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DRM: Neuer Name = besseres Image?

Lustige Sache. Während der Industrie DRM um die Ohren fliegt, sehen einzelne Industriemitglieder nur ein Imageproblem. Und haben eine Lösung parat: DRM: Neuer Name = besseres Image? Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications…

  • Markus Beckedahl

Lustige Sache. Während der Industrie DRM um die Ohren fliegt, sehen einzelne Industriemitglieder nur ein Imageproblem. Und haben eine Lösung parat: DRM: Neuer Name = besseres Image?

Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. „Ich möchte nicht mehr länger den Begriff DRM benutzen“, so Zitter. Dieser Begriff sei irreführend, denn er betone „Einschränkungen“ statt „Gelegenheiten“ hervorzuheben. Solche Technologien zum Schutz von Inhalten seien doch eigentlich dazu da, den Verbrauchern „eine bessere Nutzung der von ihnen bezahlten Inhalte zu ermöglichen“. In Zukunft solle daher nur noch die Rede von „Digital Consumer Enablement“ (DCE) – etwa mit „digitale Ermächtigung der Verbraucher“ zu übersetzen – sein.

Finde ich prima. Vor allem in Deutschland ist die Wortwahl „digitale Emächtigung“ ja historisch unbepfleckt…

Ansonsten haben die doch einen Knall: Wieso denke ich aus Verbrauchersicht dabei nur an „Gelegenheiten“, die Restiktionen des Kopierschutzes irgendwie entfernen zu können?

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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12 Kommentare zu „DRM: Neuer Name = besseres Image?“


  1. Ich habe von der Sache zuerst über diesen tollen
    Comic-Strip erfahren und es bis zu deinem Eintrag über einen bloßen Scherz gehalten. Im Comic wird übrigens vorgeschlagen, in Hinkunft statt von „Piracy“ von „Consumer Choice Enhancement“ zu sprechen…


  2. Hoshpak

    ,

    und bald gibts dann das „digitale Ermächtigungsgesetz“? Die Spinnen die Musikindustrierömer!


  3. markus

    ,

    Hoshpak, da steht ganz deutlich, dass der Vorschlagende bei einem Pay-TV Sender arbeitet und nicht bei den „Musikindustrierömern“…


  4. Nunja, das Tier zappelt noch etwas, hat aber nicht mehr viel Luft. Auch das Kürzel DCE kann man umdrehen… E für Entmächtigung, Entmündigung, Entblödung… Wir brauchen dann bald mal einen Wettbewerb… ;-)


  5. Heide

    ,

    Kann man dann die Verantwortlichen wegen Irreführung verklagen? Das ausgerechnet der Konsument mit dem Quatsch „enabled“ werden soll ist eine Behauptung die sich nun doch schwer verteidigen lässt.


  6. […] netzpolitik.org zum Thema DRM: Neuer Name = besseres Image? […]


  7. wuahaha. und mrt verklagt apple (und andere) weil sie nicht das „gute“ uns „sichere“ mrt-drm einsetzen. und die riaa will jetzt nicht nur bei internetradios sondern auch beim alten terrestrischen radio pro song kassieren. ich denke, wir können jetzt bis zum zeitpunkt der branchenimplosion laut mitzählen. so wie an sylvester. links dazu hier:
    http://www.bootsektorblog.de/2007/05/das_copyright_f.html


  8. Neuer Name für Digital Rights Management…

    Digital Rights Management soll in Zukunft “Digital Consumer Enablement (DCE)” heissen. Verkauft werden soll es als “Technologie, die den Verbrauchern eine bessere Nutzung von Inhalten ermöglicht”. Diesen Vorschlag hat Bob Z…


  9. […] Netzpolitik berichtet über den neusten Lacher zum Thema DRM: Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. […] In Zukunft solle daher  [statt von DRM] nur noch die Rede von “Digital Consumer Enablement” (DCE) – etwa mit “digitale Ermächtigung der Verbraucher” zu übersetzen – sein. […]


  10. […] Via Golem, Netzpolitik […]


  11. […] Womit ich dann zu Dingen überleite, die mich ernsthaft nerven. Dazu gehört diese Idee DRM zu DCE umzubenennen. Eigentlich begann mich das Thema zu langweilen, aber das motiviert mich gerade wieder. […]


  12. […] Die drei Punkte lasse ich so stehen. Andere wollen mir aber glauben machen, dass Regulierung und Gängelung nur wegen dem Namen nicht funktioniert. Geht’s noch? Abgelegt in: Ich Höre MusikTags: download, drm, interweb, musik, musikindustrie, netzpolitikorg, punk, tim armstrong, vinyl […]

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