Kultur

Berlin Folgen über Linus und die Amsel-Cam

Die Taz.de – Foto-Video-Serie „Berlin Folgen“ hat Linus mit seiner vergangenen Amsel-Cam portraitiert:


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Linus Neumann: Der digitale Bürgerrechtler from berlinfolgen on Vimeo.

Linus Neumann wird 1983 im Ruhrgebiet geboren. Nach Auslandaufenthalten, Abitur und Zivildienst studiert er in Berlin Psychologie mit den Nebenfächern Politologie und forensische Psychiatrie. Er vertreibt nebenher im Eigenverlag mit dem Gestalter Roland Brückner die Kinderbuchserie „Mumpelmonster“, arbeitet als freiberuflicher Webdesigner und unterstützt zwei Lehrstühle der Humboldt-Universität, wo er sich komplexer Datenanalyse widmet. Mitte 2010 beginnt er für das Blog Netzpolitik.org zu schreiben und tritt im April 2011 dem Verein Digitale Gesellschaft bei, der sich für digitale Bürgerrechte engagiert. Im Frühjahr des gleichen Jahres entdeckt Linus auf seinem Fensterbrett ein Amselnest.

Die Folgen über Gero, den Obdachlosen, Hans-Joachim, den Gefängnisgärtner und Aydin, den Radaktivisten sind übrigens auch sehr gelungen.

45 Kommentare
    1. Mag mich jemand aufklären? „Fixie“ ist das Fahrrad auf einem der Fotos, sagt Google. Inwiefern stempelt das Linus zum Hipster? Und inwiefern ist Hipster negativ konnotiert?

      Sorry für die (vermutlich) dummen Fragen. Ist wahrscheinlich eine Berlin-vs.-Provinz- und Generationssache.

      1. Naja, was heißt für Arme… Ist halt cool (bzw. „hip“, wie das heute wohl heißt) und offensichtlich Szene-Erkennungsmerkmal von (Grafik-)Designstudenten (Neben den Appleprodukten, die man natürlich berufsbedingt braucht).
        Sind halt für Bahnrennen optimiert, da ist die Geschwindigkeit ziemlich konstant und Bremsen muss man auch nicht. Naja, also es gibt auch Leute, die fahren in der Stadt einen H2. Da ist mir ein Fahrrad, egal welcher Bauart, deutlich lieber.

    1. Nach meinem Kenntnisstand sind diese Fahrräder auf öffentlichen Verkehrswegen gar nicht erlaubt, soweit ihnen die Bremsen fehlen.

      Und der Gegentritt auf den Pedalen ist keine Bremse im Rechtssinne ;)

      1. Ob Bremse oder nicht, da sind sich die Gerichte nicht einig. Für Bonner Richter ist der Gegentritt ne Bremse: ://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,640907,00.html

      2. Ah! Danke für die Info.

        Ich dachte dennoch, dass man jedenfalls zwei unabhängige Bremsen braucht. Spätestens das fehlt oft. Steht ja auch in dem Artikel :D

      1. http://en.wikipedia.org/wiki/Hipster_%28contemporary_subculture%29#1990s_through_2010s

        Den Begriff genau zu fassen ist sehr schwierig. Schlage das gerade an allen möglichen Stellen nach.

        Kernelemente sind jedenfalls: Extravaganz und Außenseitertrum (iSv Abgrenzung); im Gegensatz zu bspw Punks aber nicht, indem man „““normale“““ gesellschaftliche Wertungen ablehnt und sich ihnen verweigert, sondern indem man einen drauf setzt -> statt Laptop für 500€ ein AppleDings für das doppelte etc.
        Glaube das trifft es.

        Aber um Ergänzungen bin ich dankbar, nachdem der Begriff wirklich sehr weitläufig zu sein scheint mancher Orts :D

      2. Das also sind Hipster: Avantgarde, Mode, unbedingt teuer, Abgrenzung gegen dumme Arme, Apple, kranke fernöstliche Billiglöhner, billigst produzierte Hardware, bunt bedruckt, möglichst teuer verkauft, aber sportlich, einfach chique.

        Das soll Linus sein? Passt irgendwie nicht. Kann ich mir nicht vorstellen. Allein schon weil John F. Nebel von metronaut.de bestimmt nicht jeden Scheiß mitmacht.

      3. Habe das schon gesehen, aber das eine schließt das andere nicht aus (bezogen auf das Video ;)).

        John F. Nebel kenne ich nicht hinreichend. Aber Hipster und Links schließt sich für mich nicht wirklich aus – auch wenn es gewisse Widersprüche mit sich bringt.
        Aber ich kenne auch Leute die Che-T-Shirts haben und n Roten Stern mit eindeutigen Bezug auf dem Auto kleben und trotzdem CxU wählen … aus solchen Dingen kann man dieser Tage nicht viel ableiten meine ich. Menschen sind wohl in der Lage sich aufs äußersten Widersprüchlich zu verhalten ;)

      4. Dandy stammt tatsächlich aus dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert. Man denke nur an Oscar Wilde.
        Hipster oder Hepster (jemand der hip, auch: hep ist) stammt aus dem 20. Jahrhundert. Der Begriff ist, soweit ich weiß, seit den 1940ern in Gebrauch. Cab Calloway und Elvis Presley beispielsweise waren Hipster.

      5. @anon Was Arno N. sagt.

        Leuten, die nicht wissen, wie und warum man E-Mails verschlüsselt, ein solches Videos zu präsentieren, hat eine gewisse soziale Komponente, die ich Hipstern, so wie ich den Begriff interpretiere, nicht zutrauen würde.

        Außerdem finde ich, dass John F. Nebel regelmäßig wunderbar linke Ansichten in seinem Blog preisgibt. Er würde sich doch nicht mit einem Ichling (im Sinne von FDP-Wähler) abgeben, schätze ich.

        PS: Mit den Andeutungen in Richtung Apple habe ich am Freitag etwas übertrieben. Schließlich trage auch ich Markenschuhe, die in Fernost von Kindersklaven geklebt werden. fuck

      6. @Tharben
        Hm. Ich bin mir unschlüssig. Das hat schon was, was du sagst.

        Aber insgesamt finde ich ist dieser angedeutete Widerspruch nicht wirklich durchschlagend, denn er beruht auf der Prämisse, dass sich Menschen (wie auch immer man das nennen mag) „systemkonform“/“ansichtskonform“/“rational“/“vernünftig“ verhalten. Und das ist glaube ich der Fehler.

        Wegen den Appleandeutungen:
        Es dürfte wenige hier geben, die einen PC/Laptop haben, der unter für unsere eigenen Maßstäbe „humanen“ Arbeitsbedingungen gefertigt wurde …

      7. @anon

        Es dürfte wenige hier geben, die einen PC/Laptop haben, der unter für unsere eigenen Maßstäbe “humanen” Arbeitsbedingungen gefertigt wurde …

        Schon. Nur halte ich mir zugute, dass ich Hardware, die für EUR 250,- gefertigt wurde, für EUR 300,- kaufe, und nicht für EUR 600,-, wie es bei Apple der Fall sein dürfte.

        Bei dem unfassbar großen Vermögen, das Apple mittlerweile angehäuft hat, blablabla Ach, ist eh wurscht. Man entkommt dem System sowieso nicht. Kauft Apple! ;)

      8. @ hepster: Meines Wissens entstammen die Hipster einer Modebewegung und ersten Musikfantums Ende des 19. Jahrhunderts. Hierzu gab es neulich eine tolle Ausstellung in Paris. Später wurden Hipster oft mit Jazz in Verbindung gebracht und lebten dort diese neue Art des Dandytums. Schließlich fanden sie auch in andere Musikstile.

      9. @Tharben
        Da haben wir mal wieder ein Dilemma gefunden :D
        Wobei das sicherlich eines der offensichtlicheren ist.

        „Schon. Nur halte ich mir zugute, dass ich Hardware, die für EUR 250,- gefertigt wurde, für EUR 300,- kaufe, und nicht für EUR 600,-, wie es bei Apple der Fall sein dürfte.“
        Sehe ich genauso. Meine Hardware ist 8 Jahre alt.

  1. @ Tharben: Wie wär’s mit Google anschmeißen und sich im anglo-sächsischen Bereich informieren? (vulgo: Internet, do you speak it, motherfucker?)

    @ Berlin folgen-Video: Haters gonna hate.

    1. Sehe ich das richtig, dass du Leute nicht einmal das Fahrrad kennst (sic!) _ver_urteilst?

      Sicherlich nicht erbärmlich? xD Und Gott hat damit auch nichts zu tun, also bitte lass ihn da raus.

  2. Ich habe das Video nicht gesehen, nur die Kommentare gelesen.

    Hipster sind immer die anderen. :)
    Ein Hipster kann kein Underdog sein. Der Underdog fällt nicht auf.

    Aus diesen Definitionen leitet sich ab: Jeder mag den nicht, der nach außen cooler wirkt als er, er selbst lehnt dies aber eigentlich aus eigenen Überlegungen ab. Daher wirkt es auch so intensiv: Beispiele: Auto, Räder, IKT-Produkte, Mode, Aussehen.

    Anders würde es auch nicht funktionieren.

    Für die Biologen unter euch: Handicap Vorteile — man denke auch an den Pfau. …

    Und jetzt: Kann man wieder mal zum Thema kommen? Das andere kann man ja auf tumblr machen …

  3. Ich glaube es gibt einfach Dinge die auf Anhieb attraktiver und interessanter wirken als Amseln zum Beispiel Gameboys aber Amseln sind auch cool.

    Ich glaube es gibt einfach Dinge die auf Anhieb attraktiver und interessanter wirken als Volkslieder zum Beispiel MC Hammer aber
    Volkslieder sind auch cool.

    Zum Beispiel Scharping aber Lützower Jäger sind auch cool.
    Zum Beispiel die Grünen aber Marx ist auch cool.
    Zum Beispiel S-Bahn fahren aber U-Bahn ist auch cool.

  4. Weshalb denn weg. der Amselcam diese Hipster-Diskussion? Man sollte dabei nicht vergessen das der Mac immer noch ein guter Computer ist (und OSX immer noch ein UNIX), und ein Fixie ein Rad, bei dem wenig kaputt gehen kann (wie bei nem Hollandrad). Generell ist es sehr vernüftig, sowohl das eine, als auch das andere, zu benutzen.
    Leuten Einstellungen aufgrund von „Handeln“ zuzuschreiben heißt fundamentaler Attributionsfehler. Wenn der angewendet wird, entsteht ne Erwartung, die auf andere Lebensbereiche generalisiert wird (Konsistenz). Die erlebte Verletzung führt dann zu Dissonanz, die dann abgebaut werden muss. Entweder, indem man die andere Person abwertet (Hipster, Heuchler) oder zur Trivialisierung (was sagt der Mac über die Arbeit von Linus hier denn aus?).
    Ich mochte die Amselcam. Die lief bei mir auf Arbeit (häufig) auf dem zweiten Monitor. Und ob der Linus einen Mac benutzt, ein Fixie fährt, ob Markus drei Monitore hat, Adidas Sambas zum Anzug trägt usw. ist mir, mit Verlaub, scheißegal. Ich les doch den Blog nicht weg. „Styleberatung“, sondern weg. dem was hier steht.
    Und selbst falls Linus ein „Hipster“ sein sollte: lieber ein Hipster, der sich um Bürgerrechte schert, als ein „Non-Hipster“, dem das alles egal ist. Ich verstehe diese Diskussion nicht.,
    Nun, wie gesagt: Die Amselcam fand ich ne gute Idee. Ich komm ja vom Land, aber da siehste auch keine Vögel brüten (bez. des Kommentars, da musste erst nach Berlin ziehen..). Und die „Naturbezogenheit“ der Landbevölkerung ist ne Urban Legend. Wenn du aufm Dorf wohnst willste in die Stadt. Da interessiert man sich nicht für Amseln (oder Natur).
    Anyway. Ich find die Amselcam-Reportage gut.
    Anyway.

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