Nachrichtenüberblick 06.10.

Bei Telepolis gibt es einen Artikel über ein englisches Unternehmen, welches „Strategische Kommunikation mit „geprüften wissenschaftlichen Methoden“ anbietet, auf neudeutsch Psy-Operationen und Propagandafeldzüge. Mit dabei ist der ehemalige Verteidigungsminister von Grossbritanien.

Die Futurezone schreibt über eine zweijährige Studie der Donau-Universität Krems, welche Open-Source-Software die Schultauglichkeit bescheinigt. Das österreichische Bildungsministerium will nun Testprojekte fördern: Grünes Licht für „Linux in der Schule“.

Pro-Linux verkündet, dass SuSE Linux 10 bereits online ist.

Spiegel-Online beschreibt die Firma „Autonomy“, welche eine Software zum Durchsuchen und Analysieren von grossen Datenmengen anbietet. Kunden sind grosse Firmen, welche die Kommunikation ihrer Mitarbeiter in Echtzeit überwachen wollen und natürlich Geheimdienste. Aber über letztere Kunden spricht die Firma nicht gerne: Der Liebling der Geheimdienste.

„Wenn ein Analyst einer Bank Nachrichten verschicken möchte, können unsere Systeme schon beim Erstellen der Mails prüfen, ob der Empfänger diese Informationen erhalten darf – oder ob diese Nachricht gegen die Compliance-Policy des Arbeitgebers verstößt“, sagt Black. Doch der größte Anwender ist heute das nach den Anschlägen 2001 gegründete Department of Homeland Security der USA. Ende 2002 schloss die Regierung einen Vertrag mit den Briten, deren Software seitdem einen Datenpool der US-Anti-Terror-Einrichtungen auf Schlüsselfiguren, versteckte Botschaften und Trends analysiert. Auch die Polizei in London untersuchte nach den dortigen Terroranschlägen Anfang Juli jeglichen E-Mail-Verkehr auf auffällige Muster, um eine Spur zu den Tätern zu finden.

Die Taz behandelt einen kleinen Cyberwar zwischen Linken und Rechten in Deutschland: Cyberwar geht weiter.

Zensur in China wird jetzt auch bei der Zeit behandelt: Staat gegen Blogger.

Auch in der Zeit: David gegen Google. Ein langer und sehr interessanter Artikel über Suchmaschinen.

In Australien hat der Supreme Code entschieden, dass das „modden“ von Spielkonsolen kein unerlaubter Eingriff ist. In diesem Fall ging es um „mod chips“ in der Playstation. Sony hatte Anklage erhoben und verlor. Mehr dazu im Blog von Michael Geist. Spiegel-Online berichtet jetzt auch: Sony machtlos gegen Mod-Chips.

Der englische Guardian schreibt über den WSIS und die Internet-Governance-Frage:
Breaking America’s grip on the net.

There are still dozens of unanswered questions but all the answers are pointing the same way: international governments deciding the internet’s future. The internet will never be the same again.

Die österreichische Justizministerin war in Washington und will keine „ineffiziente Datenfriedhöfe„, damit meint sie die drohende Vorratsdatenspeicherung. Anscheinend agiert die österreichische Regierung anders als die deutsche.

In Finnland hat das Parlament eine Urheberrechtsgesetzesänderung beschlossen, wonach die Privatkopie bei DRM-geschützten Werken abgeschafft wird. Auch der Besitz von Kopierschutzknackern soll unter Strafe gestellt werden. Bei P2Pnet wird sogar die Frage aufgeworfen, ob eine organisierte Diskussion über die Umgehung eines Kopierschutzes mit dem Gesetzestext schon unter Strafe gestellt wird.

Ob Softwarepatente in Europa durch ein Gemeinschaftspatent oder die IPRed-Directive durch die Hintertür kommen, wird bei Heise behandelt.

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4 Ergänzungen

  1. Zu schnell getippt und Du hast zu schnell Deinen Kommentar gepostet. Aber falls Du mir ein WordPress-Plugin für die Zwecke programmieren willst, sag ich gerne ja. :)

  2. dass die österreichische regierung anders agiert als die deutsche, das stimmt so leider nicht. es wird zwar etwas vorsichtiger an die sache herangegangen, aber im endeffekt heisst es genauso „wenn es der sicherheit dient, dann sind wir dafür“. wobei die vorsichtigere herangehensweise mehr mit der kostenfrage zu tun hat, weniger mit datenschutzbedenken.

    kanzler schüssel steht der vorratsdatenspeicherung im grunde positiv gegenüber, vizekanzler gorbach wäre auch einer speicherung von sms nicht abgeneigt.
    http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=270399&tmp=41078

Ergänzungen sind geschlossen.