Kultur

Polylux: Ist die Musikindustrie am Ende?


Polylog musikindustrie @ www.polylog.tv/videothek


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
17 Kommentare
  1. Angenommen die Musikindustrie stünde wirklich vor dem Aus, was ich bei der aktellen „Medienkratie“, nenne ich es mal, stark bezweifle, dann bekäme die Musik als Kunst ansich endlich mehr Aufmerksamkeit, und nicht irgendein versklavtes Produkt in Form eines Prominenten, der, sobald Geldmangel herrscht, in dieses seltsame Dschungelcamp verschwindet.

  2. … Hmm, irgendwie kommt mir immer der journalistisch kalte Kaffee hoch wenn die These: Filesharer=Niedergang der Musikindustrie schlicht und naiv übernommen wird. Mittlerweile gibt es ja sogar wissenschaftl. Studien die diesen direkten Zusammenhang anzweifeln lassen. Arx!

  3. Mit Einführung des Radios ist die Plattenindustrie nicht pleite gegangen. Die Musikindustrie muss sich anpassen, neue Geschäftsmodelle entwickeln.
    Solange z.B. bei jeder neuen Gruppe auf Nummer sicher gegangen wird, die streamlinemäßig aussehen, wie sollen da wirkliche Talente erkannt werden?
    Und vielleicht lassen sich CDs mit Gewinn auch deutlich unter 20 Euro verkaufen

  4. Wie die Band Radiohead mit ihrem CD „Rainbow“ bewiesen hat, geht es ja auch anders. Die Band hatte die CD auf ihrer HP zum kostenlosen Download angeboten, aber mit der Option auch soviel Geld zu zahlen, wie man bereit war für eine CD auszugeben.

    Ist doch auch ein Weg- jedenfalls besser als diese ständige Heulerei der Musikindustrie. Ist doch eigentlich nett, wenn es wieder um die Musik geht und nicht um die „nette“ Verpackung.

  5. Das Wichtige ist doch: Ein Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, aber Musik funktioniert weiter. In der Debatte der letzten Jahre und beim Agieren der Musik-Industrie hatte ich nicht an einer Stelle das Gefühl, dass um die Kunst oder die Musik ging. Ein Biz um eine Sache bauen, die man nicht mit Herzblut betreibt, kann dann auch mal daneben gehen. Erwischt nicht die Falschen…

    Aber es wird weiter gerockt, gejazzt usf. Darum geht’s doch.

  6. Eigentlich mag ich die Sendung Polylux ganz gerne. Und es gefällt mir auch, dass nicht wieder zum 1000mal Radiohead im Zusammenhang mit Rettung der Musikindustrie genannt wurden, da ich eigentlich viel lieber das neue Album selber hören mag, als all das Drumherum. Trotzallem war der Bericht im Großen und Ganzen ziemlich undifferenziert. „Jeder 2. davon ist schuld“ an der Krise der Musikindustrie, denn „wer Songs im Netz umsonst bekommt, sieht nicht mehr ein, warum er 20 Euro für eine CD bezahlen soll.“ Na, alles klar. (Warum wird übrigens immer 20 Euro als scheinbarer Durchschnitts-CD-Preis genannt? Ein paar Euro weniger sind’s bei den meisten CDs ja doch.)

  7. Also ich finde, es gibt neben den bösen „Raub“kopieren noch andere Ursachen, dass der Umsatz zurückgeht. Wenn der Schaden angeblich 1 Milliarde Euro wäre pro Jahr, hätten angeblich ohne Filesharing mehr Umsatz als in den Rekordjahren der 90er. Ist klar, weil ja die Leute auch ständig mehr verdienen und die Energiepreise so niedrig wie noch nie…*ironie*

  8. Das mit dem errechneten Schaden halte ich für Mumpitz, da nämlich angenommen wird, dass stattdessen CDs hätten verkauft werden können. Aber nicht jede so genannte „Raubkopie“ wäre über den Ladentisch gegangen, gäbe es keine Tauschbörsen o.ä.

    In den 90er hatten die Leute übrigens nicht nur mehr Geld, es wurden noch massig Schallplatten-Bestände in digitaler Form neubeschafft, das ist jetzt durch.

    Einen weiteren Grund, auf die Plattenindustrie zu sch… habe ich vor kurzem wieder erlebt: Ich wollte ne ganz bestimmte Single haben, die vor neun Jahren in kleiner Serie auf den Markt kam. Die Scheibe war als CD gar nicht so einfach zu bekommen, weil sie nicht mehr weiter produziert wird. Genau hier hätte ein Plattenladen im Netz wegen der deutlich geringeren Fixkosten einen großen Vorteil, aber nein, Plattenmultis verkaufen ja keine Musik im Netz.

    Und letztes Jahr gab es sogar Überlegungen, CDs oder DVDs mit einer verfallenden Lizenz bei Benutzerwechsel auszustatten. Damit wäre sogar der „Flohmarkt“ für Raritäten weggebrochen. Wie soll man dann noch an solche Dinger kommen, wenn nicht über graue Kanäle? Zum Glück haben die Indies das Problem erkannt, um die Konzerne ist es mir nicht schade, die verstehen nichts von Musik.

  9. Klar kann es sein, dass man durch Kopien weniger CDs kauft, aber man würde sich nicht jede CD alternativ kaufen, wenn es keine Möglichkeit zu kopieren gäbe.
    Was noch verantwortlich für den Rückgang des Umsatzes ist, ist die Tatsache, dass man heutzutage keine Chartsampler mehr kaufen braucht (und da kaufte man früher auch vieles mit, was einem nicht gefällt) sondern nur einzelne Lieder. Bei der Single ist es ähnlich: 99 ct für einen Song statt 5-6 Euro für eine CDs mit lauter Remixen eines Songs.
    Ich nutze keine Tauschbörsen (Ausnahme siehe unten), aber ich denke, manchmal sind die die letzte Möglichkeit, Spezialsachen und Raritäten aufzutreiben.
    Und dass die Musikindustrie den Handel/Tausch mit gebrauchten CDs verhindern will, sieht man ja an der irrsinningen Idee mit dem so genannten „Musikbon“. Ich persönlich würde eher 2 Euro drauflegen und mir die echte (kopierschutzfreie) CD kaufen anstatt nen Code, mit dem man es dann runterladen kann. Das Runterladen kann man (leider zum Großteil mit DRM) auch schneller – und günstiger haben. Die CD kann ich immer noch verkaufen, wenn mir das Album nicht mehr gefällt, bei Kauf-Downloads bewegt man sich da schon auf rechtlich dünnem Terrain.
    Mit Qtrax kommt jetzt die erste, werbefinanzierte und legale Tauschbörse. User stellen ihre Musik zur Verfügung und der Filter prüft, welche Stücke lizenziert sind. Der Download funktioniert noch nicht. Angeblich sollen künftig 25 Millionen zur Verfügung stehen – etwa fünfmal so viel als bei den legalen Bezahldiensten. Wenn das so stimmt, wahrscheinlich eine Fundgrube für Raritäten. Die Idee dahinter: Unbegrenzt anhören und später auch auf mobile Player übertragen. Dafür Werbeeinblendung. Eignet sich meines Erachtens prima um ausgiebig probezuhören – und man kann sich in Ruhe entscheiden, ob man das Album als CD kauft oder nicht. Was ich noch besser fände, die Möglichkeit, die Stücke dann bei Gefallen DRM-frei zu kaufen. Ist aber noch nicht geplant.

  10. Ich will definitiv keine CDs mehr im Regal haben,den Platz kann ich besser mit Büchern füllen. Dann bleiben mir nur noch Downloads (legale so wie bei finestunes ohne DRM oder eben über andere Kanäle). Bisher haben die großen Labels nur wenig gezeigt, was kopierschutzfreie Downloads angeht, also werden sie irgendwann von der Realität eingeholt.

  11. Habe gerade noch mal reingeguckt in den Bericht.
    Man merkt, dass die Berichterstatter keine bzw. wenig Ahnung haben. 16 Milliarden Dateien aus dem Netz? Falsch, 16 Milliarden Dateien befanden sich insgesamt auf Speichermedien, sprich Festplatte. MP3-Player usw. Geladen wurden illegal etwas unter 400 Millionen und legal (gekauft) ca. 36 Millionen. Wie viel noch geladen wurde, z.B. Promosongs oder legale (Web)radiomitschnitte weiß wohl keiner. Und jeder zweite ist „Schuld“? Was man bei der Kopierei übersieht ist, dass wir indirekt dafür bezahlen. Auf Leermedien und Geräten mit denen man kopieren kann, sind pauschale Abgaben, die die Künstler entschädigen sollen.
    Wenn die Musikindustrie sich nicht bald in Richtung Kundenfreundlichkeit bessert, wird ihr in ein paar Jahren nichts anderes übrig bleiben, als einer Contentflatrate zuzustimmen (d.h. pauschale Abgabe auf Internetzugänge), um überhaupt noch Einnahmen zu bekommen.

  12. Die Musikindustrie ist erst am Ende, wenn sie sich gegen Neuerungen wehrt: neue Vertriebswege sind wichtig, um neue Kunden zu gewinnen, wie wärs auch mal mit eigenen Downloadshops, um Napster oder itunes Kunden abzuringen??? Mehrwert für den Kunden: Labels könnten Exklusiv-Informationen über ihre Stars anbieten. Das 360-Grad-Modell wird die zukunft sein: alles aus einer Hand: Marketing, Vertrieb, Produktion etc….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.