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Dradio Wissen: “Umsonst, aber nicht frei” – PDFreaders im Interview

Gestern wurde ich von Dradio Wissen zur PDFreaders-Kampagne interviewt. Dabei erklärte ich die Ziele der Kampagne. Das Interview ist auf der Webseite von Dradio verfügbar oder kann direkt heruntergeladen werden (leider kein OGG-Vorbis).


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Seit dem Start der Kampagne ist viel passiert. Wir haben bei der Free Software Foundation Europe (FSFE) viel Rückmeldung zur Verbesserung der Kampagne bekommen und das PDFreaders-Team arbeitet konstant daran. Auf der Kampagnen-Seite sind mittlerweile über 1350 Werbevorkommen für 39 Ländern von Helfern eingereicht worden, davon alleine 348 für Webseiten der deutschen Öffentliche Verwaltung. 762 Einzelpersonen, 19 Organisationen und 19 Unternehmen haben die Petition für die Entfernung von Werbung für unfreie Software auf den Webseiten der Öffentlichen Verwaltungen bereits unterzeichnet. Freiwillige Übersetzer haben dafür gesorgt, dass die Kampagnenseite in 8, die Petitionsseite in 11 und pdfreaders.org in 18 Sprachen verfügbar ist. Bis zum 17. Oktober könnt ihr noch Werbung für unfreie Software melden und die Petition unterzeichnen.

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13 Kommentare
  1. Kann man auch irgendwo dagegen stimmen? Ich finde das ausgesprochenen Unsinn.

    Der PDF Reader von Abode mag zwar unfrei sein, aber das ist kein Argument, als dass man dafür nicht werben darf, besonders da er kostenlos ist (damit erübrigt sich auch das Beispiel mit dem VW).

    Nachteil ist natürlich, dass er doch einige Sicherheitslücken hat, das stimmt.

    Aber bevor der 08/15 User bei google suchen muss und dann vllt auf so einer netten Abzockseite landet, ist der Adobe Reader eindeutig die bessere Wahl.

    Es gibt so viele Bereiche der Netzpolitik, die sinnvoller sind als hier seine Zeit zu verschwenden.

    1. > Der PDF Reader von Abode mag zwar unfrei sein, aber das ist kein Argument, als dass man dafür nicht werben darf, besonders da er kostenlos ist (damit erübrigt sich auch das Beispiel mit dem VW).

      Die Werbung wird nicht mit dem Auto selbst verglichen, sondern mit einer kostenlosen Probefahrt. Die Probefahrt ist Teil eines Geschäftsmodels, in dem Fall für den Kauf eines Autos, bei Software evtl. zum Kauf einer anderen Software des Unternehmens. Andere Autohersteller hätten bestimmt etwas dagegen, wenn die öffentliche Verwaltung solche Werbung machen würde.

      Das ganze ist ein konkretes Beispiel bei dem die öffentliche Verwaltung unfreie Software fördert, was nach Aussagen vieler Politiker und Parteien nicht in deren Sinne sein sollte.

    2. > Aber bevor der 08/15 User bei google suchen muss und dann vllt auf so einer netten Abzockseite landet, ist der Adobe Reader eindeutig die bessere Wahl.

      Dagegen gibts die Website der Kampagne

      > Es gibt so viele Bereiche der Netzpolitik, die sinnvoller sind als hier seine Zeit zu verschwenden.

      Ich finde es scheuslich derart oberflächlich die Arbeit anderer abzuwerten ohne dass man selbst beweist wie es besser geht.

  2. Welches Feedback?

    Den Adobe Reader kannst du als normaler Nutzer kostenlos benutzen. Der Kauf von solchen Produkten geht eher in den professionellen Bereich.
    Das ist bei Autos komplett anders. Die Probefahrt macht man einmal, das ist wie eine 30 Tage Trial Version von Software..

    1. Phillip: Ja, ein Vergleich ist ein Vergleich. Mit einem Auto kann man von A nach B fahren, das geht mit einem PDF-Betrachter nicht. Einen PDF-Betrachter kann ich mir auf meinem Computer installieren, das geht mit einem Auto nicht.

      Sowohl das Unternehmen das Testfahrten anbietet, als auch ein Unternehmen welches kostenlos Software anbietet will letztlich Geld verdienen. Werbung für kostenlose Angebote einer Firma ist immer auch Werbung für dieses Unternehmen.

    1. > PDFreaders ist Eure eigene Werbeseite, gell?

      Ja, Fellows der FSFE haben pdfreaders.org initiiert. Dort werden Freie-Software-PDF-Betrachter gelistet. Natürlich machen wir als _Free Software_ Foundation Europe Werbung für Freie Software. Allerdings ist das Werbung für eine Software nicht für einen bestimmten Hersteller, da jeder Hersteller die Software weiterentwickeln oder verkaufen kann.

      Die Webseite ist für Leute, die anderen Freie Software empfehlen wollen.

      Daneben werden wir von Verwaltungen nicht verlangen, dass sie die derzeitige Werbung durch Werbung für unsere Webseite ersetzt. PDFreaders.org ist jedoch ein Beispiel, dass es nicht nur einen PDF-Betrachter gibt.

  3. Von wegen „leider kein ogg“. Die Verbreitung von MP3 ist und bleibt unerreicht, da bringen die paar KB, die Ogg bei gleicher Klangqualität bietet, gar nichts.

  4. Ich finde die Sache gut: niemand braucht an der Illusion zu leiden es gäbe nur einen Anbieter für Software, die PDFs anzeigen kann.

    Zumal oftmals der falsche Hinweis daneben steht:

    „Um PDF-Dateien anzuzeigen oder auszudrucken, benötigen Sie den kostenlosen Adobe Reader.“

    Mich erinnert diese Art der Werbung daran, dass dieser Hinweis „früher“ als PDF noch recht unbekannt war (ca. 1996-2000), durchaus nützlich gewesen sein konnte. – So wie früher mal auf jeder Installations-CD hilfsweise ein Acrobat Reader drauf war könnte man heute darauf hinwirken, dass $die_freie_Software_der_Wahl mitgeliefert wird.

    Zählen Staatskonzerne oder bundeseigene Unternehmen auch zur „Zielgruppe“?

  5. Wie ist das eigentlich mit der Sicherheit der alternativen Programme? Adobe veröffentlicht ja regelmäßig Patches. Wie funktioniert das bei den Alternativen? Sind die ähnlich anfällig für Exploits? Oder gerade nicht, weil wenig verbreitet?

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