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: Debatte: Ist geteilte Bildung halbe oder doppelte Bildung?
: Debatte: Ist geteilte Bildung halbe oder doppelte Bildung?
Im Portal „Digitale Bildung“ der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) finden sich zwei gegensätzliche Einschätzungen zur Frage, welche Chancen mit digitaler Technologien und offenen Lizenzen im Bildungsbereich verbunden sind.David Klett, Geschäftsführer von Klett MINT, vertritt den Standpunkt „Geteilte Bildung ist halbe Bildung“ und warnt davor, im Bildungsbereich auf eine „Kultur des Teilens“ zu setzen:
Es ließen sich weitere Fälle nennen, in denen sich die „Kultur des Teilens“ nicht so recht einzustellen scheint, und das nicht nur im Bereich des Austauschs von Medien, sondern auch beim Versuch, freie Inhalte zu bewerten, zu qualifizieren und besser auffindbar zu machen. Seit einiger Zeit versucht etwa der Deutsche Bildungsserver zusammen mit der Universität Duisburg, das Angebot an freien Bildungsressourcen im Netz zu erschließen. Lehrkräfte sollen auf der Plattform »EduTags« Links zu OER so verschlagworten, dass sie für alle anderen leichter und gezielter zugänglich sind. Da derlei Initiativen nicht den Beweis ihrer Wirtschaftlichkeit antreten müssen, lassen sich Erfolg und Misserfolg schwer auseinanderhalten. Mit Blick auf die Tiefe und Breite des Angebots – der Suchbegriff „Verbformen“ etwa bringt genau ein (1) Suchergebnis – liegt allerdings der Verdacht nahe, dass sich die breite Lehrerschaft noch nicht recht zum „edutaggen“ hinreißen lässt.
Ich durfte die Gegenposition „Geteilte Bildung ist doppelte Bildung“ vertreten:
Der Sinn von Bildungseinrichtungen liegt genau darin, einen Ort für den Austausch – das Teilen – von Wissen, Erfahrungen und Meinungen, nicht zuletzt aber auch von Lehr- und Lernmaterialien bereitzustellen. Die Nutzung von offenen Lizenzen wie jene der Wikipedia auch für professionell erstellte Lernmaterialien würde das Teilen von Wissen und Erfahrungen über die Grenzen der Bildungseinrichtung hinaus erlauben. Wo heute wieder und wieder das Rad neu erfunden, dasselbe Arbeitsblatt neu zusammengestellt wird, könnten Lehrkräfte aus einer globalen Wissensallmende schöpfen und gleichzeitig ihre Erkenntnisse und Ideen beisteuern. […] Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass jene öffentlichen Gelder, die heute schon in die Erstellung von Lehr- und Lernmitteln fließen, vermehrt offen lizenzierte Inhalte und deren kontinuierliche Weiterentwicklung und Aktualisierung finanzieren.
In einem Punkt bin ich mir demnach mit David Klett durchaus einig: einfach nur darauf zu vertrauen, dass neue Technologien einer Kultur des digitalen Teilens zum Durchbruch verhelfen werden, ist wenig erfolgversprechend. Vielmehr geht es eben darum, öffentliche Mittel besser einzusetzen, sodass öffentlich finanziert auch offen lizenziert bedeutet.
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: Call for Participation: Open Data as Open Educational Ressources
: Call for Participation: Open Data as Open Educational Ressources Javiera Atenas und Leo Havemann suchen Fallstudien für ein Buchprojekt zur Nutzung von Open Data als offene Lehr und Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER):
We are inviting individuals and teams to submit case studies describing experiences in the use of open data as open educational resources. Proposals are open to everyone who would like to promote good practices in pedagogical uses of open data in an educational context. The selected case studies will be published in a open e‑book (CC_BY_NC_SA) hosted by Open Knowledge Foundation Open Education Group http://education.okfn.org by mid September 2015.
Einreichung von Vorschlägen für Fallstudien werden via Online-Formular erbeten (Link geht zu Google-Form).
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: Arbeitsgruppe von Bildungsministerium und Kultusministerien zu OER betont „positive Wirkungsmöglichkeiten“
: Arbeitsgruppe von Bildungsministerium und Kultusministerien zu OER betont „positive Wirkungsmöglichkeiten“ Bereits 2012 baten Bundesforschungsministerium (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) um Beantwortung von 35 Fragen zu offenen Lehr- und Lernmitteln (Open Educational Ressources, OER), nur um dann im April 2014 noch einmal 24 Fragen zum Thema nachzureichen. Seit kurzem ist jetzt der Bericht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von BMBF und KMK zum Thema auch öffentlich zugänglich (PDF).
Angesichts des umfänglichen Fragenkatalogs und der langen Dauer seiner Erstellung ist der Bericht mit elf Seiten vergleichsweise knapp ausgefallen. Eine systematische Auswertung der Antworten der schriftlichen Anhörung oder eine Darlegung unterschiedlicher Positionen findet sich deshalb in dem Bericht nicht – im Gegenteil, auf die Anhörung wird überhaupt nicht explizit Bezug genommen.Stattdessen folgen auf eine Diskussion von „Innovationspotentialen und Herausforderungen“ in den Bereichen Pädagogik, Organisation, Technik und Recht eine Reihe mehr oder weniger konkreter Handlungsempfehlungen:
- Aufbau einer neuen bzw. die Unterstützung bereits bestehender länderübergreifender Plattformen im Internet, auf der Verweise zu verschiedenen OER-Quellen − und falls sinnvoll auch OER-Materialien − gebündelt bereitgestellt, gefunden und heruntergeladen werden können.
- Rechtssicherheit bei der Lizenzierung von OER verbessern. So soll „diskutiert werden, wie die
Rechtssicherheit bei der Lizenzierung von OER (z. B. durch spezielle OER-Lizenzen) verbessert werden kann.“ - Für die Potenziale von OER sensibilisieren (z.B. in Form einer eine Informationskampagne zum Thema OER)
- Erkenntnisstand zu OER fördern (z.B. durch „gezielte Förderung von modellhaften Projekten zu zentralen
Aspekten einer länderübergreifen OER-Konzeption“) - Die europäische und internationale Zusammenarbeit bei OER intensivieren (z.B. durch Übersetzung von OER-Materialien)
- Dialog: Eine Informations- und Koordinierungsstelle für OER, insbesondere für die Bereiche Schule und Lebenslanges Lernen, schaffen.
Deutlich wird an den Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe eine prinzipiell positive Beurteilung von OER, die sich auch im Fazit widerspiegelt:
Open Educational Resources (OER) können positive Effektive auf Lernen und Lehren haben. Dafür sind in den unterschiedlichen Bildungsbereichen entsprechende Rahmenbedingungen zu gewährleisten bzw. zu schaffen. Die institutionelle Diskussion um OER steht – jedenfalls in Deutschland – noch am Anfang. Angesichts der sehr dynamischen Entwicklung sollten aber bereits jetzt die empfohlenen Maßnahmen angegangen werden. Der weitere Prozess ist national und international aktiv zu begleiten. Dabei ist zu erwarten, dass die Anforderungen an eine Ausgestaltung förderlicher Rahmenbedingungen bis hin zu einem zentralen und übergreifenden europäischen OER-Konzept zunehmen werden. Zugleich wird ein wesentlicher Aufgabenbereich sein, die differenzierten Anforderungen der einzelnen Bildungsbereiche aufzunehmen und zu unterstützen.
Eher überraschend und wenig hilfreich ist jedoch die zweite Empfehlung im Bezug auf Rechtssicherheit offener Lizenzen. Überraschend deshalb, weil sie den Ergebnissen einer diesbezüglich vom BMBF beauftragten Studie von Till Kreutzer widerspricht, die sich gegen eine eigene OER-Lizenz ausspricht:
Aus den vorgenannten Gründen sollte sich die Frage nach geeigneten OER-Lizenzen eher auf die Auswahl einer geeigneten Lizenzvariante aus dem Bestand der existierenden Lizenzmodelle fokussieren als auf die Entwicklung neuer spezieller Lizenzmodelle.“ (S. 64f.)
Noch besser auf den Punkt gebracht hat das Problem mit einem zusätzlichen Lizenzstandard XKCD zum Thema Standards ganz allgemein:
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: Viel über MOOCs, nichts über OER: Markus Deimann über das Bildungskapitel im EFI-Jahresgutachten
Cover des EFI Jahresgutachtens 2015 : Viel über MOOCs, nichts über OER: Markus Deimann über das Bildungskapitel im EFI-Jahresgutachten Neben der durchaus fortschrittlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Urheberrecht widmete sich ein anderes Kapitel des Jahresgutachtens der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung dem Thema digitaler Bildung in Form von Massive Open Online Courses (MOOCs). Diese werden in dem Jahresgutachten (PDF) ziemlich abgefeiert und eine eigene Pressemeldung fordert „eine mutigere Nutzung und Unterstützung von MOOCs“ an deutschen Hochschulen.
Markus Deimann hat sich für das Hochschulforum Digitalisierung kritisch mit diesem Lob auseinandergesetzt und meint, dass offen lizenzierte Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) das größere disruptive Potential aufweisen als MOOCs:
Es gab also sehr wohl bereits vor den Stanford ProfessorInnen Sebastian Thrun, Daphne Koller und Andrew Ng institutionell organisierte Bestrebungen, Bildung für alle zugänglich zu machen. Und das zu Bedingungen, die sehr viel besser für Bildungszwecke geeignet sind. Die OER sind nämlich so liberal lizenziert, dass sie frei verwendet, verändert und wieder ins Netz zurück gespeist werden können, ohne die jeweiligen Urheber jedes mal um Erlaubnis fragen zu müssen. Diese Freiheit zur Modifikation von Materialien ist eine zentrale Voraussetzung digital-gestützter Bildung und wird von den mittlerweile oft kommerziell angebotenen MOOCs nicht unterstützt. Offene Bildung beschränkt sich bei Coursera, Iversity oder edX auf den kostenlosen Zugang zu Ressourcen und vernachlässigt die weiter reichenden Bedeutungsgehalte von Open Education (siehe dazu „How does Open Education work?“).
Und es ist in der Tat erstaunlich, dass die Begriffe „Open Education“ bzw OER kein einziges Mal Erwähnung finden in einem Kapitel über Chancen digitaler Bildung, während es ansonsten nur so wimmelt vor „Open“ im selben Jahresgutachten, von Open Access über Open Innovation bis hin zu Open Government. Und das ist, wie Markus Deimann in seinem Beitrag herausarbeitet, deshalb relevant, weil das „Open“ in MOOCs kaum etwas mit dem „Open“ in OER zu tun hat.
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: Positionspapier des Bündnis Freie Bildung zu Open Educational Ressources
: Positionspapier des Bündnis Freie Bildung zu Open Educational Ressources
Das 2014 gegründet Bündnis Freie Bildung geht auf eine Initiative von Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland und der Open Knowledge Foundation zurück und versteht sich als „Forum für Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für offene Lizenzen in der Bildung einsetzen“. Die Vision des Bündnisses ist, alle Bildungsmaterialien ohne rechtliche und technische Hürden nutzbar zu machen. Mit einem Positionspapier zu offenen Lehr- und Lernmaterialien (Open Educationa Ressources, OER) mit dem Titel „Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien“ (PDF) veröffentlichte das Bündnis heute das erste ausführliche gemeinsame Dokument.Neben einer allgemeinen Erläuterung des Konzepts von OER und dessen potentiellen Vorzügen fordert das Positionspapier ein klares Bekenntnis der öffentlichen Hand zu OER und liefert eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen:
- Koppelung von öffentlicher Finanzierung an offene Lizenzierung: „Mit öffentlichen Geldern (ko-)finanzierte Bildungsmaterialien sollten grundsätzlich unter einer offenen Lizenz, in offenen Formaten sowie mit den notwendigen Metadaten veröffentlicht werden.“
- OER in Weiterbildung integrieren: „Notwendig ist die feste Integration des Themas OER in Aus- und Weiterbildung, insbesondere in der Lehrerausbildung und der Qualifizierung von Lehrenden, Ausbildenden und Weiterbildenden.“
- OER-Kompetenzzentren schaffen: „In den Fachministerien, in öffentlichen Bildungseinrichtungen und in der Verwaltung sollten Kompetenzzentren und Anlaufstellen für OER geschaffen werden, die umfassend zu Fragen rund um freie Bildungsmaterialien beraten können und deren Entwicklung fördern.“
- Erstellung von OER im Dienstrecht berücksichtigen: „So sollte beispielsweise die Erstellung von OER durch geeignete Anpassungen des Dienstrechts von Lehrenden abgesichert und unterstützt werden.“
- Offenheit bei der Anschaffung von IT-Infrastruktur: „Die IT-Infrastrukturen müssen entsprechend für eine uneingeschränkte Verwendung von OER ausgelegt sein, da geschlossene, proprietäre Anwendersysteme oft nur geringen bis gar keinen Spielraum für die Verwendung offen lizenzierter Materialien und Software bieten.“
- Gezielte Förderung und Finanzierung der Erstellung von OER: „Unmittelbare Tätigkeiten, die im Rahmen solcher Förderungen unterstützt werden sollten, sind die Erstellung und Verbreitung von freien Bildungsmaterialien in allen Bildungssektoren.“
Die Überlegung, durch OER „lasse sich kurzfristig im Bildungsbereich Geld sparen“ wird hingegen als „ein verbreitetes Missverständnis“ bezeichnet. Als einen der ersten Schritte auf Bundesebene schwebt dem Bündnis ein „öffentlich finanzierter OER-Think-Tank oder eine entsprechende Anlaufstelle der KMK“ vor.
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: Sammelband der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Open Educational Ressources an Schulen: Schöne neue Welt?
: Sammelband der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Open Educational Ressources an Schulen: Schöne neue Welt?
Ute Erdsiek-Rave und Marei John-Ohnesorg haben für das Netzwerk Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung einen umfassenden Sammelband zum Thema offene Lehr- und Lernmittel an Schulen zusammengestellt, der auch online im Volltext (PDF) zugänglich ist – allerdings, wie bei der FES immer noch üblich, nicht unter einer offenen Lizenz.Den Anfang macht eine Art zweites „Inhaltsverzeichnis“ in Form von 10 thesenhaft begründeten Punkten zu OER, die sich gut als zusammenfassende Lektüre eignen:
- Open Educational Resources: Freie Bildung für alle,
kostenlos und lebenslang. - Open Educational Resources leisten einen Beitrag zur
Demokratisierung von Bildung - Partizipatives Lernen mit Open Educational Resources erfordert ihre Einbindung in ein mediendidaktisches Schulkonzept.
- Die Nutzung Neuer Medien gehört zu einem zeitgemäßen Schulunterricht
- Für eine bessere Verfügbarkeit und Auffindbarkeit von Open Educational Resources ist der Aufbau einer zentralen Sammelstelle notwendig.
- Die Einbindung vieler Freiwilliger gewährleistet die Qualität von Open Educational Resources.
- Schulbuchverlage müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen.
- Lehrkräfte müssen für den Umgang mit Open Educational Resources aus- und fortgebildet werden.
- Schulen ans Netz: Ein stabiler und schneller Internetzugriff ist Voraussetzung für das Lernen mit Open Educational Resources.
- Die Entwicklung einer Open-Education-Strategie gehört auf die politische Agenda.
Zu den Autorinnen und Autoren zählt das Who-is-Who der deutschen OER-Debatte und reicht von Jan Neumann (Hochschulbibliothekszentrum NRW) und Urheberrechtsexperten Till Kreutzer über Mediendidaktikerin Kerstin Mayrberger und Nils Weichert und Sebastian Horndasch von Wikimedia Deutschland bis hin zur SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, deren abschließendes Fazit wie folgt lautet::
Das wahre Potenzial von OER liegt im selbstständigen, kollaborativen und kreativen Lernen, in der Bearbeitung, der kreativen Gestaltung, der Rekonstruktion und dem Teilen: „Sharing is Caring!“ So entstehen kreativer Austausch und Kollaboration unter Lehrer_innen, unter Schü- ler_innen und zwischen Lehrer_innen und Schüler_innen, der am Ende das schafft, was durch den bloßen Einsatz von Whiteboards und Tablets nicht gelingen wird: Wir wollen Opas Schule überwinden!
- Open Educational Resources: Freie Bildung für alle,
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: Zwei Millionen für Open Educational Ressources im Bundeshaushalt 2015
: Zwei Millionen für Open Educational Ressources im Bundeshaushalt 2015 In den USA werden bereits seit längerem beträchtliche finanzielle Mittel in die Erstellung frei zugänglicher und verwendbarer Lehr- und Lernmittel (Open Educational Ressources, OER) investiert. Im Jahr 2011 waren dort beispielsweise 2 Milliarden Dollar für OER reserviert worden und erst vor kurzem erneuerte Präsident Obama sein Bekenntnis zu OER.
Wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken heute via Pressemeldung (PDF) bekanntgab, werden jetzt auch in Deutschland im Haushalt des Bundeministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstmals Bundesmittel – konkret geht es um zwei Millionen 2015 – zur Förderung von OER eingesetzt werden. Esken laut Pressemeldung:Mit zwei Millionen Euro in 2015 und zunächst weiteren fünf Millionen Euro an Verpflichtungsermächtigungen stehen erste Anlaufbeträge für freie Lehr- und Lernmaterialien sowie Lernsoftware, sogenannter Open Educational Resources (OER) im Haushalt 2015 bereit.
Die Verpflichtungsmittel wiederum bedeuten, dass auch in den Folgehaushalten Gelder dafür vorgesehen sein werden. Wie genau diese Mittel ausgeschüttet werden – z.B. in Form von Förderprogrammen oder Wettbewerben – obliegt nach finaler Beschlussfassung dem BMBF. Die Festlegung auf OER – also offene Lizenzen und Formate – findet sich explizit in den Erläuterungen zum Beschluss. Dort heißt es:
Mehr Mittel für freie Lern- und Lehrmaterialien sowie freie Lernsoftware (Open Educational Resources)[.]
Dieser Beschluss ist jedenfalls ein starker Beleg dafür, dass OER jetzt auch in Deutschland im politischen Mainstream angekommen ist. Bleibt zu hoffen, dass die für Bildung hauptzuständigen Länder hier nachlegen.
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: OER-Broschüre jetzt in aktualisierter Auflage verfügbar
: OER-Broschüre jetzt in aktualisierter Auflage verfügbar Es gibt eine neue Version vom OER-Ratgeber „Offene Bildungsressourcen in der Praxis“, der von der MABB rausgegeben und von iRights umgesetzt wurde.
Das 62-seitige Büchlein im Format DIN A6 (PDF) erläutert theoretische und juristische Fragen zu offenen Bildungsressourcen, besser als Open Educational Resources (OER) bekannt. In drei Kapiteln werden Grundprinzipien, aktuelle Entwicklungen und praktische Anwendungen vermittelt. Praktiker aus Schule und Universität berichten von ihrer Arbeit mit freien Bildungsmaterialien.
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: #OERde14 – Wikimedia Konferenz zur Zukunft freier Bildungsmaterialien
: #OERde14 – Wikimedia Konferenz zur Zukunft freier Bildungsmaterialien
Open Educational Ressources (OER) – zu deutsch freie Bildungsmaterialien – waren der Gegenstand der Wikimedia Fachkonferenz in Berlin vergangenes Wochenende. Die Veranstaltung bestand aus einem kuratierten Teil und einen Barcamp, und brachte die relevanten Akteure aus Schulen, Hochschulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. OER haben das Potenzial Bildung zu revolutionieren. Die Kernidee: Lehr- und Lernmaterialien sind offen zugänglich und können von allen weiterverarbeitet und weitergegeben werden (hier ein kurzer Beitrag dazu in der Tagesschau). Wikimedia Deutschland schreibt über die Relevanz von OER:Eine Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft versteht, ist gut beraten, wenn sie die Prozesse der Wissenserstellung und des Wissenstransfers konsequent öffnet und dabei möglichst viele Menschen involviert. Die Einführung freier Bildungsmaterialien ermöglicht einen Innovationssprung im Bereich Bildungsmaterialien und setzt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis.
Frei lizenzierte Bildungsmaterialien setzen die Schulbuchverlage, deren Vertreter*innen auch auf der Konferenz vor Ort waren, ziemlich unter Druck. OER müssen aber keinesfalls „das Ende aller Geschäftsmodelle“ bedeuten, wie Till Kreutzer in einem ausführlichen Artikel über „Drei Mythen über Open Educational Ressources“ auf i.rights.info erklärt. Das Erstellen, Aktualisieren und Verbessern von Bildungsmaterialien kostet nach wie vor Geld, daher können OER die Finanzierungsfrage nicht ignorieren. „Offen“ müsse nicht zwangsläufig „kostenlos“ bedeuten.
Ein Beispiel für ein enorm erfolgreiches Finanzierungsmodell ist die Wikipedia, deren erheblicher Kostenaufwand für Technik, Administration und Organisation ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Es zeigt, dass die notwendigen Kosten aufgebracht werden können, hochwertige Inhalte aber auch gänzlich ohne Autorenhonorare oder Lizenzkosten entstehen können. Warum investieren derart viele Menschen freiwillig und ohne jede Vergütung so viel Zeit, um Beiträge für die Wikipedia zu schreiben, zu pflegen oder zu verbessern? Für dieses Engagement gibt es viele mögliche und nachgewiesene Motive, die von persönlichem Reputationsgewinn über den Wunsch, etwas Gutes zu tun bis zum Streben nach Anerkennung innerhalb einer Community gehen.
Kernfragen Finanzierung und Qualitätssicherung
Die etablierten Bildungsmedienverlage sehen vor allem die Qualität von Bildungsmaterialien bedroht. Doch qualitative Mängel kann es sowohl in offenen wie in proprietären Materialien geben. Mit dem OER-Prinzip hat das nichts zu tun. Auch hier zieht Kreutzer den Vergleich zu Wikipedia, der lange ebenfalls niedrige Qualitätsstandards nachgesagt wurden.An der Wikipedia zeigt sich, dass auch Communities sehr effizient Qualitätssicherung betreiben können, wenn sie gut organisiert sind. Untersuchungen haben schon 2005 ergeben, dass sich die – zu diesem Zeitpunkt noch relativ junge – Wikipedia mit Referenz-Publikationen wie der Encyclopedia Britannica in punkto Korrektheit und Editionsqualität durchaus messen konnte . Im Vergleich zum digitalen Brockhaus hatte die Online-Enzyklopädie sogar die Nase vorn. Seitdem wurden die Prozessen und Strukturen in der Wikipedia noch weiterentwickelt und es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass sie traditionellen Publikationen dieser Art heute weit überlegen ist. Besonders bei der Aktualität der Beiträge spielen Communitys mit einer großen Anzahl an Beteiligten ihre Stärken aus.
Bildung hat kein wirtschaftliches, sondern ein gesellschaftliches Ziel. Wer die Frage der Qualitätskontrolle in den Mittelpunkt rückt, vernachlässigt dabei die großen Potenziale der OER. Die Entwicklung offener Bildungsmaterialien steht allerdings nicht zuletzt auch in Deutschland noch am Anfang. In Berlin werden seit kurzem OER für Mathe und Naturwissenschaften angeboten. In anderen Bundesländern dürfen Lehrende nicht selbst entscheiden, welche Unterlagen sie im Unterricht verwenden. Ob der Staat sich künftig an der Herstellung und Finanzierung von OER beteiligen wird, dürfte deren Entwicklung maßgeblich beeinflussen.
Bildungstrend MOOCs
Ein großes Thema auf der Konferenz war auch das Zusammenspiel mit den sogenannten MOOCs (Massiv Open Online Courses). Das sind in den meisten Fällen Online-Unikurse, die übers Internet Menschen auf der ganzen Welt offen stehen. Bekannte Anbieter sind z.B. Coursera, Udacity und edX, es entstehen aber auch hier immer mehr Open Source Plattformen. Über die Wikimedia-Plattform Wikiversity können beispielweise MOOCs erstellt werden.
Wer sich für weitere Themen rund um OER interessiert: die Programmübersicht der Konferenz enthält zu allen Veranstaltungen bereits recht umfangreiche Informationen und Pads, in denen die Workshops dokumentiert sind.
Darüber hinaus hat die Bundeszentrale für politische Bildung die Veranstaltung gefördert und begleitet. Die BPB biete außerdem einkostenloses E‑Book „OER für alle!“ unter der Creative Commons Lizenz BY-SA an, Co-Autor ist unser Mit-Blogger Leonhard Dobusch.
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: #OERde14 – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien in Berlin
: #OERde14 – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien in Berlin F
ast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Premiere veranstaltet Wikimedia Deutschland am 12. und 13. September 2014 die zweite Konferenz zu Open Educational Resources (OER) in Berlin. Mit dem Umzug von der Kalkscheune in die Urania geht auch ein Aufwuchs im Programm einher. Auf teilweise sieben gleichzeitigen Tracks werden sowohl die politischen, wirtschaftlichen wie auch die technischen Aspekte Freier Lerninhalte erläutert und diskutiert. Den Blick über den deutschen Tellerrand liefern drei Vorträge über OER-Vorhaben in Polen, Schweden und Schottland. Die Konferenz findet unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission statt, die Keynote des ersten Tages hält Prof. Dirk Van Damme, Leiter der Abteilung für Innovation im Bildungsdirektorat der OECD in Paris.Eine Anmeldung zur Konferenz ist noch möglich, die Teilnahme kostet für beide Tage 50€, reduziert 30€. Lehrerinnen und Lehrer können in der FAQ nachlesen, ob diese Veranstaltung nach den Regeln des eigenen Bundeslandes für Fortbildungen sonderurlaubsfähig ist.
Offenlegung: Mathias Schindler ist Projektmanager im Bereich Politik und Gesellschaft beim Konferenzveranstalter Wikimedia Deutschland.
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: Studie: Potentiale für Open Education in Berlin
: Studie: Potentiale für Open Education in Berlin
Wie Sebastian Horndasch von Wikimedia Deutschland laufend berichtet, gibt es in Berlin einen parteiübergreifenden Konsens Entwicklung und Einsatz von offenen Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) stärker zu fördern. Jenseits von diesem grundlegenden Bekenntnis zu OER ist aber keineswegs klar, auf welche Weise der politische Wille auch in konkrete Bildungspraxis übersetzt werden soll. Um hierfür einen Beitrag zu leisten, bat mich die Technologiestiftung Berlin (TSB) Anfang des Jahres darum, eine Kurzstudie zum Thema zu erstellen, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz mit TSB-Vorstand Nicolas Zimmer und dem Berliner Bildungsstaatssekretär Mark Rackles präsentiert wurde (Studie als Download).Ausgehend vom politischen Bekenntnis zur Förderung von OER in Berlin untersucht die gemeinsam mit Jennifer Hill und Maximilian Heimstädt verfasste Studie vor allem zwei Fragen: Wie ist die Situation von OER in Berlin im Vergleich mit anderen Bundesländern in Deutschland? Wo können konkrete OER-Maßnahmen ansetzen, im oft unübersichtlichen und verschachtelten Kompetenzgeflecht von Schul- und Universitätsverwaltung?
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: Schriftliche Anhörung zu Open Educational Ressources: Noch einmal 24 Fragen und Antworten
: Schriftliche Anhörung zu Open Educational Ressources: Noch einmal 24 Fragen und Antworten
Im November 2012 habe ich bereits einmal an dieser Stelle meine Antworten auf 35 Fragen von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Kultusministerkonferenz (KMK) im Vorfeld einer mündlichen Anhörung verbloggt. Im Nachgang dazu (vgl. mein Protokoll des Anhörung) wurden nicht nur Studien erstellt sondern auch eine „Arbeitsgruppe KMK/BMBF zu ‚Open Educational Ressources’ (OER)“ gebildet. Diese Arbeitsgruppe hat jetzt Anfang des Monats neuerlich einen Fragenkatalog zum Thema im Rahmen einer „schriftlichen Anhörung“ ausgeschickt. Die erfreuliche Nachricht für AdressatInnen wie mich: statt 35 sind es mittlerweile nur noch 24 Fragen. Im folgenden wieder meine Antworten. Da sich einige Fragen mit jenen des OER-Fragebogens des BMBF aus dem Jahr 2012 decken, habe ich an manchen Stellen, wo keine Aktualisierung erforderlich war, auf die damaligen Antworten zurückgegriffen. -
: Gesetzesinitiative für offene Lehrbücher im US-Kongress
: Gesetzesinitiative für offene Lehrbücher im US-Kongress Die beiden demokratischen Senatoren Dick Durbin und Al Franken haben in der vergangenen Woche im US Senat mit dem „Affordable College Textbook Act“ eine Gesetzesinitiative für offene Lehrbücher gestartet. Oberstes Ziel ist dabei eine geringere finanzielle Belastung von Studierenden, die in den USA im vergangen Studienjahr im Durchschnitt 1.200 Dollar für Lehrbücher ausgegeben haben. Aus dem Gesetzesvorschlag (PDF, meine Übersetzung):
Der Aufstieg des Internets ermöglicht die Erstellung und das Teilen von digitalen Inhalten, darunter auch offene Lehr- und Lernmaterialien, die von Studierenden, Lehrenden und der Öffentlichkeit frei verwendet werden können. […] Investitionen auf Bundesebene in die Ausweitung der Verwendung offener Lehr- und Lernmaterialien könnte die Lehrbuchkosten substantiell verringern und die finanziellen Hürden für universitäre Ausbildung reduzieren, während gleichzeitig Steuermittel effizient eingesetzt werden.
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: Broschüre: Offene Bildungsressourcen in der Praxis
: Broschüre: Offene Bildungsressourcen in der Praxis
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat eine Broschüre zum Thema „Offene Bildungsressourcen (OER) in der Praxis“ herausgegeben. Die 64 Seiten lange Broschüre dienst als Ratgeber zu freien Bildungsmaterialien für Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Bildung. Und darum gehts:
Die Broschüre befasst sich mit theoretischen und juristischen Fragen zu offenen Bildungsressourcen. Neben den aktuellen Entwicklungen im Bereich OER stehen auch praktische Anwendungen im Fokus der Broschüre: Praktiker, u.a. aus Schule und Universität, berichten von ihrer Arbeit mit freien Bildungsmaterialien. So lernen die Leser praktische Beispiele aus ihrem Bildungskontext kennen und werden womöglich zur Nutzung und Erstellung von OER für die eigene Arbeit angeregt.
Die Broschüre (PDF) steht unter einer Creative Commons Namensnennungs-Lizenz (CC-BY) und kann gerne weiterkopiert und geremixt werden.
Ich bin Medienrat der MABB und mein Name steht unter dem Grußwort.
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: OER – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien dieses Wochenende in Berlin
: OER – Konferenz zu freien Bildungsmaterialien dieses Wochenende in Berlin
Dieses Wochenende findet in Berlin die OER (Open Educational Resources) Konferenz statt. Idee des ganzen ist, die verschiedensten Akteure aus dem Feld zusammenzubringen – ganz gleich, ob Akademikerin, Lehrerin, Aktivistin oder einfach nur interessierte Bürgerin. Veranstaltet und unterstützt wird das ganze durch die deutsche UNESCO-Kommission (Schirmherrschaft), mabb, creative commons, Co:llaboratory und werkstatt.bpb.de.Zu den Themenbereichen gehören: OER in Gesellschaft, Politik und in anderen Ländern. OER in Praxis, Projekten und Forschung. Anleitungen, Tipps & Tricks zu OER. Natürlich auch Qualität und Zugänglichkeit von OER. Und letztlich die leidige Frage der Finanzierung und Rahmenbedingungen.
Hier gehts zum Livestream. Hier findet ihr das Programm.
Wir sind für euch vor Ort und werden ein bisschen berichten, was sich so tut.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 10
Quelle: <a href="http://love-for-pugs.tumblr.com/post/44785002863/omg-i-just-cant-even-cute" >love-for-pugs</a> : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 10 -
Teilgeständnis von Bradley Manning: Keine Kollaboration mit dem Feind
Bradley Manning ist seit Mai 2010 in Militärgewahrsam. 22 Anklagepunkte wurden ihm im Februar 2012 verlesen, darunter Geheimnisverrat und “Kollaboration mit dem Feind”. Ihm wurde vorgeworfen, geheime Dokumente an WikiLeaks weitergegeben zu haben, unter anderem das “Collateral Murder” Video und mehr als 250.000 Depeschen, die als “Cablegate” weltweit für Aufsehen sorgten. Vor einigen Tagen legte Bradley Manning ein Teilgeständnis ab und bekannte sich in 10 der 22 Anklagepunkte für schuldig. Er habe geheime Dokumente an unautorisierte Personen weitergegeben, wehrt sich jedoch gegen den Vorwurf, “dem Feind” geholfen zu haben.[Zum Artikel]
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: Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 9
Quelle: <a href="http://somewheredreamy.tumblr.com/post/7319977450">Sweet Serenity</a> : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 9 In der vergangenen Woche ging es vor allem um das Leistungsschutzrecht, das heute beschlossen werden sollte und auch wurde. Wen das nicht so sehr interessiert, scrolle bitte ein wenig runter :)
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: Schools of Open: Online-Kurse über digitale Offenheit
: Schools of Open: Online-Kurse über digitale Offenheit
Auch wenn es Ende letzten Jahres eine ministerielle Anhörung zum Thema offene Lehr- und Lernunterlagen („Open Educational Resources“, OER) gab, spielen diese in Deutschlands Bildungspraxis bestenfalls in der Nische eine Rolle. Mit ein Grund dafür sind mit Sicherheit auch geringe Bekanntheit und viele offene (Rechts-)Fragen rund um OER. Was liegt also näher als in einem ersten Schritt digital-offene Lernangebote zum Thema OER selbst zu entwickeln?Am 8. April startet deshalb ein erster deutschsprachiger Online-Course zu OER (COER13), der einen umfassenden Überblick über Theorie und Praxis von OER bieten möchte:
Dies umfasst sowohl grundlegende Informationen zu OER und bestehenden Initiativen als auch praxisrelevante Informationen für Lehrende und Lernende, die OER nutzen oder produzieren wollen. Dabei soll immer der Bezug zur Praxis gewährleistet werden, durch viele konkrete Beispiele und Hinweise erfahrener Praktiker – nicht zuletzt aber auch durch die aktive Mitgestaltung durch die Teilnehmenden.
Es gibt auch einen kurzen Video-Trailer zum OER-Kurs:
Im englischsprachigen Raum ist das Angebot an Online-Kursen zu (unterschiedlichen Bereichen von) digitaler Offenheit bereits um einiges vielfältiger. Vor allem die Peer-to-Peer (P2P) University bietet hier ein breites Kursangebot, das im Zuge der anstehenden „Open Education Week“ von 11.–15. März noch einmal kräftig aufgestockt wird:
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: DGB fordert Prüfstelle für kostenfreie Lernunterlagen: Fortschritt oder Bedrohung?
: DGB fordert Prüfstelle für kostenfreie Lernunterlagen: Fortschritt oder Bedrohung? Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und dessen Mitgliedsgewerkschaften kritisieren schon seit einiger Zeit den zunehmenden Trend zur Bereitstellung kostenloser Unterrichtsmaterialien durch wirtschaftliche Interessensgruppen. So veröffentlichte die IG Metall bereits im Dezember 2010 ein umfassendes Dossier mit „Hintergrundinformation zum Einfluss wirtschaftlicher Interessengruppen in der Bildung“ (PDF). Und tatsächlich ist es so, dass zum Beispiel die vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall finanzierte Lobby-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein eigenes Lehrerportal „Wirtschaft und Schule“ unterhält oder das Handelsblatt das Portal „Handelsblatt macht Schule“ betreibt. Und auch im Bereich Netzpolitik gibt es eine Reihe alles andere als neutrale Angebote für Lehrende, wie zum Beispiel den Leitfaden „Legal, sicher und fair“ des Börsenvereins des deutschen Buchhandels (kritisch dazu Oliver Dirker bei Carta: „Legal, sicher und fair – eher reine Propaganda!“) sowie die Portale für Unterrichtsmaterialien von „Respe©t Copyrights“ (Nachfolger der Raubkopierer-sind-Verbrecher-Kampagne „hartabergerecht.de“) und „Ideen sind etwas wert“ (von IFPI Austria – Verband der Österreichischen Musikwirtschaft).
Vor diesem Hintergrund ist deshalb auch die jüngste Forderung des DGB nach einer Prüfstelle für kostenfreie Unterrichtsmaterialien zu sehen, von der bildungsklick berichtet:
Besonders moniert der DGB, dass einseitige Materialien von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen öffentlich gefördert oder durch behördliche Kooperationsverträge unterstützt werden. Massiv kritisieren die Gewerkschaften, dass die Anbieter ihre kostenlosen Schulmaterialien mit einem eigenen „Gütesiegel“ versehen. Damit solle Lehrkräften glauben gemacht werden, die Materialien seien von fachlicher und didaktischer Qualität und könnten bedenkenlos im Unterricht eingesetzt werden.
Andernorts, und zwar nicht nur bei Lobbyverbänden wie der INSM, sorgt diese Forderung des DGB jedoch für Besorgnis. So befürchtet der Lehrer Torsten Larbig in einer ersten Einschätzung, dass damit auch Einschränkungen für die Verwendung offen lizenzierter Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) drohen:
Der #DGB arbeitet anscheinend darauf hin, dass nicht mehr nur #Schulbücher erst nach einer Freigabe genutzt werden dürfen, sondern auch #OER und andere kostenlos verfügbaren Lernmaterialien.