Ticker vom 19.12.2025

404 Media
Die US-Abschiebebehörde ICE hat sich laut 404 Media eine Software zugelegt, die mit sogenannter KI automatisch Personen und ihre Familien für die Deportation aufspüren soll. Seit Monaten baut die Behörde ihr menschenfeindliches Überwachungsarsenal aus.
The Guardian
Der irische Datenschutzaktivist Johnny Ryan skizziert in einem Gastbeitrag, wie die EU ihren Werten treu bleiben und den KI-Hype trotzdem zu seinem geopolitischen Vorteil nutzen könnte: Sie müsse den Bluff der USA callen und die Blase platzen lassen.
Mastodon
Die NGOs AlgorithmWatch und Wikimedia haben einen Mastodon-Account für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eingerichtet – als "Weihnachtsgeschenk". Der Anlass: Die Bundesregierung will sich noch immer nicht von der rechtsradikal dominierten Plattform X zurückziehen.
NZZ
Der Schweizer Anbieter Proton wirft der Schweiz Massenüberwachung vor und hat damit begonnen, Server nach Deutschland und Norwegen zu verlegen. "Ich hoffte immer, solche Schritte nie einleiten zu müssen", sagt CEO Andy Yen im Interview.

Ticker vom 18.12.2025

The Guardian
Ein Drittel der Menschen in Großbritannien hat sogenannte KI schon für emotionale Unterstützung genutzt, jede zehnte Person tut es wöchentlich. Das hat das staatlich geförderte AI Security Institute ermittelt.
tagesschau.de
Ein früher Entwurf des neuen BND-Gesetzes soll dem deutschen Auslandsgeheimdienst weitreichende neue Rechte einräumen, wie tagesschau.de berichtet. Dazu gehören demnach Sabotage-Akte, Hackbacks und Einsatz von Gesichtserkennung.
LTO
Die Schulden wurden schon beglichen, die Schufa speichert den Vorfall dennoch weiter – ist das rechtens? Sofort löschen muss die Auskunftei nicht, wie nun der Bundesgerichtshof entschieden hat. Der Rechtsstreit geht aber weiter, erklärt LTO.
noyb
Meta muss Nutzer:innen innerhalb von 14 Tagen vollständigen Zugriff auf alle persönlichen Daten gewähren. Das hat die Datenschutz-NGO noyb vor dem Obersten Gerichtshof in Österreich erreicht. Vorangegangen seien elf Jahre Rechtsstreit.
tagesschau.de
Als Reaktion auf die zersplitterte Zuständigkeit im Fall von Drohnensichtungen wurde in Berlin das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum eröffnet. Dort sollen Vertreter:innen unter anderem des Bundeskriminalamts, der Bundeswehr und verschiedener Geheimdienste sitzen.
Legal Tribune Online
Amazon darf Nutzer*innen seines Premium-Dienstes Prime keine Werbung ausspielen, so das Landgericht München. Die haben ein werbefreies Programm gebucht, also hat das auch werbefrei zu bleiben.
ScienceDaily
Eine Studie mit 1.090 US-amerikanischen Teilnehmenden zeigt: "Menschen gehen davon aus, dass Falschinformationen und schädliche Inhalte die Feeds in den sozialen Medien weitaus stärker dominieren, als dies tatsächlich der Fall ist."
EU-Kommission
Die EU-Kommission hat den Entwurf eines Leitfadens vorgelegt, wie Anbieter KI-generierte Inhalte kennzeichnen können, um den Vorgaben der KI-Verordnung zu entsprechen – zum Beispiel über ein gemeinsames Icon.
ETH Zürich
Autonome Waffensysteme werden die Kriegführung der Zukunft elementar verändern. Und in der Übergangsphase gibt es ein großes Eskalationspotenzial. Das erklären zwei Züricher Wissenschaftler*innen.
heise online
Ein 17-Jähriger hat mithilfe sogenannter KI ein Video von einem vermeintlichen Putsch in Frankreich erstellt. Nach 12 Millionen Views und einem echauffierten Präsidenten Emmanuel Macron bittet er um Entschuldigung.
Der Standard
Fernseher von LG bekommen mit einem Update Microsofts KI-Assistent Copilot aufgespielt. Die Anwendung lässt sich dann nicht mehr löschen.
Rest of World
Für den optimalen Betrieb eines Datenzentrums ist die Außentemperatur wichtig. Einer Recherche des US-Mediums Rest of World zufolge stehen von rund 8.800 Datenzentren weltweit rund 600 in zu heißen Regionen, die meisten jedoch in zu kühlen.
Ars Technica
Acht Erweiterungen für Chromium-basierte Browser sammeln Konversationen, die Nutzer*innen mit Chatbots führen. Die gewonnenen Informationen verkaufen sie zu Werbezwecken.
appfairness.org
App-Entwickler:innen, Branchenverbände und Verbraucherorganisationen kritisieren in einem offenen Brief an die EU-Kommission, dass Apple den Digital Markets Act missachte. Trotz gesetzlicher Vorgaben hätten sich die Bedingungen in dessen App Store kaum geändert.
Der Spiegel
Durch einen IT-Fehler im Kultusministerium blieben Tausende Lehrerstellen in Baden-Württemberg über Jahre unbesetzt – weil sie angeblich schon vergeben waren. Eine Arbeitsgruppe hat rekonstruiert, dass der Fehler auf eine Systemumstellung vor zwanzig Jahren zurückgeht.

Ticker vom 17.12.2025

BBC
Die Jahre zwischen 2000 und 2013 gelten als "digitales schwarzes Loch", in denen viele Nutzer:innen ihre digitalen Fotos zwar freigiebig auf Plattformen wie MySpace und Facebook teilten, sie dort aber auch unwiederbringlich verloren.
The Guardian
Die USA haben die Umsetzung des 31-Milliarden-Pfund schweren "Tech Prosperity Deal" mit Großbritannien ausgesetzt. Grund ist unter anderem der Streit um eine digitale Dienstleistungssteuer auf US-amerikanische Produkte.
heise online
Der Landesverfassungsschutz in Hessen darf jetzt wieder Sicherheitslücken nutzen, um Schadsoftware auf Smartphones und Computer aufzuspielen. Der Landtag hat das entsprechende Gesetz novelliert, nachdem es vom Verfassungsgericht beanstandet worden war.
BBC
Sie sah aus wie "ein Toaster mit einer Linse": Vor 50 Jahren schoss erstmals eine digitale Fotokamera ein Bild. Die Idee dafür entnahm der Erfinder dem Star-Trek-Universum, seine Hoffnungen setzte er aufs Mooresche Gesetz.
Mannschaft
Dem Budapester Bürgermeister Karácsony drohen jetzt doch rechtliche Konsequenzen, weil er im Juni die zuvor verbotene Pride-Demonstration möglich gemacht hat. Die Polizei hat ihre Ermittlungen gegen ihn mit der Empfehlung einer Anklage abgeschlossen – er soll gegen das Versammlungsrecht verstoßen haben.