Urheberrecht

  • : Chaosradio98 zum downloaden
    Chaosradio98 zum downloaden


    Die Chaosradio98-Sendung auf Fritz zum Thema „Vergütung im Netz“, wo ich gestern mit Wetterfrosch und Katherina als DJane zu Gast war, gibts jetzt auch als Ogg (75MB) und MP2 (250MB) zum downloaden oder online anhören. Eine Zusammenfassung der Sendung mit Links findet sich im Wiki des Chaos Computer Club Berlin.

    2. Dezember 2004
  • : Kazaa-Verfahren in Australien wird gebloggt
    Kazaa-Verfahren in Australien wird gebloggt

    In Australien wird gerade der Fall „Musikindustrie vs. Kazaa“ behandelt. U.a. soll durch das Gerichtsverfahren herausgefunden werden, wer für Kazaa verantwortlich gemacht werden kann, denn die Eigentümer-Struktur ist durch einige Briefkastenfirmen und andere Tricks eher ungeklärt. Dadurch ist das Kazaa-Netzwerk für die Musikindustrie weniger angreifbar als Napster es seinerzeit war. Das Australische Magazin APCMag hat einen Reporter vor Ort, der mitbloggt:

    Whispers from the court gallery of the world’s‑biggest-copyright-case for the Internet’s most-downloaded-program-in-history…and other hyperbole, nonsense and mischief

    1. Dezember 2004
  • : Überblick über europäische Urheberrechtsharmonisierung
    Überblick über europäische Urheberrechtsharmonisierung

    Das „Digital Media Project“ des „Berkman Center for Internet & Society at Harvard Law School“ hat einen Überblick über die derzeitige Implementation der europäischen Urheberrechts-Direktive von 2001 erstellt (PDF). Der Überblick vergleicht die Harmonizierung des Urheberrechts innerhalb der Europäischen Union.

    In essence, the paper demonstrates that EU member states continue to struggle with some of the thorniest problems already identified at the level of the EUCD, and leave it to the national courts and, ultimately, to the European Court of Justice not only to fine-tune the new legislation, but also to address and resolve rather fundamental issues related to the legal protection of technological measures. The paper suggests that the EUCD, in fact, has led to a certain level of harmonization of member states’ laws, but also identifies and maps significant differences among member states in the field of anti-circumvention laws.


    Eine Linkseite zu den nationalen Umsetzungen gibt es hier. Ebenso verfügbar ist eine Linkliste zu offiziellen Webportalen rund um die „European Copyright Directive“.

    1. Dezember 2004
  • : Neue Spots von „Raubkopierer sind Verbrecher“
    Neue Spots von „Raubkopierer sind Verbrecher“

    Gerade präsentiert die „Hart-aber-gerecht“-Kampagne der deutschen Filmindustrie in Berlin ihre neuen Spots zum Thema „Raubkopierer sind Verbrecher“ und ich vermute mal, dass sie ähnlich „provozierend“ sein werden wie die ersten Spots. Diese bekamen von vielen das ehrenvolle Prädikat „menschenverachtend“ und die normale Wirkung im Kino war Anfangs schallendes Gelächter und nach einiger Zeit gingen sie echt auf die Nerven. Zum Glück habe ich kein Fernsehen zuhause und bleibe so davor geschont, dass sie jetzt auch in TV-Werbeblöcken zu sehen sind. Aber zur heutigen Präsentation wird verkündet:

    Seit einem Jahr ist die Aufsehen erregende Kampagne der Filmwirtschaft „Raubkopierer sind Verbrecher“ mit Spots, Print-Motiven und spektakulären Aktionen wie „Knast on Tour“ präsent. Der Erfolg spricht für sich: Dank der konzertierten Aktionen der Filmwirtschaft konnte das Brennen und Downloaden zwar nicht aufgehalten, aber im Verhältnis zur verbesserten technischen Ausstattung zumindest im Zaum gehalten werden.

    Die Knast on Tour-Sache war echt eine spektakuläre Aktion, ich habe lange nicht mehr so überraschte Gesichter gesehen wie von den Kampagnenverantwortlichen, als wir „spektakulär“ bei der Pressevorstellung auftauchten. Alleine das war es schon wert, morgens um 10h auf dem Potsdamer Platz zu stehen:

    Aktion gegen

    Passend dazu gibt hier jetzt auch noch passendes Zitat von der Kampagnen-Webseite, wo „namhafte Testimonials“ ihre besten Sprüche aufsagen:

    „Das Recht auf eine Raubkopie ist genauso schwachsinnig wie das Recht auf einen Zweitwagen!“

    Das von Bodo Schwartz, Vorstandsvorsitzender der GVU als Spruch des Tages.

    Mal schauen, wann die ersten Artikel heute im Netz auftauchen, Heise wird sicherlich wieder ausgiebig darüber berichten und Fritz Radio / Berlin hatte mich schon im Vorfeld dazu interviewed.

    Jetzt hat auch Heise einen Artikel dazu veröffentlicht: Filmbranche führt Abschreckungskampagne weiter.

    30. November 2004 1
  • : Magnatune – Creative Commons als Geschäftsstrategie für Indie-Labels
    Magnatune – Creative Commons als Geschäftsstrategie für Indie-Labels

    The Inquirer hat den Chef des Magnatune-Labels interviewed: „We discover a record label that isn’t evil“. Das besondere an Magnatune ist, dass es ein Indie-Label ist, welches alle Songs von über 170 Künstlern unter nicht-kommerziellen Creative Commons Lizenzen stellt und das Teil des Geschäftskonzeptes ist. Das Interview ist sehr interessant, hier mal nur eine Frage und Antwort als „Teaser“:

    Question: „Do you think P2P file sharing of copyrighted music helps or hinders Magnatune?“

    Answer: „If you mean sharing of non-Magnatune music, then it hinders, as it provides a huge no-cost selection for buyers and removes some of the incentive to buy any music at all.

    If you mean sharing of Magnatune’s music, sharing mostly helps us, as we represent relatively unknown artists and have small marketing budgets, and are not engaged in the business of „star-making“ which is the major label’s main contribution. File sharing is a marketing channel for us.“

    25. November 2004
  • : „Die reine Wahrheit: Was Microsoft vor Ihnen verbergen möchte“
    „Die reine Wahrheit: Was Microsoft vor Ihnen verbergen möchte“

    Novell kontert mit einem geschickten PR-Schachzug gegen die „Get the Facts“-Kampagne von Microsoft. Auf der Webseite „Die reine Wahrheit: Was Microsoft vor Ihnen verbergen möchte“ bietet Novell viele Gegenargumente und Links zu Studien und Hintergrundinformationen. Golem, Heise und Pro-Linux berichten darüber.

    Ein kleiner Auszug aus der Seite:

    „Vor kurzem hat Microsoft die Unternehmenstauglichkeit von Linux öffentlich in Zweifel gezogen und damit die Wahrheit so stark verbogen, dass sie endlich in die Weltsicht des Redmonder Unternehmens passt. Auf dieser Website stellen wir die Behauptungen von Microsoft richtig und rücken das Bild von Linux wieder zurecht. Nehmen Sie sich bitte die Zeit und lernen Sie alle Fakten kennen, damit Sie verstehen, warum Microsoft Unwahrheiten über Linux verbreitet und warum Linux in vielen Fällen die bessere Alternative zu Windows in Unternehmen ist.“

    24. November 2004
  • : „Rip, Mix, Burn, Sue: Technology, Politics, and the Fight to Control Digital Media“
    „Rip, Mix, Burn, Sue: Technology, Politics, and the Fight to Control Digital Media“

    Rip, Mix, Burn, Sue: Technology, Politics, and the Fight to Control Digital Media“ heisst der Titel eines Vortrages von Ed Felten, Professor an der Princeton University, der u.a. das interessante Weblog „Freedom to Tinker“ betreibt.

    Der ca. 1‑stündige Vortrag ist jetzt online verfügbar, leider bisher nur in proprietären Datenformaten.

    22. November 2004
  • : Developing for the Commons
    Developing for the Commons

    Aus dem Creative Commons-Weblog:

    Part of our not-so-secret plan for world domination here at Creative Commons includes encouraging developers to include licensing support right in their application. We want to make it easy for developers to integrate license creation, detection and manipulation in their applications.

    With that in mind, we’ve created 3 mailing lists and a Wiki. The CC Developer Wiki will collect code samples, examples and tools for using CC licenses and metadata in your applications. There’s still lots of information to add; I’ll be working on improving the contents as we develop new libraries and tools. If you’re working on a CC library or tool, feel free to add your information and grow the collective knowledge base.

    The new mailing lists are specifically for developers. They are all hosted at the SourceForge.net CC Tools project, and the archives will be available there. The lists are:

    * cctools-developer: Discussion of developer tools, libraries and practices. Have an integration question? Ask it here.
    * cctools-announce: A low traffic list for announcements of new libraries, APIs and tools. Moderated.
    * cctools-cvs: CVS commit messages from the ccTools project repository. Subscribe if you want to keep tabs on our ongoing development efforts.

    You can find subscription information for all three in the wiki. If you’re a developer and we can make your life easier, subscribe to the list and let us know how.

    17. November 2004
  • : „One-World Berlin 2004“-Konferenz Teil 2: Fair Use
    „One-World Berlin 2004“-Konferenz Teil 2: Fair Use

    Termin: Samstag, 20.11., 17.00,

    Ein uraltes Phänomen, das aber durch die Digitalisierung der Musik sich explosionsartig verbreitet hat, ist das Zitieren/Adaptieren/Persiflieren (Sampeln) von existierenden Musikstücken, um neue Werke zu schaffen. Aber was ist, wenn die Verwendung von älterem Material prohibitiv teuer gemacht wird von den Rechteinhabern, die nicht selten autonom und nicht unbedingt im Interesse der Urheber des Originals handeln? Dann sind Werke wie die geistreiche Verbindung von The Beatles White Album mit Jay‑Z The Grey Album u.v.m. zu einem Dasein als illegale Downloads verurteilt. Oder Künstler wie 2 Many DJs verbringen mehr Zeit mit der Rechteklärung als mit der Produktion ihres Bastardpopstandardwerkes As Heard on Soul Wax Radio. Dabei würden viele Urheber von Kulturgütern sich gerne aus dem Zwangsjacke des Copyrights befreien und differenziertere Nutzungsrechte wahrnehmen. Wo liegen die Grenzen zwischen kreativem Zitat und Plagiat?

    Eine Flashpräsentationen über Urheberrecht und Creative Commons von Lawrence Lessig führt in das Thema ein, Danach gibt es ausgewälte Beispiele von Musik- und audiovisuellen Werken, die kreativ mit bereits vorhandenem Material umgehen. Gäste wie der Bastardpopmusiker DJ Shir Khan, der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer (Ifross) und Jörg Fukking (Vielklang, angefr.) im Anschluss an die Vorführung. Moderation: Oliver Passek (Netzwerk Neue Medien)

    Termin: Samstag, 20.11., 17.00, ver.di Bundesverwaltung

    16. November 2004
  • : Schröder auf D21-Kongress: „Privatkopie ist Klauen“
    Schröder auf D21-Kongress: „Privatkopie ist Klauen“

    Unser Bundeskanzler Gerhard Schröder hat mal wieder sein Fachwissen als Jurist und zweitoberster Bundesbürger mit der Öffentlichkeit geteilt und sich beim D21-Kongress zur Privatkopie geäussert. Was dabei herauskam, kann man böswillig, unfähig oder einfach nur sachlich falsch nennen:

    Als weiteres wichtiges Gesetzvorhaben bezeichnete er die Änderung des Urheberrechtes. Dabei zeigte Schröder der so genannten Privatkopie die rote Karte: „Es gibt Bestrebungen, die Privatkopie zu erlauben, also eine Regelung, die auf gut deutsch gesagt das Klauen erlaubt. Wir können die Privatkopie wohl nicht verhindern, aber wir unterstützen nicht diese Idee und tragen damit dauerhaft dazu bei, dass sich neue Geschäftsideen am Markt entwickeln können.“

    Als Jurist müsste er es eigentlich besser wissen. Die Privatkopie ist nämlich keine Einladung zum Klauen, sondern ein Verbraucherrecht, welches nun schon jahrzehntelange Geltung hat. Das Urheberrecht sieht nämlich in der Theorie eine Balance zwischen den Interessen der Urheber (mittlerweile eigentlich nur noch der Verwerter) und dem Interesse der Bürger auf Zugang zu Bildung und Kultur vor. Und Dank der Urheberrechts-Lobby in Eintracht mit der CDU, FDP und SPD wird die Privatkopie nun für das digitale Zeitalter endgültig abgeschafft wird. Nur die Grünen setzen sich für ein durchsetzungsstarkes Recht auf Privatkopie ein. Was fehlt, ist noch die Kriminalisierung von Mix-Tapes, das wird die Musikindustrie wahrscheinlich auch noch schaffen. Vielen Dank.

    Informiert und wehrt Euch:

    * „Rettet die Privatkopie
    * „copy4freedom – Für eine freie Digitalkultur
    * „CCC – Musikboykott

    Denn sie wissen nicht, was sie tun…

    12. November 2004
  • : Afraid of the Darknet?
    Afraid of the Darknet?

    Afraid of the Darknet“ ist ein interessanter Artikel von James Patrick Kelly (Science-Fiction Autor) über DRM, das Darknet und CreativeCommons mit vielen Links auf Asimov´s Science Fiction Magazine.

    Der Artikel, geschrieben aus einer Urheberperspektive, endet mit:

    I certainly haven’t offered everything I’ve written under the Creative Commons license and I’m not advocating this path for everyone. But I sleep better at night knowing that anyone, anywhere who wants to can read me.

    And I’m not afraid of the darknet.

    12. November 2004
  • : Das Problem von Softwarepatenten für Standardisierung
    Das Problem von Softwarepatenten für Standardisierung

    Bruce Perens, seines Zeichen Open Source ‑Protagonist und Senior-Researcher für Security an der George Washington University, hat einen interessanten Aufsatz über den Effekt von Softwarepatenten auf die Standardisierung von Informationstechnologie geschrieben: „The Problem of Software Patents in Standards“.

    Hier gibts den Abstract:

    Patents, originally created to stimulate innovation, may now be having the opposite effect, at least in the software industry. Plagued by an exponential growth in software patents, many of which are not valid, software vendors and developers must navigate a potential minefield to avoid patent infringement and future lawsuits. Coupled with strategies to exploit this confusion over patents, especially in standards setting organizations, it appears that software advancement will become stifled unless legal action is taken to resolve the situation. This article examines the current situation facing software developers and users, the methods employed by standards setting organizations to address these problems, and recommends strategies for resolving the problem caused by software patents.

    11. November 2004
  • : Live aus Brüssel: Streaming von der Softwarepatente-Konferenz
    Live aus Brüssel: Streaming von der Softwarepatente-Konferenz

    FFII, Greens/EFA (Grüne Fraktion im Europaparlament) und andere Organisationen richten heute und morgen in Brüssel eine spannende Konferenz zum Thema Softwarepatente aus: „Regulating Knowledge: Costs, Risks, and Models of Innovation“. Eigentlich wollte ich da teilnehmen, was aber leider aus zeitlichen Gründen nicht klappte. Zum Glück gibt es ein Streaming und so kann jeder teilnehmen, ohne selbst in Brüssel zu sein.

    9. November 2004
  • : Neue Webseite: IP-Watch.org
    Neue Webseite: IP-Watch.org

    IP-Watch.org ist eine neue zivilgesellschaftliche „Watchdog“-Webseite, die über die globalen Entwicklungen vom sogenannten „Geistigen Eigentum“ (Intellectual Property“ berichten will. Gefördert wird die in der Schweiz sitzende Initiative u.a. vom Open Society Institute und der Rockefeller Foundation.

    Hier ein Auszug aus dem Mission-Statement:

    Intellectual Property Watch was created to report on the interests and behind the scenes dynamics which influence the design and implementation of intellectual property policies. The goal of our reporting is straightforward – to promote transparency, accountability and fairness in global intellectual property policymaking.

    The target audience for Intellectual Property Watch is people like you, whether from civil society organisations, industry, government, intergovernmental organisations, the scientific community or the academy.

    Einen RSS-Feed des IP-Watch Weblogs gibt es hier.

    8. November 2004
  • : Radiosendung: „Was ist das Copyleft“?
    Radiosendung: „Was ist das Copyleft“?

    Gerade habe ich eine Radiosendung vom 11. Oktober über das Thema „Copyleft“ gefunden, die vom SWR2 gesendet wurde. Das Ganze ist eher im Stil von der „Sendung mit der Maus“ gehalten und erklärt somit sehr anschaulich das Konzept von Freier Software / Open Source. Linux kommt ebenso drin vor wie natürlich Wikipedia.


    Den Real-Audio-Stream gibts hier
    . Die Sendung ist ca. 27min lang.

    4. November 2004 1
  • : Ist Freie Software nachhaltig?
    Ist Freie Software nachhaltig?

    Nein, sagt James Parker Hall, „Distinguished Service professor of law at the University of Chicago and Peter and Kirsten Bedford Senior Fellow at the Hoover Institution“ in einer Kolumne der Financial Times: „Why open source is unsustainable“.

    Dem widerspricht James Boyle, seines Zeichen „William Neal Reynolds Professor of Law at Duke Law School, a board member of Creative Commons and the co-founder of the Center for the Study of the Public Domain“, in einem eigenen Beitrag mit dem Titel „Give me liberty and give me death?“.

    Spannende Debatte und Boyle hat Recht. Natürlich ist Freie Software und das Open Source Modell dahinter nachhaltiger, alleine schon aufgrund des Entwicklungsmodells. Wenn auch nicht alles zu 100%, aber wie in der Evolution setzt sich einfach das Beste durch.

    3. November 2004
  • : The WIRED CD: Rip. Sample. Mash. Share.
    The WIRED CD: Rip. Sample. Mash. Share.

    Lange war es angekündigt und nun ist sie raus: Das US-amerikanische „Cyber-Magazin“ WIRED hat seiner aktuellen Ausgabe einen CD-Sampler vollbestückt mit Songs unter den Creative Commons-Lizenzen beigelegt. Gemein haben alle Songs, dass sie ausdrücklich für nicht-kommerzielle Zwecke kopiert werden dürfen. Dazu kommen zwei Arten von Sampling-Lizenz-Ergänzungen hinzu. Ca. die Hälfte der Songs lassen kommerzielle Samples zu, allerdings keine Verwendung in Werbung. Die andere Hälfte erlaubt nur die nicht-kommerzielle Verwertung der Samples. Mit dabei sind u.a. die Beastie Boys, Chuck D, Gilberto Gil, David Byrne, Le Tigre und andere.

    Die Verbreitung der Musik ist ausdrücklich erwünscht und somit gibt es hier den Bittorrent-Link für das 142 MB grosse Album.

    Hier gibt es noch einen 30-Sekunden Spot, der Sampling erklärt.

    1. November 2004
  • : Softwarepatente-Debatte live im Bundestag
    Softwarepatente-Debatte live im Bundestag

    Gerade läuft im Bundestag-TV die Debatte um Softwarepatente.

    Rainer Funke, FDP, sprach von „kleineren und mittleren Softwareentwicklern“, die betroffen sind. Sofort stellte ich mir vor, wie grosse Softwareentwickler nicht von Softwarepatenten betroffen sind und wo man die Grenze zieht. Bei 1,81m oder erst ab 1,90m? Und ab wann gilt ein Softwareentwickler als „klein“? Alles unter 1,70m oder niedriger? Weiter konnte ich auch nicht folgen, weil mich diese Formulierung zu sehr beschäftigte. War aber auch nicht so spannend.

    Dirk Manzewski, SPD spricht von Rechtssicherheit, welche die Richtlinie bringen soll. Definition der Technizität muss „genauer gefasst“ werden, dazu forderte er zu Recht eine Evaluierung der Praxis der Patentämter (vor allem dem EPA). Einige Bedenken hatte er beim FDP-Antrag, „komplizierter Sachverhalt“, dem die Pauschalität im FDP-Antrag nicht gercht wird. „Es trifft nicht, dass es zu unbegrenzter Patentierbarkeit führt, aber die „Zielsetzung ist richtig“, da wären „alle alle einer Auffassung“. Den CDU-Antrag findet er „durchdachter“ und sieht ihn als „Grundlage für späteren einen interfraktionellen Antrag, wie üblich im Bereich „Geistiges Eigentum“.

    Günther Krings war völlig von der Rolle, wer ihn aus der Urheberrechtsdebatte kennt, wundert sich, wie vehement er auf einmal gegen Softwarepatente eintrat. Trotzdem nutze er die Bühne, um wieder für ein schärferes Urheberrecht zu plädieren. „Das Geistige Eigentum ist ein hohes Gut, dem auch der gebürtige Schutz gebührt, damit wir alle im 21 jhrdt gemeinsam leben können“. Verwundert war ich über die Formulierung „Fairer Schutz Geistigen Eigentums“, was aber beim Urheberrecht (Stichwort Privatkopie) für ihn nicht zu gelten scheint. „Derzeitiger stand der Richtlinie erstickt Kreativität“, undman müsste„Geistiges Eigentum schützen, um Kreativität zu entfalten“. Eine Bemerkung von Zypries in einer Zeitung, man könne ja eine Rechtsschutzversicherung zu Softwarepatenten abschliessen, hält er für „ziemlich zynisch“. Da wundert man sich zu Recht über die Unwissenheit von Zypries, da es einfach keine Rechtsschutzversicherung zum Schutz vor Softwarepatenten gibt (ausser dieses Businessmodell aus USA zu Linux).

    Grietje Bettin von den Grünen brachte einige berühmte Beispiele von der Symphonie oder Mausefalle. Softwarepatente würden die Weiterentwicklung des Wissens würde im IT-Bereich behindert. Das „Einsetzen für Freie Software ist ein wichtiges politisches Ziel für die Grünen“. Die schleichende Ausdehnung von softwarepatenten muss verhindert werden. Die Grünen sind nicht zufrieden mit dem Bundesjustizministerium, „wir werden die Bundesregierung weiter auffordern, die Beschlüsse des EU-Parlaments zu vertreten“. Sie „hofft auf gemeinsamen interfraktionellen Antrag, um zum Europaparlament mit gemeinsamer Stimme zu sprechen“.

    Vera Dominike, CDU/CSU sieht die jetzige Fassung als eine „Katastrophe für kleine und mittelständische Unternehmen und den akademischen Nachwuchs“. Dazu wetterte sie gegen „grosse global agierende multis“, was ungewöhnlich für eine Konservative ist. Vielleicht sollte sie mal ihren Kollegen im Europaparlament sprechen, die fast alle von der CDU/CSU Fraktion letztes Jahr für eine dem Rat ähnliche Fassung gestimmt haben. Sie will, dass „ein innovationsfreundliches Klima in Europa bestehen bleibt. Sie sprach sich für einen interfraktionellen antrag aus, um die „Bundesregierung auf den pfad der tugend“ zurückbringen“.

    Dr Uwe Küster, SPD, sprach davon, dass Open Source Software eine deutsche Stärke ist, „da wollen wir nichts von abgeben, sondern weiterentwickeln“. Er sprach von einer Studie der dbResearch, die vor zwei Tagen drei Wachstumskerne prognostiziert, nämlich Biometrie, Open Source, Funketikett (Gemeinhin bekannt als RFID). Dazu von „sicheren Rahmenbedingungen“, und dass man eine „einfache Antwort auf Frage, welche Software patentiert werden soll“ bringen müsste. Er kritisierte die grosse Zahl an EU-Patenten auf „Dinge“, die erteilt worden sind, wie dem 1‑click oder Mauszeiger-Patent, und auch kannte er wohl den FFII-Webshop, der anschaulich 20 Trivialpatente verdeutlicht. Zu Recht merkte er an, dass Softwareentwicklung ganz anders als die Entwicklung von Maschinen oder Medikamenten ist. „Ich will damit klar machen, dass es eine schwierige Gradwanderung zwischen technischem Fortschritt mit Hilfe von Computern und Trivialpatenten ist. (Übersetzt: Also zwischen ABS und Fortschrittsbalken)
    Algorithmen und Geschäftsmethoden dürfen nicht patentierbar sein, „Open Source Projekte dürfen nicht benachteiligt werden“, ganz wichtig sei die Gewährleistung von Interoperabilität. Formale Kritik von FDP am BMJ kann er „nicht stehen lassen“, „Zypries hat sich bemüht“, was falsch ist, weil Zypries sich schon vorher platziert hat, dank schlechter Beratung. Was stimmt ist, dass das BMJ sich im Wettbewerbrat für Interoperabilität eingesetzt hat.

    Letztendlich wurde auf die Ausschüsse verwiesen und es bleibt zu hoffen, dass es bald einen gemeinsamen interfraktionellen Antrag geben wird.

    21. Oktober 2004
  • : Alle im Bundestag gegen Softwarepatente?
    Alle im Bundestag gegen Softwarepatente?

    Nachdem die FDP jetzt nun auch Softwarepatentegegner ist und einen Entschliessungsantrag in den Bundestag gebracht hat, der wohl morgen dort behandelt werden soll, ist nun wohl auch die CDU-Fraktion dagegen. Wunderbar, aber wieso dauert das so lange? Die Grünen waren mal wieder Vorreiter, indem sie sich schon im Jahre 2000 gegen Softwarepatente aussprachen und die Entscheidung des Europaparlaments ist vor allem der Grünen Europafraktion zu verdanken. Mal schauen, wie CDU und FDP im Europaparlament abstimmen werden. Und was macht jetzt die SPD? Bastelt wohl an einem eigenen Antrag und ist sich wohl noch nicht sicher, ob sie einen Antrag gegen ihre eigene Justizministerin stellen kann. Aber wieso nicht, wenn die im Justizministerium geleistete Arbeit Innovation und Wettbewerb schadet? Wir werden es vermutlich morgen nachmittag sehen.

    20. Oktober 2004