Urheberrecht

  • : Bittorrent wächst weiter – Trotz Klage-Welle der Filmindustrie
    Bittorrent wächst weiter – Trotz Klage-Welle der Filmindustrie

    Die Musik- und Filmindustrie möchte ja gerne den Anschein erwecken, dass ihre Klagewellen gegen Tauschbörsen und die zunehmende Kriminalisierung der Nutzer durch die Politik das Tauschverhalten einschränken. Dass dem aber nicht so ist, berichtet Janko Röttgers auf Netzwelt.de:

    Bittorrent bleibt trotz der Kampagne des Filmindustrie-Branchenverbands MPAA weiterhin das aktivste P2P-System. Dies bestätigte jetzt der Gründer der britischen Netzwerk-Analyse-Firma Cachelogic gegenüber dem Onlinemagazin Slyck.com. Zu Hochzeiten verursacht Bittorrent zudem weiterhin mehr Datenverkehr als alle anderen Internet-Anwendungen zusammen. Cachelogic-Gründer Andrew Parker dazu wörtlich: „Ich glaube, die MPAA sollte P2P als Chance und nicht als Bedrohung ansehen.“

    BitTorrent: Medienwirksame Kampagne für das Netzwerk

    Eric Garland von der in Los Angeles ansässigen P2P-Analyse-Firma BigChampagne glaubt sogar, dass Bittorrent durch die Kampagne der Filmindustrie noch weiter gewachsen ist. „Das ist der ungewollte Effekt öffentlichkeitswirksamer Anti-Piraterie-Kampagnen“, so Garland gegenüber Slyck. „Wir haben das immer wieder beobachten können, angefangen mit der Klage gegen Napster.“

    Vielleicht ist das ganze ja doch eine riesige Marketingkampagne der Industrie für p2p?

    Update: Gnutella geht auch immer weiter nach oben. Mittlerweile gibt es über 1,2 Millionen Nutzer am Tag, wie diese Statistik zeigt.

    2. Februar 2005
  • : Sounds Right – „Info-Heft über die Musikszene“
    Sounds Right – „Info-Heft über die Musikszene“

    Jenny Louise Becker, Jura Studentin und Chill-Out DJane mit dem Künstlernamen „La Nina“, hat ein 188 seitiges „Sounds Right – Info-Heft über die Musikszene“ geschrieben. Darin behandelt sie alle wichtigen Themen von DRM, P2P, Sampling bis hin zur GEMA. Das Heft gibts als PDF zum kostenfreien Download, kann aber auch gebunden für 3 Euro bestellt werden.

    „Wie oben bereits angesprochen, sprang mir zunächst die momentane [Problem-]Situation ins Auge: urheberrechtlich geschütztes digital vertriebenes Gedankengut aller Art und teilweiser Kriminalisierung derselben. Als „21st Century Digital Girl“, auch wenn ich noch Vinyl auflege, geht natürlich gar nichts mehr ohne permanenter e‑Mail-Connect, ohne Google, ohne dem Netz. Zwar gehör ich nicht zu den Sucker-DJs mit Standleitung und einer Million MP3-Files auf der Festpladde, auch nicht zu den „Wollen wir ins Kino in den neuen XY, ist gerade angelaufen? Hab ich schon auf CD geguckt“- MovieTrashKids … aber dass das der Stand der Dinge ist und vollkommen zu unserer Normalität gehört, ist klar. Dass das an sich verboten ist und zwar komplett, auch zum privaten Gebrauch, ist auch klar – oder nicht? Dann lass’ Dich im Folgenden eines „besseren“ [?] belehren…“

    Ein echt cooles Heft!

    [via de-bug]

    31. Januar 2005 1
  • : Online Demo gegen Softwarepatente
    Online Demo gegen Softwarepatente

    Die Online Demo gegen Softwarepatente läuft weiter. Hier gibts Banner und mehr Infos.

    29. Januar 2005
  • : Coole, vom Aussterben bedrohte Technologien
    Coole, vom Aussterben bedrohte Technologien

    Die Electronic Frontier Foundation hat eine neue Projektseite online gestellt: „Endangered Gizmos List“ zeigt auf, wie schlechte Gesetze den Nährboden für Innovation behindern. Mit dabei sind Tools wie Napster 1.0, der Betamax Videorekorder, DVD Kopiersoftware,

    San Francisco – A new project of the Electronic Frontier Foundation (EFF) highlights the way misguided laws and lawsuits can pollute the environment for technological innovation. „Endangered Gizmos“ is a natural history of technologies from the Betamax VCR to filesharing software that have been threatened or extinguished through ruthless litigation. The „Endangered Gizmos List“ gives readers the vital statistics on a host of gadgets, along with steps they can take to save those that haven’t yet been killed off.

    The list also includes devices that have been saved by good laws. The VCR, for example, was rescued from extinction by the Supreme Court’s landmark ruling in Universal v. Sony, which shielded the Sony Betamax VCR from being declared unlawful simply because people could use it to infringe copyright.

    Endangered Gizmos debuts the same day that the opening briefs are being filed in MGM v. Grokster, a Supreme Court case the outcome of which could render extinct several currently legal technologies. „Endangered Gizmos“ is an educational project that complements EFF’s work defending Streamcast in that case.

    „This isn’t about saving one or two geeky gadgets. It’s about fostering technological development by letting products be designed by technologists, rather than Congress and the courts,“ said EFF Staff Attorney Wendy Seltzer. „What we’re seeing is the beginning of the extinction of both current and future gadgets, due to a mix of proposed law, litigation, and overreaching use of existing law. Lawsuits are destroying future technological progress by killing off today’s best innovations.“

    EFF will continue to post new profiles of at-risk technologies on the Endangered Gizmos website on a regular basis. „We hope the ranks of ’saved’ gizmos will grow faster than the ‚endangered’ list,“ said Seltzer. „But until laws stop killing innovation, we’ll be counting the bodies.“

    25. Januar 2005 1
  • : Righting Copyright – Fair Use and „digital Environmentalism“
    Righting Copyright – Fair Use and „digital Environmentalism“

    Robert Boynton hat vier spannende Bücher aus der „digitalen Umweltbewegung“ untersucht, die alle eine Balance der Urheberrechtsgesetzgebung zum Thema haben und eine Rezension darüber geschrieben: Righting Copyright – Fair Use and „digital Environmentalism“

    * Free Culture: How Big Media Uses Technology and the Law to Lock Down Culture and Control Creativity von Larry Lessig,
    * Brand-Name Bullies: The Quest to Own and Control Culture von David Bollier
    * Shamans, Software and Spleens: Law and the Construction of the Information Society von Jamie Boyle
    * Freedom of Expression: Overzealous Copyright Bozos and Other Enemies of Creativity,von Kembrew McLeod – auch bekannt als derjenige, der sich das Markenrecht für den Slogan „Freedom of Expression gesichert hat

    21. Januar 2005
  • : Neue Schlacht um Copyright-Gesetzgebung in den USA
    Neue Schlacht um Copyright-Gesetzgebung in den USA

    In den USA rüsten sich Digital Rights – Organisationen und Verbraucherschutzverbände zusammen mit Technologiefirmen für einen neuen Kampf in 2005 für mehr Balance in der Copyrightgesetzgebung. Wired berichtet darüber ausführlich in: Techies Talk Tough in D.C.

    „I think we are winning the public debate,“ said Public Knowledge’s Sohn. „The way we will get legislators on our side is when their constituents tell them, ‚We want balance in copyright law.’ “

    Links zu den beteiligten Organisationen:
    Electronic Frontier Foundation
    Netcoalition
    Public Knowledge
    Consumer Electronics Association

    20. Januar 2005
  • : Copyright and Digital Media in a Post-Napster World
    Copyright and Digital Media in a Post-Napster World

    Das Digital Media Project, vom Berkman Center for Internet & Society at Harvard Law School, hat ein Update eines Whitepapers aus dem Jahre 2003 veröffentlicht: Copyright and Digital Media in a Post-Napster World: 2005

    The objective of this White Paper, initially released in August 2003 and updated in January 2005, is to provide a foundation for evaluating key questions facing the different stakeholders in the contentious debate over the future of digital media. It explores issues surrounding the current digital media ecosystem, including:

      * The legal and regulatory developments regarding copyright and related intellectual property issues.
      * Business models upset or enabled by digital media distribution.
      * Technological developments driving change across the value chain.
      * Shifts in consumer attitudes and behavior.

    Focusing on these topics, the Berkman Center’s Digital Media Team identifies five scenarios that flow from developments in law, technology and society. The five scenarios are outlined at the end of the White Paper. They have provided an analytical structure for a series of conferences and recently published papers as well as research in progress.

    20. Januar 2005
  • : Softwarepatente am Montag erneut im Fischereiausschuss?
    Softwarepatente am Montag erneut im Fischereiausschuss?

    Gut möglich, dass am kommenden Montag Softwarepatente wieder im Landwirtschafts- und Fischereiausschuss als sogenanntes „A‑Item“ behandelt werden. Das berichten gut informierte Quellen in Brüssel. Der Luxemburgische Minister Krekke brachte dies heute bei einer Sitzung des Rechtsauschusses im Europaparlaments (JURI-Auschuss) ein, auch von Industrieverbänden sei dies zu hören. Zwar ist noch nichts offiziell, aber das war es beim letzten Versuch im Dezember bis kurz vorher auch nicht. Allerdings ist es eine erneute Verschiebung auch gut möglich.

    Nun berichten auch die ersten Medien darüber:
    Heise: EU-Rat will weiteren Anlauf bei Softwarepatenten wagen
    Golem: Softwarepatente: Nun doch Durchwinken im Fischereirat?
    Pro-Linux: Patente wieder bei den Fischen
    Futurezone: Keine Entscheidung bei Software-Patenten

    19. Januar 2005 2
  • : Creative Commons – Filmabend mit Diskussion: Route 66 – ein amerikanischer albTraum
    Creative Commons – Filmabend mit Diskussion: Route 66 – ein amerikanischer albTraum

    Kurz vor Weihnachten wurde der Film „Route 66 – ein amerikanischer albTraum“ als erster „Open Source – Film“ aus Deutschland veröffentlicht. Das Neue daran war, dass ein Film unter eine Creative Commons – Lizenz gestellt wurde. Kopieren und Verändern ist ausdrücklich erwünscht, wenn die Autorennamen genannt werden und der Film nicht kommerziell genutzt wird. Ein Remixen des Werkes mit eigenen oder anderen Creative Commons – Werken wird dadurch möglich gemacht. Der Film wurde zum kostenfreien Download ins Internet gestellt, Tauschbörsen werden dabei als Vertriebsmedium genutzt. Wem er gefällt, kann sich das Buch zum Film, den Soundtrack auf CD oder die DVD direkt bestellen. Die Filmemacher nutzen auch das Internet um Spenden für ihr neues Filmprojekt „Die letzte Droge“ zu sammeln. 2000 Euro werden dafür benötigt und mit der Spendenaktion „Toastbrot für Independent-Filmer!“ wurde der Betrag innerhalb eines Monats fast erreicht.

    Im Anschluss an ein Creative Commons Netzwerktreffen für den deutschsprachigen Raum werden im newthinking store Ausschnitte des Films „Route 66 – ein amerikanischer Albtraum“ gezeigt. Anschliessend gibt es eine Diskussion über die Chancen und Potentiale der Creative Commons – Lizenzen für Kreative und Künstler. Die Filmemacher von „Route 66“ werden vor Ort sein, um über ihre Erfahrungen zu berichten.


    Donnerstag, 20. Januar, 21.00h

    newthinking store, Tucholskystr. 48, 10117 Berlin-Mitte

    Eintritt frei


    Route 66 – ein amerikanischer albTraum
    Worum gehts? Drei naive Jungs träumen von Hollywood. Dabei setzen sie auf die amerikanischsten Werte, die ihnen einfallen: ein unsinnig monströses Auto, voll gestopft mit Fast Food, Ölflaschen und Kameratechnik, auf dem Weg nach Kalifornien via Route 66. Auf der Suche nach den amerikanischen Klischees kommt es zu ungeplanten Zwischenfällen.

    18. Januar 2005
  • : Günter Grass kritisiert Urheberrechtsreform
    Günter Grass kritisiert Urheberrechtsreform

    Günter Grass nutzte seinen Auftritt bei einem Symposium der VG Wort in Berlin zur Kritik an der Reform des Urhebervertragsrechtes und warnt vor einer „Verschlimmbesserung“ des bestehenden Urheberrechts. Spiegel-Online berichtet darüber in „Die „toten Seelen“ der Urheber


    „Kann es sein, dass die Bundesregierung eine erneute Kampagne der Verleger mit Großanzeigen fürchtet und bereits jetzt vor der Macht der Lobby kapituliert?“

    Er wolle nicht lange „den Hochmut in Chefetagen bejammern“, meinte Grass in Berlin. „Mir geht es in diesem Fall um den skandalösen Zustand der Rechtlosigkeit von Urhebern im Verhältnis zu den Aufkäufern ihrer künstlerischen Arbeit. Man kauft und verkauft uns, als existierten wir nicht. Als seien wir Unpersonen. Als wolle man nicht zur Kenntnis nehmen, dass wir Urheber einem Bertelsmann – oder wem auch immer – die Grundlage seines Bestehens zuliefern. Ohne uns gäbe es ihn und all die anderen nicht.“

    Bundesjustizministerin Zypries verteidigte dagegen die Vorreiterrolle Deutschlands als „Schrittmacher“ des Urhebervertragsrechtes:

    Grundsätzlich sei die Stellung der Urheber in Deutschland jedoch sehr gut, so Zypries. Seit der letzten Novellierung des Urhebervertragsrechts 2002 nehme Deutschland eine Schrittmacherrolle ein. In keinem anderen Land seien die Urheber geistigen Eigentums, das in Deutschland Verfassungsrang habe, besser geschützt. Dennoch bringe das digitale Zeitalter immer neue Techniken, die gleichzeitig immer neue Möglichkeiten zum geistigen Diebstahl schafften. Darauf müsse der Gesetzgeber reagieren.

    Aber irgendwie meint sie was anderes als Günter Grass…

    18. Januar 2005
  • : Downhillbattle startet neue Aktion
    Downhillbattle startet neue Aktion

    Die Musik-Aktivisten von Downhillbattle haben eine neue Aktion gestartet und suchen jetzt für die Finanzierung Geld. Eine CD mit 10 verschiedenen ca. 30 Sekunden langen Jingles über die Musikindustrie und Filesharing wurden produziert und diese soll nun gepresst, und mit Cover versehen an Indie-Radiostationen verschickt werden. 1300 $ soll die Aktion kosten und dafür wird nun Geld gesammelt. Die Jingles kann man sich im Ogg Vorbis-Format auch von der Webseite herunterladen.

    18. Januar 2005
  • : Als Bertelsmann-Lobbyist im Europaparlament
    Als Bertelsmann-Lobbyist im Europaparlament

    Wer schon immer mal wissen wollte, wie die europäische Urheberrechtsdirektive entstanden ist, bekommt im Standard ein wenig Nachhilfe:

    Was in Berlin rechtens ist, scheint in Brüssel und Straßburg billig, wenn auch nicht kostenlos zu sein: Abgeordnete zum EU- Parlament lassen sich von Großkonzernen bezahlen. Sie arbeiten – sagen sie – neben ihrem Fulltimejob als Mandatar auch noch in der Privatwirtschaft. Das ist fein, zumal in den Sphären der Politik so niemand den Kontakt zum wirklichen Leben verlieren muss.

    Der deutsche Elmar Brok zum Beispiel ist Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses im EU-Parlament, Funktionär der Europäischen Konservativen, Lohnabhängiger der Bertelsmann AG. „Ich arbeite täglich 15 bis 18 Stunden“, erklärt er. Wie viel für wen, sagt er nicht dazu. Aber: „Politik ist keine Arbeit, sondern ein Hobby.“ Das aber betreibt er durchaus ambitioniert: Herr Brok, heißt es, habe maßgeblich an der EU-Direktive zum Urheberrecht mitgewirkt, die Medienkonzerne begünstigt (Stichwort: Bertelsmanns Not leidende Musiksparte BMG). Wer solchen offensichtlichen Lobbyismus mit Mandat betreibt, braucht sich etwa um das umstrittene Abgeordnetenstatut im EU-Parlament erst gar nicht zu sorgen.

    Die Berliner Zeitung konkretisiert die Tätigkeit von Elmar Brok:

    Bleibt der Fall des EVP-Abgeordneten Elmar Brok, der seit 13 Jahren für den Bertelsmann-Konzern als Senior Vice President im Bereich Medienentwicklung tätig ist. Brok reagiert unwirsch, wenn er auf seine Doppelkarriere angesprochen wird. Er habe den Nebenjob für Bertelsmann „vom ersten Tag an“ öffentlich gemacht, sagt Brok. Seine parlamentarische Arbeit und seine Tätigkeit für den Medienkonzern aus Gütersloh seien „sauber getrennt“. So beteilige er sich in Fraktion und Ausschüssen nie an medienpolitischen Debatten und Abstimmungen.

    Sehr ausführlich geht auch german-foreign-policy.org auf Elmar Brok ein und widmet dem Fall gleich eine ganze Analyse über die Arbeit der Bertelsmannstiftung:


    Spezialaufgabe
    Die Konzern-Stiftung, erklärt Böckelmann, „ist mit ihren Experten in allen maßgeblichen Gremien auf deutscher und europäischer Ebene präsent. Ohne Bertelsmann oder gar gegen Bertelsmann geht hier nichts mehr.“ Wie ein Konzernsprecher mitteilt, ist es im Rahmen der Gesamt-Aktivitäten des Unternehmens die spezielle Aufgabe des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments, Elmar Brok, „die internationalen gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen zu beobachten und für das Unternehmen mit Blick auf Investitionen zu bewerten“

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über die Umbenennung seiner Tätigkeit:

    Media Development nennt sich seit neuerem, wofür der Konzern Bertelsmann den Europaabgeordneten Elmar Brok (CDU) bezahlt; vor kurzem hieß er noch „Europabeauftragter des Vorstandes”.

    Der Taz gab er Ende Dezember ein Interview zu seinen Tätigkeiten, wo er genauer auf die Hobby-Frage eingeht:

    Frage: Wahrscheinlich weil sich jeder wundert, wie Sie das eigentlich schaffen: Ihr Mandat, Ihre Parteiämter – und dann auch noch Bertelsmann?

    Antwort: Indem ich 15 bis 18 Stunden täglich arbeite. Ich mache Fehler, aber mangelnden Fleiß hat mir noch niemand vorgeworfen. Es gibt viele, die so viel arbeiten – Journalisten doch auch.

    Elmar Brok´s „Hobby“, Politik zu machen, umfasst mindestens folgende Ämter und Positionen:

    * MdEP seit 1980
    * Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion,
    * Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik,
    * stellv. Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen,
    * Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten,
    * Stellv. Vorsitzender der Transatlantic Policy Network Parlamentariergruppe,
    * Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten
    * Vorsitzender der Studiengruppe „Erweiterung“ des Instituts für Europäische Politik, Bonn,
    * Präsident der Europa-Union Deutschlands,
    * Stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Bewegung Deutschlands,
    * Seit Dezember 2004 Mitglied im Bundesvorstand der CDU Deutschlands
    * Vorsitzender des Bundesfachausschusses Europapolitik der CDU (seit 1999).
    * Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands der CDU Nordrhein-Westfalen (seit 1994).
    * CDU-Bezirksvorsitzender Ostwestfalen-Lippe (seit 1996).
    * Präsident der Europäischen Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA, seit 2002 [1993–2002: Vizepräsident])
    *Mitglied des Politischen Büros der EVP.

    Dies fand ich auf den Seiten der CDU und auf seiner Homepage.

    Wieviel Zeit soll da noch für seine Tätigkeit bei Bertelsmann bleiben, wenn er seine Aufgaben gewissenhaft wahr nimmt?

    Update: Die Neue Westfälische hat Angaben zum Verdienst:

    Zur Höhe der Einkünfte äußert sich Brok nicht. Nur so viel: Die in der FAZ genannten 200.000 Euro im Jahr seien falsch. Auch die Bertelsmann AG als Arbeitgeber schweigt sich aus. Allerdings bezifferte Brok vor einigen Wochen die 60.000 Euro, die der inzwischen gestürzte Hermann-Josef Arentz (CDU) von RWE erhalten hat, als geringen Betrag.

    Als die Süddeutsche Zeitung nun schrieb, dass Brok als Bertelsmanns „Vorposten in Brüssel“ dem Unternehmen aus einem internen Diskussionspapier Informationen weitergegeben habe, reagierte der Bielefelder indes prompt. „Diese Behauptung ist nicht korrekt. Es handelte sich bei diesem Diskussionspapier um ein Dokument, das in weiten Teilen der Öffentlichkeit verbreitet war“, schreibt Brok in einem Leserbrief an die SZ.

    Update: Nun berichtet auch die Welt am Sonntag am 6. Februar über die Bertelsmann-Connection und Überschneidungen von Elmar Broks Tätigkeiten:

    Doch es gibt sehr wohl Überschneidungen, zum Beispiel bei jenem Interview. Es war Teil eines großen Porträts über den 58jährigen in der ersten Ausgabe des CDU-Magazins „Bei uns in NRW“ im Mai 2004. Ein solch farbiges Magazin will freilich durch Anzeigen finanziert werden. Und den prominentesten und mit Abstand teuersten Platz nahm ausgerechnet Bertelsmann ein.

    Der Medienkonzern aus Gütersloh hat gleich die ganze Rückseite des Magazins belegt. Die kostet nach Angaben des verantwortlichen BK-Verlags in Mainz 19 980 Euro. Die NRW-CDU um Fraktionschef Jürgen Rüttgers wird sich über eine solch großzügige Zahlung gewiß gefreut haben. Daß dessen „Mann für Europa“ zugleich einen attraktiven Nebenjob beim besten Anzeigenkunden der Union hat, spielt da wohl nur eine Nebenrolle.

    15. Januar 2005 1
  • : Bill Gates über DRM & Kommunisten
    Bill Gates über DRM & Kommunisten

    Bill Gates gab dem Gizmodo-Blog ein vierteiliges Interview. Im vierten Teil relativiert er seine Äusserungen Kommunisten und geht auf DRM ein.

    Gizmodo: What seems to me—what hurts my feelings—I feel like I, as a customer, want Microsoft to be totally on my side. In that, as far as the people that are producing things, that might want more DRM and might make it inconvenient, I don’t understand what it necessarily benefits you to help them.

    Gates: No, I’ve said it exactly. We have your interests totally in mind, but that includes having… if there’s content that can only be there if it’s rights protected, we want to be able to have that content available to you. And so all we’re doing… in no sense are we hurting you, because if they’re willing to make the content available openly, believe me, that’s always the most wonderful thing. It’s the simplest.

    Take, like, putting soundtracks onto movies using our movie editor thing. If you have unprotected music you can take slideshows, put music to it, encapsulate it in the file, mail it around—it works perfectly. If you have rights management, it’s actually painful because the people you’re mailing it to don’t have the certificate and it’s kind of painful. But because the artists… some things are only licensed to be in that form, it’s hard to put the track on Movie Maker. But hey, we want you, instead of not having that content, to have that content. And in the case that the authors decided it’s rights managed, you can decide to stay away from it or to use it. That, again, is your choice.

    Eigentlich würden wir ja gerne …, aber wegen der Künstler (Eigentlich meint er die Industrie = Rechteinhaber) können wir leider nicht, sorry.…

    14. Januar 2005
  • : „Knast für einen Song“?
    „Knast für einen Song“?

    Eine neue US-Kampagne zur Bewusstseinsbildung für eine Copyright-Reform, hat IPac gelauncht: „Jailed for a Song

    Aus der Ankündigung:

    „Resolutions have been made, Boxing Day is long gone, and IPac is greeting the new year with a new campaign called „Jailed for a Song.“ Congress was busy with copyright in 2004, and JfaS is a retrospective on what almost went down. We note several of the craziest items that Big Content asked for – but didn’t get – in 2004, and encourage people to get involved this year.“

    12. Januar 2005
  • : Keine Veränderung beim Urheberrecht
    Keine Veränderung beim Urheberrecht

    Heute fand im Bundesjustizministerium ein Pressegespräch zum Urheberrecht statt, da in den nächsten Wochen der Kabinettsentwurf zum „Zweiten Korb“ präsentiert wird. Der Referentenentwurf wurde im September präsentiert und eine Vielzahl an kritischen Stellungnahmen, vor allem von Seiten der Verbraucherschützer und Wissenschaft, folgte seitdem. Das BMJ hat diese alle gesichtet und festgestellt, dass sich gegenüber dem Referentenentwurf eigentlich nichts ändern muss, ausser wenigen kosmetischen Änderungen.

    Diese betreffen aber weder die Privatkopie, Filesharing und Open Access. Es bleibt also bei dem, was Zypries im September sagte:

    Mit der Neufassung wolle man nicht “die Schulhöfe kriminalisieren“, betonte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). “Wir sehen für Bagatellfälle einen Strafausschließungsgrund vor“, erklärte die Ministerin gegenüber dem Magazin. “Damit bleibt insbesondere das Überspielen einzelner Songs aus illegalen Tauschbörsen straflos, wenn dies in geringem Umfang und ausschließlich zu privaten Zwecken geschieht. Wer also den neuesten Robbie-Williams-Song aus einer illegalen Tauschbörse herunterlädt, wird nicht gleich vom Staatsanwalt verfolgt. Er muss aber mit Schadensersatzansprüchen rechnen.”

    Heise hat mittlerweile auch einen Artikel dazu veröffentlicht.

    Den Themenbereich Privatkopie, der im Diskussionsforum des Justizministeriums allein bisher über 1000 Beiträge ausgelöst hat, betrachtet Zypries inzwischen als „von allen weitgehend akzeptiert“. Den Befürwortern einer unkastrierten Kopiermöglichkeit für den Heimgebrauch auch bei technischen Hinderungsmaßnahmen hält sie entgegen, dass der von Verwertern angebrachte Kopierschutz zu respektieren sei. Andererseits soll es bei der Nicht-Verfolgung von Downloads aus Tauschbörsen in geringem Umfang bleiben, da sich die „Bagatellgrenze“ mit der Praxis der Strafverfolgung decke. Für die genauere Festlegung des nicht geahndeten Filesharing-Konsums führte die Justizministerin Beispiele an: „Eine Zahl im dreistelligen Bereich ist sicher zu hoch“, erklärte sie. Einstellige Größen könnte man dagegen tolerieren.

    Dass die Regelungen zur Privatkopie „von allen weitgehend akzeptiert sind“, habe ich noch nicht mitbekommen. Sowohl die Verbraucherschutzzentralen, als auch Bürgerrechtsverbände und die Verbraucher akzeptieren diese Regelungen so nicht und fordern eine durchsetzungsstarke Privatkopie, ob das nun in die Welt von Zypries passt, oder nicht. Und einstellige Zahlen beim Filesharing sind jenseits der Realität, das ist ja noch nicht einmal ein Album.

    Der Ansicht von Kritikern, dass der Entwurf an der Realität der sich aus Tauschbörsen bedienenden „Kopiergesellschaft“ völlig vorbei gehe und damit eine „angemessene Vergütung“ der Urheber eine Illusion sei, hielt Zypries die Forderung nach einer größeren Achtung des Urheberrechts allgemein entgegen. Dafür werbe ihr Haus mit einer Online-Kampagne und die Industrie mit „etwas rüderen Mitteln“. Anders könne das Rechtssystem nicht funktionieren, selbst wenn es „bei den Kids eventuell die ein oder andere Abweichung“ von diesem Verständnis gebe.

    12. Januar 2005 1
  • : Krokodile widerlegen Musikindustrie
    Krokodile widerlegen Musikindustrie

    Relativ unbemerkt von mir hat sich wohl ein Krokodil in Form des Songs „Schnappi, das kleine Krokodil“ auf Platz 1 der deutschen Single-Charts geschlichen. Das Lied wurde schon vor wenigen Jahren komponiert und bahnte sich seinen Weg in Form einer MP3-Datei durchs Internet und später durch die Radios bis es als Single aufgelegt wurde. In der Zeit ist nun ein spannender Artikel darüber.

    Hier wird kritisiert, dass „das Stück nicht nur den letzten Rest Glauben vieler an eine gewisse Seriosität des deutschen Musikmarktes zerstört“ hat und „ganz nebenbei auch eines der wichtigsten Argumente der Musikbranche für ein strenges Vorgehen gegen so genannte „Raubkopierer“ und die Verbreitung von MP3-Files in Tauschbörsen“ widerlegt.

    Bisher war die Argumentation der IFPI, dass vorab veröffentlichte MP3s in Tauschbörsen den Untergang des Abendlandes bedeuten. Allerdings zeigen Stars wie Eninem, dass sie trotz vieler Kopien in Tauschbörsen viele Alben verkaufen. Um es mit der „Zeit“ zu sagen:

    „Wie falsch die Argumentation des deutschen Ablegers des internationalen Verbands der Tornträgerhersteller (IFPI) ist, verdeutlicht nun eben auch Schnappi besonders klar. In der Logik der IFPI wäre ein Nummer-Eins-Hit nach der monatelangen freien Verfügbarkeit des Songs im Netz schlichtweg unmöglich.

    Offensichtlich müssen sich die Vertreter der Phonoverbände jetzt eine neue Begründung für ihre schlechten Umsätze einfallen lassen. Das Internet und die „Raubkopierer“ als Alleinschuldige für die Misere verantwortlich zu machen, zieht nicht mehr. Vielleicht sollten sich die Plattenfirmen ein wenig mit ihrer Strategie auseinander setzen, die zahlreichen Retortenbands auf Massentauglichkeit und größtmöglichen Erfolg zu trimmen.“

    Und zum Schluss das hoffnungsvolle Fazit des Artikels:

    So bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr Songs und Bands den Sprung aus dem Internet in die Charts schaffen, um den Umgang der IFPI mit dem Netz der Netze zu entspannen und die großen Plattenfirmen zum Nachdenken über das eigene Vorgehen zu bewegen. Es muss ja nicht gleich ein Kinderlied sein.

    P.S. Wer hat denn der „Zeit“ dieses grausame Content-Management-System samt „modischem“ Design verkauft? Weder Drucken noch Weitersenden funktioniert (Internal Server Error) und die Lesbarkeit am Bildschirm ist nicht gerade toll…

    11. Januar 2005
  • : Spex nennt Netzpolitik.org
    Spex nennt Netzpolitik.org

    Das freut mich doch mal, wenn eine Zeitung, die ich regelmässig lese, sich auf meinen Blog bezieht. Und zwar hat Spex jetzt einen Artikel über die Abmahnung von Acid Pauli veröffentlicht, was ich vorgestern in meinem Beitrag „Copyright kills Culture“ thematisiert habe.

    7. Januar 2005
  • : „Content and Control“ – Whitepaper
    „Content and Control“ – Whitepaper

    Das Digital Media Project, eine Forschungsinitiative des Berkman Center for Internet & Society at Harvard Law School hat mit Content and Control ein neues Whitepaper vorgelegt mit konkreten Hinweisen und Hilfestellungen für Regierungen und Gesetzgeber zu den Themen DRM, Copyrights und Filesharing.

    Assessing the Impact of Policy Choices on Potential Online Business Models in the Music and Film Industries

    The online environment and new digital technologies threaten the viability of the music and film industries’ traditional business models. The industries have responded by seeking government intervention, among other means, to protect their traditional models as well as by developing new models specifically adapted to the online market. Industry activity and public debate have focused on three key policy areas related to copyright holders’ control of content: technical interference with and potential liability of P2P services; copyright infringers’ civil and criminal liability; and legal reinforcement of digital rights management technologies (DRM).

    This paper seeks to support policymakers’ decision making by delineating the potential consequences of policy actions in these areas. To do so, it assesses how such action would impact relevant social values and four business models representative of current and emerging attempts to generate viable revenues from digital media. The authors caution that government intervention is currently premature because it is unlikely to strike an appropriate balance between achieving industry goals while supporting other social values, such as consumer rights, the diversity of available content, and technological innovation.

    7. Januar 2005
  • : Video über 2. Creative Commons Geburtstagsparty
    Video über 2. Creative Commons Geburtstagsparty

    Lessig speech on copyleft and communism
    LegalTorrent’s Gary Lerhaupt sez, „It’s video I captured from last nights Creative Commons 2nd anniversary party. The video runs 30 minutes highlighting the short but powerful lifetime of the Creative Commons, but the biggest highlight by far is Lessig closing it out. He takes on both BillBoard and BillGates for their recent FUD (if you can call it FUD). Hilarious.“ (Torrent-Link)

    [via BoingBoing]

    7. Januar 2005
  • : Auch Christen brennen Musik
    Auch Christen brennen Musik

    Was man nicht alles mit Google-News findet:

    N a s h v i l l e (idea) – „Wer CDs brennt, wird in der Hölle brennen!“ Mit solchen Gerichtsdrohungen will ein amerikanischer Bekleidungshändler per T‑Shirt-Aufdruck jugendliche Raubkopierer das Fürchten lehren. Eine Studie der Gospel Music Association (Nashville) hatte ergeben, daß illegales Vervielfältigen von Musik auch unter christlichen Jugendlichen in den USA verbreitet ist. 77 Prozent gaben an, in den letzten sechs Monaten wenigstens eine illegale Kopie gemacht zu haben.

    Das schreibt die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA und zitiert den Webshop-Betreiber:

    „Die Musikindustrie hat mit allen möglichen Aktionen versucht, die Leute zum Kaufen von CDs anzuregen. Nichts davon hat funktioniert. Ich denke, wir haben jetzt einen frechen, ironischen Beitrag, der auf das Problem wirksam aufmerksam machen wird“, so Rogers. Die T‑Shirts werden in mehreren Varianten angeboten. Weitere Aufdrucke lauten „WWJB – What Would Jesus Burn?“ (Was würde Jesus brennen?) und „Jesus liebt Kinder, außer jenen, die CDs brennen.“

    6. Januar 2005