Datenschutz

E-Post & DE-Mail: Und täglich grüßt das Wochenende.

Bevor wieder alle ins Wochenende verschwinden, noch kurz zwei Leseempfehlungen für Murmeltierfreunde.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Richard Gutjahr hat sich auch nochmal mit dem E-Postbrief beschäftigt: „Der E-Postbrief – Die Gelbe Gefahr?“. Lohnt sich vor allem für Freunde der gepflegten Rabulistik und weil Gutjahr mit Udo Vetter von lawblog.de und Thomas Stadler von internet-law.de zwei Juristen gebeten hat, die AGB mit ihm Punkt für Punkt durchzugehen.

Lesenswert ist auch der kurze Beitrag von Kristian Köhntopp, der die aktuelle Kritik an DE-Mail etwas entspannter sieht:

„Auf den Servern jedoch werden die Mails aus technischen Gründen kurz entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt“.

Das muß wohl auch so sein, jedenfalls wenn man Antivirus und Antispam implementieren will, insofern scheint die Lösung erst mal grob legitim zu sein, auch wenns komisch klingt.

Komisch klingen tut es aber noch aus einem anderen Grund: Die Vertraulichkeit ist im Kontext DE-Mail nicht primär relevant, denn DE-Mail war nie designed um sicher im Sinne von vertraulich zu sein […]

Für den Kunden/Endnutzer sind auch andere, juristische und nur am Rande technische Überlegungen wichtig, aus denen man DE-Mail wahrscheinlich eher nicht nutzen will. […]

Die Argumente gibt es im Volltext in seinem Blog. Kris war von 2003 bei 2005 Senior Security Engineer bei der web.de AG und damals u.a. für einen der größten Freemail-Services in Deutschland verantwortlich.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
26 Kommentare
  1. Ich kann das Gemotze gar nicht nachvollziehen, wie bereits anderweitig geschrieben:

    Niemand muß sowas nutzen.

    Ich habe keinen Bock darauf, vor etwas gewarnt zu werden, was ich eh niemals nutzen würde, da ich ein Hirn im Schädel habe.

    Mein BS macht mich auch nicht jeden Tag darauf aufmerksam, daß es nicht so ganz sicher ist, sich überhaupt im WWW zu bewegen.

    Entweder ich schalte mein Hirn ein oder den Rechner aus. So einfach ist das.

    Ps. Bald gibt es eine Software, mit der mich mein Fahrrad warnt, daß Fahrradfahren zu Unfällen führen kann. Vielen Dank.

  2. @Dalia

    Niemand muß sowas nutzen

    Die Bundesregierung sieht De-Mail als rechtssicheren Kanal für die Kommunikation mit Behörden vor. Ja, die Nutzung soll freiwillig sein. Wieviele deiner Finger würdest du darauf wetten, dass es mittelfristig so bleibt?

    Ich habe keinen Bock darauf, vor etwas gewarnt zu werden

    Niemand zwingt dich dieses Blog zu lesen.

  3. Na, da hatte ich Glück und lag über Bande doch ganz gut.

    Es kommt mir immer öfter so vor, dass gut informierte Bürger der Feind des Gesetzgebers sind. Aber es sollte umgekehrt sein.

    Was ist das nur wieder für ein Unsinn, der von der Politik da verzapft wird?

  4. @Jörg-Olaf

    In Deutschland hat 27% der Bevölkerung gar keinen Internetanschluß und wünscht ihn auch nicht.

    Das Bundesverfassungsgericht hat bereits festgestellt, daß jeder Bürger und jede Bürgerin sich an die Behörden wenden kann, in welcher Form auch immer. Das ist festgestellt für alle Ewigkeit.

    Das bedeutet, jeder darf auch in Zukunft, selbst wenn alle Welt verkabelt ist, ein Brieflein in Papierform an die Behörden senden.

    Es gibt keinen Zwang zur Webnutzung.
    Never ever.

    In diesem Sinne. :-)

  5. Ps. Und mach mich in Zukunft nicht so blöde an. Von wegen „niemand zwingt dich, dieses….“

    Du solltest Dich eher mal juristisch bilden, dann darfst Du auch mitreden.

    Und Du hast da leider einen Mangel.

  6. @Dalia
    Es als „blöde angemacht zu werden“ zu interpretieren, kannst Du der faktisch korrekten Aussage des Artikelautors wohl nur schwerlich anlasten.

    Auch schön: „…dann darfst Du…“. Gut zu wissen, dass (u. a.) Dein Urteil darüber entscheidet.

    Deshalb: Friede sei mit Euch. Zurück zum Thema.

  7. @Schildbuerger

    Mein Einwurf soll die Leute erstmal auf die Fakten herunterkühlen. So ist nunmal die Gesetzeslage. Heißjallerer gehen mir auf den Sack, vor allem, wenn sie juristische Laien sind.

    Wer sich weiterhin um das Thema kümmern möchte, welches den Jörg-Olaf so wenig bekommt (in Bezug der Verdauung), der soll es machen.

    Dir noch viel Spaß.

  8. @Dalia

    Ähm, es gibt noch andere Leser dieses Blogs und nicht nur dich. Die Warnung gilt nämlich denen, die daran denken diesen email-Dienst zu nutzen.
    Lass also deinen Egoismus ruhen.

  9. Als Erstes Danke für Beschäftigung mit diesem Thema. Die angesprochenen Probleme werden augenöffnend behandelt. Besonders freut es mich, daß auch Leien des Gerichtswesen die möglichen Konsequenzen, für uns alle, aufzeigen.
    Und für alle, die mosern; „Besser machen, nicht meckern“.
    Das nächste Thema wäre ja schon wieder die Aussage, „Das Internet ist wie Radio“. Die daraus resultierenden Abschaltungen der unliebsamen Blogger, Aufgrund fehlender Sendelizenzen ist dann nur folgerichtig.
    Als Nachsatz:
    Mit rosaroter Brille durchs Leben zu gehen, ist auch eine kultursensible Ansichtssache, denn ich würde dem Staat mit seinen (nicht)Gesetzen nicht über den Weg trauen.
    Jörg-Olaf mach so weiter.

  10. Udo ist wie immer brillant. Einen Versprecher hat er aber diesmal drin: er meint bestimmt, dass für ePost nicht das Briefgeheimnis gilt, im Gegensatz zum normalen Brief.

    Viele Grüsse,
    VB.

  11. Ich sehe das Problem nicht!

    Es gibt Kryptograhie- Programme, die jeder selber auf seinem Rechner installieren kann; es gibt eine ‚pubkey- Server- Infrastruktur‘, alles für umsonst/lau!

    Gut, das geht nicht einfach per drag& drop, die Dateien muß man/frau zusammensuchen, runterladen, auspacken, …, etliche Einstellungen vornehmen, … habe ich mit fast 60 jahren und ohne Informatik- Studium hingekriegt, kann also nicht wirklich schwierig sein … Als Ergebnis habe ich einen ‚öffentlichen‘ und einen ‚geheimen‘ Schlüssel; den öffentliche Schlüssel kann jeder, wirklich jeder haben, er dient nur zum Verschlüsseln der an mich gerichteten Nachrichten. Ein Entschlüsseln der Nachricht mit dem öffentlichen Schlüssel ist nicht möglich, es ist der ‚geheime‘ Schlüssel nötig. Das Ganze nennt sich ‚asymmetrische Verschlüsselung‘.

    Hier beißt sich die überwachung die Zähne aus, selbst der Lauscher am Telefonverteiler im Keller kriegt nur die verschlüsselte eMail mit, wer immer die eMail speichern möchte, soll es ruhig tun. Nutz nur nichts, weil verschlüsselt! Selbst im Mailprogramm bleibt die Verschlüsselung aktiv, ohne Passphrase kommt der neugierige Kollege nicht an die eMail dran.

    Dieses ist technisch der einzig sichere eMail- Verkehr! Wem nutzt denn eine Verschlüsselung, die auf den beiden letzten Meilen nicht mehr existiert, der Provider das Schlüsselpaar besitzt, meine privaten eMails im Klartext speichern kann, sich auch noch auf das TKÜ beruft wg. der Speicherpflicht?! Ich möchte, könnte jetzt, – nein, ich lass es, wäre ja unverschlüsselt….

    Also, nochmal mein Appell: Benutzt asymmetrische Verschlüsselung für den eMail- Verkehr! Macht Euch die Mühe entsprechende Programme zu installieren (z.B.: GnuGP), es gibt sehr gute Anleitungen und Hilfen (sehr erstaunlich, WER da aktiv ist). Beschäftigt Euch mal ernsthaft damit. Die Ausfuhr der entsprechenden Programme (in elektron. Form)aus den USA ist bis heute verboten, WARUM wohl???

    Ein einfaches ‚Hallo Welt‘ sieht verschlüsselt dann wie folgt aus:

    —–BEGIN PGP MESSAGE—–
    Version: GnuPG v1.4.9 (Darwin)

    hQIOA8fI7eBeyVOIEAf8DmE2dE5QmrqPZGcgI1awSJaEWtUjebmqdU4mAYCX1FIt
    6Gbjf/kGwSVh6PrubOjYjk0KBt5KrmuUKi9ARGjk9lwiTSeytp++Nnd3hQRLm9Tz
    9EswKG7O7+Kmx35Km5FlNovrJB/uQWUsdTKIlA4JjaKj8h4wE4ANAv6TTGrxDS5d
    CXyF0MSec7beX9cAan6gtlHo75n9TzDdFyLK9JGurdpRgbIFTEgM/CAfYJG6rWTO
    lkLdJFF0l4mn342TfkXR+5GZEnGBb925EKKKYfkvQci3qONKSY2YRgK/6YVC/PC5
    A20knFoia8soShVXqdm/omztNvuykFGtzahhstpx1QgAoldFbZUI1sNhGN6Wzxa0
    JykwQrGbdq2uJzH+uEmvWXp0E9N8WlmTRfA7rHRYjxXioKhSLhWXuHSfWZFGD+tF
    ZL4BmlAHd2L2lOFHxnZNuWq/UhjxrYajG0mO0bSq4gVTzWLlUA4nlVpPEtpfGU7H
    5fjzt5CCIfCt+/RhGSZsZNyoQjzUitmygExwXjFjXZMoKOj9lZ1fJnQMBUPmHsgA
    Z2RfOFg+MhqfFisH//z92tCoyN1Iv8++RbrAx22ufdtcq7OTdCVRf1yLmpVENV4u
    Uoe2KPaDS/xTKdQ1alLtO9+1v8hrGI6wTOPB3bCIk/nINENyGeF7Km/KaOztaUpn
    XNJFAZ7rdtka/9UuAdSv7I/i3pSXUTgOFRTlei6RPOfGJMaYRrG9tqq2HLMZgIFi
    y98YbRkuxEjFOKQxzjYELpxc/O7k6nIb
    =EcNN
    —–END PGP MESSAGE—–

  12. [Quote]Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir sind auf den Beitrag von Hr. Gutjahr aufmerksam geworden und gehen in Kürze ausführlich auf die Inhalte ein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Philipp Schwertner vom Serviceteam E-POSTBRIEF[/Quote]

    Na dann darf man ja mal gespannt sein, was sich die Abteilung Propaganda der Post so aus den Fingern saugt, um diese in ihrer Eindeutigkeit nicht zu widerlegenden Vorwürfe weich zu spülen.

    Wird wohl letztlich eh wieder darauf hinauslaufen, dass man nicht weiß ob man darüber lachen oder weinen soll und den „dicken Hals“, den man ob dieser AGBs eh schon hat, noch ein wenig dicker werden lassen.

    Aufklärung tut jedenfalls Not, weil es immer noch viel zu viele unerfahrene I-Net Nutzer gibt, die völlig unbedarft gerade in solche AGB Fallen tappen, nach dem Motto „Kommt doch von der Post, kann doch nicht schlecht sein, die ist doch seriös.“

    Und gerade darum bin ich so froh, dass es es BLOGS wie netzpolitik und Leute wie Jörg-Olaf oder Markus usw. gibt, die sich genau um diese Aufklärung der Neulinge und Unerfahrenen kümmern.

    Grüße und ein schönes WE.

    Olli

  13. Hallo,

    wir haben festgestellt, dass zu einigen Punkten in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum E-POSTBRIEF zusätzlicher Informationsbedarf besteht. Die identifizierten Punkte haben wir in einer eigenen FAQ erläutert, diese finden Sie hier: http://go.post.de/w4hao

    Mit freundlichen Grüßen

    Philipp Schwertner vom Serviceteam E-POSTBRIEF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.