Ticker vom 30.10.2025

Handelsblatt
Zuerst wollte ChatGPT-Betreiber OpenAI keinen Profit machen und dem Wohl der Menschheit dienen. Inzwischen macht der Konzern Deals mit dem rechtsradikal regierten US-Militär und plant nun auch den Börsengang. Möglich sei eine Bewertung von bis zu einer Billion US-Dollar.
heise online
Der Internationale Strafgerichtshof fürchtet Repressalien von US-Präsident Donald Trump und verbannt Microsoft-Produkte aus seinen Büros. Stattdessen zieht die OpenDesk-Software des Zentrums für Digitale Souveränität ein.
Digitalministerium
Mit dem neu gegründeten "Digital Commons European Digital Infrastructure Consortium" wollen Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande die digitale Souveränität Europas stärken und in digitale Gemeingüter investieren.
Android Authority
Nach einer richterlichen Anordnung öffnet Google seinen mobilen Play Store in den USA ein wenig. Android-Nutzer:innen können künftig etwa externe App Stores und alternative Zahlungsoptionen verwenden.
Biometric Update
Der Plan der Trump-Regierung, eine bundesweite Online-Wählerregistrierung einzuführen, erhält ordentlich Gegenwind. Zu rechtlichen Bedenken gesellen sich Sorgen vor politisch gelenkter Manipulation des Registers.
The Guardian
Nach dem Suizid eines Kindes, das sich von einem KI-Bot umgarnen ließ, und der Klage seiner Eltern klemmt der Anbieter Character.AI seinen Dienst für Unter-18-Jährige ab.
404 Media
Vermummte Abschiebe-Beamte, die anscheinend willkürlich Menschen in Chicago zu biometrischen Gesichtsscans nötigen, um ihre Identität zu prüfen: Das US-Medium 404 Media beschreibt neue Fälle techno-faschistischer Unterdrückung in den USA.

Ticker vom 29.10.2025

tagesschau.de
Die Spekulationsblase schwillt weiter an: Befeuert durch den KI-Hype und die Gunst von US-Präsident Donald Trump hat Chiphersteller Nvidia als weltweit erstes Unternehmen einen Börsenwert von 5 Billionen US-Dollar geknackt.
Golem
In Rumänien gelang es Gefängnisinsassen, auf IT-Systeme ihrer Haftanstalt zuzugreifen. Sie verschafften sich Zugang zu pornografischen Inhalten und überwiesen sich Geld aufs eigene Konto.
taz
Ein in Chile mit lateinamerikanischen Trainingsdaten entwickeltes Sprachmodell will den Fokus auf regionale Sprachen und Kulturen lenken. Latam-GPT soll eine Alternative zu westzentrierten KI-Modellen sein, teilt aber ihre Schönheitsfehler.
Golem
Die Macher von F-Droid werfen Google Falschaussagen zur angekündigten Entwicklerregistrierung vor. Anders als Google behaupte, könnten Einzelpersonen künftig nicht mehr selbst entscheiden, welche Software sie auf ihren Android-Geräten ausführen möchten.
Digitalministerium
Die Bundesregierung hat den Entwurf des Durchführungsgesetzes zum Data Act verabschiedet. Die EU-Verordnung soll eine faire Datenökonomie für Industrie und Verbraucher:innen schaffen. Fachleute haben Zweifel, dass dies gelingt.
heise online
Signal-Chefin Meredith Whittaker legt dar, warum der Messengerdienst Signal auf AWS angewiesen ist. Zugleich versichert sie, dass dank der Verschlüsselung weder Amazon noch Signal Zugriffe auf die Inhalte der Nutzenden haben.
HmbBfDI
Ab heute können Forschende nach dem Digital Services Act Zugang zu nicht-öffentlichen Daten von sehr großen Plattformen wie Instagram oder Amazon beantragen. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit erklärt, wie es geht.
taz
Viele Tech-Unternehmen in Deutschland sind von Seltenen Erden abhängig, wie die taz berichtet. Allerdings müssen diese aus dem Ausland importiert werden und würden in der EU nicht nennenswert recycelt.
heise online
Trotz Murren und Gegenargumenten werden sich TikTok, Snapchat und Meta (Facebook und Instagram) dem australischen Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige beugen. Es soll ab dem 10. Dezember greifen. Im Vorfeld warnte ein Gutachten vor gefährlicher Datensammelei.

Ticker vom 28.10.2025

Digitalministerium
Wie seine Amtsvorgänger setzt Digitalminister Karsten Wildberger auf Stakeholder-Dialoge, um den Ausbau der Infrastruktur zu beschleunigen. Nun arbeitet er mit Vertreter:innen aus Landespolitik und der Branche an einem „Memorandum of Understanding“.
Politico
Politico zeichnet detailliert nach, wie eine Hacking-Gruppe sich zusammengetan haben soll, um kompromittierendes Material über Prominente zu sammeln. Die Story klingt ein wenig wie die Vorlage für eine bizarre Thriller-Serie.
ZDF
In Paris hat ein Prozess wegen mutmaßlichen Cybermobbings von First Lady Brigitte Macron begonnen. Vor Gericht stehen insgesamt zehn Personen, die im Netz Gerüchte zu Macron gestreut haben sollen.
Golem
Digitale Funkgeräte der Bundeswehr seien "nicht kriegstauglich", heißt es laut Akten des Verteidigungsministeriums. Es dauere etwa zu lange, bis damit betriebsfähige Funknetzwerke aufgebaut werden können.
Wired
OpenAI wird vorgeworfen, dass ChatGPT Menschen in psychischen Krisen durch problematische Antworten schaden kann. Das Unternehmen hat gemeinsam mit Fachleuten Krisen-Indikatoren in Chatverläufen ausgewertet und Besserungsmaßnahmen implementiert.
heise online
Das Militär in Myanmar hat ein Zwangsarbeitslager für Online-Betrug in einer inländischen, chinesischen Sonderwirtschaftszone bombardiert. Menschen, die dort zu Scamming gezwungen wurden, versuchen laut Berichten, über einen Grenzfluss nach Thailand zu flüchten.
Queer.de
Unter dem Motto "No Nut November" verbreitet sich seit etwa 2017 die auf Männer ausgerichtete Online-Challenge, einen Monat lang nicht zu masturbieren. Queer.de klärt auf, dass dahinter teils christlich-fundamentalistisch motivierter Aktivismus steckt.
noyb
Die NGO noyb hat in Österreich eine Strafanzeige gegen Clearview AI eingereicht. Das Unternehmen bietet unter anderem für Polizeibehörden eine biometrische Gesichtersuche an, was nach Auffassung mehrerer europäischer Datenschutzbehörden die DSGVO verletzt.