oer

  • : Open Educational Resources: Livestream und Podcasts
    Open Educational Resources: Livestream und Podcasts

    Seit 10:00 läuft in München das “SpeedLab” von werkstatt.bpb.de zum Thema Open Educational Resources (OER). Der Stream findet sich hier, Informationen auf Twitter findet man unter #slOER. Das Programm gibt es hier; erste Input-Redner sind Jan Neumann vom Hochschulbibliothekszentrum Köln (10:30) und Matthias Spielkamp von iRights.info (11:00).

    Wie offen kann Bildung sein? Seit der Debatte um den so genannten Schultrojaner wird im deutschen Schulalltag immer heftiger über freie und offene Lehrmaterialien diskutiert. Im Rahmen des SpeedLabs soll diskutiert werden, wie sich “Open Education” auf die schulische und außerschulische Bildung auswirkt und welche Probleme und Potenziale bestehen.

    Zur Einführung werden zwei Podcasts empfohlen, der eine mit Elly Köpf von Wikimedia Deutschland, der andere mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Wilfried Hendricks. Im Gespräch mit Hendricks geht es vor allem um Vorteile, Gefahren und Akteure des Themas. Elly Köpf erklärt unter anderem die Rolle von Wikimedia und warum OER wichtig ist. Außerdem geht sie auf urheberrechtliche Aspekte ein.

    30. November 2012
  • : c’t-Schwerpunkt zu Lernplattformen im Netz
    c’t-Schwerpunkt zu Lernplattformen im Netz

    In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift c’t findet sich ein sehr informativer und umfassender Schwerpunkt zum Thema Wissen im Netz, an dessen Gestaltung Jöran Muuß-Merholz, einer der Co-Autoren des White Papers „Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland“ (PDF), maßgeblich beteiligt war. Seinen Überblicksartikel gibt es frei im Netz bei heise.de, in dem er unter anderem auch in das Phänomen der Massive Open Online Courses (MOOCs) einführt (Links von mir eingefügt):

    Udacity hat im Laufe des Jahres 2012 bedeutende Konkurrenz bekommen. Das MIT und Harvard haben gemeinsam die Plattform edX gestartet. Für die ersten sieben Kurse haben sich 350 000 Studierende eingeschrieben. Das ist wenig im Vergleich zu Coursera, eine von Professoren der Stanford University gegründete Plattform.

    Sie weist ein halbes Jahr nach dem Start knapp 200 Kurse und 1,7 Millionen Einschreibungen auf. Die Kurse werden in Zusammenarbeit mit bisher 35 Hochschulen angeboten, darunter US-Elite-Universitäten wie Stanford, Columbia oder Princeton, aber auch Hochschulen in Australien, Großbritannien, Kanada, Hongkong, Indien, Israel und der Schweiz.

    Wie üblich eher trist ist die Beschreibung der Situation in Deutschland:

    Bisher gibt es kaum nennenswerte MOOC-Angebote in deutscher Sprache. Erste Hochschulen versuchen sich an experimentellen Angeboten. Ein Open Course der Goethe-Universität in Frankfurt mit dem Titel „Zukunft des Lernens“ zog immerhin 900 Teilnehmende an.

    Während die weiteren Artikel des Schwerpunkts bislang nur in der Printausgabe der c’t verfügbar sind, versteckt sich am Ende des Überblicksartikels noch eine Schatzkammer voller Links zu verschiedenen Online-Lernangeboten – versteckt deshalb, weil es sich um eine gezipte Excel-Datei handelt.

    19. November 2012 5
  • : Schulbuch-O-Mat: Plattform für freie Schulbücher sucht Crowdfunding
    Schulbuch-O-Mat: Plattform für freie Schulbücher sucht Crowdfunding

    Nachdem Dirk von Gehlen binnen weniger Tage über die Crowdfunding-Plattform startnext € 5.000,– für sein Buchprojekt „Eine neue Version ist verfügbar“ eingeworben hat, ist seit heute ein weiteres innovatives Buchprojekt dort am Start, diesmal im Bereich Open Education. Unter dem Titel „Schulbuch-O-Mat“ möchten der Biologielehrer Heiko Przydhodnik und der Sozialwissenschaftler Hans Hellfried Wedenig eine Plattform zur kooperativen Entwicklung offener Schulbücher starten. Als erstes Projekt soll damit ein lehrplankonformes, elektronisches Schulbuch „Biologie“ für die Klassenstufe 7/8 bis Mitte Juli 2013 fertiggestellt und unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung (CC-BY) veröffentlicht werden. Die Ziele des Projekts sind ambitioniert:

    Das E‑Book „Biologie“ ist nur der Anfang. Wenn dieses Buch erfolgreich produziert wird, dann werden andere (aus anderen Fachbereichen, für andere Schulstufen) folgen. Wir möchten mit unserem Projekt eine Kultur der freien Bildungsmaterialien einläuten.

    Mit dieser Vision befinden sich Przydhodnik und Wedenig aber in guter Gesellschaft. Erst vergangene Woche gab es eine Anhörung des Bildungsministeriums zum Thema Open Educational Resources (OER) und im Juni wurde in Paris eine Deklaration anlässlich des 10jährigen OER-Jubiläums verabschiedet.

    14. November 2012 10
  • : Angehört: Protokoll des BMBF-Fachgesprächs zu Open Education
    Angehört: Protokoll des BMBF-Fachgesprächs zu Open Education

    Gestern fand die mehrfach angekündigte Anhörung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) zu Open Educational Resources (OER) im Gartenhaus des BMBF in Berlin statt. Für werkstatt.bpb.de habe ich dabei mitgeschrieben und mich an einer möglichst übersichtlichen Zusammenfassung des Anhörungstages versucht:

    Als Ziele für das Fachgespräch von Seiten des BMBF formulierte Eckart Lilienthal zum Einstieg drei Punkte, die in der Folge auch größtenteils eingelöst wurden:

    • Informationen zum Thema, um als Ministerium den Auftrag der Politikberatung besser wahrnehmen zu können
    • Feststellung von Meinungsverschiedenheiten und Unklarheiten im Diskurs um OER
    • Antworten auf die Frage, was eine Rolle der öffentlichen Hand in diesem Zusammenhang sein könnte?

    Die daran anschließende Debatte startete mit Fragen nach bildungspolitischen Potentialen, gefolgt von rechtlichen, ökonomischen und technischen Anforderungen an OER. Den Abschluss bildete eine Runde mit konkreten Vorschlägen für die nächsten Schritte bei der Behandlung der Thematik. Die folgende Kurzzusammenfassung der im Einzelnen diskutierten Fragestellungen folgt den drei von Seiten des BMBF formulierten Zielen: Wo herrscht Konsens? Was ist strittig? Welche Ableitungen wurden diskutiert?

    Neben der Zusammenfassung findet sich dort auch eine Liste der anwesenden Expertinnen und Experten (PDF).

    9. November 2012 2
  • : Anhörung zu Open Educational Resources: Antworten auf 35 Fragen
    Anhörung zu Open Educational Resources: Antworten auf 35 Fragen

    Diesen Donnerstag findet auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz eine ganztägige Anhörung zum Thema “Open Educational Resources” (OER) statt (vgl. „Open Education: Milliarden in den USA, Fragen in Deutschland“). Insgesamt wurden 25 Personen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verlagsbranche eingeladen und bereits vorab um eine Stellungnahme zu rund 35 Fragen gebeten, die mit der Einladung versandt wurden (DOC).

    Im folgenden meine Antworten auf die 35 Fragen, die, wie ich an den Antworten der anderen Teilnehmer der Anhörung sehen konnte, weder vollständig noch unumstritten sind.

    6. November 2012 11
  • : British Columbia: Offene Lernunterlagen für die 40 populärsten Uni-Kurse
    British Columbia: Offene Lernunterlagen für die 40 populärsten Uni-Kurse

    Nicht nur in den USA, wo kürzlich Kalifornien ein Gesetz zum Aufbau einer digitalen Lehrbuchbibliothek beschlossen hat, auch in Kanada investiert mit British Columbia (B.C.) eine Provinz massiv in die Erstellung offener Lernunterlagen. Am Rande einer Open-Education-Konferenz in Vancouver verkündete der zuständige Minister John Yap via Pressemeldung, dass für die 40 populärsten Kurse an tertiären Bildungseinrichtungen (Universitäten und Colleges) die Erstellung offen lizenzierter Lehrbücher in Auftrag gegeben wird (meine Übersetzung):

    Die offenen Lehrbücher sollen erstellt werden unter Mitwirkung von Lehrkräften, Bildungseinrichtungen und Verlagen aus British Columbia durch eine offene Ausschreibung koordiniert durch BCcampus, einer öffentlich finanzierten Organisation mit dem Ziel höhere Bildung durch die kreative Nutzung kollaborativer IT-Dienste für jeden verfügbar zu machen. Lehrende werden weiterhin die Möglichkeit haben, andere Lernunterlagen bei der Entwicklung ihres Curriculums bzw. im Unterricht zu verwenden.

    Die auf diese Weise erstellten Lehrbücher werden als E‑Books kostenlos sowie auch in gedruckter Fassung erhältlich sein. Weil die Creative-Commons-Lizenz – vorgesehen ist die sehr liberale CC-BY-Lizenz – theoretisch jeder Druckerei den Nachdruck erlaubt, sind auch für die gedruckten Fassungen Wettbewerb und damit niedrige Preise wahrscheinlich.

    24. Oktober 2012 1
  • : Dossier und Veranstaltung zum Thema Open Educational Resources
    Dossier und Veranstaltung zum Thema Open Educational Resources

    Jöran Muuß-Merholz, Co-Autor eines umfangreichen White Papers zu Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland und Jaana Müller, Koordinatorin des Projekts werkstatt.bpb.de, haben für das Portal #PB21 von Bundeszentrale für politische Bildung und DGB-Bildungswerk ein Dossier zum Thema OER zusammengestellt:

    Als Alternative entdecken immer mehr Menschen Materialien, deren Lizenzen das Kopieren und Weitergeben, häufig auch das Bearbeiten und bisweilen sogar das Verkaufen ausdrücklich gestatten. Solchen sogenannten OER – Open Educational Resources, also freien oder offenen freien Bildungsmaterialien widmet sich dieses Dossier mit Artikel, Video-Interviews und Podcasts von pb21.de und werkstatt.bpb.de. Neben Einführungen ins Thema, Gesprächen mit Praktikern und Berichten aus anderen Ländern finden Sie darin auch eine Einladung zu einer Veranstaltung.

    Bei der  Veranstaltung handelt es sich um ein „SpeedLab“ von werkstatt.bpb.de zum Thema “Open Education – Wem gehört die Bildung?” am 30. November 2012 im Münchner Feierwerk:

    Es wird um Fragen rund um die freien Lehr- und Lernmaterialien gehen: Welche Bedeutung haben OER für die Lehre, das Lernen und die Institution Schule? Wie lässt sich die Qualität von OER sicherstellen? Wie steht Deutschland im Vergleich zu Entwicklungen im Bereich OER in anderen Ländern da?

    Das Programm der Veranstaltung richtet sich an Lehrende und alle anderen am Thema Interessierten.

    20. Oktober 2012
  • : 1,5 Millionen Lehrer- und Schüler-Blogs offline – Dank DMCA
    1,5 Millionen Lehrer- und Schüler-Blogs offline – Dank DMCA

    Wegen der illegalen Verbreitung eines Fragebogens aus dem Jahre 1974 wurden heute, laut einer Stellungnahme der Betreiber, die Blogs von über eineinhalb Millionen Lehrern und Schülern vom Netz genommen. Die Verantwortlichen hatten das betreffende Dokument zuvor aus dem öffentlichen Bereich ihrer Server entfernt- doch das war nicht genug. Die Vorwarnzeit betrug 12 Stunden, zählend ab Sonntag Abend.

    Hier die lange Version: Die (kommerzielle) Website edublogs.org hostet die Internetauftritte von derzeit 1,458,060 amerikanischen Lehrern und Schülern. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ein Lehrer unwissentlich urheberrechtlich geschütztes Material online stellt. Die Betreiber der Seite bieten deshalb in ihrem Kontaktformular eine Möglichkeit, illegale Inhalte zu melden und entfernen zu lassen und implementierten sogar ein eigenes „Anti-Spamblog-System“.

    Dem US-Lehrbuchverlag Pearson war das offenbar zu einfach: Als er in einem Blog-Post von 2007 einen geschützen Fragenkatalog aus dem Jahre 1974 – bestehend aus 20 Fragen – entdeckte, zögerte er nicht, eine DMCA-Notice einzureichen. Das hatte katastrophale Konsequenzen: Der Hosting-Provider ServerBeach nahm ohne zu zögern die gesamte Seite edublogs.org vom Netz. Zwar verschickte er zuvor eine Warnung per E‑Mail. Ob allerdings eine Frist von 12 Stunden an einem Sonntagabend wirklich ausreicht um die gemeldeten Probleme zu beheben, sei dahingestellt. Eine angeblich zehn Tage vorher verschickte Warnung erreichte die Betreiber der Seite nie.

    Der betreffende 38 Jahre alte Fragebogen ist übrigens immer noch im Google Cache zu finden. Ob hier auch eine Komplettabschaltung ins Haus steht?

    Andere Beispiele für fälschliche DMCA-Takedowns finden sich übrigens haufenweise.

    15. Oktober 2012 16
  • : Open Education: Milliarden in den USA, Fragen in Deutschland
    Open Education: Milliarden in den USA, Fragen in Deutschland

    Kürzlich durfte ich für das Projekt werkstatt.bpb.de – Digitale Bildung in der Praxis einen kurzen Beitrag zum Thema Open Education in den USA verfassen. Dort war mein Fazit, dass Deutschland verglichen mit den USA noch in der Open-Education-Steinzeit ist:

    Ohne Investitionen und damit zumindest kurzfristige Mehraufwände werden sich aber die langfristigen Potentiale von Open Education nicht heben lassen. Es ist also hoch an der Zeit, dass auf die mit Milliarden ausgestattete „Exzellenzinitiative“ eine „Open-Education-Initiative“ folgt.

    In den USA bewegt sich die Förderung von offenen Lernunterlagen („Open Educational Resources“, OER) bereits in diesen Dimensionen. Nachdem der kalifornische Governor Jerry Brown mit seiner Unterschrift das Gesetz zum Aufbau einer digitalen Lehrbuchbibliothek in Kraft gesetzt hatte, gab Arbeitsministerin Hilda L. Solis die bislang größte OER-Initiative auf Bundesebene bekannt (vgl. Redemanuskript). Binnen vier Jahren werden 2 Milliarden Dollar in Community Colleges investiert (500 Millionen sind bereits ausgeschüttet), wobei sämtliche damit finanzierten Lernunterlagen unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen (meine Übersetzung):

     [Community Colleges] können in Personal und Lernunterlagen investieren und Studierende mit freiem Zugang zu digitalen Lernmaterialen ausstatten. Alle mit Hilfe dieser Förderungen entwickelten Kursunterlagen werden für andere Bildungseinrichtungen verfügbar sein dank Creative-Commons-Lizenzierung.

    Schön langsam steigt aber auch in Deutschland das politische Interesse an Open Education. Mitte September lud das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz zu einer Anhörung zum Thema „Open Educational Resources“ und verschickte mit der Einladung einen umfangreichen Fragenkatalog (DOC). Ich bin schon gespannt, wer noch aller als Experte zur Beantwortung dieser Fragen eingeladen wurde – und vor allem, wie sich die Schulbuchverlage zu diesen Fragen positionieren werden. Am 8. November, dem Termin der Anhörung, wissen wir mehr.

    2. Oktober 2012 6
  • : Video-Wettbewerb ‚Why Open Education Matters’: Ergebnis der Publikumswahl
    Video-Wettbewerb ‚Why Open Education Matters’: Ergebnis der Publikumswahl

    Heute wurde das Ergebnis der Abstimmung über die beliebsten Videos zum Thema „Why Open Education Matters“ bekanntgegeben (vgl. Bericht zum Start des Votings). Der Wettbewerb wurde von Creative Commons in Kooperation mit dem US-Bildungsministerium und der Open Society Foundation ausgerichtet. Das Siegervideo stammt von der Firma Blink Tower aus Südafrika, die sich auf die Erstellung animierter Erklärvideos spezialisiert hat:

    In diesem Fenster soll der Inhalt eines Drittanbieters wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an diesen Anbieter. Aus technischen Gründen muss zum Beispiel Deine IP-Adresse übermittelt werden. Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeit jedoch auch, um Dein Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.

    Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Abfluss deiner Daten an den Drittanbieter so lange, bis Du aktiv auf diesen Hinweis klickst. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden. Der Drittanbieter betrachtet Deinen Klick möglicherweise als Einwilligung die Nutzung deiner Daten. Weitere Informationen stellt der Drittanbieter hoffentlich in der Datenschutzerklärung bereit.

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    Den zweiten Platz holte die US-amerikanische Künstlerin Laura Rachfalski aus Philadelphia…

    18. Juli 2012 3
  • : Video-Wettbewerb ‚Why Open Education Matters’: Start des Publikumsvotings
    Video-Wettbewerb ‚Why Open Education Matters’: Start des Publikumsvotings

    Anfang März startete das US-Bildungsministerium gemeinsam mit Creative Commons und der Open Society Foundation einen Wettbewerb zur Gestaltung von Videos zum Thema „Why Open Education Matters“. Die Videos durften nicht länger als drei Minuten sein und mussten unter einer Creative Commons Attribution 3.0 Unported license (“CC BY”) auf irgendeiner Videoplattform zugänglich gemacht werden.

    Insgesamt 61 Videos wurden innerhalb der Frist eingereicht und stehen ab sofort zur Abstimmung für den Publikumspreis bereit. Außerdem besteht bei den meisten Videos die Möglichkeit Untertitel in anderen Sprachen beizusteuern. Nach einem ersten raschen Durchzappen kann ich zumindest drei Dinge sagen:

    1. Es ist erstaunlich, aus wievielen Teilen der Welt Videos eingereicht wurden. Alle Kontinente scheinen vertreten zu sein. Umso bedauerlicher, dass scheinbar wieder einmal beim Thema offene Lernunterlagen („Open Educational Resources“, OER) kein Beitrag aus einem deutschsprachigen Land eingereicht wurde (falls ich ein solches Video nicht übersehen haben sollte).
    2. Die Mehrzahl der Videos sind, nun ja, langweilig. Aber warum sollte Sturgeon’s Law nicht auch für Videos zum Thema OER gelten?
    3. Mein persönlicher Favorit ist der OER-Rap der Crew „Smashing Cameras“:

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    25. Juni 2012 4
  • : 10 Jahre Open Educational Resources: Kongress und Deklaration
    10 Jahre Open Educational Resources: Kongress und Deklaration

    Vor zehn Jahren hat sich ein UNESCO-Forum quasi offiziell auf den Begriff „Open Educational Resources“ (OER) zur Bezeichnung offener – im Sinne von offen lizenzierter – Lehr- und Lernunterlagen geeinigt. Diesen Monat findet in Paris der „World Open Educational Resources Congress“ statt, in dessen Rahmen auch eine Deklaration („Paris Declaration“) verabschiedet werden soll, die Regierungen zur Entwicklung und Nutzung offener Lernunterlagen auffordert. Ein Entwurf der Deklaration (PDF) liegt nun in englischer Sprache mit der Bitte zur Kommentierung vor.

    Nach einer Präambel, die Bildung als Menschenrecht ausweist und eine Reihe vorhergehender Erklärungen anführt, geht es im Kern der Deklaration um einen zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog an die UNSECO-Mitgliedsländer, den ich im folgenden leicht gekürzt übersetzt habe:

    5. Juni 2012
  • : Polen setzt auf offene Bildungsmaterialien
    Polen setzt auf offene Bildungsmaterialien

    Wie die polnische Stiftung Nowoczesna Polska („modernes Polen“) gestern mitteilte, soll in Polen eine mit fast 11 Millionen Euro ausgestattete Initiative für die Schaffung offener Bildungsmaterialien gestartet werden. Ziel des Projektes ist es, Schüler der Klassenstufen vier bis sechs mit einem vollständigen Satz kostenloser und aktueller digitaler Schulbüchern zu versorgen. Polens Premier Donald Tusk verabschiedete das Vorhaben gestern.

    Das besondere an dem Unterfangen: Sämtliche Materialien sollen unter der CC-BY-Lizenz veröffentlicht werden. Dadurch können die Bücher (unter Nennung des Autorennamens) beliebig kopiert, vervielfältigt und verändert werden. Das Projekt wurde vor fast genau drei Jahren von vier polnischen NGOs ins Leben gerufen, inzwischen beteiligen sich über 15 gemeinnützige Organisationen.

    Ob es in Deutschland gelingt, in ähnlicher kurzer Zeit solche Erfolge zu erzielen, darf angesichts der abwehrenden Haltung der Schulbuchverlage (Stichwort Schultrojaner) bezweifelt werden.

     

    4. April 2012 19
  • : Creative Commons bittet um Unterstützung für „OER Policy Registry“
    Creative Commons bittet um Unterstützung für „OER Policy Registry“

    Cable Green, Leiter des Bildungsbereichs bei Creative Commons, hat kürzlich via Blogeintrag den Aufbau einer Datenbank zur Sammlung von Richtlinien im Bereich offener Lehr- und Lernunterlagen („Open Educational Resources, OER) angekündigt und dafür um Mithilfe gebeten. Konkret geht es um drei Punkte (meine Übersetzung):

    (1) OER-Richtlinien via Google form an Creative Commons melden.

    • Creative Commons sammelt sowohl gesetzliche als auch institutionelle (nicht-gesetzliche) OER-Richtlinien auf der ganzen Welt. Sämtliche Einträge werden zur vorläufigen Liste von OER-Policies hinzugefügt.

    (2) Die vorläufige Liste von OER Richtlinien begutachten helfen. (Google doc)

    (3) Diese Information an Kollegen, Mailinglisten, Blogs und andere Kanäle weiterleiten, um eine möglichst umfassende Erfassung verschiedener OER-Richtlinien zu ermöglichen. Da die OER-Bewegung globalen Charakter hat, ist es entscheidend OER-Richtlinien aus allen Regionen der Welt zu erhalten.

    Ab 1. Mai soll die begutachtete Liste mit OER-Richtlinien dann in das Creative-Commons-Wiki eingepflegt und dort laufend aktualisiert werden.

    26. März 2012 1
  • : MIT OpenCourseWare und Flat World Knowledge kooperieren bei offenen Lehrbüchern
    MIT OpenCourseWare und Flat World Knowledge kooperieren bei offenen Lehrbüchern

    Wenn Apple mit dem iPad in den Markt für Schulbücher drängt und daraufhin die deutschen Bildungsmedienverlage hektisch ihre Idee eines „digitalen Regals“ für „Digitale Schulbücher“ ankündigen, dann sind das in beiden Fällen wenig innovative Versuche, das bisherige Lehrbuchwesen ins Internet zu transferieren. Vor allem schreiben beide Ansätze den proprietären Ansatz des bestehenden Systems nahtlos ins Web fort, auch wenn der Verband Bildungsmedien gleich im ersten Satz seiner Pressemeldung von einer „offenen Lösung“ spricht.

    Radikal offen mutet im Gegensatz dazu das Konzept von „Flat World Knowledge“ an. Der US-amerikanische Lehrbuchverlag bietet Creative-Commons-lizenzierte Lehrbücher online kostenlos an und verdient am Verkauf von Printversionen.

    Vor zwei Tagen hat nun das Massachusettes Institute for Technology (MIT) eine Kooperation zwischen Flat World Knowledge und dem Hauseigenen „OpenCourseware“-Programm präsentiert. MIT OpenCourseWare bietet bereits seit 10 Jahren vollständige Unterlagen von mittlerweile über 2.000 Kursen ebenfalls unter einer Creative-Commons-Lizenz zum Download an; seit einem Jahr gibt es auch zum Selbststudium aufbereitete Unterlagen („OCW Scholar“). Im Rahmen der Kooperation mit Flat World Knowledge sollen auf Basis dieser Inhalte Lehrbücher entstehen, wobei Teile der Verkaufserlöse der Printversionen zurück ins OpenCourseWare-Programm fließen werden.

    Zeit, auch in Deutschland ernsthaft über einen Wandel im Bereich digitaler Lehr- und Lernunterlagen nachzudenken, der über eine bloße digitale Aufbereitung von Inhalten hinausgeht und stattdessen auch Fragen von Lizenzierung und freiem Zugang mitberücksichtigt.

    2. März 2012 11
  • : Learning Freedom and the Web
    Learning Freedom and the Web

    Die Mozilla-Foundation hat in Zusammenarbeit mit der MacArthur-Foundation das Buch Learning Freedom and the Web herausgegeben. Auf 245 Seiten geht es um Projekte und Personen, die sich mit der Zukunft des Lernens und Open Educational Resources befassen. Das Ganze basiert auf den Beiträgen beim Mozilla Drumbeat Festival 2010 und kann hier heruntergeladen werden: http://learningfreedomandtheweb.org/Mozilla_LFW.pdf

    Ein Zitat aus Cathy Davidsons Keynote gibt dabei die Richtung vor:

    “Virtually every feature of traditional formal education was created between 1850 and 1919 to support the Industrial Age. The whole basis of assessment is the standard deviation, the invention of Francis Galton! A eugenicist who believed the English poor should be sterilized! We’re stuck with Henry Ford’s assembly line from kindergarten through grad school! But our world has changed! With the Internet we don’t need the same kind of hierarchical structures.”

    Angeschnitten werden dabei sowohl bereits breit diskutierte wie auch vergleichsweise neue Themen, von Wikipedia im Unterricht über freie Lizenzen bis zum Zusammenhang zwischen Hacking und Lernen. Ingesamt bietet das Dokument ein Kompendium an Ideen und Möglichkeiten, mit dem Internet neue, unkonventionelle Lernformen zu erschließen.

    Viele Akteure äußern sich außerdem zur Zukunft des Lernens. Philipp Schmidt von Peer 2 Peer University beschreibt diese beispielsweise folgendermaßen:

    The idea that one monolithic institution will provide everything — teaching, testing, accreditation, research — that idea is already an idea of the past. It seems like the institutions themselves are the last people clinging to that concept and everyone else is already innovating around them.

    3. Januar 2012 1
  • : Podiumsdiskussion zum Schultrojaner
    Podiumsdiskussion zum Schultrojaner

    Gestern fand im Gebäude der Heinrich-Boell-Stiftung eine Podiumsdiskussion zum Schultrojaner statt.

    Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, stellte sich dabei der Kritik von Claudia Dalbert (Fraktionsvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt), „Bildungshacker“ Guido Brombach und André J. Spang, Lehrer aus Köln und e‑Learning-Spezialist. Vertreter der Schulbuchverlage waren angefragt worden, hatten allerdings laut Moderator und Pisa-Versteher Christian Füller keine Lust, „auf die Fresse zu bekommen“.

    Die Rollenverteilung in der Diskussion war eindeutig: Brombach ordnete das Lobbying der Schulbuchverlage in eine Reihe mit den Bemühungen der Lexikonverlage, trotz Wikipedia noch ein bißchen Geld zu verdienen ein und zeichnete das Zukunftsbild von obsoleten Schulbüchern, an deren Stelle ein Markt kleiner Wissensbausteine trete. Spann beschrieb die Aufregung im Kollegium um das Thema Schultrojaner, die dazu führte, dass Kollegen, die mühsam vom Internet und den Möglichkeiten des e‑Learning überzeugt werden mussten wieder Abstand davon nähmen. Dalbert merkte an, dass bereits während der Verhandlungen zwischen KMK und Verlagen Datenschutzbeauftragte einbezogen hätten werden müssen.

    Michallik hatte die undankbare Aufgabe, zu erklären, was sich die Kultusministerkonferenz beim Unterzeichnen der Verträge gedacht hatte. Die Distanzierung vom Thema – die Software sei Wunsch der Verlage gewesen und er könne hier nicht für diese sprechen – geriet dabei ein wenig unglücklich. Er nannte das Ganze eine Phantomdebatte, die frühestens geführt werden könne, wenn die Software tatsächlich existiere. Nachverhandlungen könne es dementsprechend nicht geben, denn der Anlass für diese existiere ja noch nicht. Es müsse im übrigen sichergestellt werden, dass die Software auch wirklich nur für die Verlage Relevantes überprüfe.

    Aus dem Publikum kam noch ein interessanter Beitrag zur Problematik der Barrierefreiheit von Schulbüchern, bei der die Verlage bisher wohl einen ziemlich miesen Job machen und integratives Lernen mit Sehbehinderten durch lange Lieferfristen erschweren. Die Publikumsfrage, warum Schulbücher nicht als von Beamten verfasste Werke amtliche Werke sein könnten, wurde leider vom selbsterklärten Nicht-Urheberrechts-Spezialisten Michallik mit dem Hinweis beantwortet, dass Lehrer, die an Schulbüchern arbeiten, doch oftmals bereits Beamte seien.

    Dank Einwürfen von Malte Spitz und Jan Engelmann wurde dann noch ein wenig über Open Educational Resources (OER) diskutiert. Engelmann berichtete von den Problemen von Wikimedia, einen Kooperationspartner unter den Schulbuchverlagen zu finden.

    Das Video der Veranstaltung wird demnächst in der Mediathek der Boell-Stiftung verfügbar sein.

    8. Dezember 2011 10