann wieder bei dem Meck-Pomm-Problem ist.

      Die Piraten wird sich von diesen Mobbern, die dem rechten Rand zuarbeiten, befreien müssen, wenn sie überleben will.

  3. so sympathisch mir die piratenpartei oft ist, so schnell wird dieser eindruck wieder kaputtgemacht, wenn ich sowas lese. von einer partei mit dem selbstverständnis der piratenpartei erwarte ich schon, dass sie mit offenbar unbequemen und etwas anstrengenden leuten auch vernünftig umgeht.
    (ich hab da auch versucht etwas genauer nachzulesen, als quelle stand mir hauptsächlich das blog von tauss zur verfügung und die dortigen kommentare von leuten, die zu stimmen, und welche die das ablehnen, und die reaktionen von jörg tauss dort.)

    1. Sei dir gewiss, dass das Thema innerhalb der Piratenpartei kontrovers diskutiert wird (jedenfalls von denen, die das kümmert. Es gibt leider tausende bei uns, denen es scheißegal ist. Also gleiches Problem wie in der BRD, wenn es um kontroverse Themen geht, nur eben in klein).

    2. Felix, mir ging und geht es immer wieder sehr ähnlich wie dir. Ich habe „zu Beginn“ ebenfalls auf Tauss Blog gelesen und mir versucht eine Meinung zu bilden. Mittlerweile gibt es (persönliche) Stellungnahmen aus dem Bezirksvorstand KA und dem Landesvorstand (sind trotzdem persönliche Stellungnahmen, soweit ich das verstehe), welche meine Meinung verändert haben:

      http://technoprogressiverpirat.posterous.com/mein-abstimmungsverhalten-in-der-causa-tauss
      http://andremartens.wordpress.com/2011/10/30/zur-causa-joerg-tauss-reloaded/

      Mir hat das geholfen.

    1. kann jemand mal kurz zusammenfassen, was der status von diesen umfragen ist? vor allem: was bedeuten diese balken mit etwas grün links, dann dem strich (markiert der das 10%-quorum? und wovon sind die 10%? wer ist abstimmberechtigt?).

  4. Anknüpfend an meinen Post zum Thema Tauss von Mai 2010:

    Ich finde das Verhalten von Jörg Tauss in dieser Sache unmöglich und sehe darin den Gipfel des über das letzte halbe Jahr gezeigten, selbst diskreditierenden Verhaltens von Tauss. Dieses Verhalten hat vor allem bei mir große Teile des Wohlwollens und des Respekts vernichtet, die ich im oben genannten Post begründet sind.

    Ich finde es unmöglich, sich auf diese Weise auf einer Egotour reitend hintenrum wieder in die Partei mogeln zu wollen, unter fadenscheinigen Vorwänden. Ich unterstelle sogar, dass er im Hinterkopf hat, sich als Kandidat für eine Wahl oder für ein Parteiamt aufstellen zu lassen.
    Ich finde die Worte des BV Karlsruhe in dieser Sache richtig, aber fast zu zurückhaltend – mag an dem lokalen Rückhalt liegen, den er im Süden noch hat.

    Es täte gut, würde er wissen, wo man einen Schlussstrich zieht und sich eine andere Beschäftigung sucht. Vielleicht kann er ja eine eigene Partei gründen, „Die Gerechtigkeit“ oder so.

    1. Die Unterstellung erfolgt zu Unrecht. 38 Jahre Politik und 15 Jahre Bundestag sind genug. Allerdings habe ich zu viel Zeit und Herzblut in die Piratenpartei gesteckt, um sie kampflos den Lauers und deren Machenschaften zu überlassen. Hierfür finde ich erfreulicherweise nicht nur „im Süden“ sondern überall, auch in Berlin, Unterstützung.

      1. Das Herzblut- und Zeit-Argument lässt sich rauskürzen, das haben viele und insbesondere auch Gegner deiner Wiederaufnahme.
        Ich schätze übrigens von beiden Seiten die Rhetorik in dieser Sache nicht. Würde gewinnen kann da keiner, aber ich beobachte, dass du mehr verlierst. Ich habe in dieser Sache auch noch kein nachvollziehbares Argument gelesen, dass für irgendwas von deinen Forderungen und Initiativen spricht (und ich habe mehr gelesen, als mir lieb ist).

        Du findest sicher überall noch Unterstützung. Ich vermute, dass sie weniger wird und trotzdem im Süden noch am Stärksten ist.

      2. „Du findest sicher überall noch Unterstützung. Ich vermute, dass sie weniger wird und trotzdem im Süden noch am Stärksten ist.“

        Verschwörungstheorien und Vermutungen sind niemandem nützlich. Lass sie einfach weg. Im Süden ist Tauss verknackt worden. In Berlin kann sogar eine Bundesministerin im Amt Kinderpornografie öffentlich vor Journalisten zeigen, ohne von der Staatsanwaltschaft belangt zu werden, noch gar mit so blödsinnigen Vermutungen (wie bei Tauss die sexistische Staatsanwältin), Ursula von der Leyen würde sich bei der Vorführung sexuell erregen.

        Der Süden ist das Problem, nicht die Lösung.

    2. wenn er kandidat werden will – müssen dann nicht genügend leute zustimmen? wenn das offenbar in der piratenpartei nicht erwünscht ist, dann wird er nicht genügend stimmen bekommen, und das thema hat sich erledigt. also warum sollte das ein grund sein, ihn nicht aufzunehmen?

      1. Das ist kein Grund, ihn nicht aufzunehmen, hab ich auch nicht geschrieben. Ich fand die Begründung des BVV (für die es meines Wissens keine Kriterien gibt) ausreichen, auch wenns sicher nicht die einzige wäre.

    3. Ich finde, dass die Causa Tauss aufzeigt, dass innerhalb der Piraten mit zweierlei Mass gemessen wird.
      Wir haben genügend Spackos IN der Partei, denen man mit Fug und Recht „parteischädigendes Verhalten“ vorwerfen kann.
      Diese „Klientel“ dient jedoch der Unterstützung bestimmter Strömungen in der Partei und ist somit quasi sakrosankt.
      Dieses zweierlei Mass ist das was mich aufregt.

      Ritchie

      1. Parteischädigendes Verhalten ist doch bei Tauss garnicht Gegenstand der Diskussion? Also nicht, dasses das nicht vielleicht gäbe, aber es war nicht Grund des Austritts und nicht Grund der jetzt vorliegenden Ablehnung des Aufnahmeantrags.

        Was du mit dem Klientel und der Unterstützung bestimmter Strömungen meinst, ist mir unklar. Daher seh ich das mit dem zweierlei Maß jetzt auch nicht. Aber natürlich gibts bei uns Leute, die der Sache nicht zwingend zuträglich sind – als Mitglieder und Sympathisanten. Sieht man ja allein an den Kommentaren hier und anderswo öfter.

  5. Ich will nichts unterstellen, aber jetzt ist echt so ein Moment, wo es danach riecht, dass er den Einzug in den Bundestag wittert, schließlich sind die Umfragewerte weit oben.

  6. Wenn Tauss ein Interesse hat das die Piratenpartei in den Bundestag einzeiht dann sollte er ihr jetzt NICHT beitreten. Denn das würde garantiert massig Protzente kosten !!!

    1. Die CDU/CSU hat Minister mit Schwarzgeldkonten und Promotions-Betrug in ihren Reihen, dazu Polizeistaat-Befürworter, kosten die auch Stimmen?
      Hat man den potentiellen Stimmenverlust nach einer Aufnahme gegengerechnet mit den potentiellen Neuwählern aus der Pädo-Szene (zu der Tauss NICHT gehört, um das klarzustellen)?
      Beides klingt genauso absurd, oder?
      Mit zweierlei Maß zu messen bei Vorstrafen und NPD-Mitgliedschaften ist für mich unerklärlich.
      Es sei denn, die Piraten wollen schon jetzt lieber gut bei der BILD und Spiegel dastehen als mit ihren Gründungsthemen zu punkten.
      Die Trojaner-Affäre lässt da ja Böses vermuten…

      1. Ja, die CDU hat aber auch die Gunst der großen Medienkonzerne auf ihrer Seite. Außerdem sollten wir uns kein Vorbild an der CDU leisten sondern zusehen das wir vernünftige Politik machen. Dazu brauchen wir keinen Basisstreit um Tauss.

    1. Oh ja, das richt schon streng nach Doppelmoral.
      Aber ich vermute, dass dies an unterschiedlichen Stömungen innerhalb der Piraten liegt. Soweit ich weiß, kommt diese Einstellung aus der Nerz-Ecke. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er vermutlich auch weniger ein Problem mit Tauss als andere. Aber ich weiß es nicht. Ich sehe das ja nur von aussen. Ich bin kein Pirat, sondern Piraten-Wähler – vielleicht – oder vielleicht auch nicht, das wird man sehen.

  7. Ich finde es erbärmlich, dass einige Piraten ihre eigenen Grundsätze so schnell aufgeben, wenn Kritik von Medienseite kommen könnte. Ziemlich peinlich.

      1. Tauss vor seinem Eintritt, dass er in Falle einer Verurteilung austritt. Der Mann spricht bei so einem heiklen Versprechen sein Wort. Solche Leute braucht kein Mensch.

      2. Allgemein: Menschen, die Mitglied werden und dann wieder austreten und danach wieder eintreten sind für mich weniger an der Sache und dem Erfolg der PP interessiert als viel mehr an ihrem Ego. Das ist keine Grundlage, um sich sachlich und zielführend Auseinanderzusetzen. Deshalb täte sich die PP einen Gefallen, solche Leute auf Abstand zu halten.

        Im Fall Tauss finde ich, dass seine Brüllaffen-Tätigkeit nicht gut zur insgesamt eher sachlichen Art der Piraten passt. Sein angebliches Engagement für die PP ist wohl eher noch so seine letzte Daseinsberechtigung, an die er sich mit aller Kraft klammert, weil er sonst von der Bildfläche komplett verschwindet. Und als KiPo-Verurteilter macht er uns halt mal eindeutig nicht glaubwürdiger in dieser Sache.

      3. 38 Jahre SPD. Das prägt. Noch 20 Jahre Piraten könnte das mit dem Brüllaffen vielleicht kurieren.

        Das Problem mit Tauss ist doch, dass sich das Mantra „Auch für Tauss gilt die Unschuldvermutung“ verselbständigt hat, bevor man sich überlegt hat, was das bedeutet. Es ging nämlich gar nicht um die Unschuldsvermutung. Schliesslich darf auch ein rechtskräftig verurteilter Mensch (ggf. nach Ableisten der Strafe) selbstverständlich in jeder beliebigen Partei Mitglied werden, soweit er sich von da ab an Satzung, Recht und Gesetz hält. Warum auch nicht.

  8. Unterm Strich hat Tauss in der Sache #0zapftis in den drei Wochen, seit das Thema auf dem Tapet ist, mehr Aufklärung geleistet als die gesamte Piratenpartei.

    Das ist ein Armutszeugnis für die Piratenpartei, die bei vielen Wählern einen gewissen Vertrauensvorschuss genoss. Ausgerechnet jetzt, wo es darauf ankäme, geschlossen und entschieden zu handeln, hadert die Partei, die alle Kompetenzen für das Thema doch eigentlich auf sich vereinen sollte.

    Hat vielleicht die hirnverbrannte Apple-Fraktion die Hardcore-Nerds inzwischen verdrängt? Ist der Kopf der Piratenpartei vielleicht nur noch eine Anhäufung von Mac-affinen Selbstdarstellern, die aus der Befähigung, Web-Anwendungen wie Twitter zu bedienen, ihre geistige Reife zur aktiven Gestaltung von Politik ableiten?

    So sehr ich die Piraten mag, so sehr ich sie bei allen Wahlen unterstützt habe, seit sie antreten, denke ich bei jedem Auftritt von Christopher Lauer und Konsorten einfach nur noch: Kindergarten!

    Im gleichen Maße tut es mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie mit Personen umgegangen wird, die die Standpunkte der Piraten schon vertraten, als es die Piraten als politische Bewegung noch nicht gab.

    Passt Euren Kurs an, bevor Euch die wahrhaften Piraten abhanden kommen.

    Oder unternehmt Lustreisen, wenn eigentlich geboten ist, sich in Landespolitik einzuarbeiten. Erwartet in diesem Fall aber nicht meine weitere Unterstützung. Ich währe ganz sicher keine opportunistischen Freibeuter auf Zeit.

    1. Ist der Kopf der Piratenpartei vielleicht nur noch eine Anhäufung von Mac-affinen Selbstdarstellern, die aus der Befähigung, Web-Anwendungen wie Twitter zu bedienen, ihre geistige Reife zur aktiven Gestaltung von Politik ableiten?

      So sieht es aus. Zudem starten sie leider keine Debatten, sie retweeten sie höchsten mit „sent by my iPhone S, aus Berlin!!!“.

    2. Du widersprichst dir doch komplett. Der Lauer, den du nicht magst, ist *nicht* zum Vorsitzenden gewählt worden und damit verantwortlich für das komplette Versagen in der #0zapftis-Affäre. Gerade die Leute, die du als die „wahren Piraten“ ansiehst, haben lieber Leute in den Vorstand gewählt, die ihr Unwissen über Volkswirtschaft im Handelsblatt ausbreiten, als vernünftige Forderungen bzgl. Staatstrojaner zu stellen.

  9. Mit der Person Tauss liefern die Piraten eine schlechte Vorstellung. Das muss man sich mal reinziehen. Da ist eine (!) Person zu gefährlich für die über 16000 Mitglieder starke Partei! Das ist doch vollkommener Unsinn.

    Und, seit wann entscheidet in der Piratenpartei das Echo der potenziellen Wähler?
    „Solltest du jetzt wieder Mitglied werden, schadet dies dem Frieden und der Geschlossenheit der Partei.“ Mmmmh. Friede, Freude, Eierkuchen. Und wer nicht „mitkuscheln“ will, ist auch nicht willkommen! So ist mein Eindruck!. Zudem ist die Begründung reine Willkür. Das erinnert mich an Zeiten, die vor 1990 lagen… Ich würde mich damit zu Recht auch nicht abspeisen lassen.

    Mein Fazit: Piraten sind ANGSTHASEN! Sie haben ANGST vor einem einzelnen alten Mann, der schon Pirat war als es die Partei gar nicht gab.

  10. Ganz ehrlich ? Ich persönlich halte Tauss nicht für einen Pädophilen, aber er sollte sehen dass er durch sein Bild in der Öffentlichkeit den Piraten schadet, und sich eher raushalten. Sehr schade, dass das jetzt so eskaliert.

  11. Piratenpartei? Sind das nicht die Vorgänger von kino.to? Wie kann man so etwas überhaupt wählen? Mit so einem Namen? Urheberrecht Abschaffen? ja bei the pirate bay war es de facto abgeschafft und dann verboten, jetzt wollen uns diese Typen regieren? Und Ihr seht das auch noch als P O S I T I V ???Die Merkbefreitheit der Bähschafe erreicht auch in der bunten Republik Amerikanische/ Italienische Verhältnisse! Die schleichende Berlusconisierung wird hier nicht wahrgenommen, schlaft weiter…

  12. Ich verstehe schon, dass man derzeit Abstand von Tauss nehmen will. Die Partei hatte ja nun schon das ein oder andere mediale Problem mit ex-NPDlern und da war doch noch irgendeine Scientologygeschichte. Ihn jetzt wieder aufzunehmen würde da ein ganz falsches Signal senden.

  13. Sehr interessante Kommentare bislang, die ich alle mit großem Interesse gelesen habe. Der Netzpolitik – Artikel ist im übrigen – gemessen an dem nicht immer freundlichen gegenseitigen Umgangston – mit Ausnahme des letzten Satzes und unvermeidlichen Schlenkern am Anfang ganz ok. Ich wurde aufgefordert,die Stadt nicht zu betreten und genau solcher Unfug muss bei mir gar nicht erst versucht werden.

  14. Vorschlag: Ohne grundlegenden Programmpunkt „Prävention und Bekämpfung von Kindesmissbrauch“, kein Tauss.

    Die Piraten hielten Einzug in die Politik, um sich wichtiger Themen anzunehmen, die von den anderen Parteien ignoriert wurden.
    Die Zeit vergeht schnell, die Dinge ändern sich; heute ist die Piratenpartei ebenfalls auf der Seite der Schlafenden, und das beim Thema „Kindesmissbrauch“. „Löschen statt Sperren.“ – Damit ist das Thema für die Piratenpartei abgeharkt… aber moment mal, mehr fällt euch wirklich nicht zu diesem Thema ein ? „Löschen statt Sperren“, das war’s ? Ist das euer Ernst ? Und dann wollt ihr noch einen Mann wie Tauss aufnehmen ? Betrachtet euch mal kritisch von außen, ihr schießt euch damit nur in’s eigene Knie.
    Die Reporter werden die Cause Tauss wieder in jedem Interview und Zeitungsbericht in einem Atemzug mit der Piratenpartei in Verbindung bringen.
    Diese Kombination aus Tauss-Aufnahme + nicht existenten Programmpunkt „Kindesmissbrauch“ geht gar nicht;
    und kommt mir jetzt nicht mit „Löschen und Sperren“ ist doch jener Programmpunkt, denn hierdurch fehlen Mittel bei tatsächlich wirksamen Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch.‘
    Kindesmissbrauch lässt sich nicht durch Netzsperren unterbinden, weil Kindesmissbrauch nicht im Internet stattfindet, sondern in der Realität. Den tatsächlich wirksamen Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch, die erste Priorität haben müssen, – wie etwa der Prävention durch verbindliche Aufklärungsprogramme in kindernahen Institutionen ( http://home.arcor.de/ihrname/praevention.htm ) , der personellen Aufstockung und speziellen Schulung von Strafverfolgung und Justiz, dem Opferschutz, dem Aufbau einer flächendeckenden Struktur von unabhängigen, kostenlosen, anonymen Beratungsstellen und Hilfsangeboten, der Opferforschung, der Grundlagenforschung von Pädophilie, und der sachbezogenen, verpflichtenden Fortbildung von kindernahen Berufsgruppen – fehlt das Geld, das für Netzsperren verwendet wird.
    Siehe mehr: http://mogis-verein.de/2010/09/16/was-betroffene-tatsaechlich-wollen-und-tatsachlich-brauchen/

    Macht die vernünftige programmatische Kehrtwende, indem ihr den Inhalt dieses Posts zu ’nem Programmpunkt bei euch macht, und die Tauss-Aufnahme ist kein Problem für die Piratenpartei, weil sie als EINZIGE Partei sich WIRKLICH EFFEKTIV gegen Kindesmissbrauch aufgestellt hat, anstatt dieses Thema zu einem Bauernfang-Thema verkommen zu lassen; dann wär‘ die Piratenpartei dahingehend nicht mehr auf der Seite der Schlafenden.

  15. Er wäre mit Sicherheit eine gute Hilfe für die Piraten in beratender Funktion. Er kennt die Abläufe und würden den Lernprozess an einigen Stellen sicherlich gut beschleunigen.

  16. Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum Tauss nicht mehr in die SPD will. Erinnert sich noch jemand an die Reden der SPD von damals? Martin Dörmann? Ansonsten habe ich gerade mal einen Blick auf die Beschlüsse des Bundestages vom 26. bis 28. Oktober gehabt — ich kann die SPD „stimmt mit“ oder „enthält“ sich, bei vielen „Bürgerschutz“-Themen nicht mehr verstehen.

    Zu Tauss: Der Mann hat viel geleistet, gerade im Bereich der politischen Transparenz — ein Thema der Piraten. Unabhängig von seinen dilettantischen „Ermittlungen“ im pädophilen Handy-Milieu ohne jegliche Absicherung oder Eingeweihte … Das Urteil zum Besitz ist rechtskräftig seit 2010.

    Vielleicht kann man ihn als externen Politik-Berater-Coach engagieren und mit ihm über Mail & Co. kommunizieren? So wie ich es verstehe, sind viele von seiner „(Politker)persönlichkeit“ und Vergangenheit genervt, nicht so sehr von seinem Wissen/Erfahrung. Ich kann aber auch daneben liegen.

  17. „kleiner Auszug eines Gesprächs mit einem Piraten, der mir einen guten Einblick, in einen Teil der Piratenpartei, vor Ort, gewährte.“

    Teil meiner E-Mail:
    „ab S 404 wird der „Armenfonds“ behandelt, der Vermekt ist
    „Produktziele
    Für den Haushalt 2012 werden für dieses Produkt keine Ziele und Kennzahlen gebildet“

    Aber leider habe ich ja schon bei eurem Treffen die Meinungen zu diesem Thema erfahren, so sehr sie mich auch geschockt hat, denn gerade dort wären Wählerstimmen zu holen und gerade dort zerbricht unsere Gesellschaft denn die Spaltung wird immer größer, gerade in Aachen ist dies erstaunlich gut zu beobachten, denn wie du vielleicht in Erinnerung hast wohne ich an einem Brennpunkt in Aachen.

    Zitat Pirat(Name bekannt): „Sozial ist jetzt nicht so unser Thema, daher konnte ich auch mit deinen angesprochen Verschwendungen nicht viel anfangen.

    Verstanden, aber wie oben erwähnt total unverständlich, wenn man sich wirklich um nützliche Politik kümmern möchte.“
    Anmerkung:
    Die „Verschwendungen“ sind Gelder des ESF (Europäischer Sozialfond / http://eufunds.ftdata.co.uk/ ) die an die Uni und Unternehmen in der Umgebung geflossen sind, aber nur sehr wenig mit „sozialen“ Problemen zutuen haben.
    Piraten Kommentar:
    „Wenn wir was stichhaltiges finden im Haushalt, wird sich „“““ da sicher gerne draufstürzen – wenns verifiziert ist. Keiner von uns ist vom Fach, daher müssen wir vorsichtig sein mit „Faules Spiel!“ brüllen..“

    Dies in einer Stadt die wohl bald unter die Haushaltsgewalt von Köln gestellt wird, da der Kreis systematisch Schulden macht.
    Ich habe den Piraten viele Ansätze gegeben um eine Haushaltskritik zu beginnen, doch der Wille ist nicht da denn.

    „Mal ne böse Bemerkung: du meist, sehr gut zu wissen, wie man in der Gesellschaft Punkte gewinnen kann. Trotz deiner Stellung in der Gesellschaft.
    Ich sags mal so: ich war vor 6 Jahren in einer ähnlichen Situation, daher weiss ich wovon ich rede: wenn du die Gesellschaft so gut kennen würdest, wärest du nicht 1-Euro Jobber im Zoo…
    Ich meine das nicht böse, aber du überurteilst dein Wissen, sorry.

    Anmerkung:
    Bin noch kein 1-Euro-Jobber, doch mein Arbeitsamt möchte mir nun diese Maßnahme aufbrummen. (nachdem ich Steuerverschwendung in einem christlichen Sozialwerk angeprangert habe).
    Aber hey Studienabbrecher halt, auf der Uni lernt man wirklich nichts ausser einen Abschluss machen und das recht einen Wisch in der Hand halten zu dürfen.

    Traurig diese Partei.
    Viele U-Boote und ein großes in Aachen, heute wird das gesponsorte neue Eigenheim eingeweit, sogar mit Catering, denn Aachen hat gar keine Satzung und wird komplett vom Land NRW gefüttert, flieg flieg kleiner Satellite.

    „Aber wir haben schon mal versucht, beim Haushalt was zu reißen und sind nicht weit gekommen…“

    Die Piraten haben die Systemkritik versucht, sind aber gescheitert und spielen nun mit, nur halt noch auf kleinem Level, da sie sich erst beweisen müssen.

    Grüße

  18. PS: zu Tauss

    ist natürlich total irre, dass die Piratenpartei diese Karten gespielt hat.

    Nachdem nun bekannt wurde, dass die Staatsgewalt über ein Computerprogramm besitzt, das schnell mal die Bilder auf einen PC schieben kann und sie damals noch von „„Schmutzkampagne“ der Staatsanwaltschaft“ sprechen.
    Aber so schnell geht das Karussell in diesen Zeiten, die Piraten verraten sich schneller als wir es jemals von einer politischen Kultur gesehen haben.
    Die schreien nun nach Beweisen wie die Staatsanwaldschaft Bayern und wollen den Kampf mit den „pösen blöden“ Medien nicht aufnehmen, könnte ja schlechte Presse geben.

    1. Dien Kommentar spielt vermutlich darauf an, dass das belastende Material auch untergeschoben sein könnte.
      Herr Tauss hat aber nie behauptet, von der Herkunft des Materials nichts gewusst zu haben; nur die Begründung, wieso er es hat, war Gegenstand der Diskussion. Insofern ist deine Andeutung nicht angebracht.

      1. Ich gebe dir recht, aber diese Situation spiegelt mein Problem mit Anon.
        „We dont forget“,
        but will respect your opinion,
        dont matter what happend before.
        (so richtig, diese Phrase im Kontext „Demokratie“ ist)

        Ich denke Herr Tauss hat mit diesem Artikel einen Zustand beschrieben, der dringend beleuchtet werden musste, wer solch Wissen publiziert, gehört Respekt, für diese Tat.
        Dies ist ein Problem des whisleblower“s, oder auch des Messengers, das dumme Vieh reflektiert immer schneller, ohne es zu speichern.

        Deshalb sehe ich kein Argument gegen einen Eintritt in die Transparenzpartei.
        (PP’s bringt eure TO’s auf vordermann , die derzeitige Korrespondenz mit dem Volk, ist ausreichend. Auswertung folgt, falls die Sanktionen nicht zu aufwändig sind oder Hausverbot droht (?).)

        Denn ich glaube ich habe mit diesem gesamten Kommentar, etwas mehr gemeint und hätte auch gerne eine Meinung zu diesem Standpunkt gelesen, statt nur diese getrollte richtig Stellung.

        Wir haben wichtigere Probleme als die Vergangenheit.
        Diese Kanzlerin + Regierung + Führungen aller Partei müssten hinter Gitter festgesetzt werden, bis alle Umstände geklärt sind, denn auch hinter Gittern sollten, diesen Personen, jegliche Menschenrechte die zur Zeit nicht von dieser Führung respektiert werden, gelten.
        Da ich denke, dass das Volk, im gesamten, (noch) klüger ist als man behauptet, würde es zu einem schnellen aufarbeiten führen. (wie ich das Wort führen hasse.)

        Nur leider traut sic,h meinem Eindruck nach, mein lokaler Teil der PP, nicht einen Gang höher zu schalten, obwohl ich eh für die Konfliktrate wäre, da der Verbrennungsmotor und die damit zusammenhängende Staatliche („Gelder“) Betriebsmittel, ein riesiges Problem sind und den stotternden Motor nur noch am Leben erhalten können, aber nicht
        endgültig retten.

        Technik wäre da, aber die Vernetzung ist noch nicht weit genug.

  19. Jörg Tauss, mal nur als Abziehbild betrachtet, verursacht bei manchen Piratenpartei-Mitgliedern heftige quasiallergische Reaktionen, wie man auch hier in den Kommentaren lesen kann. Gemäß dem Flowchart
    http://holgi.blogger.de/static/antville/holgi/images/conversation-flowchart.jpg
    frage ich mich die drei typischen Willst-du-mit-mir-diskutieren-oder-bist-du-ein-Fundamentalist-Fragen:

    – Kannst du dir etwas vorstellen, dass deine Meinung ändern lässt bezüglich Tauss?
    – Wenn eines deiner Argumente sich als falsch herausstellt, bist du bereit, es nicht mehr zu benutzen (gegenüber jedem)?
    – Bist du bereit, den grundsätzlichen Regeln rationalen Denkens zu folgen? (Beispiel: Wenn eine andere Position oder Sichtweise sinnvoller ist und über eine größere Menge unterstützender Beweise verfügt, sollte sie als wahr angesehen werden)

    Ich habe sehr, seeeeehr oft im Moment den Eindruck, dass nicht klarer Verstand, sondern schlicht dem Beißreflex auf „verurteilt“ und „KiPo“ gefolgt wird.

    —–

    So, und um die Diskussion etwas voranzubringen, ein paar Worte zur Sachlage:

    Jörg Tauss engagiert sich anscheinend (was ich so über das Netz von ihm mitbekomme) für die Piratenpartei sehr stark in Wahlkämpfen, in Fragen von Abläufen des politischen Betriebs und inhaltlich politisch (auch aktuell, wie der bereits zitierte Gulli-Artikel zeigt). Seine Argumente im Causa-Tauss-Prozess waren stichhaltig und glaubwürdig vor seinem vorangegangenen Engagement in Sachen Netzpolitik. Da ich aus verschiedenen Gerichtsurteilungen den Eindruck gewonnen habe, dass gerade in Karlsruhe und dessen Dunstkreis die Gerichte gern auch politisch motiviert urteilen, ist es plausibel, dass Tauss schlicht abgesägt wurde, in diesem Fall mit dem verlägertem Arm der Politik in der Staatsjuristerei.

    Historisch ist es also begründbar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich Tauss KiPo aus sexuell motivierten Gründen verschaffte. Warum beschaffte er sich derlei Bilder? Gerade in Hinblick auf die Instrumentalisierung der KiPo von Seiten des BKA war es rückblickend geboten, eine zweite Meinung einzuholen. Der beschrittene Weg war mit Sicherheit sehr risikobehaftet und ethisch schwierig; ob und welche anderen unabhängigen Quellen es gegeben hätte, die man hätte anzapfen können, kann ich nicht beurteilen. Nun gut.

    Was fehlt, ist die aktive inhaltliche Auseinandersetzung der Piratenpartei mit der Causa Tauss. Wegsehen und Unterdrücken hilft nichts, das sollte uns spätestens die Stoppschild-Debatte von Zensursula klar gemacht haben. Gerade das wird aber im Moment gemacht, und wäre Jörg Tauss nicht jemand, der mit viel Energie immer wieder auf sich aufmerksam macht, würde das kurzfristig auch funktionieren. Das psychologische Problem dabei: „Der Klassiker: Verdrängung“ (um Findet Nemo zu zitieren). Verdrängung hilft nur kurzfristig. Es kommt ja doch alles hoch.

    Daher, Piratenpartei-Mitlieder: Schraubt mal euren KiPo-Beißreflek zurück und überlegt, wie ihr würdig mit Jörg Tauss umgehen könnt. Geratet nicht in die Denkfalle, dass die Außenwahrnehmung eines Wiedereintritts wichtiger ist als alles andere. Diskutiert ergebnisoffen!

    1. http://technoprogressiverpirat.posterous.com/mein-abstimmungsverhalten-in-der-causa-tauss

      Irgendwie ist die Darstellung des Sachverhalts, dass Tauss die Berliner Parteizentrale nur aufsucht, weil er Presseaufmerksamkeit haben möchte, lächerlich überbewertet (wenn es überhaupt so ist). Es kommt mir eher wie ein weiteres Beispiel für die Denkfalle Außenwahrnehmung vor. Angst vor schlechter Presse. Ach Mensch, liebe Berliner, nehmt euch doch nicht so wichtig.

      1. Ich habe das nicht so verstanden. Da wird geschrieben, dass er da ist, OBWOHL das eine „heiße Zone“ ist was die Arbeitsbelastung und die Presseaktivität ist, nicht weil das so ist. Ich denke, hier hat dir deine Wahrnehmung einen Streich gespielt.

        Im Übrigen finde ich den Post extrem gut geschrieben und die Herleitung und Begründung für das Handeln des Autors würde ich so unterschreiben können, wäre ich in der Situation. Das Beste, was ich bisher dazu gelesen habe.

  20. Piratenverschwörung der Berliner? Als bitte! Die Kritik kommt vermehrt aus allen anderen Ländern, selbst hier aus Bayern, die nicht immer mit der Berliner Art der nördlichen Piraten einhergehen. Aber selbst uns hier unten geht der Kerl auf den Sack. Die Außenwirkung des Tauss hier in Bayern zeichnet ein sprichwörtliches Kleinkind, das beleidigt mit dem Fuße aufstampft.

    Dem sollte nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn das ist das was Kleinkinder eben wollen: Aufmerksamkeit.

    mfG
    webrebell

    1. Du hast es noch nicht verstanden.

      “ Die Außenwirkung des Tauss hier in Bayern zeichnet ein sprichwörtliches Kleinkind, das beleidigt mit dem Fuße aufstampft.“

      „Außenwirksamkeit“ spielt eine Rolle, sollte aber nicht inhaltslos geführt werden und leider fährt dein Argument in die Kerbe des Gläubigen, denn wen sollte eine Meinung der vierten Gewalt (die keine ist) interessieren, wenn sie inhaltslos ist.
      Soviel Vertrauen sollte, in der 0zaptis-Season, der Bevölkerung zugemutet werden, aber leider gibt es für diesen Nachrichtenkanal keine Quelle, da sich niemand abkoppel möchte.
      Position beziehen, in schwierigen Zeiten ist so ne Sache.

      Hab heute mit sozialismus.info gequatscht, die beschwören den Klassenkampf auf der Straße ohne zu verstehen, dass nicht mal die Theoretiker die Mathematik der Demokratie entschlüsselt haben.
      Aber wissen, dass die sozialistische Demokratie die richtige ist.

      Traurig die ganzen Parolen.
      Die Angst vor INDEC ist größer als ACTA, bitte was?
      Gibts fingerfood oder hot zur Einweihung ?

    1. +1
      Danke.
      Leider muss man ja immer die verschiedenen Eindrücke erst kennen lernen, aber das ist leider vielen digital natives verloren gegangen, DAS Spiel ist halt einfach der Hammer.

  21. Auch wenn das sicher nicht seine intention war, aber Tauss eigenes Zitat „38 Jahre Politik und 15 Jahre Bundestag sind genug. “ ist absolut richtig.
    Wir reden hier von einem Berufspolitiker. Und genau das ist das Problem in unserem Lande. Nicht das ich etwas gegegen „Experten“ habe, aber es sollte keine Politiker geben die solange diesen Job machen.
    Man darf z.B. nicht länger als 8 Jahre Kanzler sein und das ist eine tolle Regel. Nur gilt sie eben leider nicht für den Rest der Politk….

    1. kleine Nachhilfe im politischen System Deutschlands: Thema heute: Wie lange darf man Kanzler sein? Beantworten Sie die Fragen ohne Wikipedia ausschließlich mithilfe des eigenen Wissens.

      Frage 1: Welche deutschen Kanzler kennen Sie?

      Frage 2: Wie lange waren die von Ihnen erwähnten Kanzler jeweils in diesem Amt tätig?

      Frage 3: Passen ihre Erkenntnisse mit der Aussage “ Man darf […] nicht länger als 8 Jahre Kanzler sein“ zusammen sein?

      Abschließende Aufgabe: Recherchieren sie (jetzt auch mit Wiki) die Antworten zum Thema. Suchen Sie aber auch zuverlässige Quellen auf: Wo steht geschrieben wie lange man Kanzler sein darf? Welche Regelungen gibt es für andere Ämter (z.B. Bundespräsident, Bundestagspräsident, Abgeordneter).

      Weiterführende Aufgabe: Welche Regelungen zu Kanzler- und Präsidentenwahl gelten in anderen Ländern. Vergleichen Sie etwa Deutschland mit den USA, Frankreich oder einem Land ihrer Wahl.

      Viel Spaß.

      1. Sorry da sollte natülich US-Präsident stehen. Darf ich in Zukunft bei jedem offensichtlichen Verschreiber mit enem derzeitigen Roman rechnen? Und wird da auch mal was zum eigentlichen Thema dabei sein?

      2. Wenn du deine Forderung etwas weiter ausformulieren würdest, könnte man sicher näher drauf eingehen. Möchtest du etwa, dass neben der Kanzlerschaft auch alle weiteren politischen Ämter für 8, 10 15 oder 20 Jahre begrenzt werden? Was erhoffst du dir dadurch? Wenn ein Präsident oder Bundeskanzler eben ein drittes mal durch Volk legitimiert ist, ist das meines Erachtens nach nicht schlechtes.

        Deiner Forderung sieht sicher so aus, dass ein Abgeordneter, der 15 Jahre Bundestag hinter sich hat, nicht wieder in den Bundestag soll, weil… ? Und das obwohl er vielleicht wiedergewählt werden würde?!

        Für ein Staatsoberhaupt kann ich mir das Verfassungstheoretisch noch herleiten. Für den einfachen Berufspolitiker nicht.

  22. Persönlich würde ich Tauss eine zweite Chance geben, da man selbst rechtskräftig Verurteilten eine zweite Chance geben sollte. ABER in diesem Fall ist das leider aufgrund der besonderen Zusammenhänge und Umstände UNMÖGLICH, da dies der gesamten Partei langfristig und unwiderruflich schaden würde:

    Die politischen Gegner der Piraten, versuchten ja schon immer, die totale Überwachung und die Einschränkung der Bürgerrechte mit dem dümmlichen Totschlagargument „Kinderpornographie“ zu rechtfertigen. Und man hat auch schon oft versucht, die Ablehnung von anlassloser Vorratsdatenspeicherung der Piraten mit dummen Sprüchen wie „KiPo-Partei“ in den Dreck zu ziehen. Man muss dem politschen Gegner wirklich nicht so ein billiges Totschlagargument schenken und durch die Aufnahme von Tauss, den Kampf gegen die Überwachung ständig diffamieren zu können.

    Sorry Jörg, aber du solltest endlich begreifen, dass du mit einer Aufnahme nicht nur der gesamten Partei, sondern vor allem der Sache großen Schaden zufügen würdest. Du kannst gerne die Piraten unterstüzten, aber bitte von außerhalb und nicht als Piraten-Mitglied.

    1. Du hast Angst vor dem politischen Gegner, dass sie dich mit dem Totschlagargument Kinderpornografie erschlagen. Feige verrätst Du deshalb Deine Mitstreiter. Was für ein Bild willst Du damit Deiner Partei geben? Die Partei der feigen Verräter, die sich an die Gegner kuscheln, um an die Macht zu kommen und Hausrecht zu erlangen? Politik nach Maßgabe des rechten Randes? Dann geh doch gleich in die NPD.

      140.000 Unterzeichner der Online-Petition waren nicht so feige wie Du. Die haben ihren Namen gegen den Dreck des braunen Sudes gegeben, der unbedingt die Kinderpornografie in Netz stehen lassen wollt und den Dreck auch noch mit rotem Vorhang weit sichtbar für den Klerus markieren wollten. In der Politik braucht man Mut, wenn der Gegner Gülle über einen wirft. Tauss hat seit 20 Jahren den Mut, gegen Kinderpornografie im Netz zu kämpfen. Jeder weiss das. Schon bei dem Betrüger Manfred Kanther hat er tapfer widerstanden, sinnlose Massnahmen einzuführen, die angeblich gegen Kinderpornografie waren und nebenbei das gesamte Netz überwachen sollten.

      Nicht mal Ursula von der Leyen ist so feige wie Du. Die stellt sich offen hin und man rechtswidrige Vorführungen von Kinderpornografie vor Journalisten in dem festen Bewusstsein, dass kein Staatsanwalt sich trauen wird, eine christliche Politikerin anzugehen. Aber Du bist noch nicht an der Macht und schon ziehst Du feige den Schwanz vor dem Gegner ein. Mit Dir wird der rechte Rand immer wieder seine Positionen gegen Dich durchsetzen und die Piraten überflüssig machen.

    2. Nur eine kleine Frage:

      Wollt ihr Piraten an die MACHT? Oder wollt ihr etwas ÄNDERN?

      Bei ersterem macht weiter wie bisher … dann passiert euch das Gleiche wie der FDP. Bei zweiterem sollte euch das Geschwätz der Presse egal sein und Ihr solltet mal anfangen zu arbeiten. Damit Euer Motto nicht ewig bleibt: „Bereit machen zum ändern!“

      Zebro

  23. „Du kannst gerne die Piraten unterstüzten, aber bitte von außerhalb und nicht als Piraten-Mitglied.“

    Hier ist mein Problem, i havnt forgot, i listened and i understand (but didnt think?)

    Wenn er nicht tragbar als Parteimitglied ist, sollte doch auch seine gutwillige Zusammenarbeit mit der „Partei“ in Frage gestellt werden oder ? (jaja, s/w Denken)

    Nur weil er den Artikel geschrieben hat?
    Details die Insidern bekannt waren?

    Fragen über Fragen, wenn wenigstens die Richtigen in den Diskussionen gestellt werden würden, damit man sich daraus jeder eine Meinung bilden kann.

    Achso ..

    „Persönlich würde ich Tauss eine zweite Chance geben, da man selbst rechtskräftig Verurteilten eine zweite Chance geben sollte. ABER in diesem Fall ist das leider aufgrund der besonderen Zusammenhänge und Umstände UNMÖGLICH, da dies der gesamten Partei langfristig und unwiderruflich schaden würde: “

    done. oder ? :)

    1. „Aus meiner Sicht ist der Wunsch von Jörg Tauss, wieder in die Partei einzutreten, zu 90 Prozent aus Rachegedanken gegenüber der BGS-Leitung und dem Bundesvorstand entstanden. “

      Noch eine langweilige und langatmige Verschwörungstheorie. Die Piraten sind feige und reiben sich an den ihren statt Politik zu machen. Laaaaaangweilig.

  24. Verständlich sind beide Seiten in dieser Debatte:

    Die Piraten, die Angst vor der Macht der Medien haben, nachdem sie von dem „NPD-Skandal“ (der natürlich maßlos übertrieben und aufgebauscht ist, schließlich waren wir alle mal jung und unüberlegt) so eiskalt erwischt worden waren.

    Jörg Tauss, der sich vielleicht sein ganzes Leben lang dem verpflichtet hat, was man heute als „Piratenleben“ bezeichnet, der zum ersten Mal die Hoffnung hegt, dass die Piraten auch Erfolg haben und sie deshalb mit vollster Kraft unterstützen will.

    Ich kann die Piraten verstehen, die sich fürchten. Die Medien suchen nach Skandalen, sind zum Teil politisch motiviert und der durchschnittliche Bundesdeutsche ist, was rationales Denken anbelangt, gelinde ausgedrückt, mehr als nur zurückgeblieben. Die Piraten haben zum Einen Angst um ihren gerade aufkeimenden Wahlerfolg und zum Anderen möchten sie sich natürlich emanzipieren. Zeigen, dass sie es auch alleine hinbekommen können und dass sie keine „alten Hasen“ nötig haben.

    Ich kann auch den Tauss verstehen, der Angst hat, dass das, was er zu schaffen mitgeholfen hat, in seinen Augen Gefahr läuft, zu kentern. Ich persönlich kenne ähnliche Verhaltensmuster in meinem privaten Umfeld, was die Hilfestellung und das Einmischen von „alten Hasen“ anbelangt. Ich weiß, dass es diese Menschen nur gut meinen und dass sie mit ihrem Verhalten, das man als „Generve“ empfindet, wirklich nur das Beste für einen wollen. Von daher denke ich nicht, dass Tauss in dem Punkt egoistisch Pöstchen erhofft, sondern dass es eine Art „väterlicher Fürsorgereflex“ ist, der ihn antreibt.
    Meist sind diese Leute auch extrem kompetent und ihre Ratschläge durchaus beachtlich.

    Das Problem muss man also auf 2 Ebenen betrachten, der persönlichen und der politischen.

    Persönlich scheinen sich gerade die Berliner, aber auch andere Piraten, mit Tauss verkracht zu haben. Tauss hat seinen Hilfereflex und will unbedingt unterstützen, die Piraten wollen sich emanzipieren und ihre eigenen Wege gehen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich immer wieder fetzen kann und wird, wenn man mit fürsorglichen Experten zu tun hat. Aber wenn man sich gegenseitig in dem gemeinsamen Ziel „Piratenpolitik“ wiederfindet, dann lassen sich sicherlich Mittel und Wege finden, miteinander umzugehen und sich auch gegenseitig zu signalisieren, wenn etwas (Einmischung oder Ablehnung) zu weit geht.
    Erwachsene Menschen sollten dazu in der Lage sein, ihre Probleme offen zu kommunizieren. Und damit meine ich persönliche Gespräche und kein „ich schreib dir offizielle Briefe über meinen Anwalt“
    Eine Lösung für die „persönliche Ebene ist also logisch erreichbar, wenn beide Parteien übern Tellerrand hinaussehen und Empathie entwickeln. Und hey, ihr seid zwar vielleicht Nerds, aber das heißt nicht, dass ihr keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen haben müsst ;)

    Die politische Ebene zu knacken erscheint mir schwierig, da sie von vielen externen Gegebenheiten abhängt. Politikum hier ist vor allem die mögliche Aufnahme von Tauss in die PP. Tauss ist aus Fürsorge nach seinem Urteil (von dem ich mal ausgehe, dass es alle Beteiligten, also PP und T als Verurteilung wegen Kompetenzüberschreitung ansehen) aus der Partei ausgetreten, weil er die Hunde von Bild & co von den Piraten weg haben wollte. Die PP wiederum hat bis zur Urteilsverkündung gegen allen medialen Wind an der Unschuldsvermutung festgehalten und damit vor allem bei Juristen und distanziert-neutralen Menschen Pluspunkte gesammelt.
    Nun wurde Tauss nun einmal verurteilt und keiner weiß so recht, was der „Durchschnittsdeutsche“ von Tauss denkt.
    Es ist zudem denkbar, dass sich die Medien nach der NPD-Geschichte, die ja eigentlich harmlos ist im Vergleich zu so mancher braunen Vergangenheit in hohen Ämtern, auf den nächsten Skandal in der PP stürzen werden.
    Die Frage ist hier also: „Wollen wir offen mit Tauss sympathisieren und Gefahr laufen, medial zerrissen zu werden, oder wollen wir uns offen von ihm distanzieren, aber somit einen Experten verlieren und vielleicht auch Glaubwürdigkeit einbüßen?“

    Ich persönlich halte die NPD-Geschichte für extrem aufgebauscht und auch die Aussagen der „Oberpiraten“ zu dem Thema („wollen keine Ex-XY aufstellen lassen“) für falsch.
    Wir reden hier von Menschen, die in ihrer Pubertät (jap, bei Jungs dauert die zum Teil durchaus bis 18+) auf Wege geleitet wurden, die sie selbst retrospektiv als vollkommen falsch ansehen. In der Adoleszenz passiert im Gehirn so einiges, was sich in irrationalem Verhalten und extremer Peer-Fokussierung ausdrückt. Und ich glaube, fast jeder hat in dieser Zeit so einigen Bockmist verzapft. Wollen die Piraten nun ernsthaft Menschen die Rehabilitation verwehren? Wollen sie sie stigmatisieren? Oder wollen sie sagen „hey, wenn du uns beweist, dass du deinen Fehler einsiehst, dann bist du uns so willkommen, wie Prinzessin-weiße-Weste“?
    Natürlich hätten die beiden Ex-NPDler angeben können, was sie in der Vergangenheit getan haben. Haben sie aber nicht, weil sie es evtl. für irrelevant hielten oder weil sie schlicht und ergreifend Angst hatten.

    Bei Tauss sehe ich hingegen ein größeres Dilemma. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es dafür eine „ideale Lösung“ gibt. Wichtig ist, meiner Meinung nach, dass vor allem die menschliche Ebene Klärung bekommt, da sich dann gemeinsam an einer politischen Lösung arbeiten lässt. Vielleicht ist die Idee mit einer aktiven Anti-Missbrauchs-Politik gar nicht so schlecht. Vielleicht hilft auch eine Aufarbeitung der ganzen Causa Tauss in einer Medienkampagne (vor allem in Kontrast zu den KiPo Vorführungen von Zernsursula und vielleicht auch aus emotionaler Sicht von Tauss, warum er die Recherche überhaupt angefagnen hatte)

    Das wichtigste ist nur: Verdammt nochmal, habt doch keine Angst!
    Oder wollt ihr das Motto „alle Menschen sind für uns gleich willkommen“ weiterhin 2000 Jahre alten Religionsstiftern überlassen? ;)

    1. (um mal ein Relikt aus den goldenen Google-Plus-Zeiten zu bringen:)
      +1

      Man schaue sich in dem Zusammenhang an, wie Daniel Cohn-Bendit mit den Vorwürfen zu sexuellem Missbrauch von Kindern umgegangen ist. Man kann eigentlich nicht behaupten, dass ihm (bzw. den Grünen als Partei) das sehr geschadet hätte.

  25. Als nur noch passiver Pirat, möchte ich hier mal eine andere Seite beleuchten (ich weiß nicht ob es schon mal Erwähnung fand, ich habe nicht alle Kommentare gelesen):

    Das Tauss-Thema hat damals im Wahlkampf 2009 meiner Meinung nach zu viel Belastung für die „Piraten vor Ort“ erzeugt. Du stehst an deinem Piratenstand und möchtest eigentlich nur über Politik reden und ständig kommen Leute, die sagen „ja mit dem Tauss da in eurer Partei, wie kann man euch da wählen?“. Zugegeben, im genannten Jahr konnte man es einfach abwiegeln und sagen, dass er nicht verurteilt sei, das war auch unser Hauptargument damals… aber heute ist er verurteilt und wir können nicht mehr dagegen argumentieren. Gerade wenn es um KiPo geht, sind die Bürger sehr empfindlich (sieht man doch schon an FB Umfragen nach dem Motto „2. Chance für Kinderschänder? 99% NEIN!) und die Wiederaufnahme wäre imho ein Todesstoß für uns. Bürger denken nicht rational, deswegen herrscht die Bild.
    Und alleine zum Schutz der Piraten, die die Fußarbeit machen, würde ich ihn nicht aufnehmen.

    1. Unabhängig von der Person Tauss: Eine Mitgliedsentscheidung zu treffen um damit einer Debatte auszuweichen ist armselig.

      Wenn das die Begründung ist, dann sind die Piraten genau so scheinheilige Taktierer in der Öffentlichkeitsarbeit wie die etablierten Parteien. Anstatt sich von Prinzipien leiten zu lassen schielt man auf das erwartete Echo und richtet daran seine Entscheidung aus? Wollte man früher nicht für einen neuen Politikstil stehen?

      1. In deiner bunten Kinderwelt mag das vllt. zutreffend sein, aber in der Realität (da wo der Pizzabote herkommt), sieht das ganze ein wenig anders aus. Was du machst ist der Versuch die Realität auszublenden und so zu tun, als ob in der Welt alles richtig läuft, alles durchdacht ist und alle Menschen nur rational handeln, leider ist es nicht so. Es ist sogar quasi Fakt, dass sich fast niemand für Politik interessiert (über Bildschlagzeilen schimpfen, zähle ich mal nicht dazu) und dementsprechend fast niemand weiß, was hier eigentlich alles läuft.. schau dir doch alleine mal die Nichtwähler-Quote an, da bekomme ich das schaudern.

        Es gibt kein „Prinzip“ oder „Recht“ darauf, jemanden in die Partei aufzunehmen, der ihr schadet. Genauso werden keine Neo-Nazis oder ähnliches Klientel aufgenommen, ja wir sind die bitter Pösen, die die armen Minderheiten diskriminieren :-(

      2. Wenn einem ein Pirat realitätsferne vorwirft dann ist das schon fast putzig. :-)
        Das es aber anscheinend in Ordnung ist, Entscheidungen von der Öffentlichkeitswirkung abhängig zu machen anstatt Prinzipien zu vertreten ist schon weniger putzig. Aber so sind die Piraten vielleicht inzwischen: Lieber #bimseln als Sachthemen. Die machen Arbeit, und wer eine Meinung vertritt macht sich angreifbar. Und müsste das am Ende auch noch an einem Wahlstand vertreten. Grausam.

        In der von dir so geschätzten Realitä hat die Piratenpartei übrigens kein Problem mit Neonazis. Die haben offensichtlich einen Platz in der Piratenpartei. Aber was kümmern Fakten schon…

      3. Von welchen Prinzipien redest du eigentlich? Könntest du das mal bitte konkretisieren, mit Quelle bitte. Ansonsten brauchen wir hier nicht weiter reden, hab auch keinen Fisch mehr.

      4. Ich dachte ich hätte von den Piraten mal etwas gelesen über einen neuen Politikstil, den man wagen möchte. Bei dem Entscheidungen auf der Basis von Fakten und nicht von Ideologien getroffen werden. Aber das habe ich jetzt auf offiziellen Seiten nicht gefunden – war also vielleicht nur eine isolierte Einzelmeinung eines Piraten und kein Prinzip der Partei. Mea culpa.

        Das ändert allerdings nichts daran dass ich die Begründungen gegen Tauss‘ Mitgliedschaft für ausgesprochen schwach halte. Fähnchen-nach-dem-Wind-Politik, wie bei den etablierten Parteien eben auch oft.

        Da Du zu den Neonazis bei den Piraten nichts anzumerken hattest , kann ich annehmen das Du mir zustimmst? Ich persönlich finde Neonazis ja schlimmer als den Tauss, aber wenn man darauf nicht so oft angesprochen wird in den Medien und am Wahlstand, dann ist das ok?

    2. Man beachte, dass Tauss kein Kind geschändet hat. In dem Urteil ging auch, wenn ich mich recht entsinne, klar hervor, dass Tauss nicht aus sexuell motivierten Gründen gehandelt hatte.

      Meiner Meinung nach ist das Urteil dementsprechend differenziert zu sehen. Wenn jemand mit einem undifferenzierten Blick darauf an den Wahlstand kommt, kann man das doch als Aufhänger nutzen, etwas Aufklärung in dieser Hinsicht zu betreiben und dann auf die politischen Aspekte der Geschichte (Indoktrination seitens des BKAs bzw. vdLeyen) überleiten.

      1. Ich bin Tauss auch schon in echt begegnet und habe sogar ein Foto! ;) Für mich ist er auch nicht schuldig und ich denke, er hat einfach unüberlegt gehandelt.. aber es ändert doch nichts daran, was geschehen ist?! Es ist einfach doof gelaufen und er schadet uns mehr, als es uns nützt, wenn er jetzt wieder mit einsteigen würde.

  26. Wie geht das eigentlich? Kann eine Partei einfach jemand die Mitgliedschaft verweigern, weil ihnen das Gesicht von dem nicht passt?

    Muss ich das nächste mal beim Parteibeitritt einem Führungszeugnis vorlegen? Schließt mich dann auch die Grünen aus, wenn ich mal eine Anzeige hatte, weil ich Altpapier in den Normalmüll geworfen habe?

    Lächerliche Veranstaltung!

  27. Willy Brandt wurde 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen. Die SPD nahm in trotzdem auf.

    Herbert Wehner war ein schwerer Verbrecher und saß jahrelang in Schweden im Gefängnis. Die SPD nahm in trotzdem auf.

    Mit den Kindsköpfen von den Piraten hätten die beiden keine Schnitte in der deutschen Politik gehabt. Die hätten sich in die Hosen gemacht, dass der rechte Rand von der Waffen-SS wie Grass oder die vergeistlichten Hitlerjungen, die heute Papst spielen, ihnen vorgeworfen hätten, dass sie Vaterlandsverräter seien. Das hätte die Weicheier natürlich umgehauen und so hätten sie lieber Wehner und Brand ein zweites Mal in die Verbannung geschickt.

    Bei solchen Piraten kommt die Frage auf, ob die Grünen mit ihren zahlreichen Kriegen als Pazifisten nicht das kleinere Übel sind.

  28. Abgesehen von dieser unnötigen Diskussion (die Entscheidung ist gefallen), finde ich es wesentlich interessanter, warum Tauss wieder in die Partei möchte. Das wäre mir zu blöde. Vielleicht kann man dazu mal was lesen. Hat er Langeweile?

    Dani

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