Generell

Es pfeift in der Süddeutschen Zeitung

Der vermutlich geistige Vater des „Killerspiel-Verbotes“, Christian Pfeiffer, durfte in der Süddeutschen Zeitung seine „Aussenansicht“ schildern: Sechs Punkte gegen Killerspiele.

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Einen guten Kommentar gibt es schon beim deutschen Inquirer: Killerspiele-Pfeiffer pfeift nach noch mehr Verboten.

Eben dieser Christian Pfeiffer erklärt es nun in der Süddeutschen für zweifelhaft, dass ein Verbot der „Killerspiele“ ausreicht, den Jugendmedienschutz nachhaltig zu verbessern. Auch die Sprüche von Beckstein und Stoiber sind ihm noch nicht drastisch genug. Deshalb müssten weitere und vielleicht effektivere Maßnahmen her.

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5 Kommentare
  1. Ich kenne jemanden aus Österreich. Der lacht mich immer aus wenn ich ihn über das Thema erzähle.
    Er sagt dann immer: „Haha, möglicherweise kannst du bald kein Enemy Territory legal spielen.“
    Usw … :P
    Naja.

  2. ich studiere populäre kulturen und medien und finde es immer wieder faszinierend, wie dieselben argumente immer wieder aufgewärmt werden, egal ob es sich um lieferungsromane, groschenhefte, comics, videos oder jetzt halt um games handelt.

    mit derselben logik (inspiriert zu gewalttaten) hätte man schon sehr lange zuallerserst die bibel verbieten müssen.

    aber eben, hier verbirgt sich des pudels kern: zensiert wird, was den betreffenden aus ideologischen gründen in den kram passt, egal wie sehr sie die entsprechenden gesetze zurechtbiegen müssen, und der rest fällt unter den tisch.

    google tip: hakenkreuz+prozess

    kleiner trost für alle, die denken, deutschland sei am schlimmsten: ich habe in der schweiz wegen dem satirischen splatterfilm ‚blutgeil‘, von dem sich die polizei (wie auch hausbesetzer) veräppelt fühlten, im knast gesessen (und anschliessend 5 jahre cortisontherapie durchgemacht wegen mangelnder medizinischer versorgung etc), und der film + beschlagnahmtes master wurde offiziell verbrannt, obwohl das i gesetz gar nicht vorgesehen war …

  3. Pfeiffer ist alles andere als ein Polemiker. Was Justiz und Kriminologie und ihre Verknüpfung mit gesellschaftlichen Fragen angeht, ist er immer noch einer der kompetentesten in der Politik vertretenen Fachleute.

    Auch wenn einem dass nicht passt, und man seine Ansicht in diesem Punkt nicht teilt, sollte man dem Mann zuhören.

    Pfeiffer vertritt im Allgemeinen eher progressive Ansichten, wovon sich die Schünemanns, Becksteins, Schilys und Schäubles gerne mal einige Scheiben abschneiden könnten.

  4. Ich habe eben den Kommentar im „Inquirer“ gelesen. Was soll daran gut sein? Plumpes Heise-Forums-Niveau von einem Zocker, dem man seine schönen Spiele wegnehmen will, mehr ist das nicht.

    Auch ich halte ein Verbot für schwer umzusetzen, und ich bin mit der Materie durchaus sehr vertraut und weiß, dass die Medienwirkungsforschung keine einfachen Kausalitäten bestätigt.
    Es ist aber sehr bezeichnend, dass bei den Verbots-Gegnern eine inhaltliche Debatte gar nicht geführt wird. Ist es denn nicht so, dass die Inhalte der allermeisten Computerspiele nicht nur äußerst primitiv und klischeehaft sind, fragwürdige Rollenbilder vermittelt werden, und die Darstellung von virtueller Gewalt für die Hersteller schon ein willkommenes Mittel sind, schlicht mehr von den Spielen zu verkaufen. Über unterstes RTL-Niveau kommen die meisten Spiele jedenfalls auch nach mindestens zwei Jahrzehnten der Video-Spiele-Kultur nicht hinaus. Und für so etwas wollt ihr Partei ergreifen?

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