Kultur

OpenData: Freiheit für die Fahrpläne!

In Belgien hat der Betreiber von irail.be ein typisches OpenData-Problem: die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCB hat ihm einen Brief geschickt und behauptet, er würde gegen Urheber- und Datenbankrechte verstoßen. Der belgische Student Yeri Tiete aus Grimbergen, der die Seite betreibt und dazu die API Daten der SNCB nutzt, hat darauf hin erst einmal Anwälte konsultieren dürfen, die der Bahn einen gepfefferten Brief geschrieben haben. Sie fragen: wie könne die Bahn ein Urheberrecht auf die Datenbank einer Dienstleistung des öffentlichen Sektors erheben?

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Tietes Seite ist dabei reichlich unspektakulär. Aber die Seite der SNCB ist für die mobile Nutzung die Smartphonehölle auf Erden. Und das Ganze erinnert an was? Genau – die Geschichte um die gute alte BVG, die 2008 Fahr-Info Berlin aus dem Verkehr ziehen wollte.

Der Belgier Yeri Tiete sieht jedenfalls keinen Grund, seine Seite vom Netz zu nehmen. Seine flämischen, wallonischen und deutschen Landsleute werden es ihm danken.

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8 Kommentare
  1. Der Vergleich mit der BVG hinkt enorm. Denn dort ging es nicht um den Fahrplan, sondern um die Netzspinne, also die Visualisierung des S- und U-Bahnnetzes. Diese ist urheberrechtlich geschützt.

  2. Ich wünsche mir allgemein, dass öffentliche Verkehrsmittelbetreiber die Fahrpläne sowie aktuelle Fahrtdaten (Verspätungen etc) über eine einheitliche API publik machen müssen. Das was die ÖBB in Österreich gerade aufführen ist ja auch nicht gerade lustig. Die haben nämlich beschlossen, die Daten nicht mehr an Google Maps weiterzugeben, sondern nur noch über ihre eigene iPhone-App Scotty zur Verfügung zu stellen.

  3. Sind Fahrplandaten denn wertvoll? Ich hätte gedacht, dass ein ÖPNV-Unternehmen davon lebt, dass Leute es benutzen, und nicht von der Exklusivität seiner Fahrplandaten.

    Aber das habe ich ja schon nicht kapiert, als die dt. Privatsender Geld für die Nutzung ihrer TV-Programm-Daten haben wollten…

  4. Der belgische Student Yeri Tiete aus Grimbergen, der die Seite betreibt und dazu die API der SNCB nutzt […].

    Das bezweifle ich ernsthaft. Wo er doch auf der verlinkten Seite schreibt:

    Also, dear NMBS/SNCB, please provide us with an API. Clearly, I’m not the only one interested in open data and APIs. This would make small projects like this quite a bit easier and would greatly increase the end quality. Data scraping just doesn’t fit web2.0.

    (Hervorhebung von mir.)

    Grüße,
    Drizzt

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