Verbraucherschutz

  • : Netzpolitik-Interview: Hintergründe zum SchülerVZ-Datenleck
    Netzpolitik-Interview: Hintergründe zum SchülerVZ-Datenleck

    Als Hintergrund zum aktuellen Datenleck bei SchülerVZ haben wir ein Interview mit Florian Strankowski von der Leuphana-Universität Lüneburg gemacht, der die Sicherheitslücken entdeckt hat.

    netzpolitik.org: Was war Deine Motivation, die Daten zu crawlen?

    Florian Strankowski: Die Motivation bestand darin, nach den zig Interviews und Statements von Seiten VZ zu zeigen, dass im Endeffekt nichts unternommen worden ist, um die Daten der Nutzer effektiv zu schützen. Auch wollte ich aufzeigen, dass der TÜV in diesem Fall ein Zertifikat ausgestellt hat, das zwar schön aussieht, aber im Endeffekt etwas bestätigt, was so nicht der Fall ist. Die Daten der Nutzer waren nie sicher und sind derzeit nicht sicher vor Crawlern.

    4. Mai 2010 87
  • : Neues Datenleck bei SchülerVZ
    Neues Datenleck bei SchülerVZ

    Es gibt wieder ein neues Datenleck beim Social-Network SchülerVZ. SchülerVZ ist mit rund fünf Millionen Mitgliedern Marktführer im deutschsprachigen Raum, ein hoher Prozentsatz unserer Schüler ist dort Mitglied und veröffentlicht dort seine/ihre Verlieben und sonstige Informationen. Uns wurden 1,6 Millionen aktuelle Datensätze von dort aktiven Schülern zugeschickt, das sind rund 30% aller Nutzerprofile aus dem Social-Network.

    Der Fall reiht sich in die von uns im vergangenen Herbst aufgedeckten Datenlecks ein, die SchülerVZ betrafen und damals für großes Aufsehen sorgten. SchülerVZ hat sich in den vergangenen Monaten bemüht, das verlorene Vertrauen zurück zu gewinnen und mehr in den Datenschutz investiert.

    4. Mai 2010 121
  • : Falk über Facebook, drüben bei den Grünen
    Falk über Facebook, drüben bei den Grünen

    Liebe Parteien und Journalisten, falls einer von euch gerade einen Experten zum Thema „Facebook“ sucht, kann ich Falk Lüke empfehlen.* Falk arbeitet als Referent für Verbraucherrechte in der Digitalen Welt beim Verbraucherzentrale Bundesverband und kennt sich mit diesem Internet ziemlich gut aus.*

    Wie ein typisches Interview mit Falk aussehen kann, könnt ihr gerade bei den Grünen sehen (oder hier auf Tagesschau.de hören). Ich verlinke es freilich nur deshalb,* weil ich gestern recht ähnliche Dinge hier in der Kommentarspalte schrieb. Naja, nur halt nicht ganz so clever formuliert. War ja auch kein Interview.

    Achso, eine Kontaktadresse? Gibt es zum Beispiel hier.

    *Disclosure: Ich hätte mit Falk fast schon einmal Kaffee getrunken (Dafür chatten wir regelmäßig). Zudem hat Falk vor seinem Job als Referent für Verbraucherrechte bei Newthinking gearbeitet (Das ist die Agentur, die quasi den Server für Netzpolitik.org sponsort). Und nein, ich bin immer noch kein Mitglied bei den Grünen (Andere Autoren schon. Wieder andere wählen SPD, Piraten, FDP und Dinge, die ich nicht weiß).

    7. April 2010 31
  • : Ilse Aigner gegen Facebook
    Ilse Aigner gegen Facebook

    Unsere Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat einen offenen Brief an Facebook geschrieben, in dem sie mehr Datenschutz und mehr Respekt vor den Datenschutzrechten der Nutzer fordert. Spiegel Online berichtet darüber und der Redaktion soll auch der Offene Brief vorliegen: Aigner zieht in den Kampf gegen Facebook. Auf der Facebook-Seite von Ilse Aigner findet man diesen auch, aber in einer anderen Form als bei Spiegel Online, die Austrittsdrohung fehlt u.a. (Vielleicht hat SpOn eine Langfassung?). Auf jeden Fall fordert sie:

    - Facebook muss sicherstellen, dass die persönlichen Daten aller Mitglieder umfassend geschützt werden.

    - Geplante Änderungen der Nutzungsbedingungen müssen allen Mitgliedern klar und deutlich bereits vor jeder Änderung mitgeteilt werden.

    - Grundsätzlich dürfen persönliche Daten nicht ohne Einwilligung automatisch an Dritte zu kommerziellen Zwecken weitergeleitet werden. Eine Weiterleitung und Kommerzialisierung privater Daten darf nur mit Zustimmung der betroffenen Personen erfolgen. Gerade weil besonders jungen Nutzern meist nicht bewusst ist, dass ihre persönlichen Profile zu kommerziellen Zwecken genutzt werden sollen, kommt Unternehmen wie Facebook eine besondere Verantwortung zu.

    Die ganze Vorgeschichte gibts bei Surfer-haben-Rechte zu lesen: Geplante Datenschutzbestimmungen bei Facebook hochproblematisch.

    Facebook kann und sollte man immer wieder dafür kritisieren, dass die Datenschutzrechte der Nutzer nicht ernst genommen werden. Insofern ist dieser Offene Brief zwar Symbolpolitik, wird aber vermutlich als Warnsignal bei Facebook in den USA ankommen. Und bei Ilse Aigner warten wir dann mal drauf, dass sie als neue Datenschützerin auch konsequent die Vorratsdatenspeicherung kritisiert.

    5. April 2010 37
  • : Mitmach-Aktion: Bei Schufa & Co Auskunft verlangen
    Mitmach-Aktion: Bei Schufa & Co Auskunft verlangen

    Einer der wenigen Highlights aus der letzten Datenschutzreform ist eine kostenlose Abfrage bei Auskunfteien, welche Daten sie über einen gespeichert haben. Bisher musste man dafür z.B. bei der Schufa Geld bezahlen. Aber neben der Schufa gibt es noch zahlreiche weitere Unternehmen, die Geld damit verdienen, uns und unsere Bonität zu berechnen und die berechneten Werte an andere Unternehmen zu verkaufen.

    Denen kann man jetzt die Arbeit etwas schwerer machen, indem möglichst viele Menschen Auskunftsanfragen stellen. Die Verbraucherzentralen haben praktischerweise schon einen Musterbrief verfasst (PDF), den man dafür nutzen kann. Dazu findet man auf der Webseite Surfer haben Rechte eine Liste mit Anschriften von Auskunfteien (PDF). Benötigt wird nur noch pro Unternehmen ein Briefumschlag und eine Briefmarke. Aber die ist gut investiert: Oftmals sind die Werte falsch und man wundert sich z.B. nur, weshalb man keinen Kredit bekommt oder dergleichen. Das kann man jetzt überprüfen und zugleich die Kosten für die Datenhändler erhöhen.

    Wenn die Unternehmen nicht mitspielen wollen oder ihr unzufrieden mit einer Antwort seid: Beschwert Euch! Die Verbraucherzentralen bieten hier auch eine weitere Anlaufstelle.

    Ich druck mir jetzt erstmal meine Musterbriefe aus.

    31. März 2010 43
  • : Stiftung Warentest testet Social Networks
    Stiftung Warentest testet Social Networks

    Die Stiftung Warentest hat zehn Social Networks untersucht. Die Ergebnisse sind: Keines der untersuchten Social Networks ist ohne Mängel. Einen ausführlichen Testbericht gibt es auf der Webseite zu sehen: Datenschutz oft mangelhaft. Da finden sich auch die kompakten Ergebnisse.

    Bei Jappy hat es nur eine Woche gedauert, den Passwortschutz zu umgehen – mit einfachen Mitteln: einem Computer und einer simplen, selbstentwickelten Software. Die Tester hätten jedes beliebige Nutzerkonto übernehmen und auf die gespeicherten Daten zugreifen können. Bei Stayfriends wäre es mit etwas mehr Aufwand ebenfalls möglich gewesen. Bei lokalisten und wer-kennt-wen.de hätten die Tester vor allem die Konten übernehmen können, die von den Nutzern mit einem zu einfachen Passwort versehen wurden. Auffällig ist der ungeschützte Zugang für mobile Endgeräte wie Handys bei allen geprüften Netzwerken, die dies bieten. Und das, obwohl hier dieselben Daten geschützt werden müssen.

    Beim Datenschutz haben die meisten Netzwerke Mängel. So schränken Facebook, Myspace und LinkedIn die Rechte der Nutzer stark ein, genehmigen sich selbst aber weitreichende Rechte, vor allem bei der Weitergabe der Daten an Dritte. Zu welchem Zweck, sagen sie nicht. Bei Facebook zum Beispiel heißt es: „Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“. Unter IP-Inhalte ist das geistige Eigentum beispielsweise an Texten und Bildern gemeint.

    25. März 2010 5
  • : Die SchülerVZ-Datenlecks im Rückblick
    Die SchülerVZ-Datenlecks im Rückblick

    Die Frankfurter Rundschau hat die SchülerVZ-Geschichte mit den Datenlecks als Rückblick zusammengefasst: Unter Beobachtung.

    Das heißt im Klartext, dass es noch bis vor einem Monat für jeden, der die Grundkenntnisse des Programmierens beherrscht, möglich war, an die Profildaten aller VZ-Nutzer zu gelangen. Problemlos. Es ist deshalb davon auszugehen, dass weit mehr Menschen im Besitz der Daten sind, als bisher angenommen.

    2. Dezember 2009 12
  • : Verbraucherschützer mahnen erfolgreich Social Networks ab
    Verbraucherschützer mahnen erfolgreich Social Networks ab

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat erfolgreich diverse Social Networks abgemahnt und so bessere Datenschutz- und Vertragsregeln durchgesetzt. Xing, MySpace, Facebook, Lokalisten, Wer-kennt-Wen und StudiVZ, als die gesamte erste Riege entsprechender Anbieter in Deutschland, haben entsprechende Unterlassungserklärungen abgeben. Sie dürfen eine Reihe von Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen in Zukunft nicht mehr verwenden.

    Dabei ging es vor allem um die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte sowie um die Rechte an von den Nutzern eingestellten Inhalten wie Bildern, die laut dem VZBV zum Teil auch ohne Zustimmung in einem anderen Kontext weiterverwendet werden durften. In Zukunft dürfte in diesen Fällen jeweils eine ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Personen zu diesen Nutzungen nötig sein.

    Die Betreiber der Social Networks haben nun bis Januar Zeit, die zugesagten Änderungen umzusetzen.

    12. November 2009 11
  • : Forderungskatalog Soziale Netzwerke
    Forderungskatalog Soziale Netzwerke

    Der Bundesverband Verbraucherzentrale hat einen Forderungskatalog Soziale Netzwerke (PDF) veröffentlicht, den wir hier mal spiegeln.

    Informierte und bewusste Datennutzung und Einwilligung
    Anbieter Sozialer Netzwerke müssen sicher stellen, dass Nutzer jederzeit „Herr ihrer Daten“ bleiben. Dieses muss insbesondere gelten für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der Daten. Soweit gesetzlich nicht geregelt, müssen sie umfassend und vollständig informiert werden und ihre Einwilligung erfolgen. Dieses gilt auch im Zusammenhang mit der Datenverarbeitung zu Werbe- und Marketingzwecken.

    Keine Koppelung von Diensten und Datennutzung
    Die Nutzung einer Internetseite oder eines Internetangebots darf nicht davon abhängig sein, dass der Nutzer in die über die Erfüllung des Vertragszwecks hinausgehende Datennutzung einwilligt.

    Sicherstellung der einfachen Datenlöschung bei Deaktivierung des Accounts
    Die Anbieter handeln entsprechend datenschutzrechtlicher Vorgaben, alle Daten des Nutzers vollständig zu entfernen, wenn dieser seinen Account deaktiviert. Die Abmeldung muss für den Nutzer ohne Hürden möglich sein.

    Verbot grundlosen Speicherns
    Die Anbieter sind verpflichtet, das Verbot der Speicherung von Daten ohne Grund zu beachten.

    Sicherheit und Sorgfaltspflichten

    12. November 2009 7
  • : Exklusiv: Die Bücher der Anderen
    Exklusiv: Die Bücher der Anderen

    500.000 Rechnungen von Libri.de standen mehr oder weniger frei im Netz. Gestern konnten wir testweise innerhalb einer halben Stunde ca. 20.000 davon herunterladen.

    Die Bücher der Anderen

    Libri.de ist einer der größten deutschen Marktplätze für Bücher und verwandte Produkte. Der B2C-Marktplatz arbeitet u.a. als Dienstleister für rund 1000 lokale Buchhändler, aber auch für Angebote wie shop.spiegel.de. Über die Plattform werden die Bestellungen abgewickelt. Am Dienstag Abend kontaktierte uns ein Leser und berichtete über eine eklatante Datenschutz-Lücke im System von Libri.de. Bei einer Bestellung im Online-Shop wurde ein Link zu einer PDF-Datei an den Kunden verschickt.

    Dieser Link sah so aus:

    http://www.libri.de/shop/action/account/invoiceDownload?invoiceId=234967

    Unserem Leser kam die URL verdächtig vor, er probierte einfach eine andere sechsstellige Zahl aus und fand unerwartet die Rechnung eines anderen Kunden auf seinem Rechner. Daraufhin kontaktierte er uns.

    Wir haben uns am Mittwoch Vormittag mit der Situation ausführlich beschäftigt und das ganze ausgetestet. Dabei fiel uns auf, dass die Rechnungen mit der Nummer „4676“ begannen. Diese Rechnung wurde am 29. Mai 2008 ausgestellt. Die Rechnungsnummern gingen hoch bis ca. 500.000. Jede Nummer dazwischen klappte problemlos und jedes Mal kam eine neue Rechnung zu Tage. Wir haben testweise ein Script laufen lassen, was beginnend bei der Nummer „4676“ immer um 1 addiert Rechnungen automatisch nacheinander heruntergeladen hat. Für das Script reichte eine Zeile Code auf der Kommandozeile:

    for i in $( seq 4676 24676); do wget http://www.libri.de/shop/action/account/invoiceDownload?invoiceId=$i; done

    Dabei konnten wir innerhalb einer halben Stunde knapp 20.000 Rechnungen auf einen Rechner laden, da ein PDF rund 40 KB groß war. (Mit einer schnelleren Leitung und verteilten Rechnern hätte man das beschleunigen können.) Diese haben wir selbstverständlich nach der Aktion wieder gelöscht.

    Währenddessen kontaktierten wir den Hamburger Landesdatenschutzbeauftragten und berichteten diesem als verantwortliche Landesbehörde über den Fall. Der dortige Ansprechpartner war sehr erstaunt darüber.

    29. Oktober 2009 129
  • : Die SchülerVZ- Story in zunächst vier Folgen
    Die SchülerVZ- Story in zunächst vier Folgen

    Wolfgang Noelke hat am vergangenen Samstag für die Deutschlandfunk-Sendung „Computer & Kommunikation“ über das SchülerVZ-Datenleck berichtet (MP3). Dabei hat er gleichzeitig eine Video-Dokumentation mit vier Interviews produziert, die auf Youtube zu finden ist: Die SchülerVZ- Story in zunächst vier Folgen.

    Das Blog Netzpolitik.org bekam am Freitag den 23(!) Oktober 2009 interessante Post: Die Daten einer Million User der Webplattform SchülerVZ. Was fängt man damit an? Wie reagieren die engsten Beteiligten? Stellvertretend erzählt jeweils eine Stimme aus der Gruppe der mittelbar und unmittelbar Betroffenen das Geschehen. Bis jetzt sind vier Teile fertig: 1: DER BLOGGER 2: DER DATENSCHÜTZER 3: DIE SCHÜLERIN 4: DER CEO Geplant, noch nicht gedreht: 5: DER CRACKER 6: DER ADMIN

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    28. Oktober 2009 25
  • : Datenleck bei SchülerVZ war größer als bekannt
    Datenleck bei SchülerVZ war größer als bekannt

    Kurzfassung: Auch privat gestellte Daten waren bei SchülerVZ massenweise auslesbar. Wir haben 118.000 Datensätze von Berliner Schülern mit ihrem Geburtsdatum (Was teilweise nur für Freunde freigegeben war) zur Klärung an den Bundesverband Verbraucherzentrale übergeben, die mittlerweile auch beim Berliner Landesdatenschutzbeauftragten angekommen sind.

    Die Vorgeschichte:

    Lange Fassung: Vor zehn Tagen hatten wir erstmals über ein Datenleck bei SchülerVZ berichtet. Uns wurden 1,6 Millionen Datensätze von SchülerVZ-Nutzern zugeschickt. Einen Tag später war klar, dass mindestens eine weitere Person die Sicherheitslücken bei SchülerVZ ausgenutzt hatte, um massenweise Datensätze auszulesen. Diese zweite Person wurde verhaftet, nachdem sie SchülerVZ zu erpressen versuchte. In einer Mail vor seiner Reise nach Berlin erklärte uns der dann verhaftete, dass er auch erfolgreiche Phishing-Attacken durchgeführt hatte. Das deckt sich mit Hinweisen auf XSS-Lücken, auf die wir auch hingewiesen haben.

    Am vergangenen Mittwoch brachten wir ein Interview mit einer dritten Person, die beschrieb, wie man noch mehr Daten aus SchülerVZ auslesen konnte. Dazu zählen auch Daten, die explizit nur für Freunde frei geschaltet waren. SchülerVZ dementierte sofort, dass dies möglich gewesen sei. In einer FAQ im StudiVZ-Blog wird immer noch darauf hingewiesen, dass dies nicht möglich gewesen sein kann.

    Es wird behauptet, dass auch private Daten ausgelesen werden konnten?

    Nach derzeitigem Kenntnisstand sind keine privaten Daten betroffen. Auch nicht indirekt über die Suche.

    Ich habe mein Profil nur für meine Freunde sichtbar – Sind meine Daten trotzdem betroffen?

    Nein, deine privatgestellten Daten sind nicht betroffen. Der Täter konnte nur Daten (Name, Profilfoto und Schule) kopieren, die für alle Nutzer im schülerVZ sichtbar waren. Alle Schutzmaßnahmen zur Privatsphäre haben gegriffen und wurden explizit NICHT geknackt.

    Das ist nach unseren Informationen nicht so, bzw. ist die zweite Antwort auf den einen Fall hin formuliert. Wir haben SchülerVZ darauf hingewiesen, dass wir das nicht so sehen und das die erste Antwort so nicht richtig ist . Sonst hätten wir das Interview in dieser Form auch nicht veröffentlicht.

    Wir haben gestern Abend eine Datei mit 118.000 Datensätzen von Berliner Schülern an die Verbraucherzentrale Bundesverband geschickt, um die Sicherheitslücke zu beweisen und die Frage zu klären. Diese dürften mittlerweile auch beim Berliner Landesdatenschutzbeauftragten gelandet sein. Wir haben einige der Datensätze vorab verifizieren können, indem wir auf privat geschaltete Nutzer gefunden und kontaktiert haben, ob das Geburtsdatum stimmt. Diese Datensätze enthalten die individuelle SchülerVZ-ID-Nummer, das Geburtsdatum und das Geschlecht. Unsere nun mehr dritte Quelle hatte kein Interesse daran, die umstrittene Berliner Schüler-ID-Kartei mit noch mehr Datenfelder zu schaffen. Ihr ging es nur darum, die Sicherheitslücke zu dokumentieren. Daher die Konzentration auf Geburtsdatum und ID. Es war aber problemlos möglich, dazu noch von allen Schülern Schule, Wohnort, Beziehungsstatus, Foto und weitere Informationen zu ermitteln. Die ersten beiden Fälle zeigen das Potential.

    Möglich war das Identifizieren des Geburtsdatums über die Suchfunktion. Man musste nur ein Programm schreiben, was massenhaft Suchanfragen erzeugt und dann die Ergebnisse einer Nutzer-ID zuordnet und zusammenrechnet.

    Die Logik hinter dem Auslesen des Geburtsdatums:

    So konnte / kann man vorgehen: Die Super-Suche innerhalb der VZ-Plattform bietet verschiedene Suchparameter (Alter, Beziehungsstatus, pol. Einstellung,…). Diese werden, sobald man eine Suche gestartet hat, in eine URL übersetzt, welche alle Sucheinstellungen enthält.

    Beispiele für URL-Fragmente aus der Super-Suche:

    - schoolSince/2005
    – status/1
    – gender/1
    – relationship/2
    – political/5
    – schoolCountryId/1
    – conc/1
    – lookingFor/1
    – bdayDay/12

    Die Begriffe stehen für das entsprechende Suchkriterium.

    Wobei die Zahlen hinter den Begriffen für den entsprechenden Wert stehen, „gender/1“ steht z.B. für weiblich und „gender/2“ für männlich.
    Dieser Umstand machte es besonders leicht über Zählschleifen unzählige Suchanfragen an den SchülerVZ-Server zu schicken.

    Beispiel für Geburtsdatumsabfrage (vereinfachte Darstellung aus dem Sourcecode):

    for ($gday = 1 $gday < 32; $gday++){
    for ($gmon = 1 $gmon < 13; $gmon++){
    for ($gyear = 1970 $gyear < 2000; $gyear++){

    //MeinVZ $search = ‚Search/SearchSuper/gender/1/bdayDay/’.$gday.’/bdayMonth/’.$gmon.’/bdayYear/’.$gyear.’/platform/3/foreignNetworkCountryId/1/doSearch/1′;
    //StudiVZ $search = ‚Search/SearchSuper/gender/1/bdayDay/’.$gday.’/bdayMonth/’.$gmon.’/bdayYear/’.$gyear.’/platform/1/uniCountryId/1/uniStateId/1/doSearch/1′;
    //Abfrage SchuelerVZ nach Geburtsdatum

    $search = ‚Search/SearchSuper/bdayDay/’.$gday.’/bdayMonth/’.$gmon.’/bdayYear/’.$gyear.’/schoolCountryId/1/schoolStateId/1/doSearch/1’

    //.
    // Nur Auszug: Quelltext gekürzt!
    //.
    }
    }}

    Die entstehenden $search-Strings werden danach an ein HTTP-Modul übergeben, welches den Inhalt der Suchergebnisse ausliest. Anschließend müssen nur noch alle gefundenen Profile als Datensatz in die Datenbank eingetragen werden, oder falls das Profil schon existiert, das Geburtsdatum aktualisiert werden. Die Sicherheitslücke bei SchülerVZ machte es möglich, auch versteckte Profilangaben nach und nach über Variation der Suchparameter auszulesen.

    Überprüfung der Datensätze:

    Wir hatten nun die Informationen, wie die Daten massenhaft ausgelesen konnten und einen Datensatz von 118.000 Nutzern mit den Feldern ID, Geburtsdatum und Geschlecht. Damit kam die Frage der Verifizierung der Daten. SchülerVZ hatte nach Bekanntgabe des Datenlecks angekündigt, Die Nutzer-IDs zu verändern, damit die im Umlauf befindlichen Datensätze unbrauchbar werden. Allerdings haben wir herausgefunden, dass dies nicht bei allen Nutzern geschah. Wir haben also nach dem Zufallsprinzip Nutzer-IDs aufgerufen und nach denjenigen gesucht, die ihr Geburtsdatum nicht öffentlich gemacht haben. Davon haben wir eine Reihe angeschrieben und gefragt, ob das Geburtsdatum in unserem Datensatz stimmt. Einige haben geantwortet und dies bestätigt. Somit konnten wir davon ausgehen, dass die Daten valide sind.

    Dieser nunmehr dritte Datensatz zeigt:

      Die Beteuerungen von SchülerVZ, dass nur innerhalb des Systems öffentlich zugängliche Daten massenhaft ausgelesen worden, entspricht wohl nicht ganz der Realität. Wie sonst konnte unsere dritte Quelle in den letzten Monaten von 118.000 Berliner Schülern das Geburtsdatum ermitteln, das teilweise nur Freunden frei gegeben war?!
      Wie viele weitere erfolgreiche Datenausspäh-Aktionen gab es eigentlich in den letzten Monaten bei SchülerVZ, wenn uns mittlerweile drei Datensätze von unterschiedlichen Quellen bekannt geworden sind?
      Wir haben bisher nur Fälle von SchülerVZ dokumentiert. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Schwester-Plattformen MeinVZ und StudiVZ ebenfalls betroffen waren, die auf dieselbe Technik aufsetzen. Da sind weitere Veröffentlichungen vorprogrammiert! (Wir freuen uns über sachdienliche Hinweise)
      Daten im Netz sind in der Regel nicht sicher. Auch nur für Freunde in Social-Networks frei gegebene Informationen bieten nur eine symbolisch gefühlte Sicherheit. Darauf sollte man sich nicht verlassen.
      Es muss darüber nachgedacht werden, das Haftungsrisiko für Plattform-Betreiber zu erhöhen, damit diese mehr Anreiz bekommen, in IT-Sicherheit und damit dem Datenschutz für ihre Nutzer zu investieren.

    In einer Pressemitteilung kommentiert der Bundesverband Verbraucherzentrale den Fall und fordert Konsequenzen:

    Der vzbv fordert die Anbieter Sozialer Netzwerke auf, mehr für den Schutz der Daten ihrer Kunden zu tun. „Statt zu versprechen, dass ihre Daten gut aufgehoben sind, müssen die Anbieter die technisch höchste Sicherheit bieten – wenn nötig auch zu Lasten des Nutzerkomforts“, appelliert Vorstand Gerd Billen. Zudem sollten die Betreiber die potentiellen Risiken klar benennen, die mit einer Veröffentlichung privater Daten im Netz verbunden sind. Nur so könnten die Nutzer – im Falle von SchülerVZ Schülern und deren Eltern – abwägen, wie freizügig sie ihre persönlichen Daten kommunizieren.

    SchülerVZ hat mittlerweile aufgrund unserer Berichterstattung notwendige Schritte unternommen, das massenhafte Auslesen von vielen Datensätzen zu erschweren. Das freut uns und dieses Engagement ist sicherlich noch steigerungsfähig.

    Update:

    SchülerVZ hat nach eigenen Angaben die Lücke Ende Juli geschlossen. Das ist erfreulich für die Nutzersicherheit. Unsere Liste wurde einen Monat vorher erstellt. Das ändert aber nichts an der Geschichte, dass bis dahin auch privat gestellte Daten massenhaft aus der Plattform gesaugt werden konnten.

    Update: Auch wenn das seit 2006 bekannte Supersuche-Problem vor zwei Monaten endlich gelöst wurde, kann es immer noch sein, dass das Geburtsdatum bei der Problem-Lösung vergessen wurde. Dafür gibt es Anhaltszeichen.

    Update von 13:12 Uhr: Nun gibt es ein offizielles Statement von SchülerVZ. Darin bestätigen sie den Fall, erklären, dass sie die Lücke Ende Juli geschlossen haben und kündigen weitere Massnahmen zur Datensicherheit an.

    Darüber hinaus haben wir bei einer internen Prüfung festgestellt, dass die Einstellmöglichkeiten bzgl. der Suchbarkeit nach Geburtsdaten missverstanden werden können. Diese missverständlichen Einstellmöglichkeiten werden wir im Laufe des Tages beheben. Zusätzlich werden wir auch die Suche nach Geburtsdatum und Alter komplett deaktivieren. Im Zuge einer weiteren Verschärfung unserer Sicherheitsmaßnahmen werden wir auch in den nächsten 24 Stunden die Nutzer IDs neu setzen. Hierdurch kann es zu temporären Einschränkungen für unsere Nutzer kommen.

    28. Oktober 2009 86
  • : Was macht der Datenschutzbeauftragte in 30 Jahren?
    Was macht der Datenschutzbeauftragte in 30 Jahren?

    Der Tagesspiegel hat den Berliner Landesdatenschutzbeauftragten Alexander Dix zu 30 Jahren Datenschutz interviewt: „Jeder sollte überprüfen können, was wer über ihn weiß“. Das interessanteste Punkt ist dabei die Frage nach der Zukunft der Datenschutzbeauftragten:

    Was macht der Datenschutzbeauftragte in 30 Jahren?

    Meine Vision ist es, dass in 30 Jahren jeder elektronisch ohne Mühe nicht nur feststellen kann, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über ihn weiß; das hat das Bundesverfassungsgericht schon vor gut 25 Jahren als Grundrecht aus der Verfassung abgeleitet. Darüber hinaus sollte jeder aber auch die Verwendung seiner Daten kontrollieren und in bestimmten Fällen unterbinden können. Jeder Mensch sollte die Mittel dafür bekommen, um Daten effektiv zu löschen, die andere über ihn ins Internet gestellt haben. Im Interesse der Informationsfreiheit, die immer wichtiger wird, sollten außerdem alle Datenbestände aus Verwaltung und Wirtschaft, die nicht der Geheimhaltung bedürfen, im Internet abrufbar sein. Da ich aber Realist bin und weiß, dass dies in 30 Jahren noch nicht verwirklicht sein wird, wird der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit auch 2039 noch alle Hände voll zu tun haben, um diese Vision in die Tat umzusetzen.

    26. Oktober 2009 3
  • : Datenleck bei bsmparty.de
    Datenleck bei bsmparty.de

    Kaum berichteten wir über ein Datenleck bei SchülerVZ, schon bekommen wir das nächste zugespielt. Uns wurden rund 130.000 Datensätze der Plattform bsmparty.de zugeschickt. Das scheint die komplette User-Datenbank zu sein, wenn man der Nutzerzahl auf der Seite glauben mag.

    Aus der Selbstbeschreibung:

    19. Oktober 2009 43
  • : Sicher in Sozialen Netzwerken
    Sicher in Sozialen Netzwerken

    Anlässlich des Datenschutzskandals um SchülerVZ haben wir ein Dossier mit einigen Quellen zusammengestellt, in denen man sich über die Wahrung der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken informieren kann.

    Das Verbraucherschutzportal Surfer haben Rechte hält Lösungsansätze bereit, die konkret auf einzelne Soziale Netzwerke ausgerichtet sind. SchülerVZ ist allerdings nicht darunter. Auf watch your web, einer Seite für Kinder, gibt es Tutorials für eine größere Anzahl an Sozialen Netzwerken. Darin werden die Datenschutzeinstellungen detailliert erklärt.

    Auf den Seiten Datenschutz ist Bürgerrecht und Saferinternet.at finden sich allgemeine Erklärungen zu den Gefahren, die in Sozialen Netzwerken lauern. Auch einige Lösungsansätze werden geboten.

    Kennt Ihr weitere gute Quellen, die wir verlinken sollten?

    Updates aus den Kommentaren: Von den Landesdatenschützern in Berlin und Rheinland-Pfalz gibt es zwei Broschüren zum Download, die sich beide an Jugendliche richten. Von Jugendinfo.de aus Bremen gibt es einen Flyer zu Sozialen Netzwerken.

    Zwei Angebote, die sich an Eltern richten, sind elternet aus der Schweiz und Schau hin!.

    19. Oktober 2009 19
  • : Festnahme wegen SchülerVZ-Datenleck
    Festnahme wegen SchülerVZ-Datenleck

    Nach Angaben von SchülerVZ gab es gestern die Festnahme eines 20-jährigen in Berlin. Dabei handelt es sich nicht um meine Quelle, die ich natürlich schütze und wo mich die Pressefreiheit auch vor Auskünften schützt.

    Gut möglich, dass es sich um die weitere Person handelt, die ich hier schon genannt habe. Diese Person ist 20, wohnt aber nach eigenen Aussagen im Blog in Franken. Unklar ist auch, was ihr konkret vorgeworfen wird. Da gibt es derzeit verschiedene Interpretationen, inklusive der Interpretation, dass das vor Gericht wenig Bestand haben wird.

    Spannend ist auch die Frage, wie viele Menschen eigentlich in den letzten Monaten die Sicherheitslücken ausgenutzt haben und automatisiert umfangreiche Datensätze aus den SchülerVZ-ausgelesen haben. Bisher sind ja erst zwei Fälle öffentlich geworden.

    Spreeblick berichtet jetzt auch über weitere Sicherheitslücken bei der VZ-Gruppe. Und zwar ist die mobile Version von StudiVZ betroffen.

    Weiterhin scheint es ein paar Phishing-Attacken gegeben zu haben. Das erklärt vielleicht auch die paar Nutzer-Accounts, die mir als Samples zugeschickt worden sind.

    Die Historie zum SchülerVZ-Datenleck:

    Datenleck bei SchülerVZ (Update)
    Neues vom SchülerVZ-Datenleck

    19. Oktober 2009 27
  • : Neues vom SchülerVZ-Datenleck
    Neues vom SchülerVZ-Datenleck

    Am Freitag hatten wir darüber berichtet, dass jemand bei SchülerVZ über eine Million Profilseiten automatisiert ausgelesen und die dort stehenden Informationen teilweise in einer Datenbank gespeichert hat. Diese wurde uns zugeschickt samt einer kleineren Liste mit mehr Profildaten. Die ganze Story findet sich hier. Wir haben SchülerVZ darauf aufmerksam gemacht und als Vermittler zwischen SchülerVZ und unserer Quelle kommuniziert. Soweit ich das einschätzen kann, wurden uns die Daten zugespielt, weil unsere Quelle ein Interesse daran hat, dass einige Sicherheitslücken in SchülerVZ behoben werden und der Datenschutz der Teilnehmer dadurch gestärkt wird. Ich hab die mir zugeschickten Datensätze gelöscht und meine Quelle hat das auch zugesagt. Problem gelöst?

    Gestern kommunizierte SchülerVZ, dass meine Quelle nur ein Trittbrettfahrer gewesen sei, weil jemand anderes die Originalquelle sei. Seitdem hat es einige neue Informationen gegeben. In einem Blog beschwerte sich jemand, dass er vor nun drei Tagen die Ergebnisse seiner Crawl-Aktionen in einem internen Cracker-Forum zum Download hingestellt habe und jemand diese Daten an mich weitergeleitet habe. Was für mich an der Story nicht stimmem konnte: Meine Quelle hat erstmals vor zwei Wochen Kontakt zur mir aufgenommen, mir vor einer Woche die Datensätze zukommen lassen und diese nunmehr zweite Person schrieb in ihrem Blog von mehr Profil-Feldern, die abgespeichert wurden.

    18. Oktober 2009 67
  • : Datenleck bei SchülerVZ (Update)
    Datenleck bei SchülerVZ (Update)

    Aus anonymer Quelle wurden uns Listen von zahlreichen SchülerVZ-Nutzern zugeschickt. Ein Datensatz umfasst mehr als eine Million Datensätze mit den Feldern Profil-ID, Name und dazugehörige Schule samt ID. Ein kleinerer Datensatz zeigt detailliertere Informationen mit den Feldern Profil-ID, Name, Schule samt ID, Geschlecht, Alter und Profil-Bild (Plus dazu gehörigem Link auf Bild) an.

    Wir haben einige Datensätze verifiziert und die Personen bei SchülerVZ gefunden.

    Mit den Listen lassen sich einfache Datenabfragen erstellen wie „alle Schüler aus Berlin“, oder „alle Schülerinnen im Alter von 13, die in Siegen wohnen samt Bild und ihrer Schule“. Man kann sich vorstellen, dass diese Daten nicht aus den Datenbanken von SchülerVZ in einer solchen Größe ausgelesen werden dürfen.

    Das weist darauf hin, dass SchülerVZ ein großes Sicherheitsloch hat und man aus den Erfahrungen mit StudiVZ vor drei Jahren nichts gelernt hat. Damals wurde bekannt, dass man auf ähnliche Weise aus der StudiVZ-Datenbank viele Informationen aus den Profilen auslesen konnte. Bei SchülerVZ ist das Problem noch größer: Hier handelt es sich um Kinder und Jugendliche, die einen besonderes Schutzraum brauchen.

    Bei SchülerVZ gibt es einen Extrapunkt „Sicherheit“. Unter der viel versprechenden Überschrift „Darauf kannst du dich verlassen:“ gibt es den Punkt:

    Deine persönlichen Daten sind auf unseren Servern (den Speicherorten für diese Daten) bestmöglich geschützt. Sie können z.B. nicht von Suchmaschinen wie Google ausgelesen werden und tauchen somit nicht außerhalb vom schülerVZ auf.

    Wir haben beim Bundesverband Verbraucherzentralen angefragt, was sie davon halten. Falk Lüke, der Referent fuer Verbraucherrechte in der digitalen Welt, erklärte gegenüber netzpolitik.org:

    Die Betreiber sozialer Netzwerke sind in der Pflicht, Daten ihrer Mitglieder gegen unbefugten Zugriff zu schützen. Das aktuelle Beispiel zeigt, dass Benutzer sich nicht in Sicherheit wiegen lassen sollten: Netzwerke sind ein Teil des Internets und nicht von ihm getrennt. Und genau wie im Rest des Netzes gilt, dass nur solche Daten veröffentlicht werden sollten, bei denen man selbst kein Problem damit hätte, wenn diese am nächsten Tag auf einer Zeitungstitelseite stehen würden. Kinder können sich die Folgen allerdings oft noch nicht ausmalen.

    Eine Anfrage an SchülerVZ zur Stellungnahme haben wir soeben raus geschickt.

    Update: SchülerVZ hat jetzt eine kurze Meldung rausgegeben:

    16. Oktober 2009 206
  • : ZAPP: Die FDP-Massenmails und der Datenschutz
    ZAPP: Die FDP-Massenmails und der Datenschutz

    Die NDR-Sendung ZAPP hat gestern über „Die FDP-Massenmails und der Datenschutz“ berichtet. Konkret ging es um die Werbeaktion der FDP am vergangenen Wochenende, wo rund drei Millionen Spam-Mails und 500.000 Spam-SMS an meist unbedarfte Bürger verschickt worden sind. Dazu wurde ich auch interviewt.

    Den Beitrag gibt es bei Youtube und in der ZAPP-Mediathek:

    Die FDP hat kurz vor der Wahl massenweise Emails und SMS-Botschaften verschickt. Wie aber verträgt sich das eigentlich mit einem der Hauptziele und Wahlkampfthemen der Partei nach mehr Datenschutz?

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    ZAPP hat auch einen neuen interaktiven Video-Player, der anscheinend auf DRM-Technologien aufsetzt. In diesem Player gibt es auch das ganze Interview mit mir zu sehen. Wir haben bisher noch keinen Weg gefunden, an das komplette Interview heran zu kommen und es zu befreien. Würde mich freuen, wenn jemand einen Weg findet und mir die Datei zukommen lassen kann. Man kommt über diesen Link darauf. Zu dem Interview mit mir kommt man, wenn man während des Beitrages auf den Pfeil rechts unten in der Ecke klickt.

    Update: Danke für die Befreiung. Hier ist das Video:

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    ZAPP Interview mit Markus Beckedahl from netzpolitik on Vimeo.

    Update: In den Kommentaren schreibt SMS.de, dass die Anschuldigungen in ihre Richtung nicht ganz stimmen. Ich hab auch mit einem Vertreter von SMS.de telefoniert. Es kann gut sein, dass sie etwas unschuldiger als die anderen Versender von SMS in diesem Fall sind. Anscheinend hat die FDP nur ein Teilkontingent von 150.000 SMS über SMS.de eingekauft. Die restlichen 350.000 SMS sind wohl über andere Anbieter von der FDP eingekauft worden, die nicht die Herkunft der Daten durch den Absender deklariert wurden. Einige Kommentatoren berichteten über SMS, die über nicht nachvollziehbare Nummern an sie versendet worden sind. In dem ganzen Interview mit mir gehe ich auch nicht auf SMS.de und ihre Praktiken ein, sondern generell auf die Praktiken der Branche und das Problem der fehlenden Medienkompetenz der Verbraucher. Hier brauchen wir bessere Datenschutz-Gesetze mit mehr Rechten für die Verbraucher und hier könnte die FDP ihrer Aufgabe als selbsternannte Datenschutzpartei nachkommen.

    1. Oktober 2009 36
  • : Surfer haben Rechte
    Surfer haben Rechte

    Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat heute die Kampagnen-Seite „Surfer haben Rechte“ gelauncht. Die Seite ist in das vom Verbraucherschutzministerium geförderte Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“eingebunden. Aus der Selbstbeschreibung:

    Ziel ist, die Verbraucher zu befähigen, sich sicher im Internet zu bewegen und aktiv zu partizipieren. Hierfür sind eine Aufklärungs- und Informationskampagne sowie die rechtliche Überprüfung von Internetangeboten/-portalen geplant.

    Schwerpunkt der Webseite sind Informationen zu den einzelnen Diensten (wie Social-Networks, Tauschbörsen oder Suchmaschinen) und Themenfelder (wie Urheberrecht und Datenschutz), die Verbrauchern im Alltag Stolperfallen in den Weg legen. Für Dienste wie Suchmaschinen gibt es Hintergrundinformationen, wie sich die Dienste finanzieren und was man konkret als Verbraucher bei der Nutzung achten sollte, um die eigenen Rechte zu sichern.

    Zum Launch gibt es eine Pressemitteilung: Verbraucherzentrale Bundesverband schaltet Webseite zu Rechten und Stolperfallen im Internet frei.

    Neben den vielen detaillierten Verbraucherinformationen gibt es auch die Möglichkeit, „schwarze Schafe“ zu melden:

    Bei unserer Arbeit sind wir auf Hinweise von Nutzern angewiesen. Wenn Sie über ein „Schwarzes Schaf“ im Internet gestolpert sind, können Sie uns hierüber gerne benachrichtigen. Um uns die Arbeit zu erleichtern und soweit es Ihnen möglich ist, schildern Sie uns bitte konkret die Auffälligkeit/Ihre Beobachtung : AGB-Klausel, Datenschutzbestimmungen, andere Missstände, den Namen des Anbieters und fügen Sie gegebenenfalls Dokumentationen in Form eines Bildes oder einer Datei bei.

    Für die regelmäßigen Netzpolitik-Leser wird da nicht viel Neues dabei sein. Aber schön, dass es mal eine praktische Webseite zur Medienkompetenz-Vermittlung mit vielen Informationen über digitale Verbraucherrechte gibt, die man an weniger informierte Nutzer weiterempfehlen kann.

    26. August 2009 6