Ticker vom 17.12.2025

Mannschaft
Dem Budapester Bürgermeister Karácsony drohen jetzt doch rechtliche Konsequenzen, weil er im Juni die zuvor verbotene Pride-Demonstration möglich gemacht hat. Die Polizei hat ihre Ermittlungen gegen ihn mit der Empfehlung einer Anklage abgeschlossen – er soll gegen das Versammlungsrecht verstoßen haben.
noyb
Die Datenschutz-Organisation noyb hat in Österreich zwei Beschwerden gegen TikTok eingereicht. Es geht um mutmaßliches Tracking über Apps hinweg. Demnach soll TikTok über einen Drittanbieter erfasst haben, dass ein Nutzer bei der Dating-App Grindr aktiv ist.
heise online
Tech-Milliardär Elon Musk und X wollen die Markenrechte an Twitter nicht hergeben. Ein Start-up wollte sie haben, um die Plattform wieder aufleben zu lassen. Jetzt soll der Streit vor Gericht gehen.
Mozilla
Der neue Mozilla-Chef Anthony Enzor-DeMeo will Firefox zu einem "modernen KI-Browser" entwickeln. Allerdings sagt er auch: „KI sollte immer eine Option sein – etwas, das Menschen jederzeit einfach abschalten können.“
Bleeping Computer
Die Hacking-Gruppe ShinyHunters droht mit der Veröffentlichung von angeblich 200 Millionen Datensätzen von Pornhub-Premium-Nutzenden, darunter E-Mail-Adresse und Videoverlauf. Einen Abfluss von Daten hatte Pornhub zuvor bestätigt.
CNN
Nach der Entlassungswelle durch die Kostenkürz-Abteilung DOGE will die rechtsradikale US-Regierung mit der Initiative Tech Force rund 1.000 IT-Fachleute einstellen, die sich vor allem mit sogenannter KI befassen.

Ticker vom 16.12.2025

Deutscher Bundestag
Die Länder sollen einfacher als bisher die Bundeswehr um Amtshilfe bitten dürfen, um Drohnen vom Himmel zu holen. Dabei soll auch "Waffengewalt" zum Einsatz kommen dürfen. Über den Gesetzentwurf soll der Bundestag am Donnerstag erstmals beraten.
Reuters
Nachdem die russische Regierung den Zugang zur Gaming-Plattform Roblox gesperrt hatte, kam es nach einem Bericht der Agentur Reuters zu einem im Regime selten gesehenen Protest. Dutzende Menschen sind demnach in Sibirien auf die Straße gegangen.
Posteo
Während Großbritannien biometrische Gesichtserkennung durch die Polizei weiter ausbauen will, zeigt ein Prüfbericht, wie die Technologie marginalisierte Gruppen diskriminiert. Demnach ist die Rate irrtümlicher Treffer bei Schwarzen Frauen deutlich höher.
heise online
Ein Vorstoß der britischen Regierung sieht laut Financial Times vor, dass etwa Google und Apple – zunächst freiwillig – auf Betriebssystem-Ebene die Anzeige jeglicher Nacktbilder unterbinden, bis Nutzende ihr Alter nachweisen. Die Folge wäre eine systemweite Überwachung aller Inhalte.
Engadget
Kurz vor Anwendung der neuen Regeln hat ein Gericht im US-Bundesstaat Louisiana die dortigen Verpflichtungen für Alterskontrollen durch Social-Media-Anbieter gestoppt. Diese seien demnach sowohl zu weit als auch zu eng gefasst, heißt es in der Begründung.
Tagesspiegel
Das Institut für Meinungsforschung Insa hat 1.003 Menschen in Deutschland gefragt: "Alles in allem: Sind Sie für oder gegen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren?“ 60 Prozent sind demnach dafür, 24 Prozent dagegen.
Correctiv
Correctiv hat unter der Domain desideriuserasmusstiftung.de eine Informationsseite zur gleichnamigen Parteistiftung der AfD gestartet. Der Stiftung könnte die Finanzierung verweigert werden, wenn sie nicht für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und für Völkerverständigung eintritt.
Ars Technica
Der US-Verlag Merriam-Webster kürt als Wort des Jahres „slop“, für Inhalte oder Medien von geringem bis gar keinem Wert, oft mit KI generiert. Entschieden hat eine Jury nach einer Auswertung, welche Wörter gehäuft gesucht und benutzt werden.
Caschys Blog
Die Funke Mediengruppe übernimmt wetter.com von der ProSiebenSat.1 Media SE. Der Kaufpreis ist nicht bekannt, außerdem müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.
Golem
Mehrfach hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Online-Bank N26 gerügt. Nun hat sie wegen "gravierender Mängel" im Risiko- und Beschwerdemanagement einen Sonderbeauftragten eingesetzt, der die Bank überwachen soll.
Reuters
Meta hat 2024 mehr als drei Milliarden US-Dollar mit Anzeigen für betrügerische oder illegale Produkte eingenommen, die aus China stammen. Weltweit ist der Umsatz mit derartigen Anzeigen vier Mal so hoch.
heise online
Der gestrige Ausfall des Computernetzwerks im Deutschen Bundestag sei nicht die Folge eines Cyberangriffs gewesen, sondern aufgrund einer "Überlastungssituation zwischen den beiden Rechenzentren der Bundestagsverwaltung" erfolgt, so ein Schreiben an die Abgeordneten, das dpa zitiert.

Ticker vom 15.12.2025

American Psychological Association
Psycholog:innen nutzen zunehmend sogenannte Künstliche Intelligenz in ihrem Berufsalltag. Allerdings tun sie dies selten zu therapeutischen, sondern häufig zu administrativen Zwecken. Die meisten von ihnen äußern Bedenken gegenüber dem KI-Einsatz.
Verbraucherzentrale Bundesverband
Der "digitale Omnibus" der EU könnte Verbraucher:innenrechte im Bereich KI massiv schwächen, warnt der vzbv. So müssten etwa Registrierungspflichten beibehalten werden, die für Unternehmen wenig aufwendig seien, für Bürger:innen jedoch von großem Nutzen.
404 Media
Der US-Aktivist Samuel Tunick ist angeklagt worden, weil er bei einer Kontrolle durch die Grenzschutzbehörde die Inhalte seines Smartphones gelöscht und damit mögliche Beweismittel zerstört habe. Kritiker:innen sehen das als politisch motiviert an.
tarnkappe.info
Die Online-Verbreitung von Film-Raubkopien kann die Umsätze an der Kinokasse steigern. Das gilt vor allem bei Blockbustern, so eine Studie.
The Guardian
Junge Europäer*innen vernetzen sich, um gegen Social-Media-Unternehmen zu kämpfen. Sie stören sich unter anderem an diskriminierenden Inhalten, suchterzeugenden Mechanismen und mangelndem Datenschutz.
BvD e.V.
"Die versprochene Vereinfachung geht zulasten der europäischen digitalen Souveränität", kritisiert der der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) die Pläne der EU-Kommission für den sogenannten "digitalen Omnibus".