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plusminus über Abzocke im Internet

Das ARD-Magazin plusminus hat gestern über Abmahnungen im Internet am Beispiel von „Marions Kochbuch“ berichtet. Die Plattform ist bei Suchmaschinen hoch gelistet und mahnt regelmässig Verbraucher ab, die bei Suchmaschinen Bilder von Bötchen oder anderen Sachen suchen und diese übernehmen. Ein einträgliches Geschäft. Was es an dem plusminus-Bericht zu kritisieren gibt, hat Torsten Kleinz zusammen gefasst:


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Und so hat die Redaktion die Chance verschenkt, einige wichtige Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum wird ein Forums-Webmaster für die Urheberrechtsverletzung eines Nutzers verantwortlich gemacht? Wieso kann ein Fotograf 700 Euro für eine Veröffentlichung verlangen, die regulär nur einige Cents bringen würde? Und wo sind die Tipps für die Verbraucher? Bilderrechte im Netz sind keine Hexerei. Legale und kostenlose Alternativen gibt es zu Hauf. Sorry plusminus – das war nichts. Statt einer Verschwörungstheorie solltet ihr vielleicht etwas Service liefern.

Rene von Nerdcore.de hat übrigens direkt im Anschluss wieder eine Abmahnung von den Kochbuch-Betreibern bekommen: Knieper von Marions Kochbuch ist im Fernsehen und mahnt mich ab, weil ich einen Screenshot davon veröffentliche. 3500 Euro soll er dafür zahlen, dass er einen Screenshot des plusminus-Berichtes in seinem Blog veröffentlicht hat, wo einer der Betreiber zu sehen war. Mal schauen, was da herauskommt.

12 Kommentare
  1. BTW: Wie wäre es, wenn man „Marion“ zeigt, wo der Hammer hängt?

    Wenn ein Blogger ein Brötchen, eine Paprika oder eine Currywurst fotografiert und andere Blogger es verlinken – dann dürfte Marions Kochbuch die ersten Plätze bei Google verlieren. Ich glaube nämlich nicht an eine Kochbuch-Google-Verschwörung, der Webmaster hat schlichtweg keine dummen Fehler gemacht, die eine hohe Platzierung verhindert hätten.

  2. Ich habe den Bericht gesehen und fande ihn nicht so schlecht, ich war nur irgendwie verwundert, da google solche Sachen ja eigentlich nicht gerne sieht (man denke z.B. and die BMW Sache damals), ich hätte in dem Bericht gerne eine Stellungnahme von Google dazu gehabt (zumindest die Anfrage).
    Das dem Verbraucher allerdings keine Alternativen im Bericht gezeigt wurden hat mich auch etwas gestört.

  3. Spätestens seit dem Beitrag sind die beiden Personen des öffentlichen Lebens.

    Das Recht am eigenen Bild ist damit deutlich eingeschränkt. Urheberrechtlich könnte plusminus bei nerdcore Stress machen. Aber das würd mich eher wundern.

  4. Ich kann beide Parteien verstehen. Zum einen das die Betroffenen meinen die Fotos einfach weiterverwenden duerfen (Ja – Unwissenheit schuetzt vor Strafe nicht), aber auch die Gegenpartei sagt, dass es das Urheberrecht gibt.

    Jedoch muss ich sagen, dass die Mittel die hier verwendet werden sehr weit hergeholt sind. Am Anfang macht es auch eine E-Mail die denjenigen auffordert das Bild von der Homepage zu nehmen, anstatt gleich mit der Abmahnkeule draufzugehen…

  5. Die Art der Abmahnung dient nicht primär zur Abschreckung, sondern ist eine prima Geldquelle für Anwälte und gescheiterte „Künstler“. Wenn sie nicht regulär Geld verdienen können, versuchen sie es eben auf diese fragwürdige Weise. Der Gesetzgeber sollte endlich reagieren und die Kosten einer Erstabmahnung deckeln.

  6. nerdcore dürfte keine Probleme haben. In diesem Fall ist das Recht am eigenen Bild/ Urheberrecht eingeschränkt. Es dient der Berichterstattung, zumal der Screenshot von Plusminus stammt. Dieses Vorgehen unterstreicht aber deutlich, die Geschäftemacherei mit der Abmahnung. Marions Kochbuch kommt da wie ein Geschäftsmodell daher. So etwas gab es früher und gibt es wohl immer noch mit Stadtplandiensten.

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