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Bushido mahnt Piratenpartei ab

Golem berichtet darüber, dass die Piratenpartei eine Abmahnung von Bushido erhalten hat. Anscheinend hat ein Mitglied des Bundesvorstandes Jemand (Ist unklar, wer das war) aus dem eigenen Bundesvorstands-Netz ein Lied von Bushido zum Download angeboten. Bekanntlich findet der es nicht in Ordnung, wenn seine schlechte Musik auch noch massenhaft unberechtigt in Umlauf gebracht wird. Nun überlegt der Vorstand, wie man mit der Abmahnung umgehen soll. Golem zitiert aus dem MP3-Mitschnitt der Vorstandssitzung:

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Die Diskussion unter den Vorstandsmitgliedern über die richtige Reaktion auf die Abmahnung legt den Schluss nahe, dass den Piraten deren rechtliche Bedeutung nicht ganz klar zu sein scheint. So lautete beispielsweise ein Vorschlag: „Wir antworten da jetzt erst mal förmlich und höflich und ganz lieb“, und ein anderer: „Sollte man nicht vielleicht mal versuchen, mit Bushido darüber zu reden?“ Auch der Vorschlag, die Abmahnung „medienwirksam zu nutzen“ wurde in die Runde geworfen. Am Ende einigten sich die Vorstandspiraten darauf, dass „Bernd [Schlömer] förmlich und höflich antworten wird. Über die weitere Strategie wird nach der Reaktion von der Anwaltskanzlei der Gegenseite nochmals geredet.“

Abgesehen davon, dass man Bushido einfach nicht in Filesharing-Netze einspeist, damit der Schund nicht noch weiter verbreitet wird, dürfte die folgende Auseinandersetzung noch lustig werden. Viel Erfolg, jetzt könnt Ihr mal Rückgrat zeigen und das durchfechten.

Update: Hier der Ausschnitt der Vorstandssitzung, ca ab Minute 2:08:42.

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84 Kommentare
  1. „Bekanntlich findet der es nicht in Ordnung, wenn seine schlechte Musik auch noch massenhaft unberechtigt in Umlauf gebracht wird.“

    lol, danke für diesen schönen Satz.

  2. Diese in der Bloggerszene elitäre Arroganz gegenüber der anscheinend so ekelerregenden dummen Unterschicht und deren Musik ist total peinlich.

    1. Das hat nix mit elitärer Bloggerszene zu tun. Es ist leider momentan extrem schlimm mit dem geistigen Prekariat. Solche heuchlerischen Versager wir Bushido gehören einfach von der Bildfläche verscheucht. Vielleicht bildet sich dann wieder etwas mehr Intelligenz aus.

  3. Unterschicht,das ich nicht lache. Bushido ist ein geldgeiler Arsch der jeden scheiß mitmacht. (Aktuell für den Spiegel mit „Atzen“ im Deutschland-Trikot Posen)

  4. schade, dass die hier sonst übliche objektivität bei einem solchen thema einreisst und derart wertend berichtet wird. seine meinung zu gewissen themen haben und diese auch publizieren schön und gut, aber dieser artikel schießt meiner meinung nach am ziel vorbei. nichts für ungut.

  5. Musik ist geschmackssache. Für eine konstruktive Auseinandersetzung mit einer anderen Person (z.B. in Form einer juristischen Auseinandersetzung) spielt der Geschmack überhaupt keine Rolle. Natürlich kann man mit Geschmacksbewertung andere inkludieren oder exkludieren und damit andere auf- oder abwerten. Für rationales Handeln ist das aber meistens kontraproduktiv. Und für Überzeugungsarbeit sowieso.
    Wie kann man nur Ausdrücke wie „geistiges Prekeriat“ benutzen? Das ist doch nur der Versuch sich selbst zu erhöhen.
    Ich mag die Musik auch nicht. Aber zum Fall tut das einfach nichts zur Sache. Und falls ich wirklich auch das „geistige Prekeriat“ mit meinen (netzpolitischen) Argumenten erreichen möchte, sollte ich zumindest nicht den Anschein erwecken ich würde mich für was besseres halten.
    (PS: Noch jemand hier der Zwölftonmusik mag?)

  6. Ach kommt schon Leute was soll der ganze Quatsch von wegen der gehört verboten das ist keine Musik so ein schwachsinn. Hatten wir das nicht bei jeder Generation schon mal so Änlich? Na denkt ma nach…………..

    Aber seis drum. Trotzdem net schön das ganze im Partei Netz feil zu bieten. OMG es gibt so viele Shareserver manmanman……..

  7. Ich wünsche mir einen Bundesvorstand mit Rückgrad. Ich glaube zwar nicht, dass das eine geplante Aktion war, aber das heißt nicht, dass durch dadurch nicht Kapital geschlagen werden kann, sowohl politisch, als auch für „kleine“ Abmahnopfer. Es wäre nicht die schlechteste Idee, die Abmahnung auf grundsätzlicher Ebene anzufechten, so weit die Gerichte reichen, um versuchen, Rechtssicherheit zu schaffen.

  8. Hm, mein Fall ist Bushidos Musik ebenfalls nicht. Trotzdem würde ich seine Musik nicht von Haus aus als Schund bezeichnen. Nahezu jede Generation hat „ihre“ Musik. Die gleich als Schund und schlechte Musik zu betiteln zeugt von wenig Stil und lenkt, in bester BILD-Art, vom eigentlichen Sachverhalt ab, wie man in den Kommentaren ja auch deutlich sieht.

  9. Die Sache an sich erwartet man von den Piraten ja fast, aber Bushido?! Meine Theorie ist ja, daß sie damit eine richterliche Auseinandersetzung mit der Schöpfungshöhe provozieren wollen. Pornos wurde die ja auch schonmal abgesprochen…

    Abgesehen davon, dass man Bushido einfach nicht in Filesharing-Netze einspeist, damit der Schund nicht noch weiter verbreitet wird

    Wie meinte früher schonmal jemand: „Wenn an ‚Copy kills music‘ wirklich was dran wäre, würde ich den ganzen Tag die Charts rauf und runter brennen.“ :D

  10. Bei Bushido muss man erstmal fragen ob es sich bei dem „Liedgut“ dieses „Vorbildes der Jugend“ überhaupt um eigenes künstlerisches Schaffen handelt oder ob er es selber wieder woanders geklaut hat.

    Ob man diesen Totengräber der Hiphop-Kultur nun mag oder nicht ist da egal.

    Aber mensch könnte an ihm ein Exempel statuieren. Und wie war das mit der Deckelung auf 100 Euro für Abmahnungen? Die Piraten könnten nun auf dem juristischen Weg mal Standards setzen wie man mit solchen Abmahnhaien umgeht.

    L33chen für den Weltfrieden! *g*

  11. Da wird ein Vorstandsmitglied seinen Laptop angeschlossen und den Filesharing-Client im Hintergrund vergessen haben. So sehr ich mit der Piratenpartei sympathisiere, aber da haben sie sich und der Sache wahrscheinlich einen echten Bärendienst erwiesen.

  12. @FH Ich glaube eher an positive Synergie-Effekte die man daraus gewinnen kann um diesen Abmahnwahn vor allem dieses zwielichtigen und selbst wegen Urheberrechtsverstößen verurteilen Menschen mal zu eulenspiegeln.

  13. Och, ich bin da optimistisch. Das wird sich Bushido nicht erlauben können, sich mit einer der mächtigsten Parteien Deutschlands anzulegen. *zwinker**zwinker*

    Vielleicht sollte man mal eine Demo veranstalten?

    ersguterjunge GmbH
    Ritterstr. 11
    10969 Berlin

  14. Tja, wenn die Piraten professionelle Hilfe brauchen, sollten sie mal zu uns kommen. Wir wissen, wie man auf die Kollegen von Bindhardt Fiedler Rixen und Zerbe (Abmahnkanzlei) reagieren sollte.

  15. #9: Dies ist ein Blog. Das subjektive Einordnen eines Faktums ist (auch wenn das hier erstaunlich selten so deutlich getan wird) eine elementare Eigenschaft eines Blogs.

    #10: „Prekariat“ bedeutet soviel wie „jene in aussichtsloser Lage“. Menschen, die eine reine Kommerzfigur wie diesen Gangsta-Darsteller als „einer von uns“ oder gar „einen der uns versteht“ verehren, weil sie sonst kein Idol finden, was sonst sind die, wenn nicht in aussichtsloser Lage? Daran ist nicht einmal was abwertendes. (An „Unterschicht“ übrigens auch nicht, ich würde mal behaupten, tendenziell selbst derselben zu entstammen und habe mit dem Wort kein Problem.)

    #13: Fände ich auch gut. Mir kam nebenher noch die Idee, ob Herr F. („B“) nicht selbst genau den selben Hintergedanken (Publicity um jeden Preis, „der coole Typ legt sich auch mit ner Partei an“) hatte. Falls er denken kann.

    Markus:

    Abgesehen davon, dass man Bushido einfach nicht in Filesharing-Netze einspeist, damit der Schund nicht noch weiter verbreitet wird

    YMMD!

  16. Vielleicht ist Bushidos Musik „Schund“. Aber es kann halt nicht jeder den ganzen Tag Wagner, Bach und Mozart hören und sich damit in seinem Musikgeschmack gegenüber den Fans anderer Genres überlegen fühlen…

    Zum eigentlichen Inhalt des Beitrags: Dumm gelaufen. Ich frage mich, was die Piraten mit einer „förmlichen und lieben“ Antwort meinen. Das halte ich für ein ziemlich riskantes Unterfangen, da man sich da auf dem schmalen Grad zwischen Eingeständnis des Fehlverhaltens und der Frage, was man da überhaupt mit einer „förmlichen und höflichen Antwort“ klären will.

    „Lieber Rechtsanwalt X, kann man da nichts dran drehen? Wir als Piratenpartei lehnen das Urheberrecht in der jetzigen Form ohnehin ab, finden sie es da fair, uns abzumahnen?“

  17. Hmm, ob die Musik nun gut oder schlecht ist, tut doch wohl nichts zur Sache. Ich bin echt mal.gespannt, wie ihr aus der Nummer rauskommt, wo doch 10000e jedes Jahr für den gleichen Sachverhalt verknackt werden. Wahrscheinlich läufts darauf hinaus: Alle sind vor dem Gesetz gleich, nur manche sind etwas gleicher. Auf jeden Fall ist es erbärmlich, das hier versucht wird, über die Qualitätsschiene die Thematik zu verharmlosen. Liebe Piraten, jemand unter euch hat eurem Namen alle Ehre gemacht.

  18. “Bekanntlich findet der es nicht in Ordnung, wenn seine schlechte Musik auch noch massenhaft unberechtigt in Umlauf gebracht wird.”

    hahaha, sehr schön;)
    Man kann von der Musikrichtung halten was man will, aber der Satz amüsiert mich;)

    Bin gespannt was „meine“ Partei daraus macht;)

  19. An alle die auf Grund der Golem-Aussage von „geringer“ juristischer Kompetenz bei der Piratenpartei ausgehen.
    Bei der Abmahnung handelt es sich um eine typische Massenabmahnung und die abgemahnte Person die auf dem Schreiben steht existiert so gar nicht ;) ! Soviel zur Rechtslage, da wird seitens der Kanzlei von Bushido leider nicht viel kommen. Eine Klage schon gar nicht…

  20. Transparenz:
    Noch diese Anmerkung: Die Sache ist ja nur durch durch den hohen Grad an Transparenz herausgekommen, der von der Idee der Piratenpartei her Teil des Konzepts ist. Welche Partei setzt seine Vorstandssitzung so dokumentiert ins Netz? Gäbe es Protokolle anderer Parteien dann wäre man ob der Gespräche und kriminellen Akte wohl überrascht. Auf jeden Fall gilt es diese Transparenz zu honorieren bevor man nun anfängt auf den Vorstand einzuschlagen. Letztlich sagt der Vorfall natürlich auch was über den grundsätzlichen Umgang mit transparenteren politischen Prozessen aus.

  21. @ David 22.: Für dich auch noch ein „scheiß Kommentar, der eh keine Sau interessiert. ;-)“

    Ich kann das mit der Subjektivität der Blogs nicht mehr hören. Blogs sind subjektiv und deshalb ist Kritik nicht möglich? Objektivität per se (also auch in klassischen Medien) gibt es gar nicht. Es gibt immer einen Blickwinkel. Deshalb ist Subjektivität keine spezielle Eigenschaft von Blogs, höchstens das Bekenntnis dazu. Wenn mein Vorredner von „üblicher Objektivität“ spricht dann geht es nach meinem Verständnis um Diskussionskultur. Hier kommt es auf das Ziel des Blogs an. Jeder Blog hat eine Zielgruppe. Man kann im eigenen Saft schmoren und quasi Unterhaltung für sich selbst und artverwandte Freunde machen. Dummerweise sehen das viele Leute nicht und meinen, wenn sie z.B. politisches Kabaret rezipieren, würden sie die Welt verändern.

    Manche Blogs sind offen Teil von Lobbyarbeit, im Fall von Markus eben Netzpolitik. Meiner Meinung nach sollte man hierbei rhetorisch darauf achten, niemanden zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Natürlich kann man sagen, die Fans von Bushido gehen mir am A vorbei und Multipikatoren sind dort sowieso nicht zu finden. Die Frage ist, ob das wirklich sinnvoll ist bzw. im Sinne einer Positionierung notwenig. Bushido ist ein Idiot. Aber das tut im konkreten Fall nichts zur Sache. Zur Sache gehört, dass Bushido schon öfters mit Abmahnungen öffentlich geworden ist. Zur Sache gehört, dass er es mit dem Urheberrecht selber nicht so genau nimmt. Aber die Bewertung der Qualität seiner Musik gehört so nicht in die Diskussion.

  22. Geiler Artikel! :)
    Kaum zu glauben, wie hier manche abgehen…
    Ich bin mit meinen 30 Jahren selbst „Unterschicht“ (Hartz4, seits das gibt), aber so einen RANZ wie Bushido, Massiv und wie auch immer der Rest des Spasti-Haufens heissen mag, hab ich in meinem kurzen Leben noch nicht gehört. Da kommt nichtmal die Bildzeitung mit.
    Wer’s immer noch nicht geahnt hat, wie die (Müll-)Verwertungsindustrie arbeitet, sollte sich dieses schöne Liedchen anhören, geht zwar um Massiv, ist aber der selbe Schuh.
    http://www.youtube.com/watch?v=wmny6buzakc

    Allerdings sollten sich die Piraten intern genau umsehn: Wer sowas aufm Rechner hat, hat hoffentlich im Gefecht auf hoher See beide Ohren & Augen verloren, wenn nicht, Spitzelalarm ;)

  23. Wenn der Song wirklich illegal angeboten wurde, muss man sich über eine Abmahnung nicht wundern?
    Also was soll diese „Aufregung“?

    Oder ist das ein Gag der Priraten um auf sich aufmerksam zu machen?
    Der Hype ist ja schnell verflogen…

  24. Naja, Netzpolitik.org, wie üblich. Eigentlich der Goldstandard in Deutschland für Berichterstattung über Netzthemen. Geht es aber um die Piratenpartei, kommt meist das Hämeeimerchen zum Vorschein. Sonst schließe ich mich den Vorrednern bezüglich Transparenz an. Das müssen die Altparteien erst mal nachmachen.

  25. Es bestätigt leider mal wieder meine schlimmsten Vorurteile gegen die Piratenpartei, dass offenbar der gesamte Bundesvorstand keinerlei Ahnung von der Problematik Abmahnung für Filesharing hat. Schlimm.

  26. Bin der Peter von #4.

    @ 5 – markus: Natürlich verwendest du Worte wie \Unterschicht\ nicht. In deiner Welt wäre das politisch unkorrekt und würde die Professionalität dieses Blogs untergraben. Die Herabwürdigung der bildungsfernen Menschen scheint allerdings erlaubt zu sein und das Publikum stimmt schenkelklopfend mit ein, obwohl es auf den nächsten \Gag\ aus dieser Schublade nur gewartet hat. Es ist absolut salonfähig und hip die Dummen zu verabscheuen und sich über sie lustig zu machen. Das Wort \Unterschicht\ darf nicht benutzt werden, weil es verboten ist sich über finanziell Schwache zu amüsieren. Zurecht wird sich niemand hier darüber beschweren, wenn Spiegel Online auf der Startseite zu 90% über Frauen berichtet, um der Gleichberechtigung gerecht zu werden. Wenn aber Fußball das Hauptthema zur Zeit der Fußball-WM ist, schreit die Elite auf und fragt, ob es nicht wichtigere als derart proletarische Themen gibt. Was hier übersehen wird ist, dass die allermeisten Menschen nicht viel mehr haben als Fußball und Bushido. Die einzigen Menschen, die du mit so etwas erreichst, haben das Problem Netzpolitik längst verstanden. Jan Delay sagt da: \Wer Hiphop macht, aber nur Hiphop hört, betreibt Inzucht.\

    @ 6 – Echter Peter: Nehmen wir doch gleich all das aus den Medien was der geistigen Führung nicht gefällt. Am besten lassen wir nur Arte im Fernsehprogramm. Klar, dass es dann mit der Bildung gleich wieder bergauf geht.

    @ 8 – @Peter: Heuchlerisch ist hier nur, dass man \finanzielle Unterschicht\ nicht sagen, \geistige Unterschicht\ aber denken darf.

    @ 23 – David: Alles sind also nur Wörter und nirgendwo steckt eine Wertung drin? Das ist ja mal Bullshit.

  27. #42:

    Alles sind also nur Wörter und nirgendwo steckt eine Wertung drin?

    Es ist selbstverständlich immer eine Frage des Kontextes, des Schreibenden/Sprechenden und sogar der Intonation. In seiner ursprünglichen Bedeutung ist es ein rein deskriptives Wort.

    Das ist ja mal Bullshit.

    Jedem seine Meinung. Wie würdest Du denn die genannte Bevölkerungsgruppe ganz „wertungsfrei“ bezeichnen? Bin gespannt.

  28. @David: Na wertungsfrei eben überhaupt nicht, das sag ich ja.

    @markus: Dein Blog macht nach einem falsch eingegebenen Captcha aus den Anführungszeichen Backslashes.

  29. @Winnie/27:

    Ich bin echt mal.gespannt, wie ihr aus der Nummer rauskommt, wo doch 10000e jedes Jahr für den gleichen Sachverhalt verknackt werden.

    „Verknackt“ wird in Deutschland wg. Filesharing kaum jemand. Was schlicht daran liegt, das kaum Verfahren tatsächlich vor Gericht landen. Das rechnet sich für die beauftragen Kanzleien offenbar nicht.

    Ein bemerkenswerter Teil der Abgemahnten zahlt freiwillig (bzw. bekommt die nächsten Jahren das Taschengeld gestrichen), andere spekulieren darauf, dass nach Abgabe einer ModUE und ein/zwei weiteren Zahlungsaufforderungen kein Verfahren folgt.

    Für Details siehe http://abmahnwahn-dreipage.de/ bzw. die Empfehlungen von Till Kreutzer: http://www.netzpolitik.org/2010/vorgehensweise-bei-abmahnungen-post-vom-anwalt-was-tun/

    Und ja, das ist viel Text. Den sollte man lesen UND verstehen. Man kann alternativ natürlich auf dicke Hose machen und sich in seine ganz eigene Realität flüchten. Dann sollte einem aber auch klar sein, dass das u.U. ein teurer Spaß wird.

  30. Eine ernst gemeinte Frage: was sind die großen Projekte der Piratenpartei Deutschlands, wo man ohne Häme über sie berichten könnte und sollte?

  31. Eines zeigt sich hier, nämlich dass die Piratenpartei, anders als manche etablierte Partei, kein Sammelbecken für gescheiterte Juristen ist, sondern eine Partei aus Menschen, die sogar eine solche Sache mit einer Mischung aus natürlicher Naivität und gesundem Menschenverstand angehen wollen. Dass dies in dieser unserer modernen Welt weder angebracht noch besonders erfolgversprechend ist, dürfte jedem klar sein, aber sympathisch ist es auf jeden Fall.

  32. Unterschichtenjournalismus samt Zielgruppe diskutiert über Filesharing von Unterschichtenmusik durch die Unterschichtenpartei – und gerät sich über das Verständnis von „Unterschicht“ in die Haare.

    Wenn das Karl Marx noch hätte erleben dürfen…

  33. @46 Torsten:

    Zur Zeit informieren wir international über die ACTA-Verhandlungen, was sehr anstrengend ist, da dank Intransparenz und fehlender Medienpräsenz kaum jemand da draußen weiß was da eigentlich abgeht.
    http://stopp-acta.info/

    Eine E-Petition gegen Abgeordneten-Bestechung wurde aufgrund fehlenden öffentlichen Interesses nicht zur Online-Mitzeichnung freigegeben. Hier verschleppt der deutsche Bundestag schon seit Jahren die Ratifizierung des UN-Abkommens UNCAC (United Nations Convention against Corruption) und macht auch nicht die geringsten Anstalten da irgendwas dran zu ändern. Die Sammlung von Unterschriften auf Papier ist aber ebenfalls möglich und kann den Petitionsausschuss dazu zwingen das Thema zu behandeln. Diese Sammlung ist in vollem Gange.
    http://108e.de/

    Außerdem sind wir gerade dabei das Prinzip der Liquid Democracy in unsere Parteiinternen Prozesse zu integrieren, was letztlich als eine Art Praxistest angesehen werden kann, um irgendwann vielleicht mal die repräsentative Demokratie, wie wir sie kennen, weiterzuentwickeln. Das ganze ist allerdings alles andere als trivial und verschlingt viel unserer leider auch begrenzten Energie.
    http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy

    Ansonsten bereiten mehrere Landesverbände die zahlreichen Landtagswahlen 2011 vor. Das bedeutet neben dem Ausarbeiten von möglichst guten Wahlprogrammen leider auch das Sammeln unzählicher Unterschriften, um überhaupt mitmachen zu dürfen.

  34. @AchimCom das kannst du nicht vergleichen, in seinen Texten kommen die Wörter, Huren, Nutten, Schlampen, Fotzen, Wixer etc. ständig vor.

    Willst du das dein 10-12 Jahren alte Kinder Sodas hören und deine Tochter mit 13 die Beine breit macht, damit sie so richtig gefickt werden kann, wie weil es sich für eine Schlampe so gehört, laut Bushidos Texten zumindestens. Oder aber dein Sohn Drogen verkauft und zu sich nimmt weil da ja so cool ist, dabei noch ein paar Leuten in die Fresse treten, am besten in der Münchner U-Bahn.

    Seine Texte gehören erst ab 18. Verkauft.
    In wie fern sind seine Texte besser als die Nazi Parollen, nur das es hier um Schlampen, Schwulen, Lesben Hass geht und nicht um Ausländer.

  35. haha – vielleicht wird ja nun auch mal eine Stadt abgemahnt weil ein Einwohner …..

    dreist wenn jemand aus der Partei das getan hat, ist doch nicht die Partei dafür verantwortlich zu machen, was für ein quatsch, sich damit überhaupt zu beschäftigen

  36. Die meisten Mitglieder sind, wie in anderen Parteien auch, passiv. Einfach erreichen kann man aber nur den aktiven Teil und der liegt sicher deutlich unter 40%. Der Rest muss in mühsamem Klein-Klein auf Infoständen und ähnlichem erledigt werden. Jede Mithilfe ist da herzlich willkommen, also ran an den Drucker und weitersagen. :)

  37. Meiner Meinung war da ein richtiger Gangsta am Werk der gegen Gesetze verstoßen hat. So ein ganz schlimmer, wie Bushido. Verstehe nicht das er etwas dagegen hat. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er doch gar nicht so schlimm ist. Schließlich war Paris Hilton länger im Gefängnis als er.

  38. Hey Markus,
    besser hätte man den Unterschied vom Blogger zum Journalisten nicht dokumentieren können. Recherche geschweige denn Fakten kennt Ihr nämlich offenkundig nicht.

    Simon

  39. Es ist immer schön zu sehen wie Reizthemen wie Piratenpartei und Bushido dazu führen, dass Leute emotional und pauschalisierend Musik, Personen und Parteien bashen.

    Bushido kaufen mehr Leute als ihr denkt. Aus welchen Schichten, diese Leute kommen entzieht sich meiner Kenntniss, wird aber auch für Bushido selbst egal sein, solange das Geld stimmt. Andere Musikgeschmäcker zu akzeptieren muss man halten lernen, was vielen fanatischen Anhängern anderer Musikströme schwer fällt. Die einzige echte Kritik die meiner Meinung nach gilt, ist die fehlende Abwechslung was die eingesetzten Töne angeht.

    Und nur weil Markus Golem zitiert, greift er nicht gleich die Piratenpartei an. Wobei ich bezweifel, dass bei Golem ein Jurist den Artikel geschrieben hat, der ohne Kenntniss des Abmahnungschreibens selbst, diese Abmahnung einschätzen kann. Aber wenn nicht mal Welt.de und ARD es schaffen, objektiv und korrekt zu berichten, wer will dann Golem für ein bisschen subjektive Berichterstattung gleich an den Pranger stellen? Es gibt so viele Quellen, dass man die Informationen gut und gerne verifizieren kann.

    Was den Untergang der Piratenpartei angeht. Sowas wird schon seit vor der Bundestagswahl prophezeit. Übrigens wird das auch häufiger von der CDU behauptet, die sich ja auch noch super hält. Andere politische Richtungen (ich spreche sowohl von Piratenpartei als auch von CDU) zu akzeptieren, fällt vielen hier schwer und führt zu Bashing auf niedrigstem Niveau. Wobei manche Äusserungen der CDU (s.Pornographieverbot) schon etwas heftiger sind als konstruierte „Skandale“ der Piratenpartei rund um Foren oder Abmahnungen.

  40. Also nicht in dem Artikel, aber einige Kommentare regen sich darüber auf, dass Markus Bushidos Musik als Schund bezeichnet hat. :) Wahrscheinlich reagieren beide Seiten hier aus Reflex :)

  41. Ich habe schon oft von netzpolitik.org gehört und wollte mir eben eure Seite etwas genauer anschauen – nachdem ich in diesem Beitrag allerdings keinerlei Objektivität erkennen kann und somit auch alle anderen Beiträge in Frage stellen muss, werde ich mir das nochmal genau überlegen.

    Mir geht es dabei nicht um Bushido oder die Piratenpartei an sich, mir geht es um die Art und Weise, wie hier dem Leser nahezu vorgeschrieben wird, was gut und was schlecht ist.

    Gerade bei einer Seite, welche das Wort „Politik“ im Namen stehen hat, ist das vollkommen fehl am Platz!

    Bei solchen Berichterstattungen kann ich auch gleich zu Bild.de gehen – Sorry!

    1. @Robert Meier: Seit Gründung dieses Blogs schreiben wir transparent ins Impressum, dass man hier keine Objektive Berichterstattung erwarten sollte. Warum sollten wir das bei einem relativ unpolitischen Thema wie der Bericht über diese Abmahnung plötzlich ändern?

  42. Wenn die Mitgliedschaft nicht Mal soweit reicht eine aus Parteisicht eindeutige Petition zu unterschreiben, die hier als eins der „großen Projekte“ bezeichnet wurde – warum soll man sie dann noch „Mitglieder“ nennen? „Sympathisierende Kleinspender“ wäre vielleicht die passendere Wortwahl?

  43. @KinNeko: Ich rege mich auch darüber auf, dass die Musik als Schund bezeichnet wird, ich behaupte nur, dass er was anderes meint, als die Musik.

  44. @Robert Meier
    Wer von einem Blog eine wertungsfreie Berichterstattung und journalistisch hochwertige Arbeit erwartet, der möge bitte zunächst seine persönliche Medienkompetenz hinterfragen.
    Ich hoffe Sie werden eines Tages ebenfalls die Fähigkeit erlangen Informationen zu bewerten und zu filtern.
    Eine persönliche Meinung (auch wenn das Wort Politik im BlogNamen vorkommt) finde ich nicht nur legitim sondern einen existenziellen Bestandteil eines Blogs.

    Grüße,
    Jürgen B.

  45. Frag dich lieber warum bei unpolitischen Themen sich kaum welche äussern und nur bei solchen lustigen Anekdoten rumzetern. Sowas liegt in der Natur des Menschens :D

    Obwohl du ja besonders bei der Berichtserstattung aus der Enquete deine persönliche subjektive Meinung durch „Ich“ kennzeichnest und damit inhaltlich abhebst :) „man“ ist so pauschalisierend.. bei konstruktiver Kritik sollte man auch immer sagen „Ich finde, dass sollte so..“ anstatt „Man sollte das so..“

    Aber manche sind halt bisschen überempfindlich und regen sich über jede kleine Formulierung auf :)

  46. Also ich als Pirat finde das einen wie immer bei Netzpolitik angemessenen Artikel, nicht unfair und nur insofern subjektiv wie Bloggen eben ist. Ist ja keine Nachrichtenagentur hier und auch nicht unsere Hofberichterstattung.

    Ein paar der Kommentare finde ich hingegen etwas unfair. Versucht mal, einen Laden mit 13 000 Leuten ohne eine einzige bezahlte Stelle, mächtige Vernetzungen, Freunde in den Medien oder Lobbyfutter am Laufen zu halten und lasst euch dann noch sagen, dass man zu wenig von euren Projekten hört. Ziemlich demotivierend :(.

  47. Sehr sehr schade. Denn mit diesem Artikel schadet netzpolitik.org vor allem einem: Sich selbst.

    Es ist nunmal so, dass hier das Urheberrecht verletzt wurde und die geschädigte Partei vollkommen zu recht abmahnt. Ich mag Bushido auch nicht.

    Leider fehlt es den Piraten da konstruktivern Vorschlägen. Alles frei zugänglich zu machen, ohne die Urheber mit einzubeziehen, ist ziemlich großer Käse.

    Und ich muss (dem nicht echten) Peter hier in der Sache recht geben. Die Bloggerszene oder besser die Internetavantgarde verhält sich bisweilen pseudo-elitär und hat, genausowenig wie seine Gegner, ein Auge auf die Ganzheitlichkeit.

    Das ist sehr schade.

  48. @ Geilhaupt

    „Alles frei zugänglich zu machen, ohne die Urheber mit einzubeziehen…“

    Wer sagt denn sowas?
    Ach, wäre er doch Musiker und Rumtreiber geblieben. Dann würde er heute vielleicht keine Unwahrheiten ins Netz stellen.

  49. Die Abmahnung von Bushido enthält zahlreiche Formfehler. Das ist auch der Grund warum man erst mal freundlich anschreiben will… um so erfahren was überhaupt ganz genau von wem verlangt wird. Das wir keine Anwälte damit beauftragt haben ist eben so falsch…

  50. Ich bin zwar Fan von Netzpolitik, aber diesen Beitrag finde ich im Ton – naja – irgendwie vergriffen. Es tut doch nichts zur Sache wie gut der musikalische \Schund\ ist. Fest steht doch, dass hier ein Urheberrechtsverstoß vorliegt. Und ich finde auch die Formulierung \folgende Auseinandersetzung noch lustig werden\ hier Fehl am Platz. Ich weiß nicht was daran lustig sein soll. Auch wenn ich es mir wünschen würde, glaube ich nicht, dass die Piratenpartei hier eine Art Präzedenzfall für Filesharer rausholen kann. Die Gesetze gehören vielleicht geändert, aber im Moment sind sie einfach so wie sie sind und es sieht nicht gut aus für die Piraten. Aber das alles sollte doch zu einer neuen intensiven Debatte über Urheberrecht führen und nicht zu Bushido-oder Piraten-Bashing

  51. Über die Veröffentlichung der Abmahnung wurde schon etwas sinniert, aber davon abgesehen, da die Sache ja momentan noch voll am Laufen ist.

    Der Hauptpunkt ist zur Zeit, dass die „Sehr geehrte Frau Nicole Hornung Piratenpartei“ abgemahnt wurde und jetzt nicht klar ist, ob hier nun die Privatperson oder die Partei abgemahnt wird. Darauf bezieht sich auch die freundliche Antwort, von der in der Vorstandssitzung geredet wurde. Es wird um eine Konkretisierung gebeten. Solange steht noch nichtmal endgültig fest wer hier überhaupt abgemahnt wurde.

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