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Deutsche Bahn: Digitalisierung aufs Abstellgleis
Die Bahn will sanieren statt digitalisieren Deutsche Bahn: Digitalisierung aufs Abstellgleis Die Deutsche Bahn steht vor großen Herausforderungen: Sie muss das marode Schienennetz sanieren und die Infrastruktur digitalisieren. Aus Kostengründen will das Unternehmen nun die Digitalisierung massiv zurückfahren – obwohl das geplante Sondervermögen Investitionen ermöglichen sollte.
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Künstliche Intelligenz: China testet Gefühlserkennung an uigurischer Minderheit
Mehr als 380 Internierungslager gibt es in der chinesischen Region Xinjiang. Künstliche Intelligenz: China testet Gefühlserkennung an uigurischer Minderheit Die chinesische Region Xinjiang ist das Versuchsfeld für die extremsten Überwachungsmaßnahmen der Welt. Seit Jahren unterdrückt die Zentralregierung Chinas die muslimische Minderheit mit unterschiedlichsten Methoden. Nun testet sie dort eine moderne Variante des Lügendetektors.
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: Automatische Parkplatzverwaltung: Technisch gar nicht so einfach
Es scheint für Maschinen nicht leicht zu sein, Autos, Straßen und Parkplätze voneinander zu unterscheiden. : Automatische Parkplatzverwaltung: Technisch gar nicht so einfach Auf einem Park-&-Ride-Parkplatz in Stuttgart hat Bosch versucht, Sensoren zu installieren und damit zu demonstrieren, was „Aktives Parkraummanagement“ heißen kann. Mit Magnetfeld- und Radarerkennung ausgestattete Bodensensoren sollten freie Parkplätze melden. Von solchen Systemen zur „intelligenten innerstädtischen Parkplatzsuche“ erhofft sich nicht nur der Bundestag, dass sie „lange Parkplatzsuchverkehre“ (pdf) verringern könnten.
Golem berichtet nun allerdings, dass Bosch mit dem installierten System keine guten Erkennungsraten erreichen konnte:
‚Wir werden diesen Ansatz des aktiven Parkraummanagements mit den Bodensensoren nicht weiter verfolgen’, sagte Firmensprecher Jörn Ebberg auf Anfrage von Golem. Der Grund: Die Detektionsergebnisse waren offenbar nicht gut genug. ‚Wir haben damit nicht die Qualitätsansprüche von Bosch erfüllen können. Um das mit entsprechender Marktreife zu erreichen, wäre unverhältnismäßiger Entwicklungsaufwand nötig’, sagte Ebberg.
Verschiedene Ansätze für die Verdatung von Parkplätzen und Straßen
Mit Siemens stößt noch ein weiterer deutscher Technologiekonzern auf Schwierigkeiten bei der automatisierten Parkplatzverwaltung. In einem Pilotprojekt hat das Unternehmen Straßenlaternen in Berlin mit Sensoren ausrüsten lassen, um erkennen zu lassen, welche Parkplätze frei sind. Außerdem könne mit der Technik den „Ordnungsbehörden (…) ein Hinweis (gegeben werden), dass mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ein Parkverstoß vorliegt.“ (S. 73)
Doch auch dieses Projekt, so berichtet Golem, scheint zunächst aufgrund fehlender Zuverlässigkeit der Sensoren zu stocken. In der Stadt gebe es viele Störfaktoren, die den Einsatz von Magnetfeld- und Radarerkennung erschweren. Siemens will nun stärkere Sensoren verbauen, während Bosch künftig mit anderen Konzepte experimentieren will:
Beim sogenannten Automated Valet Parking im Parkhaus werden die freien Parkplätze mit Laserscannern erkannt, perspektivisch sollen Kameras zum Einsatz kommen. Beim sogenannten Community Based Parking erkennen Autos im Vorbeifahren mit ihren Ultraschallsensoren freie Parkplätze. Dabei liefert die neue Mercedes S‑Klasse bereits die Daten, die über ein Backend den Fahrern zur Verfügung gestellt werden sollen.
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Arabischer Frühling als Jagdsaison: Wie westliche Firmen den syrischen Überwachungsstaat aufgebaut haben
Arabischer Frühling als Jagdsaison: Wie westliche Firmen den syrischen Überwachungsstaat aufgebaut haben Der syrische Staat besitzt ein umfassendes System technischer Überwachung und Zensur, an dem westliche Hersteller und dubiose Mittelsmänner profitiert haben. Das geht aus einer aufwendigen Recherche und internen Dokumenten hervor, die wir veröffentlichen. Eine der Firmen wirbt mit deutschem Image: Advanced German Technology.
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Internet-Überwachung: Deutsches Unternehmen Trovicor lieferte Technik zum massenhaften Abhören nach Äthiopien
Folie von Trovicor zur Ausweitung von Internet-Verkehr in Äthiopien. Internet-Überwachung: Deutsches Unternehmen Trovicor lieferte Technik zum massenhaften Abhören nach Äthiopien Die Münchener Überwachungstechnologie-Firma Trovicor spielte eine zentrale Rolle bei der Ausweitung der Überwachungskapazitäten in Äthiopien. Das geht aus internen Dokumenten und Geschäftsunterlagen hervor, die wir veröffentlichen. Demnach belieferte das Unternehmen den Geheimdienst und bot an, die Fähigkeiten zum Abhören und Speichern von Internet-Verkehr massiv auszubauen.
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: Wie funktioniert eigentlich „Stadionsicherheit“? Das Beispiel Siemens in Brasilien
Ausschnitt aus einer Präsentation des EU-Projekts “Integrated Mobile Security Kit”, das mobile Anlagen unter anderem zur Stadionsicherheit entwarf. : Wie funktioniert eigentlich „Stadionsicherheit“? Das Beispiel Siemens in Brasilien Der deutsche Siemens-Konzern ist mit einem Milliardenauftrag an der Ausrichtung der FIFA 2014 in Brasilien beteiligt. Für die Fußballweltmeisterschaft der Männer hat Siemens laut einer Pressemitteilung Aufträge für Infrastrukturprojekte von rund einer Milliarde Euro erhalten. Nur „10 bis 20 Prozent der Investitionen“ flössen dabei in die Stadien: Vielmehr würden die meisten Gelder für städtische und landesweite Infrastruktur ausgegeben. Hierzu gehörten demnach Straßen, Verkehrsleitsysteme, Flughäfen, U‑Bahn-Stationen, Hotels, Kraftwerke: Für den hohen Energiebedarf hat Siemens in Manaus ein eigenes Kraftwerk gebaut.
Siemens ist aber auch mit der Ausrüstung von Stadien und ihrer Umgebung „mit moderner Sicherheits- und Gebäudetechnik“ befasst. Ein Vorzeigeprojekt ist das Mané Garrincha National Stadium in der Hauptstadt Brasilia, in dem sieben Spiele der Weltmeisterschaft stattfinden. Siemens installierte ein „CCTV-System“, das „modernste Kameratechnik“ nutzt und Besucher auf den Tribünen identifizieren kann.
Auf welche Weise die Kameras arbeiten, verlautbart die Pressemitteilung nicht. Erklärt wird dies jedoch auf der Webseite von Siemens, wo die „umfassenden Lösungen für Videoüberwachung, Personen- und Sachschutz sowie Gefahrenmanagement“ beworben werden. Demnach würde die „Operator Station im Kontrollraum“ jeden Winkel des Veranstaltungsorts überwachen können, Ausschreitungen und Überfüllung in den Gängen würden sofort erkannt. Die CCTV-Systeme stünden mit den automatischen Ticketkontrollen „in Verbindung“. Dadurch würde „bekannten Hooligans“ der Zugang verwehrt.
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: Siemens und Syrien: Was die Überwachungstechnik kann
: Siemens und Syrien: Was die Überwachungstechnik kann Deutschland ist nicht nur der drittgrößte Rüstungsexporteur der Welt und der größte in Europa, auch bei Überwachungstechnologien schätzen autoritäre Regime die deutsche Wertarbeit. Eine syrische Ausschreibung beschreibt, was die gelieferte Technik mindestens können muss. Die beteiligten Firmen hüllen sich in Schweigen.
Gestern wurde bekannt, dass der Siemens-Konzern Technologien zur Überwachung von Telefon- und Internet-Kommunikation an Syrien verkauft hat, die dort noch immer im Einsatz sind. Der FAKT-Bericht ist mittlerweile online:
Überwacht wird jede Webseite und jede E‑Mail
Wie die konkrete Technologie aussieht, ist bisher nicht bekannt. Etwas Licht ins Dunkel bringt eine Ausschreibung, die von der Piratenpartei Deutschland gestern veröffentlicht wurde. Die ist aus dem Jahr 1999, vorher gab es in Syrien kein richtiges Internet. In der Ausschreibung wird spezifiziert, welche Anforderungen an das zu errichtende Backbone-Netz sowie die Provider gestellt werden.
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: ARD-Magazin FAKT: Deutsche Firmen liefern Überwachungstechnologie an Syrien
: ARD-Magazin FAKT: Deutsche Firmen liefern Überwachungstechnologie an Syrien Der Siemens-Konzern hat Technologien zur Überwachung von Telefon- und Internet-Kommunikation an Syrien verkauft. Erst im Jahr 2008 wurde ein neuer Vertrag abgeschlossen, die Technik ist „offensichtlich noch immer im Einsatz“. Das berichtet das ARD-Magazin FAKT, das heute 21:45 einen Beitrag dazu senden wird.
Demnach lieferte Siemens im Jahr 2000 ein „Überwachungs-Zentrum“ an die syrische Mobilfunkgesellschaft Syriatel. Die Aachener Firma Utimaco schickte Siemens 2005 weitere Komponenten dafür, die auch für Syrien bestimmt waren. Im Jahr 2008 sagte Nokia Siemens Networks zu, dem syrischen Festnetzanbieter STE ein solches Zentrum zu liefern. Seit 2009 werden all diese schmutzigen Verträge über die Firma Trovicor mit Sitz in München umgeleitet.
Überraschend kommt das nicht, liefert man doch auch an Iran und Bahrain. Damals wurde bekannt, dass Menschen „routinemäßig“ gefoltert werden, weil den Behörden ihr komplettes Online-Verhalten zur Verfügung steht.
Auch davon hat FAKT ein neues Beipiel:
Wie die deutsche Überwachungstechnik offensichtlich eingesetzt wird, schildert der Syrer Mohammed, der nach Deutschland geflüchtet ist. Er erzählt, dass er im Internet Videos von Demonstrationen gegen das Assad-Regime bereitgestellt hat. Als er später verhaftet worden sei, habe man ihm jeden einzelnen Schritt genannt, den er im Internet unternommen habe. Amnesty International kennt nach eigenen Angaben viele solcher Fälle.
Die Deutschpunk-Band NoRMAhl sang einst „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt.“ Das kann man nun mit „deutsche Technik“ erweitern.