USA

  • : CFP08: Netzneutralität und Deep-Paket-Inspections
    CFP08: Netzneutralität und Deep-Paket-Inspections

    Ein weiteres interessantes Panel auf der Computers, Freedoms and Privacy Konferenz in New Haven drehte sich um „Network Neutrality: Beyond the Slogans“. Scott McCollough, ein älterer Justiziar beim texanischen Internetprovider Data Foundry behandelte die Datenschutz-Implikationen von Deep-Paket Inspections. Das ist eine Technologie, die verwendet wird, um in die Inhalte der Internetkommunikation zu schauen und zwar gleich auf allen sieben OSI-Layern. Es mag ja einige sinnvolle Anwendungen dafür geben, aber die meisten sind doch eher erschreckend. Die Technik wird sowohl zur Priorisierung des Internetverkehrs eingesetzt als auch zur Filterung von Inhalten. Oder aber für Targeted-Advertisement. Bekanntestes Beispiel hierfür ist Google-Mail. Dies wäre aber transparent und der Kunde habe die Wahlfreiheit, zu einem anderen Mail-Anbieter zu gehen. Allerdings bräuchte man dafür aber generell Breitband und der Zugang dürfe nicht diskriminiert werden. Wo wir bei den Providern wären, die anfangen, Deep Paket Inspections einzusetzen. (Siehe Beispiel mit Charter Communications aus dem letzten mitgebloggten CFP-Panel). Man würde alle Privatsphäre und viele andere Rechte verlieren, wenn die Provider Deep-Paket-Inspections anwenden würden. Denn diese könnten damit alle Inhalte öffnen und durchleuchten, auf die Kunden zugreifen. Wenn Kunden Breitband haben wollen, dürfe der ISP nicht sagen, dass man dies nur erhalte, wenn man alle Privatsphäre wegschmeisse. Dies müsse immer eine Opt-In Variante sein, d.h. der Kunde müsse explizit wollen, dass der Provider die eigenen Inhalte durchleuchtet, nicht andersherum.

    Das war mal ein etwas anderer Blick auf Netzneutralität, aber sehr interessant. Für viele Dinge wird die Technologie eingesetzt. Zum Glück setzt der deutsche Datenschutz aber strenge Regeln, so dass hier Versuche wie Phorm wohl nicht möglich sind.

    David D. Clark, einer der Miterfinder des TCP/IP-Protokolls, brachte etwas mehr wirtschaftliche Hintergründe zur Auseinandersetzung um die Netzneutralität. Hier würden zwei verschiedene Geschäftsmodelle aus verschiedenen Zeiten ihren Kampf ausfechten. Auf der einen Seite die Provider, die ihr Geschäftsmodell mit einem offenen Netzwerk und dem Transport von Daten aller Art verdienen. Auf der anderen Seite die Kabelunternehmen, die Programm-Pakete schnürren und diese ihren Kunden zum Festpreis verkaufen. Beide Geshcäftsmodelle wären ok, aber in ihren kulturellen Sphären.

    Video als Internetphänomen habe die Netzneutralität gerade jetzt auf die Agenda gebracht und nicht zu einem anderen Zeitpunkt. Man müsse in der Diskussion und den Argumenten mit dem teuren Transport von Video aber bedenken, dass dies im Moment vielleicht noch etwas teuer sei, aber Traffic und Bandbreiteja konstant günstiger wird.

    Comcast als grosser Provider verdiene in etwas das Gleiche mit einem Kabel- und Internetkunden. Aber bei ersterem müsse man noch an die Filmindustrie zahlen. Wenn man TV und Filme komplett ins Internet bringen, dann wäre das Kabel-GEschäftsmodell mit dem Pakete schnüren kaputt, dass man z.B. ein ganzes Paket an Programmen für 40 Dollar kauft.

    David Reed, ein weiterer Internetpionier und Erfinder des End-to-End-Arguments, ging wieder auf Deep-Paket-Inspections genauer ein. Er habe nichts gegen Werbung, z.B. würde er sich gerne Kataloge zusenden lassenund würde dafür teilweise auch bezahlen. Aber da habe er die Wahlfreiheit, diese zu bestellen. Bei der meisten Targeted-Werbung habe er diese nicht. Wenn er sich die Werbung dafür anschaue, erinnere ihn das immer an „Total information awarness“.

    Deep Paket Inspections gäbe es seit ca. 5 Jahren und er frage sich immer, ob das wirklich technisch funktioniert und sinnvoll ist. Wie bei jeder Technologie müsse man sich fragen, was man damit anstelle. Es gäbe Stellen, die das gerne einsetzen würden. (Klang wie ein versteckter Hinweis auf Geheimdienste). Das Problem an Deep-Paket-Inspections sei ja nicht nur, dass Inhalte gelesen werden. Gleichzeitig könne man die Inhalte auch modifizieren, löschen und umleiten.

    24. Mai 2008 4
  • : Regierungsdaten und die unsichtbare Hand
    Regierungsdaten und die unsichtbare Hand

    Noch nicht zitierfähig, aber trotzdem interessant, ist die Vorab-Version eines Papers von David Robinson, Harlan Yu, William Zeller und Edward W. Felten zu „Government Data and the Invisible Hand“.

    If the next Presidential administration really wants to embrace the potential of Internet-enabled government transparency, it should follow a counter-intuitive but ultimately compelling strategy: reduce the federal role in presenting important government information to citizens. Today, government bodies consider their own websites to be a higher priority than technical infrastructures that open up their data for others to use. We argue that this understanding is a mistake. It would be preferable for government to understand providing reusable data, rather than providing websites, as the core of its online publishing responsibility.

    Die endgültige Version wird im „Yale Journal of Law & Technology Volume 11, 2008–2009 Fall Issue“ stehen.

    24. Mai 2008
  • : Youtomb – Ein Friedhof für Videos
    Youtomb – Ein Friedhof für Videos

    Youtomb ist ein wissenschaftliches Projekt von MIT Free Culture, was Video dokumentiert, die von Youtube wegen Copyright-Vergehen gelöscht wurden. US-Fair-Use Regeln erlauben sowas glücklicherweise.

    Youtube hat seit einiger Zeit automatisierte Copyright-Filter, die auch mal gerne über die Stränge schlagen. Dazu hab ich gestern ein Interview gemacht, was ich mal online stelle, wenn ich wieder in Berlin bin.

    De Schockwellenreiter nennt es auch passend[„Ein Friedhof für Videos“]

    24. Mai 2008 2
  • : CFP08: Filterung bei Urheberrechtsverletzungen?
    CFP08: Filterung bei Urheberrechtsverletzungen?

    Ein Panel zu „Filtering Out Copyright Infringement: Possibilities, Practicalities, and Legalities“ auf der Computers, Freedoms and Privacy Konferenz drehte sich um Filtermassnahmen bei Urheberrechtsverletzungen.

    Ein spannender EInführungsvortrag kam von Paul Ohm, Jura-Professor an der Universität von Colorado. Er sprach über „ISP Network Management and the Wiretap Act“. Nach seinem Sudium arbeitete er als Adminund hatte dort mit Paket-Sniffingund anderen Dingen zu tun. Danach war er Staatsanwalt und im letzten Jahr unterstützte er die EFF, um gegen die Abhörmassnahmen von AT&T vorzugehen. In seiner Einleitung sprach er von dem Admin-Mantra, „It’s my network. I can do what I want with it“. Das sei aber falsch. Gesetze regeln ganz klar, was Netzwerk-Betreiber (Provider) machen dürfen und was nicht.

    Aktuell gibt es drei Provider-Beispiele, die gerne den Netzwerk-Verkehr, also die Inhalte ihrer Kunden, belauschen wollen.

    1. Comcast ist letztes Jahr dadurch in die Kritik geraten, weil sie Bittorrent gedrosselt haben. Dazu mussten sie Paket-Monitoring machen, um Bittorrent zu identifizieren.

    2. AT&T macht zwr gerade nichts in die Richtung, kündigt aber laufend an, dass sie gerne was machen würden. Sie reden gerne darüber, dass sie Wasserzeichen einsetzen wollen, um Urheberrechtsverletzungen zu identifizieren. Dazu müssen sie auch in die Inhalte schauen.

    3. Das aktuellste Beispiel stammt von Charter Communications. Die sind viertgrösster Kabelnetzanbieter in den USA und haben letzte Woche „On-Point“ Werbung angekündigt. Um personalisierte Werbung anzubieten,müssen sie die „Klick-Stream“ Datenihrer Kunden belauschen. Sie verkaufen das in Pressemitteilungen gar als „„Best thing for the Consumer“.

    Paul Ohm erläuterte, dass alle drei Initiativen bestehende Datenschutz-Gesetze verletzen könnten. Laut dem „Electronic communications privacy act aus dem Jahre 1986 ist e sverboten, elektronische Kommunikation zu belauschen. Es gibt zwar Ausnahmen, dass z.B. Provider Netzwerk-Verkehr belauschen dürfen, aber die sind so geregelt, dass darunter klare Begrenzungen fallen: Um den Service aufrechtzuerhalten, bzw. den Besitz und die Rechte des Providers zu schützen, darf man in Ausnahmen das Netzwerk belauschen. Dazu zähle aber nicht, mehr Geld zu verdienen (Charter – Beispiel).

    Weitere Ausnahmen wären, wenn Behörden rechtlich-korrekt Zugriff haben wollen oder der Kunde freiwillig einwilligt. Charter hat daher Briefe mit der Ankündigung an alle Kunden geschickt und ist der Meinung, das würde ausreichen, es legal zu machen. Aus Jura-Sicht müsste man laut Ohm aber was unterschriebenes zurückschicken. Nur verschicken reicht nicht, man könne ja vor Gericht sagen, dass man Brief nicht erhalten hat. Auch sei der Opt-Out kompliziert bei Charter, man muss überall Cookies blocken, etc.

    Abschliessend bringt er drei Punkte zur Debatte:

    1. Die gesetzlichen Lücken zu schliessen, um die Praktiken zu legalisieren wäre im Wahljahr zum Glück unrealistisch.

    2. Er ist verwundert, dass es noch keine Sammelklage gegen Charter gibt

    3. Das Thema gehört klar in die Netzneutralität-Debatte. Dürfen Provider Inhalte diskriminieren? Nein.

    Einen netten Überblick, was der Stand bei der Diskussion um Filterungen in den universitären Netzwerken ist, gab Steve Worona, Director of Policy and Networking Programs bei EDUCASE. Er beschrieb, wie die universitären Netzwerk-Betreiber unter massiven Druck der Rechteindustrie stehen. Diese haben eine grosse Angst vor dem „Darknet“ in den Universitäten. Der Alptraum sind Wohnheime, wo Studenten von Computer zu Computer Sachen kopieren. Sie wollen am liebsten, dass man alles überwacht und filtert.

    Man sei als Verband der universitären Netzwerk-Betreiber einfach zu bekämpfen. Von den 4000 Mitgliedern wären viele Universitären glücklich, das zu machen. Filesharing unterstütze ja nicht die Wissenschaft und verursache nur Probleme und Kosten bei den Betreibern. So sei es problematisch, wenn man vorgehalten bekommt, andere Universitäten würde es ja schon praktizieren, warum mache man selbst das nicht? Mal schauen, was da noch weiter passiert. Verschiedene Gesetze sind in Staaten und auf nationaler Ebene in der Pipeline.

    Michael McKeehan, Executive Director, Internet & Technology Policy, bei Verizon beschrieb aus Provider-Sicht

    Interessant war auf der Vortrag von Brad Biddle, Lead counsel, Systems Technology Lab bei Intel. Er zeigt verschiedene Argumente, warum Intel als Hardwarehersteller gegen eine Filterung ist:

    * Masnahmen dringen in die Privatsphäre ein. Man müsse das Verhalten der Kunden überwachen.
    * Die Redefreiheit und andere Rechte sind davon betroffen
    * Die Massnahmen würde zu weiteren Forderungen führen, was man noch alles filtern sollte und müsste.
    * Das ist ineffektiv und teilweise noch schlimmer. Es würde zu mehr Darknets führen, ausserdem kann man mit Verschlüsselung die Massnahmen umgehen.
    * Die Filterungen sind nicht kompatibel mit aktueller Gesetzgebung. Siehe EInführungsvortrag.
    * Das schaffe nur zusätzliche Kosten ohne Benefits für die Provider.
    * Schaffe zusätzliche Probleme und Risiken für Provider, weil die Kunden klagen könnten.
    * Massnahmen behindern Innovation. Sachen wie Netzwerk-Speicher oder Place Shiftung wären damit gefährdet.

    In der abschliessenden Diskussion hatten alle Angst, dass man solche Massnahmen erstmal über Filterungen gegen Kinderpornographie durchbringen könnte. Da würde niemand gegen stimmen und anschliessend wäre es viele einfacher, solche Massnahmen auf Urheberrechtsverletzungen auszuweiten.

    ich stellte die Frage, wie es denn um die US-Diskussion um Internetsperrungen bei Urheberrechtsverletzungen stehe. Michael McKeehan erklärte, dass Verizon als globaler Provider mit grosser Sorge die EU-Entwicklungen beobachte. Seiner Meinung nach würde in den USA das die Verfassung (1. Ammendment) verhindern. Steve Worona beschrieb, dass schon einige Universitäten sowas ähnliches einsetzen würden, was Frankreich auf nationaler Ebene vorhat. An Universiäten wie UCLA (?) würden bei Urheberrechtsvergehen die Studenten automatisch von einem technischen System informiert, ausserdem gäbe es verschiedene Eskalationsstufen, die dem „3 Strikes and you’ re out“ nahe kommen würde. Bei einer Anhörung habe ein Politike rmal erstaunt gefragt ob der guten Erfahrungen mit dieser Technik, ob man das nicht gleich auf nationaler Ebene implementieren könnte.

    Fand ich bisher das spannenste Panel auf der CFP08. Mal schauen, ob ich gleich noch Interview mit den Referenten machen kann.

    22. Mai 2008 4
  • : Netzneutralität: Prinzipien für Netzwerk-Management
    Netzneutralität: Prinzipien für Netzwerk-Management

    Ein weiterer Vorschlag zur Debatte rund um Netzneutralität in den USA kommt vom Center For Democracy and Technology (CDT). Sie fordern „Principles for Network Management“:

    In its comments to the FCC, CDT suggested several principles that should guide network operators and policymakers as they consider questions relating to network management:

    * First, network management practices should be transparent. Transparency can provide an important safeguard, enabling consumers and consumer advocates to push back against practices that could negatively affect competition or impair the usability of particular applications. Network operators should disclose sufficient information to provide a basis for comparison; a heavy BitTorrent user, for example, might be very interested to know if one broadband provider in the local area degrades BitTorrent traffic to control congestion while the other does not. Transparency also can encourage developers of services and applications to shape their products’ bandwidth usage patterns in ways that take account of legitimate network congestion considerations by, for example, designing an application to stay below the congestion levels enforced by an ISP.

    21. Mai 2008 1
  • : Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive
    Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive

    Ich blog hier mal live mit und übersetze dabei on-the-fly vom englischen ins deutsche. Daher können Rechtschreibfehler passieren.

    Direkt am Anfang ist eines der spannensten Veranstaltungen der Computers, Freedom and Privacy Conference laut Programm: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive. Moderiert von Ari Schwartz, Vice President, Center for Democracy and Technology, und Susan Crawford, Visiting Professor of Law at Yale Law School sitzen Chuck Fish von der McCain ’08 Campaign und Daniel Weitzner, Member of the Technology Media and Telecommunications policy committee advising the Obama ’08 Campaign auf der Bühne.

    In der Einleitung heisst es, dass dies keine Debatte, sondern nur eine Diskussion sein soll. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zu finden und zielführend gemeinsam vorwärts zu kommen in den Herausforderungen einer US-Netzpolitik.

    Obama-Kampagne:

    Obama-Berater: auf barackobama.com Whitepaper Technology-Papier zu finden.

    Leitlinie: Was kann das Internet und Technologie tun für die Grund-Bedürfnisse der Gesellschaft?

    Obama-Kampagne hat sehr früh Technologie-Menschen erreicht und diese eingebunden in der Formulierung der Strategie in dem Whitepaper.

    Rückblick Obama-Kampagne. Am Anfang als Aussenseiter gestartet, ohne viel Geld und mobilisierte Basis. Grassroots-Strategie angewendet und das Internet als Organizing-Tool eingesetzt.

    Netzneutralität ist ein fundamentaler Wert, der geschützt werden muss.

    Für Medienvielfalt und gegen Medienkonzentration

    Meinungsfreiheit erhalten und gleichzeitig Kinder vor gefährlichen Inhalte schützen. Statt zentraler Zensur möchte man lieber Eltern befähigen, Filter auf ihren Rechnern zu installieren, um ihre Kinder zu schützen.

    Obama sehr kritisch gegen den Missbrauch von staatlicher Überwachung, Stärkung von Datenschutzrechten

    Stärkung von Verbraucherrechte. Immer mehr persönliche Informationen werden von Nutzern abgegeben. Im Gegensatz zu klassicher Datenschutzregeln, die dem Staat Regeln vorschreiben brauchen wir neue Verbraucherschutzregeln, die Regeln einführen, wie die Wirtschaft mit diesen Daten um gehen darf.

    Chief Technology Officer der Regierung, der hilft, die Regierung und Verwaltung offener zu machen

    Mehr Breitbandförderung

    Reform des Patentsystems. Das hätte einen grossen Beitrag für Entfaltung von Innovationen, aber einige Auswüchse sorgen mittlerweiel dafür, dass Innovationen verhindert werden. Dies muss gefixt werden.

    McCain-Kampagne:

    Der McCain Technologie-Berater war vorher Patentanwalt. Minuten lange Einleitung ohne was zu sagen. Leitlinien: Förderung von Innovation und Entrepreneurship und den Markt alles regeln lassen. Lange Definition, was Innovation ist. Da kommt der Patentanwalt durch. Frage mich gerade, ob nochmal konkrete politische Forderungen kommen, denn seine Einführungs-Redezeit ist bald um. Jetzt erzählt der auch noch Witze über Anwälte und dass er früher auch mal bei den Demokraten war.

    4 Schlüsselpunkt der McCain-Technologiepolitik:

    1. Risikokapital. Innovatoren sollen damit Geld verdienen. Reiche führen zu innovation und Geld treibt sie an.

    2. Gute ausgebildete Mitarbeiter sind notwendig. Buzzword-Bingo mit Immigrations- und Bildungspolitik. Brauchen mehr Bildung, die an das Informaionszeitalter angepasst wird. Klingt nach Medienkompetenz. Auch die USA haben wohl ein Informatikerproblem. Sie wollen wieder mehr Informatiker haben, weil China auch immer mehr davon haben wird. Mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer sollen importiert werden, bevor US-Jobs exportiert werden.

    3. Freie und offene Märkte. McCain ist Republikaner und daher sollte es nicht verwundern, wenn er sich für freie Märkte, Freihandel, weniger Steuern und wenig Regulation einsetzt.

    4. Oh, doch noch was netzpolitisches: Privacy. „McCain Campaign would look to privacy in a broader Focus“: Man muss das breiter sehen, weil die Welt sich ja verändert hat. Man soll das mal alles unter persönliches Sicherheitsbedürfnis diskutieren, da (Personal Security)

    Vier Punkte für Persönliche Sicherheits-Reche

    1. Bildung und Beispiele für Verbraucher (Klingtnach Medienkompetenz)
    2. Technologische Innovation. (Klingt nach mehr RFID-Pässe, Videoüberwachung und generell mehr überwachungstechnoligien)
    3. Regulation und Gesetzgebung – Do not harm Principle
    4. Enforcement

    Also irgendwie hab ich ein anderes Verständnis von Technologiepolitik als der Patentanwalt und die McCain-Kampagne. Die sehen das rein

    Frage von Suan Crawford: Gibt es genug Wettbewerb und einen funktionierenden Markt für
    Highspeed-Internet? Aktueller OECD-Bericht sagt nur 15.Platz weltweit und zeigt einige Mängel auf. Was sehen Sie als Aufgabe der Regierung, hier bessere Lösungen zu finden?

    McCain: Wir brauchen eine Vision. (Tata). Sonst ist der gut für heisse Luft und keine Aussage.

    Obama: Gesetzliche Regulierung zu kompliziert und langwierig. Telkos sind zu mächtig und gehen erstmal vor Gericht. „Offenheit ist wichtiger als Bandbreite“. Die Geschichte des Internets zeigt, dass gerade die Offenheit es gross gemacht hat. Der Glauben, dass Marktkräfte das Internet offen halten werden, sei nicht ausreichend. Niemand möchte das Internet von der FCC regulieren lassen.

    Frage: China macht weiter Zensur, was macht Ihre Adminstration um den Export von Zensur zu verhindern?

    Obama: Kompliziertes Problem, was nicht einfach zu lösen ist. Er antwortet jetzt mal als Privatperson. Erinnerung an Mitte der 90er, wo man als USA von Land zu Land gereist ist, um für einen offenen Umgang mit dem Netz zu werben. Man sollte China an die tollen Chancen von Offenheit überzeugen. Die Position von beteiligten US-Firmen sei eine sehr komplizierte. Lösung scheint wohl Diplomatie zu sein. Na, ob das wirklich hilft?

    McCain: Keine wirkliche Position dazu, dafür aber Werte. Langsam und sorgsam sein in diesem Feld. Bloss nicht anfangen, jetzt mal zu regulieren, (indem manz.B. Firmen verbietet, Zensurinfrastrukturen zu exportieren). Man gewinnt diese globale Debatte, indem man ein gutes Vorbild ist.

    21. Mai 2008 5
  • : Publius Project
    Publius Project

    Das „Publius Project“ sammelt Essays und „Gespräche über konstitutionelle Momente des Internets“ und wird vom Berkman Center herausgegeben. Sind schon einige spannende Texte zur Netzpolitik drin.

    Publius brings together a distinguished collection of Internet observers, scholars, innovators, entrepreneurs, activists, technologists, and still other experts to write short essays, foster a public dialogue, and create a durable record of how the rules of cyberspace are being formed – with a view to affecting their future incarnations.

    20. Mai 2008
  • : CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen
    CFP08: Irreführende Informationen in Wahlkämpfen

    Ich sitze gerade bei der „Computers, Freedoms and Privacy Konferenz“ in New Haven in einem Tutorial über „E‑Deceptive Campaign Practices: Elections 2.0″. Hier geht es darum, die mit Hilfe von Technik irreführende Informationen im Wahlkampf verbreitet werden können, bzw. was man dagegen machen kann. Es geht quasi um Informatonskrieg und Manipulation.

    In der Einführung gab Tova Wang von der US-Wahlrechts-Organisation „Common Cause“ einen Überblick, wie im letzten Wahlkampf mit irreführenden Mitteln gekämpft wurde. Sie brachte weitgehend Beispiele aus dem 2004er Wahlkampf, wo Wähler mit Falschinformationen versorgt wurden, um sie am wählen zu hindern.

    * In einigen schwarzen Gemeinden in Milwaukee wurden vor der Wahl Flugblätter verteilt, wonach man nicht mehr wählen dürfte, wenn man schonmal bei einer Wahl gewesen ist. In dem Flyer wurde mitgeteilt, dass darauf 20 Jahre Strafe stehen. Sie las den ganzen Flyer vor, der hat sicherlich mit seinen drastischen Worten viele abgeschreckt.
    * Andere Flyer aus Kentucky: Demokraten wählen Donnerstags und Republikaner am Dienstag. (Nagut, das sorgte für lachen im Publikum, aber ist doch eine ernste Sache).
    * Dazu gab es Phonecalls von Robotern, die einem mitteilten, dass das Wahllokal geändert wurde und nun woanders zu finden ist.

    Aber es geht ja hier vor allem um mögliche Wege, wie man irreführende Informationen mit Informationstechnologie verbreiten kann. Und da gibt es viele Beispiele:

    * Nutzung von Datamining, um bestimmte Zielgruppen mit irreführenden Informationen per Mail zu beschicken.
    * Pharming und Phishing von Adressen und Versenden von Massen-Spam-Mails mit irreführneden Informationen, z.B. auch Fake-Mailings von MoveOn. Oder offiziell aussehende Mails von der „Regierung“. In den USA gibts wohl immer noch viral verbreitete Mails, wo Obama als Moslem bezeichnet wird. Da bliebe immer was hängen bei den Empfängern.
    * Alles geht schneller. Was früher noch Tage Vorlauf brauchte, z.B. um Flyer zu drucken und/oder zu verschicken, geht jetzt in wenigen Minuten.
    * Fake-Webseiten mit falschem Inhalt. Da fällt mir gerade das Beispiel mit wto.org ein, wo The Yes Men eine Fake-Seite aufgebaut hatten.
    * Denial-Of-Service Attacken gegen Webseiten.
    * Domain-Übernahmen, wenn jemand den Folgeauftrag verpeilt hat.
    * Nutzung von „Typo Domains“, also barackboama.com mit Weiterleitung auf Fakeseite
    * Re-Routing von Webadressen zu falschen Webseiten. Da gab es ja zuletzt das Beispiel mit dem XSS-Fehler bei my.barackobama.com, was über einen bestimmten Link zu Hillaryclinton.com weiterleitete.
    * SMS-Spam und Anrufe auf dem Handy mit Telefon-Robotern mit Fehlinformationen. Hier kannman sich auch GPS-Features hinzudenken, von wegen Lokalisierung und Data-Mining. Die Telefon-Roboter kann man auch problemlos über Botnets lösen, die über VOIP anrufen.

    Bei der Aufzählung fehlen natürlich die vielfältigen sonstigen Möglichkeiten, mittels Negative-Campaigning Informationskrieg zu führen. Das ist eine andere Debatte, die aber auch spannend wäre. Würde aber wohl dieses Panel jetzt sprengen. Sehr viel dreht sich hier vor allem um Wählerrechte, was ich nicht mitschreibe. Das ist ja alles in den USA etwas komplizierter, wo man sich erstmal zum wählen anmelden muss. Abgesehen davon ist das durchschnittliche Wissen rund um die komplizierten Mechanismen eher gering, so dass sozial benachteiligte Gruppen eher ausgeschlossen werden und nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen (können).

    20. Mai 2008
  • : New York Times plädiert für Netzneutralität
    New York Times plädiert für Netzneutralität

    Die New York Times hat ein starkes Editorial zur Netzneutralitäts-Debatte: Democracy and the Web. Das Fazit kann man auch auf Deutschland übertragen und man sollte in vielen Netzpolitik-Debatten die Politik genau daran erinnern:

    Cable and telecommunications companies are fighting net neutrality with lobbyists and campaign contributions, but these special interests should not be allowed to set Internet policy. It is the job of Congress to protect the Internet’s democratic form.

    Frei ins deutsche übersetzt:

    Kabel- und Telekommunikationsunternehmen bekämpfen die Netzneutralität mit Lobbyisten und PR-Kampagnen. Aber diese Partikularinteressen sollten nicht befugt sein, Internetregeln zu schaffen. Es ist die Aufgabe der Politik, die demokratische Form des Internets zu schützen.

    20. Mai 2008 5
  • : Übernachtung in New York
    Übernachtung in New York

    Ich bin gerade in New Haven an der Yale Universität, wo morgen die „Computers, Freedoms and Privacy Conference“ beginnt. Im Anschluss wollte ich ab Freitag eine Woche in New York verbringen, wo ich aktuell noch nach Übernachtungsmöglichkeiten suche. Für den Fall, dass hier irgendwelche New Yorker mitlesen sollten oder ihr mich irgendwem dort empfehlen könntet, würde ich mich über eine Mail freuen. Alternativ freue ich mich auch über Hinweise für günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Plätzen, die nicht zu weit von den netten Orten entfernt sind. Danke.

    20. Mai 2008 4
  • : Public Software Foundation
    Public Software Foundation

    Es gibt jetzt eine Public Software Foundation in den USA, die sich zum Ziel gestezt hat, Freie Software in Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen zu promoten. Aus dem Mission Statement:

    The Public Software Foundation has been created with the goal of making quality publicly licensed software available at Public lending institutions, including School and Public Libraries, and non-profit organizations.

    Etwas ausführlicher berichtet Linux.com: New group advocates for FOSS in libraries.

    20. Mai 2008 2
  • : 9.5 Thesen für eine Technologie-Politik
    9.5 Thesen für eine Technologie-Politik

    Das Yale Information Society Project hat 9.5 Thesen für eine Technologie-Politik des nächsten US-Präsidenten formuliert:

    The 9.5 Theses for Technology Policy in the Next Administration:

    1. Privacy. Protect human dignity, autonomy, and privacy by providing individuals with control over the collection, use, and distribution of their personal information and medical information.
    2. Access. Promote high-speed Internet access and increased connectivity for all, through both government and private initiatives, to reduce the digital divide.
    3. Network Neutrality. Legislate against unreasonable discrimination by network providers against particular applications or content to maintain the Internet’s role in fostering innovation, economic growth, and democratic communication.
    4. Transparency. Preserve accountability and oversight of government functions by strengthening freedom of information and improving electronic access to government deliberations and materials.
    5. Innovation. Restore balance to intellectual property rules and explore alternative incentives to better promote innovation, freedom, access to knowledge, and human development.
    6. Democracy. Empower individuals to fully participate in government and politics by making electronic voting consistent, reliable, and secure with voter-verifiable paper trails.
    7. Education. Expand effective exceptions and limitations to intellectual property for education to ensure that teachers and students have access to innovative digital teaching techniques and educational resources.
    8. Culture. Ensure that law and technology promote a free, vibrant and democratic culture, fair exchanges between different cultures, and individual rights to create and participate in culture.
    9. Diversity. Limit media concentration and expand media ownership to ensure a diverse marketplace of ideas.
    9.5 Openness. Support innovation and fair competition by stimulating openness in software, technological standards, Internet governance, and content licensing.

    Von den Positionen her ist es unseren Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik recht nahe.

    15. Mai 2008 1
  • : Netzpolitik auf Tour
    Netzpolitik auf Tour

    Die nächsten zwei Wochen wird es eventuell etwas ruhiger hier, da ich unterwegs bin. Am Freitag gehts erstmal nach Zürich, wo ich am Samstag auf diesem Creative Commons Event sprechen werde. Sonntag geht es dann direkt weiter nach New Haven in den USA, um die Computers, Freedoms and Privacy (CFP) – Conference an der Yale University zu besuchen. Anschliessend werde ich noch eine Woche New York und Boston dranhängen und viele Menschen besuchen. Wahrscheinlich wird das eine oder andere neue Netzpolitik-Interview dabei entstehen. Am 1. Juni bin ich wieder zurück in Berlin.

    Mal schauen, wie die Netz-Verfügbarkeit sein wird und ob ich von dort auch regelmässig zum bloggen komme. Aber ersteres sollte man von den USA schon erwarten. Gibt es noch Tipps, was ich mir unbedingt in New York und Boston anschauen sollte? Das übliche Tourismusprogramm interessiert mich eher nicht, dafür mehr die Geek-Orte. Wen sollte ich dort noch besuchen und interviewen?

    14. Mai 2008 2
  • : Netzpolitik-Podcast 055: Mapping the global blogosphere
    Netzpolitik-Podcast 055: Mapping the global blogosphere

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 055 ist ein Interview mit John Kelly zum Thema „Mapping the global blogosphere“. John Kelly ist Gründer von Morningside Analytics und Partner des „Internet & Democracy“-Projektes am Berkman Center for Internet and Society an der Harvard Law School. Er war kürzlich zu einem Workshop in Berlin und ich hab ein ca. 15 Minuten langes Interview mit ihm gemacht. Darin geht es um seine Projekte, verschiedene Blogosphären zu kartieren und zu visualisieren. Bisher hat er schon die USA und den Iran analysiert und da sind einige sehr interessante Ergebnisse bei entstanden. Am häufigsten werden Blogs dort für Poesie verwendet. Ausserdem geht es um politische Blogs in den USA. Über die Ergebnisse im Iran hatte ich erst kürzlich berichtet. Die nächsten Blogosphären sollen u.a. Russland und China werden.

    Das Interview liegt als MP3 und OGG Vorbis vor.

    Bei der Kartierung und Visualisierung arbeiten sie teilweise technisch, aber sie brauchen immer Partner in den jeweiligen Kulturkreisen, die in der Lage sind, die angesammelten Ergebnisse manuell zu analysieren und zu bewerten. Für Deutschland suchen sie noch universitäre Partner. Das dürfte was für unsere Soziologen-Fraktion sein. Bei Interesse einfach Kontakt mit John aufnehmen. Ich hätte auch gerne so tolle Visualisierungen für die deutsche Blogosphäre.

    Das Interview ist etwas leise, was an einem geliehenen MP3-Rekorder lag, der nicht ganz das tat, was ich wollte. Also ggf. etwas lauter drehen. Vielleicht mache ich auf meinem kommenden US-Trip auch einfach nochmal ein neues Interview mit besserer Qualität.

    Verglichen mit dem Iran kommt Deutschland übrigens prima weg. In den üblichen Aufzählungen heisst es ja immer, dass es zwischen 800.000 – 1 Millionen Blogs im Iran gibt und hier höchstens die Hälfte. Bei der konkreten Untersuchung wurden im Iran aber nur ca. 65.000 aktive gefunden. In Deutschland hat das Blogcensus-Projekt schon deutlich mehr aktive gefunden.

    Update: Link zur MP3 korrigiert.

    5. Mai 2008 5
  • : Die Hilfstruppe der vierten Gewalt
    Die Hilfstruppe der vierten Gewalt

    Jetzt.de berichtet über „Die Hilfstruppe der vierten Gewalt“. Gemeint sind damit Projekte aus dem Bereich „Bürger-Journalismus“ aus den USA, die teilweise Open Source Strategien anwenden, um viel mehr Menschen in Prozesse einzubinden. Dafür entwickeln sich auch neue Begriffe. „Distributed journalism“ nennt dies Jay Rosen, andere sprechen von „Networked Journalism“ oder „Open Source Journalism“.

    Auf jeden Fall gibt es in den USA schon einige nette Beispiele. Das Teil-Projekt „Superdelegate Watch“ von „Off The Bus“, was wiederum bei der Huffington Post angesiedelt ist, hat innerhalb kurzer Zeit die 700 Super-Delegierten der Demokraten kollaborativ porträtiert, die den Präsidentschaftskandidaten mitbestimmen. Das Ergebnis kann man auf einer interaktiven Karte anschauen.

    Etwas neidisch kann man auf VideoTheVote sein. Das Prinzip ähnelt unseren Wahlcomputer-Wahlbeobachtern. Aber im Gegensatz zu Deutschland dürfen die in den USA wohl in den Wahllokalen Videos aufzeichnen. Das wurde in Deutschland immer mit Verweis auf die Wahlordnung verboten, wie sich erst zuletzt beim grossen Aktionstag in Hessen zeigte.

    Ian Inaba ist von den Zahlen nicht überrascht: „Der Irakkrieg, der Wahlbetrug der Republikaner in Florida im Jahr 2000“, zählt der Gründer von Videothevote routiniert auf: „Die großen Medien haben es versäumt, die Demokratie zu schützen.“ Deshalb gründete Inaba die Hilfstruppe der vierten Gewalt: Videothevote sei „ein Netzwerk aus politisch involvierten Menschen, Demokraten und Republikanern“, die eine Videokamera und ein Mobiltelefon besitzen und sich bereiterklären, an Wahltagen den Prozess der Stimmabgabe zu dokumentieren. Es habe in den USA immer wieder Vorfälle gegeben, erzählt Inaba, bei denen Menschen der Zugang zum Wahllokal erschwert wurde und Wahlmaschinen offensichtlich manipuliert worden waren. Seine Idee: Ein Video kann man nicht übersehen, „die gefilmte Aktion spricht für sich selbst“.

    Bei der Vorwahl von Pennsylvania startet Videothevote jetzt den ersten Testlauf für die Präsidentschaftswahl im November. Die Initiative hat eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der Menschen Unregelmäßigkeiten melden können. Inaba sieht Videothevote nicht als Konkurrent der Mainstream-Media, sondern als Ergänzung. „Die Mainstream-Medien haben die Reichweite,“ sagt er, „wir haben die Masse an Mitarbeitern. Ich möchte, dass die Medien vollständige, wahre und wichtige Informationen liefern.“ Klingt gut, scheint allerdings sehr kompliziert zu sein.

    22. April 2008 1
  • : Die Techies hinter den US-Netzkampagnen
    Die Techies hinter den US-Netzkampagnen

    In der FTD ist einer der besseren aktuellen Artikel über Politik im Netz zu finden, der nur einen komischen Titel trägt: Die Klickköpfe. Beschrieben werden die Techies hinter den Netzkampagnen. Kommt mir alles sehr bekannt vor.

    Blue State Digital und ähnliche Firmen arbeiten mit flachen Hierarchien und breiten Netzwerken. Im Konferenzraum saust das Firmenmaskottchen herum, ein kleiner Spitz, und irgendwo läuft laut Musik. Die Szenerie erinnert ein wenig an die New-Economy-Firmen der 90er-Jahre. „Wir reden mit den etablierten Leuten und können viel von ihnen lernen“, sagt ein E‑Campaign-Stratege, „aber seien wir ehrlich: Wir schreiben hier die Regeln, nach denen man in den nächsten Jahrzehnten über Politik reden wird. Es ist eine permanente verfassunggebende Versammlung.“
    […]
    E‑Government, Open-Source-Democracy, People-Powered-Politics: So lauten die gemeinsamen Schlachtrufe. Dahinter steht das Projekt, Demokratie in Software und Code zu übersetzen – Demokratie, wie sie Thomas Jefferson immer gefordert hatte, der in Washington mit einem pompösen Denkmal geehrt wird.

    17. April 2008 1
  • : Wie Unternehmen Umweltschutzorganisationen ausspionierten
    Wie Unternehmen Umweltschutzorganisationen ausspionierten

    Spannender Artikel bei Motherjones, wie Unternehmen zumindest in den 90er Jahren Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace ausspioniert haben: Exclusive: Cops and Former Secret Service Agents Ran Black Ops on Green Groups.

    A private security company organized and managed by former Secret Service officers spied on Greenpeace and other environmental organizations from the late 1990s through at least 2000, pilfering documents from trash bins, attempting to plant undercover operatives within groups, casing offices, collecting phone records of activists, and penetrating confidential meetings. According to company documents provided to Mother Jones by a former investor in the firm, this security outfit collected confidential internal records—donor lists, detailed financial statements, the Social Security numbers of staff members, strategy memos—from these organizations and produced intelligence reports for public relations firms and major corporations involved in environmental controversies.

    Liest sich teilweise wie ein Thriller, wenn es um Einbrüche in Greenpeace-Büros oder dem durchsuchen von Mülltonnen geht. Oder gleich an NGO-Vernetzungstreffen teilgenommen wird, wo über Kampagnenstrategien diskutiert wurde und daraus Berichte an Firmenkunden weitergegeben wurden. Immer wieder taucht die PR-Firma Ketchum auf.

    Nennt man das jetzt Greenwatching?

    15. April 2008
  • : Computers, Freedom and Privacy 2008
    Computers, Freedom and Privacy 2008

    Die grösste US-Konferenz rund um Netzpolitik ist jedes Jahr die „Computers, Freedom and Privacy“ und bisher konnte ich da nie teilnehmen, weil mir die Reisekosten immer zu hoch waren. Dieses Jahr gab es die Ausschreibung eines Stipendiums für Journalisten und Blogger und ich hab mich einfach mal beworben. Und nachdem ich schon alle Hoffnung aufgegeben habe, kam gerade die Zusage, dass ich Ende Mai zur „Computers, Freedom and Privacy 2008“ nach New Haven an die US-Ostküste fliege und alle Reise- und Hotelkosten erstattet bekomme. Das freut mich, auch wenn dafür wohl meine Fingerabdrücke draufgehen werden.

    11. April 2008 2
  • : Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen
    Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen

    In Washington tagt ab heute der Trans-Atlantische Verbraucherdialog (TACD), ein Zusammenschluss aus mehr als 60 Verbraucherschutzverbänden aus Europa und den USA. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben: Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen.

    Schwerpunktthema des diesjährigen Gipfeltreffens ist der digitale Verbraucherschutz. Geplant ist die Verabschiedung einer unter der Federführung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes erarbeiteten ‚Charta der Verbraucherrechte in der Digitalen Welt’. „Bislang verfügen Verbraucher im Internet nur über eingeschränkte Rechte“, sagt Gerd Billen. „Die Charta benennt nun die Rechte in der digitalen Welt, die essentiell für die Verbraucher sind.“ Wesentliche Bestandteile des in der Charta enthaltenen Forderungskatalogs an Regierungen und Wirtschaft sind:

    * Die Verpflichtung von Netzbetreibern und Internet-Zugangsprovidern zur Netzneutralität. Damit soll verhindert werden, dass die Netzbetreiber den Zugang zu legalen Internetdiensten kontrollieren und für Dritte durch zu hohe Nutzungsentgelte blockieren.
    * Ein Recht auf Zugang zu digitalen Medien und Informationen. Dieses Recht soll Grenzen für Kopierschutzsysteme (DRM-Systeme) ziehen, die Sicherheitskopien verhindern oder die Funktion und Sicherheit von Hard- und Software des Nutzers beeinträchtigen.
    * Ein Recht auf Datenschutz und ‑sicherheit auf hohem Niveau. Damit soll der Entwicklung Einhalt geboten werden, dass personenbezogene und sensible Daten der Nutzer immer mehr zu einer für die Wirtschaft ökonomisch verwertbaren Ware werden.
    * Ein Verbot der Koppelung der Zugangsberechtigung zu gewünschten Internetdiensten an die vorherige Einwilligung in die Verwendung nutzerbezogener Daten – zum Beispiel für Werbe- und Marketingzwecke.

    7. April 2008
  • : Change Congress
    Change Congress

    Lawrence Lessig hat jetzt offiziell „Change Congress“ gestartet und es gibt diesen Vortrag dazu:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    23. März 2008 1