Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch

Telepolis hat ein Interview mit dem Soziologen Bernd Hamm über die zunehmende Ideologisierung der Medien: „Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch„. Von ihm ist auch das Essay „Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird„, indem er laut Telepolis die Entwicklung der Medien seit den Siebziger Jahren nachzeichnet und zu dem Schluss kommt, „dass mit der zunehmenden Privatisierung und Kommerzialisierung der Medien die Selbstaufklärungsmechanismen der Gesellschaft in steigenden Maßen versagen.“


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3 Kommentare
  1. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie jedes mal neoliberal und neokonservativ durcheinandergewürfelt werden und das auch noch von Professoren. Ansonsten ist der Rechtsruck in Medien und Politik auch nichts neues. Vor diesem Hintergrund wäre der Slogan der FDP Andere rücken nach links. Wir bleiben in der Mitte. geradezu lächerlich, wenn es nicht so traurig und ernst wäre. Schön, das es lt. diesem Artikel aber wenigstens noch zwei Lichtblicke in der Landschaft deutscher Printmedien geben soll, die sich ihre Unabhängigkeit erhalten haben: TAZ und Junge Welt. Dann ist vielleicht noch nicht alles verloren…

  2. Rechtsruck in den Medien ? Kann ich nicht finden.
    Gerade die selbstdarstellerischen Inhalte von Web2.0 (Blogs,Communities etc) tragen doch nun wirklich alle Züge der `hedonistischen Linken´. Auch dass die Medien an Macht verloren hätten, würde ich nicht unterschreiben. Natürlich haben sich die Strukturen dezentralisiert und wurden weniger übersichtlich.

  3. @Ludwig: Ich glaube du hast weder den Artikel noch das Referat gelesen. Es geht darin um die etablierten Medien (Printmedien, Fernsehen, Radio, etc.). Also das, was der Größteil der Wähler (=älter als 40 Jahre) konsumiert. Das Web bleibt dabei außen vor und ist höchstens Gegenpol und Plattform einer mehr oder weniger gut informierten Minderheit. Dezentralisierung würde ich das, was gemeinhin als „Konsolidierung“ bekannt ist, auch nicht gerade nennen. Wie beide Quellen sagen, gehören die meisten Verlage in Deutschland 6 Unternehmen oder arbeiten mit diesen zusammen, und da reden wir von Axel Springer, Bertelsmann usw., also neokonservativen(=rechts und liberal) Lobbyisten.

    Und wie politisch aktiv sollen StudiVZ, Myspace & Co. bitte deiner Meinung nach sein? Außerdem: Darüber wie links Wikipedia ist kann man auch streiten. Das nur mal zum Web 2.0. Und wenn du mal bitte die zwei Schriftstücke liest, wird dir auffallen, das sich auch dort nicht die Leute tummeln, die der Artikel nicht betrifft, nämlich die kritischen.

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