wissenschaftliches Publizieren

  • : Open-Access-Alternativen boomen: Der Druck auf Großverlag Elsevier wächst [Update]
    Eine Veranstaltung von Elsevier in den Niederlanden.
    Open-Access-Alternativen boomen: Der Druck auf Großverlag Elsevier wächst [Update]

    Die Liste deutscher Wissenschaftseinrichtungen, die ihre Verträge mit dem Großverlag Elsevier gekündigt haben, wird immer länger. Sie können dabei auf die Unterstützung der betroffenen Forschenden bauen. Hinzu kommt das Comeback universitätsbasierter Publikationsformen, wie eine Studie aus Großbritannien zeigt.

    24. August 2017 2
  • : Bezahlschranken umgehen: „Unpaywall“ für Firefox und Chrome
    Die berühmte Bibliothek des Trinity College in Dublin.
    Bezahlschranken umgehen: „Unpaywall“ für Firefox und Chrome

    Wer im Netz auf eine Bezahlschranke stößt, dem kann eine Browser-Erweiterung auf einfachem Wege Zugang zu wissenschaftlichen Beiträgen verschaffen. Und das Beste: Das Werkzeug ist quelloffen, datensparsam und vollkommen legal.

    26. April 2017 14
  • : SocArXiv: Offenes Archiv für sozialwissenschaftliche Aufsätze gestartet
    Die Lage des wissenschaftlichen Publikationswesens ist disziplinär durchaus unterschiedlich. Naturwissenschaften sind bei Open Access schon etwas weiter. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC-BY-ND 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/44534236@N00/6425808881/sizes/l">faungg's photos</a>
    SocArXiv: Offenes Archiv für sozialwissenschaftliche Aufsätze gestartet

    Der Dokumentenserver SocArXiv soll für sozialwissenschaftliche Artikel werden, was ArXiv.org bereits in Fächern wie Physik, Mathematik oder Informatik ist: eine zentrale Anlaufstelle mit freiem Zugang zu wissenschaftlichem Wissen. Die Neugründung ist dabei auch der Versuch, digitale Wissenschaftsinfrastruktur jenseits großer Verlage wie Elsevier zu betreiben.

    15. Juli 2016 4
  • : Open Access: „Goldener Weg“ soll Wissen schaffen
    Open Access hat noch einen weiten Weg vor sich. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/77891688@N04/7066675199/">fyzhou1</a>
    Open Access: „Goldener Weg“ soll Wissen schaffen

    Zwar habe sich bei Open Access im wissenschaftlichen Bereich in den letzten Jahren vieles zum Besseren gewandelt, berichtet die FAZ, allerdings gebe es noch einiges an Nachholbedarf, was freien Zugang zu staatlich finanzierter Forschung betrifft. Derzeit drehe sich die Debatte rund um zwei Ansätze:

    „Grundsätzlich kann zwischen dem grünen und dem goldenen Weg unterschieden werden“, erklärt Elmar Schultz, Open-Access-Experte bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Auf dem goldenen Weg würde ein wissenschaftlicher Beitrag direkt unbeschränkt und frei zugänglich veröffentlicht, zum Beispiel in einem qualitätsgesicherten Open-Access-Journal oder als Open-Access-Artikel in einem traditionellen Journal. Der grüne Weg hingegen stünde für die meist verzögerte Zweitveröffentlichung eines schon in einer Zeitschrift erschienenen wissenschaftlichen Beitrags, beispielsweise in einem digitalen Repositorium.

    Mit dem vor zwei Jahren beschlossenen unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrecht habe die deutsche Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung gesetzt, es bleibe aber noch viel zu tun:

    Die Open-Access-Gemeinde erhofft sich eine klare Positionierung des Ministeriums. „Die Förderung von Open Access stand bereits im Koalitionsvertrag und wurde auch in die Digitale Agenda 2014–2017 aufgenommen“, sagt Georg Botz. Doch bisher sei die „Nationale Open Access-Strategie“ hauptsächlich eine Ankündigung gewesen. „Eine aktivere Rolle der Politik, wie beispielsweise in den Niederlanden, würde ein besseres forschungspolitisches Klima schaffen und den Forschungseinrichtungen in Verhandlungen mit den Verlagen den Rücken stärken“, ist er überzeugt.

    9. Mai 2016 14
  • : Open Access 2020: Wissenschaftsorganisationen wollen auf breiter Front Zeitschriften befreien
    Open Access 2020: Wissenschaftsorganisationen wollen auf breiter Front Zeitschriften befreien

    Schon bislang bekannten sich alle maßgeblichen öffentlichen Wissenschaftsorganisationen klar und deutlich zu Open Access, dem möglichst offenen Zugang zu öffentlich finanzierter Forschung. Mit der neuen Initiative „Open Access 2020″ unter Federführung der Max-Planck-Gesellschaft soll jetzt Open Access auf breiter Front zum Standard werden („large-scale transition to open access“).

    Logo-OA2020Der Grund für die neue Initiative ist, dass bisheriger Bekenntnisse und entsprechender (auch: finanzieller) Unterstützung für Open-Access-Zeitschriften und ‑Publikationen zum Trotz der Umstieg nur langsam vorankommt. Eingefahrene Publikationspfade zwingen WissenschaftlerInnen in den meisten Disziplinen dazu, in etablierten, nicht-offenen Zeitschriften zu publizieren, wenn sie weiterhin im Wissenschaftssystem verbleiben bzw. Drittmittel einwerben wollen. Was zählt, ist die wissenschaftliche Reputation einer Zeitschrift und nicht, ob ihre Beitrage frei online zugänglich sind.

    Der vielversprechendste Weg wäre deshalb, bereits etablierte Zeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften zu machen, sie also quasi zu „befreien“. Vergangenes Jahr wurde genau das vom Herausgeberkreis einer führenden sprachwissenschaftlichen Zeitschrift versucht. Der Verleger Elsevier verweigerte sich jedoch nicht nur dessen Ansinnen, sondern verbreitete auch noch Unwahrheiten über die (ehemaligen) Herausgeber. Letztlich entschied sich das gesamte Herausgeberkollektiv für eine Neugründung unter dem Namen „Glossa“.

    Zahlungsströme umlenken

    Die Initiative „Open Access 2020“ will die Umstiegslast von den Schultern individueller WissenschaftlerInnen nehmen und möchte „die Mehrheit der heute per Subskription erscheinenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf das Publizieren per Open Access (OA)“ umstellen, wie es in einer Presserklärung der Max-Planck-Gesellschaft heißt. Der Umstieg soll wie folgt gelingen:

    Dieser Wandel soll erreicht werden, indem die „Mittel, die aktuell für Abonnements von Subskriptionszeitschriften genutzt werden, zur Finanzierung nachhaltiger OA-Geschäftsmodelle eingesetzt werden“.

    Der Schlüssel für den Umstieg auf Open Access sind demnach die Bibliotheken, die ihre „Rolle, Verantwortlichkeiten, Profil und Arbeitsprozesse“ weiterentwickeln sollen. Im Zentrum der „Roadmap“ zum Umstieg stehen die vorhandenen Zahlungsströme, die hin zu Open Access umgelenkt werden sollen.

    Zu den ersten Unterstützern der Initiative zählen die größten Wissenschaftsfinanzierer in Deutschland und Österreich, konkret die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Chancen stehen angesichts derart (finanz-)starker Unterstützer also gut, dass im Ergebnis tatsächlich eine Vielzahl an Zeitschriften auf Open-Access-Modelle umstellen wird.

    Open auch im Bereich der Lehre?

    Angesichts dieser Dynamik im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens stellt sich allerdings auch die Frage, warum sich im Bereich der universitären Lehr- und Lernunterlagen bislang im deutschsprachigen Raum kaum vergleichbare Entwicklungen zeigen. Offen lizenzierte Lehr- und Lernunterlagen („Open Educational Resources“, OER) sind in Deutschland und Österreich vor allem im Schulbereich ein Thema, kaum jedoch im Bereich universitärer Lehre.

    Im angelsächsischen Raum ist das bereits anders, eine Reihe von britischen Universitäten hat sich inzwischen eine OER-Policy verordnet und fordert dazu auf, Lernunterlagen nach Möglichkeit offen lizenziert und in offenen Formaten zu veröffentlichen (vgl. z. B. kürzlich die Universität Edinburgh). Vergleichbare Beispiele gibt es im deutschsprachigen Raum jenseits der gerade im Aufbau befindlichen Hamburg Open Online University noch nicht.

    22. März 2016 5