Vermittlungsausschuss winkt BKA-Gesetz durch

Der Vermittlungsauschuss hat heute das BKA-Gesetz durchgewunken. Kai Biermann kommentiert das durchwinken bei Zeit Online und erklärt, warum das Gesetz mit den kosmetischen Korrekturen wichtige Grundrechte aushebelt: Kosmetische Korrekturen.

Der schon vor der Vermittlung geschlossene Kompromiss zeigt, dass es der Großen Koalition nicht ernsthaft darum ging, die von Juristen und Bürgerrechtlern geäußerte Kritik zu nutzen, um ein besseres Gesetz zu formulieren. Denn lediglich vier Punkte waren Gegenstand der Verhandlung. Dabei gibt es eine ganze Reihe mehr, an denen Änderungen notwendig gewesen wären. Verhandelt wurde über die Kompetenzabgrenzung zwischen Bund und Ländern, über die Eilfallregelung und den Richtervorbehalt bei der Onlinedurchsuchung sowie über das eingeschränkte Zeugnisverweigerungsrecht von Journalisten, Ärzten und ähnlichen Vertrauensberufen. Bei den ersten drei Punkten wurde man sich einig, etwas zu ändern, was die SPD anschließend als großen Erfolg verkaufte. Doch selbst diese Änderungen finden Kritiker “lächerlich”.

Die SPD-regierten Länder werden dem leider zustimmen und damit dürfte es durch sein.

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6 Kommentare

  1. Gunnar
    Erstellt am 17. Dezember 2008 um 19:15 | Permanent-Link

    Kann man den gar nichts dagegen machen? Mir kommt es vor, banal gesagt, das die doch eh alles machen was sie wollen.

  2. John
    Erstellt am 17. Dezember 2008 um 20:35 | Permanent-Link

    Das haette die Zeit vor Monaten auf der Titelseite bringen sollen. Sich jetzt zu beschweren, dass sie als Journalisten ploetzlich keinen “Sonderstatus” mehr haben und ueberhaupt alles den Bach runter geht ist alles andere als serioes.

  3. seb
    Erstellt am 18. Dezember 2008 um 09:41 | Permanent-Link

    Also, kein Grund zur Besorgnis: “Die Bundesregierung sieht deshalb Grund zu der Annahme, dass sich die bekannt gewordenen Vorkommnisse in Zukunft nicht wiederholen werden, sondern alle Telekommunikationsunternehmen künftig die bestmögliche Sorgfalt bei der sicheren Verwahrung der ihnen anvertrauten Daten walten lassen. “

    • BKA- Gesetz - DDR nicht mehr weit !
      Erstellt am 30. Dezember 2008 um 01:02 | Permanent-Link

      ZDF-Text vom 30.12.08 zu BKA-Gesetz:V-Leute:”Das BKA darf künftig auch V-Leute für seine Ermittlungen einsetzen. Erlaubt ist der Einsatz von Privatpersonen, deren Zusammenarbeit mit dem BKA Dritten nicht bekannt ist”- Zitatende.
      Jetzt ist es soweit, wer erklärt mir jetzt bitte noch den Unterschied zu Stasimethoden. Es ist nichts anderes mehr: Wohnraumüberwachung, Spitzeltätigkeit und Bankkontenkontrolle und das alles unter dem Deckmantel der Terrorabwehr- Danke Herr Schäuble und Herr Köhler- jetzt fühl ich mich sicher. Matthias

  4. Erstellt am 19. Dezember 2008 um 09:06 | Permanent-Link

    Guten Morgen,
    Novelle ist auch durch den Bundestag und wird heute nochmal durch den Bundesrat gehen.

  5. Stefan Postius
    Erstellt am 12. Januar 2009 um 12:59 | Permanent-Link

    Alle haben’s zur Kenntnis genommen, kaum einer stört sich so richtig dran, es könnte ja sein, dass es einem demnächst doch schützt, ich hab ja nichts zu verbergen, bla, bla, bla.
    Ich befürchte, dass nur Wenigen das gesamte Ausmaß der Überwachungsmisere wirklich bewußt ist. Nur Wenigen ist klar, dass Überwachung inzwischen wie ein durch die Gesellschaft hindurchgehender roter Faden ist. Staatliche, behördliche, privatwirtschaftliche und zunehmend private freiwillige Überwachungen tragen zur überwachten und geführten Demokratie bei. Es fehlen zur Optimierung der Personenstigmatisierung nur noch die guten Datenbankverbünde. Aber, vielleicht gibt’s die ja auch schon?
    Wir haben zu dieser Thematik eine FotoPolit-Ausstellung im Kunstverein Konstanz. Sie läuft unter dem Titel “Das Spiel mit der Angst” noch bis zum 15.2.2009. Anfragen und Vorabmaterial sind über stpostikn@aol.com zu bekommen.

    Die Ausstellung kann gekauft oder angemietet werden.

    Stefan Postius

4 Trackbacks

  1. Von Info-Netz-Düsseldorf am 18. Dezember 2008 um 09:45

    BKA Gesetz durchgewunken…

    Vermittlungssausschuss macht Weg frei für heimliche Online-Durchsuchungen
    Der Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag hat sich bei seiner Sitzung am heutigen Mittwoch auf die heftig umkämpfte Novelle des Gesetzes für das Bundeskrimin…

  2. Von Congratulations once again! « Szenenzauber am 18. Dezember 2008 um 12:37

    [...] [via netzpolitik.org] [...]

  3. [...] netzpolitik.org « ISPs filtern Wikipedia wegen Kinderporno-Verdacht [...]

  4. Von Na Blogo am 19. Dezember 2008 um 17:14

    Schminke fürs BKA-Gesetz…

    Wat’n Schiet:  Die Regularien angepasst, aber das Grundprinzip immer noch nicht verändert. Da meldet Spiegel online “Vermittlungsausschuss: Einigung bei BKA-Gesetz“. Jetzt gibt es einen doppelten Richtervorbehalt: Genehmigungs- und …

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