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: Netzneutralität: Mobilfunkanbieter wollen Werbung blockieren
Mobilfunkbetreiber wollen auch ein Stück des mobilen Werbekuchens abhaben. CC BY 2.0, via <a href="https://www.flickr.com/photos/blakespot/4773693893/">flickr/Blake Patterson</a> : Netzneutralität: Mobilfunkanbieter wollen Werbung blockieren Mehrere Mobilfunkbetreiber planen offenbar, Werbung in ihren Netzen zu blockieren und damit in einen offenen Schlagabtausch mit Werbenetzwerken wie denen von Google oder Yahoo zu treten. Laut Informationen der Financial Times (Paywall) habe ein europäischer Provider die dazu notwendige Software bereits in seinen Rechenzentren ausgerollt und plane, sie noch vor Jahresende zu aktivieren. Weitere europäische Betreiber sollen im Laufe des Jahres dazukommen und noch 2015 entsprechende Filter installieren.
Die Filtertechnik soll Werbung in Webseiten und Apps blockieren, „In-Feed“-Anzeigen, wie sie etwa bei Twitter oder Facebook zum Einsatz kommen, dabei jedoch aussparen. Damit verschärft sich einerseits der Kampf um Einnahmen aus dem lukrativen Geschäft mit mobiler Werbung, auf der anderen Seite bedroht ein solcher Eingriff die Netzneutralität, weil auf diese Weise Datenverkehr manipuliert wird. Provider beklagen schon seit geraumer Zeit, als reine Datenlieferanten zu fungieren, und versuchen, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.
Die Software soll das israelische Start-up Shine entwickelt haben, das unter anderem von der Investment-Firma „Horizon Ventures“ von Li Ka-shing finanziert wird. Li kontrolliert mit Hutchison Whampoa einen der weltweit größten Mobilfunkbetreiber. Shine arbeite laut dem Bericht mit mehreren Mobilfunk-Providern zusammen. Zunächst soll der Dienst als Opt-in-Service starten, diskutiert werde aber auch, Werbung in einem Netz auf einen Schlag zu blockieren. Dieser als „Die Bombe“ bezeichnete Ansatz richte sich in erster Linie gegen Google, dem mit Abstand größten Anbieter von Online-Werbung, und soll Google dazu drängen, ein Stück des Werbekuchens an die Netzbetreiber abzutreten. Das Marktforschungsunternehmen eMarketer erwartet, dass 2015 knapp 70 Milliarden US-Dollar in mobile Online-Werbung investiert werden wird. Ob ein solcher radikaler Schritt Erfolg haben kann, bleibt allerdings fraglich, würde er doch zumindest in den USA gegen die strengen Netzneutralitätsregeln verstoßen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Provider versuchen, Datenverkehre zu manipulieren, um fremde Werbung auszublenden oder eigene einzuschleusen. In der Regel setzen sie dazu „Deep Packet Inspection“ (DPI) ein, schauen also in die Datenpakete, teilen sie in unterschiedliche Klassen ein und filtern oder bremsen unliebsamen Verkehr aus. Für Kontroversen sorgte etwa der Versuch des französischen Providers „Free“, 2013 standardmäßig Werbung zu blockieren. Die Filterung lief damals auf dem Kunden-Endgerät, dem Freebox-Modem. Nach heftigen Protesten gab der Betreiber das Vorhaben nach nur einer Woche auf. Ebenfalls von recht kurzer Dauer war der Versuch der British Telecom im Jahr 2008, das Online-Werbesystem Phorm einzusetzen, um Kunden personalisierte Werbung einzublenden. Die Zusammenarbeit wurde schließlich 2009 eingestellt, unter anderem, weil sich die britische Regierung damit ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission eingehandelt hat.
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: Werbeanzeigen auf Seiten, wo keine sein sollten: Kooperiert amerikanischer ISP mit Werbedienstleister?
<a href="http://zmhenkel.blogspot.de/2013/03/isp-advertisement-injection-cma.html" >Zachary Henkel</a> : Werbeanzeigen auf Seiten, wo keine sein sollten: Kooperiert amerikanischer ISP mit Werbedienstleister? Während eines Besuchs bei ihren Eltern entdeckten Robert Silvie und Zachary Henkel, unabhängig voneinander, ungewöhnliche Werbeanzeigen auf den Seiten von u.a. Apple, Bing und eBay. Silvie wusste, dass Bing keine Werbebanner unterhalb der Suchmaske anzeigt und auch ‚Zack’ Henkel war sich sicher, dass Apple auf seiner „sorgfältig gestalteten weiß-grauen Homepage“ nicht freiwillig ein neongrünes Banner mit der Aufschrift „File For Free Online, H&R Block“ einblendet. Irgendwo zwischen Silvies beziehungsweise Henkels Rechner und den Seiten von Bing und Apple mussten die Werbeanzeigen eingeschleust worden sein – aber wo?
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: Aktuelles und Hintergrund zu Deep Packet Inspection
: Aktuelles und Hintergrund zu Deep Packet Inspection British Telecom hat gerade bekannt gegeben , dass sie vorerst nicht mehr mit dem umstrittenen DPI-basierten Werbevermarkter Phorm zusammenarbeiten werden. Die Affäre Phorm hatte der britischen Regierung bereits ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission eingebrockt. Phorm ist mittlerweile international auf Kundensuche und hat unter anderem einen großen Deal in Südkorea an Land gezogen. (Update: heise hat eine gute Zusammenfassung zu Phorm.)
Deep Packet Inspection kann natürlich noch mehr als nur personalisierte Werbung einblenden. Es kann u.a. Bittorrent blockieren, Skype aussperren, Youtube verbieten, Bandbreiten managen, Viren filtern und so weiter.
Aus aktuellem Anlass hat Claudia Glechner von ORF Futurezone mit mir ein längeres Hintergrundgespräch zu Deep Packet Inspection geführt: „Die Nase tief im Netz“ .
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: British Telecom startet neuen Phorm-Versuch
: British Telecom startet neuen Phorm-Versuch ZDNet berichtet mit Verweis auf die BBC, dass British Telecom erneut das Online-Werbesystem Phorm testet:
Wie die BBC berichtet, soll ab heute eine erste Gruppe von BT-Kunden dazu eingeladen werden, die neue Werbetechnologie per „Opt-In“-Verfahren zu testen. Die bisherige Praxis, Testläufe ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer durchzuführen, hatte nach ihrem Bekanntwerden in der Vergangenheit eine Protestwelle bei Datenschutzorganisationen ausgelöst. Mit Hilfe von Phorm lassen sich alle besuchten Seiten der Providerkunden analysieren, um aus den so ermittelten Daten ein detailliertes Interessensprofil der Nutzer zu erstellen. So kann den Nutzern auf allen Seiten, die sie besuchen, maßgeschneiderte Werbung gezeigt werden. Dieses sogenannte „Behavioral targeting“-Verfahren wird in der Werbebranche zunehmend populärer.
Die BBC-Originalquelle: BT to kick off fresh Phorm trial.
Telecoms giant BT is about to start further trials of a controversial internet advertising technology.
Die britische OPen Rights Group hat „4 good reasons not to take part in the BT Webwise trial“:
1. You gain nothing. BT is looking to profit from its deployment of behavioural targetted advertising technology, but you stand to gain very little. Unless the offer of “more relevant advertising” is something that holds a special promise for you, what you are getting in return for allowing BT to analyse your web surfing habits is an “anti-fraud” feature which is unlikely to give you anything more than the features already built into web browsers Internet Explorer 7 (available for free upgrade to existing Internet Explorer users) or Firefox 3 (also free) – or Opera.
Weitere Gründe sind:
* BT has already trialled Webwise on its customers – without telling you.
* BT are making you responsible for getting everyone who uses your computer to consent to being profiled by Webwise.
* BT Webwise turns the web inside out.