Zwar habe sich bei Open Access im wissenschaftlichen Bereich in den letzten Jahren vieles zum Besseren gewandelt, berichtet die FAZ, allerdings gebe es noch einiges an Nachholbedarf, was freien Zugang zu staatlich finanzierter Forschung betrifft. Derzeit drehe sich die Debatte rund um zwei Ansätze:
„Grundsätzlich kann zwischen dem grünen und dem goldenen Weg unterschieden werden“, erklärt Elmar Schultz, Open-Access-Experte bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Auf dem goldenen Weg würde ein wissenschaftlicher Beitrag direkt unbeschränkt und frei zugänglich veröffentlicht, zum Beispiel in einem qualitätsgesicherten Open-Access-Journal oder als Open-Access-Artikel in einem traditionellen Journal. Der grüne Weg hingegen stünde für die meist verzögerte Zweitveröffentlichung eines schon in einer Zeitschrift erschienenen wissenschaftlichen Beitrags, beispielsweise in einem digitalen Repositorium.
Mit dem vor zwei Jahren beschlossenen unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrecht habe die deutsche Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung gesetzt, es bleibe aber noch viel zu tun:
Die Open-Access-Gemeinde erhofft sich eine klare Positionierung des Ministeriums. „Die Förderung von Open Access stand bereits im Koalitionsvertrag und wurde auch in die Digitale Agenda 2014–2017 aufgenommen“, sagt Georg Botz. Doch bisher sei die „Nationale Open Access-Strategie“ hauptsächlich eine Ankündigung gewesen. „Eine aktivere Rolle der Politik, wie beispielsweise in den Niederlanden, würde ein besseres forschungspolitisches Klima schaffen und den Forschungseinrichtungen in Verhandlungen mit den Verlagen den Rücken stärken“, ist er überzeugt.
