Kultur

Interview: Slim Amamou über Tunesien, Ägypten und die arabische Welt

Global Voices Online hat ein längeres Interview mit Slim Amamou veröffentlicht. Der 33-jährige tunesische Blogger und Netzaktivist wurde während der Protesten verhaftet und nach dem Sturz Ben Ali´s anschließend als Staatssekretär für Sport und Jugend in die Übergangsregierung berufen: Tunisia: Slim Amamou Speaks About Tunisia, Egypt and the Arab World.

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Some say the Internet was a catalyst, others contend it has played only a marginal role in the uprising. Do you think, had the events of Sidi Bouzid or Cairo happened, say, in the 80s, when the Internet was not available yet, it would have achieved the tremendous rallying we’ve witnessed?

You don’t have to go back to the 80s. In 2008, there were uprisings in Redeyef, similar to what happened in Sidibouzid. But back then it seems that the internet community did not reach a critical mass. And then at that time, Facebook got censored for a week or two. I don’t remember if it was related. But it was like a training for this revolution. People think that this revolution happened out of nowhere but we, on the Internet have been trying for years, together and all over the Arab world. The last campaign that mobilised people was for Khaled Said in Egypt, and we Tunisians participated. And you have to remember that Egyptians (and people all over the world) participated in the Tunisian revolution: they informed, they participated in Anonymous attacks and they even were the first to demonstrate for Sidibouzid in Cairo.

So, yes Internet was very important.

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4 Kommentare
  1. Dass das Internet nicht unwesentlich zum Erfolg der Revolution beigetragen hat, das zeigt ganz klar die Tatsache, dass der ägyptische Staat das Internet zeitweise abgeschaltet hat. Ich glaube auch, es gibt noch immer sehr viele Menschen, die die Möglichkeiten des Internets sehr unterschätzen. Doch trotz alledem war es in der Geschichte schon immer so: man kann ein Volk nicht ewig verschaukeln. Es kommt immer eines Tages eine Zeit, in der das Volk genug hat und den Regierenden die Quittung erteilt. Das hat es auch in Europa und auch ganz ohne Internet schon oft gegeben.

  2. Das Internet kann dabei hilfreich sein, einen recht schwierigen Prozess abzukürzen. So kann leichter eine kritische Masse von Personen mobilisiert und organisiert werden, die den Protest auf die Straße trägt. Das ist auch ohne Internet möglich aber nicht so kurzfristig und weitreichend. Daher wirkt das Netz wohl unterstützend, aber es muss eben auch genug Menschen geben die auf die Straßen drängen (was in Tunesien 2008 wohl nicht der Fall war). Die Idee des Mubarak-Regimes das Netz abzuschalten war aus deren Sicht wohl sinnvoll, aber zu spät. Die kritische Masse war schon auf den Straßen. Vielleicht wird es in Zukunft in ähnlichen Situationen frühzeitiger solche Blackouts geben.

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