oer
-
: Studie: Perspektiven für Open Educational Resources an Schulen in NRW
: Studie: Perspektiven für Open Educational Resources an Schulen in NRW Offene Lehr- und Lernunterlagen werden zunehmend als zentraler Bestandteil digitaler Bildungsstrategien erkannt. Regelungen zu Lernmittelfreiheit und ‑finanzierung berücksichtigen offene Lizenzen jedoch nicht. Eine neue Studie liefert diesbezüglich konkrete Vorschläge am Beispiel von NRW.
-
: „Bildung in einer digitalen Welt“: Lob und Tadel des Bündnis Freie Bildung an Kultusministerien-Strategie
Offen lizenzierte Lehr- und Lernunterlagen sollten eine zentrale Rolle bei digitaler Bildung spielen. <br /> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/opensourceway/6082519811/">opensource.com</a> : „Bildung in einer digitalen Welt“: Lob und Tadel des Bündnis Freie Bildung an Kultusministerien-Strategie Ein Strategiepapier der Kultusministerkonferenz macht deutlich, dass offen lizenzierte Lehr- und Lernunterlagen zukünftig eine zentrale Rolle im Bereich digitaler Bildung spielen sollen. Dennoch bleibt noch Luft nach oben, wie das Bündnis Freie Bildung dokumentiert.
-
: Zentrales Informationsangebot zu Open Education in Deutschland: „OERinfo“
Screenshot: open-educational-resources.de/ : Zentrales Informationsangebot zu Open Education in Deutschland: „OERinfo“ Im Zuge eines Förderprogramms des deutschen Bildungs- und Forschungsministeriums (BMBF) zu offen lizenzierten Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER) war auch explizit die Einrichtung einer bundesweiten Informations- und Koordinationsstelle zum Thema vorgesehen. Den Zuschlag erhielt ein Konzept, das vorsieht, eine Reihe bestehender Angebote – darunter die „Transferstelle OER“ und der „OER-Atlas“ – unter dem Dach von OERinfo (o‑e‑r.de) zu vereinen und darauf aufbauend die Verbreitung von OER in Deutschland zu fördern.
Zu den Angeboten und Aufgaben von OERinfo sollen Dossiers zu OER in den verschiedenen Bildungsbereichen (Schule, Hochschule, Berufsbildung und Erwachsenenbildung) sowie die Organisationen von Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel der Sensibilisierung und Qualifizierung von pädagogischem Personal und Multiplikatoren gehören.
Der Relaunch des Webauftritts unter dem Label OERinfo soll bis Februar/März 2017 abgeschlossen sein.
-
: „Lernen statt nur zu daddeln“: Bildungsministerin Wanka kündigt „Digitalpakt“ mit Bundesländern an
Upgrade für die digitale Bildung an Schulen? BundesbildungsministerinJohanna Wanka kündigt einen "Digitalpakt #D" an. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">CC BY-SA 2.0</a> <a href="https://www.flickr.com/photos/mozman7/15577412326/" target="_blank">Manfred Moltzl</a> : „Lernen statt nur zu daddeln“: Bildungsministerin Wanka kündigt „Digitalpakt“ mit Bundesländern an Fünf Milliarden Euro aus Bundesmitteln will Johanna Wanka investieren, um deutsche Schulen bis 2021 mit Computern und WLAN auszustatten. Längst überfällig – und längst nicht genug: Damit der „Digitalpakt #D“ das notwendige Upgrade für digitale Bildung bringt, müssen die Bundesländer mitziehen.
-
: Interaktive Darstellung von Open Education in Deutschland: Hamburg als Hochburg
Ausschnitt der interaktiven OER-Karte der Technologiestiftung Berlin zur Verbreitung von OER-Praktiken in Deutschland (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>) : Interaktive Darstellung von Open Education in Deutschland: Hamburg als Hochburg Ein Vergleich der Aktivitäten von deutschen Bundesländern im Bereich Open Education dokumentiert die wachsende Bedeutung von offenen Lizenzen im Bildungsbereich. Die jüngste Studie der Technologiestiftung Berlin zeigt aber auch: es gibt noch viel zu tun.
-
: Amazon startet Portal für (offene) Lernunterlagen und US-Bildungsministerium fordert: #GoOpen
: Amazon startet Portal für (offene) Lernunterlagen und US-Bildungsministerium fordert: #GoOpen Binnen zwei Tagen haben der größte Online-Versandhändler Amazon und das US-Bildungsministerium miteinander verschränkte Initiativen für offen lizenzierte Bildungsunterlagen gestartet. Open Educational Resources (OER) sind damit zumindest in den USA mitten im Bildungsmainstream angekommen.
-
: Hackathons für Jugendliche veranstalten
: Hackathons für Jugendliche veranstalten Hackathons sind längst ein etabliertes Format für die Entwicklerszene, um sich thematisch zu vernetzen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten.
Jugend hackt hat über die letzten drei Jahre dieses Format auch für Jugendliche angepasst und weiterentwickelt, um mit ihnen anhand offener Daten an eigenen Projektideen zu arbeiten und Hacker-Ethik zu diskutieren. Diese Erfahrungen sind nun in einer freien Publikation verfügbar und sollen zur Veranstaltung weiterer Jugend-Hackathons anregen.
Das „Handbuch Jugend-Hackathons“ ist als (Print-)PDF sowie zur Weiterverwendung und ‑entwicklung auf github unter CC-BY verfügbar.
(Disclaimer: Der Autor ist auch einer der Autor/innen des Handbuchs)
-
: Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten
: Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten Über Maker-Ideen und Umsetzung für Kinder und Jugendliche informiert das „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“. Das Buch steht unter der CC-BY-Lizenz und kann als 248 Seiten langes PDF kostenlos heruntergeladen werden. Die gedruckte Version kostet 39,90, mit einem Kauf unterstützt man den gemeinnützigen Verein BIMS e.V.
Da wir zu dem Thema gerne mehr machen würden: Habt Ihr noch weitere Empfehlungen für Tutorials, Handbücher oder Videos, wie man Vorschul- und Grundschulkinder an Digitaltechnik und Elektronik spielend heranführen kann? Dann packt Links gerne in die Kommentare.
-
: „Mapping OER“ präsentiert „Praxisrahmen für Open Educational Resources in Deutschland“
Cover des "Praxisrahmens" des Projekts "Mapping OER" : „Mapping OER“ präsentiert „Praxisrahmen für Open Educational Resources in Deutschland“ Vor gerade einmal einem halben Jahr haben wir hier den Start des Projekts „Mapping OER“ vermeldet, heute liegt bereits dessen Ergebnis in Form eines „Praxisrahmens für Open Educational Resources (OER) in Deutschland“ (PDF). Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte und von Wikimedia Deutschland durchgeführte Projekt sollte „Handlungsfelder und praxisnahe Lösungsansätze für die Weiterentwicklung von OER in Deutschland“ ausarbeiten. Konkret wurden dafür vier Themenschwerpunkte zu (1) Lizenzierung und Rechtssicherheit, (2) Qualitätssicherung, (3) Qualifizierungsmodelle für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie (4) Finanzierungs- und Geschäftsmodelle gesetzt, die auch die den nun veröffentlichten Abschlussbericht gliedern. Der Praxisrahmen baut dabei auf einer umfassenden Bestandsaufnahme zum Thema auf, die im September letzten Jahres veröffentlicht worden war.
Mapping OER – Projektabschluss from Wikimedia Deutschland on Vimeo.
Kurz zu den Ergebnissen der vier Themenschwerpunkte:
- Lizenzierung und Rechtssicherheit: Um weit verbreiteter Rechtsunsicherheit auf Seiten der Lehrkräfte entgegenzutreten, sollen diese „nicht zu Rechtsexperten und ‑expertinnen ausgebildet“ sondern „über Unterstützungs- und Support-Stellen begleitet werden“ (S. 20). Als Best-Practice-Beispiel wird in diesem Zusammenhang auf den „Lizenzhinweisgenerator“ von Wikimedia Deutschland selbst verwiesen. Wenig überraschend und wie auch in einer BMBF-Studie von Till Kreutzer zum Thema aus dem Jahr 2013, wird die Entwicklung einer speziellen OER-Lizenz abgelehnt und stattdessen für die Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen plädiert. Im Schulbereich soll ein „Remix-Tool“ für Lernunterlagen erstellt und eine persönliche Haftungsfreistellung „bei urheberrechtlichen Verstößen im Rahmen der Erstellung von Unterrichtsmaterialien“ vorgesehen werden (S. 22). Bereichsübergreifend wird die Einführung einer Allgemeinen Bildungsschranke im Urheberrecht sowie die Nutzung von möglichst offenen Creative-Commons-Lizenzen (CC-BY oder gleich CC0) empfohlen, weil mit diesen die geringsten (Nach-)Nutzungseinschränkungen verbunden sind.
- Qualitätssicherung: Während auf einer technisch-formalen Ebene auch zentralisierte Qualitätsicherungsverfahren auf Basis von Kriterienkatalogen oder Prüfverfahren für sinnvoll erachtet werden, warnt der Praxisrahmen vor solchen Kritierienkatalogen im inhaltlichen und didaktischen Bereich:
Hier dürfen Qualitätssicherungsverfahren nicht das Potenzial für einen individualisierten und vielfältigen Einsatz der Materialien in unterschiedlichen Bildungskontexten versperren. (S. 35)
Qualitätssiegel und diesbezüglicher Peer-Review werden aber durchaus als Chance gesehen, auch um die Usability von OER zu verbessern. Als entscheidend für Qualität von OER wird deren intensive und fortgesetzte Nutzung erachtet, weshalb es das Ziel von Qualifizierungsmaßnahmen sein sollte, „die Individualität und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von OER nicht als Mangel, sondern als chance für eine bessere Bildung zu begreifen“ (ibid.). Als Praxisbeispiel im Bereich Qualitätssicherung dient die Plattform Serlo.org.
- Qualifizierungsmodelle für MultiplikatorInnen: Für die zur Qualitätssicherung von OER erforderlichen Qualifizierungsmaßnahmen fehlt es derzeit jedoch noch an entsprechenden Qualifizierungsangeboten. Vorgeschlagen wird diesbezüglich ein „Mix zwischen punktueller Fortbildung sowie kontinuierlicher Beratung und Unterstützung“ (S. 49) sowie die Integration des Themas in bestehende Qualifizierungsmodule. Das Praxisbeispiel zum Thema ist das Projekt OERup!.
- Finanzierungs- und Geschäftsmodelle: Eingangs wird zunächst Klargestellt, dass es bei OER um Freiheit und nicht um Freibier geht:
Nicht nur das Erstellen von OER verursacht Kosten – z. B. durch Personaleinsatz – sondern auch die veränderte, freie Lizenzierung sollte im Sinne der Produzierenden von Lehr- und Lernmaterialien eine modifizierte Vergütung nach sich ziehen. (S. 60)
Nachhaltige Finanzierungs- und Geschäftsmodelle sind also entscheidend dafür, ob sich OER im Mainstream der deutschen Bildungslandschaft etablieren wird können. Neben neuen Finanzierungsformen wie Crowdfunding oder Freemium-Angeboten sollte „[o]berste Priorität […] einer Reform der öffentlichen Lehr- und Lernmittelfinanzierung zukommen“ – entsprechend dem Grundsatz, dass „Materialien, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, auch frei lizenziert sein sollten“ (S. 65). Leider fehlt es im dem Praxisrahmen aber an konkreteren Vorschlagen zur Reform der öffentlichen Lernmittelfinanzierung, die über eine Forderung nach einer Ausdehnung der Lernmittelfreiheit hinausgehen.
Das Praxisbeispiel im Bereich Geschäftsmodelle liefert tutory.de, eine Online Plattform auf der Lehrende mithilfe eines Editors Arbeitsmaterialien und Unterrichtsideen einfach und unter offenen Lizenzen erstellen bzw. anpassen können.
Abschließend werden ab Seite 73 die verschiedenen, in den Kapiteln zuvor bereits angeführten „Lösungsansätze für die Praxis“ noch einmal zusammengefasst, vier Handlungsfeldern zugeordnet und konkrete Lösungsansätze entworfen. Zu diesen Lösungsansätzen zählen u.a. die Folgenden:
- Beratungsstelle OER zur „rechtliche[n] Beratung bei der Erstellung von OER, um Lehrenden Sicherheit im Umgang mit Lizenzen zu vermitteln.“ (S. 74)
- Clearingstelle für OER, bei der Materialien zur Überprüfung bzw. Zertifizierung („Tauglichkeitssiegel“) eingereicht werden können.
- Förderpreis für OER, ähnlich dem Deutschen Schulpreis.
- Gratifikation für OER-Erstellende, insbesondere durch Zeitkontingente für Lehrkräfte an Schulen.
- OER-Beauftragung von professionellen Dienstleistenden, die Servicepakete für die Content-Produktion erstellen. Die Kreation freier Lerninhalte erfolgt z. B. über eine Beauftragung durch öffentliche Vergaben, die Vergütung über die Lehrmittelbudgets oder in Zeitkontingenten.
- OER-Coaching-System mit OER-Patinnen und ‑Paten für Lehrende und Lernende.
- OER-Remix-Tool, das, ausschließlich mit freien Inhalten aus einem konfektionierten, geprüften Materialpool arbeitet und vor allem auf einfache Nutzbarkeit setzt.
- Zentrale OER-Suche, die bestehende und neue Initiativen und Materialien zu OER besser und einfacher auffindbar machen soll.
Die tabellarischen Projektskizzen sind sehr übersichtlich, allerdings – wie auch schon obige Liste zeigt – sind sie in der Summe etwas ungeordnet. Hier wäre es schön, wenn noch eine Priorisierung vorgenommen sowie mögliche Querverbindungen und Synergien herausgearbeitet würden.
Fazit
Sowohl die allgemeine Stoßrichtung als auch die konkreten Lösungsansätze des etwas sperrig als „Praxisrahmen“ betitelten Abschlussberichts von Mapping OER vermögen zu überzeugen. Auch die durchgehende Unterscheidung zwischen verschiedenen Bildungsbereichen (Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung) ist der Sache dienlich. Dennoch liegen die Tücken am Weg zu mehr OER in Deutschland in den Details der (föderalistischen) Umsetzung und diesbezüglich liefert der Praxisrahmen wenig. Auf die unterschiedliche Situation in den für Bildung maßgeblichen Ländern (z.B. im Bereich Lernmittelfinanzierung) wird bloß verwiesen, eine systematisch-vergleichende Auswertung fehlt. Genau das ist es aber, was jetzt ansteht: die allgemeinen Handlungsempfehlungen von Mapping OER in die Mühen der (Länder-)Ebene zu übersetzen und voranzutreiben.
Offenlegung: Ich habe im Rahmen des Projekts Mapping OER einen Blogeintrag zum Thema „Wie offen ist Lernmittelfinanzierung für OER?“ beigesteuert.
-
: Studie zu Open Educational Resources (OER) empfiehlt zentrale Koordinierungsstelle
: Studie zu Open Educational Resources (OER) empfiehlt zentrale Koordinierungsstelle
Das Blog der Transferstelle für offene Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER) verlinkt auf eine aktuelle, vom Bildungsministerium in Auftrag gegebene Studie, die Grundlagen für die Infrastrukturen zu OER in Deutschland untersuchen sollte. Die vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement sowie dem Learning Lab der Universität Duisburg‐Essen verantwortete Studie (Volltext-PDF) kommt dabei u.a. zu folgenden Handlungsempfehlungen:Zentrale Empfehlungen:
- Fördermaßnahmen sollten Anreize für den Aufbau bzw. die Vernetzung von Repositorien und Nachweissystemen in bislang wenig OER‐aktiven Handlungsfeldern schaffen (z.B. berufliche Bildung, Erwachsenenbildung).
- Empfohlen wird der Aufbau von digitalen Materialbeständen i.S.v. Referenzsystemen für OER zu pädagogisch oder bildungspolitisch besonders relevanten Themen (z.B. Inklusion, frühe Bildung, Alphabetisierung).
- Bestehende OER‐Plattformen sollten um systematische Zugänge, Zugangsvokabulare für unterschiedliche Fächer und Arbeitsinstrumente ergänzt werden, die die Adaption der Materialien in anderen Bildungskontexten unterstützen. Fördermaßnahmen sollten an die Bereitstellung technischer Schnittstellen und interoperabler Metadaten geknüpft werden, welche für die Realisierung eines Metadaten‐Austausch‐Services (s.u.) notwendig sind.
- Als zentrale Komponente einer verteilte Angebote vernetzenden Infrastruktur wird der Aufbau einer Aggregationsinstanz (Metadaten‐Austausch‐Service) empfohlen, die auf Basis von Austauschformaten und konkordanten Metadaten dezentrale OER‐ Bestände im Sinne eines Nachweissystems integriert und ihre Auffindbarkeit sowohl in bereichsspezifischen als auch in übergreifenden Sichten unterstützt.
- Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung dieser Infrastruktur sollten durch eine Koordinierungsstelle wahrgenommen und durch geeignete Begleitgremien flankiert werden, die eine dem OER‐Ansatz entsprechende Anbieter‑, Nutzer- und Community-Beteiligung gewährleisten.
Kernstück soll also gerade nicht der Aufbau und Betrieb eines einzelnen Repositoriums für OER über alle Bildungsbereiche hinweg sein, was den StudienautorInnen zu Folge „keine realistische Option“ darstelle. Stattdessen soll die Vernetzung bestehender (Teil-)Infrastrukturen auf Basis interoperabler Nachweis- und Austauschroutinen im Fokus stehen.
-
: Creative Commons erhält 10 Millionen Dollar Basisförderung von Hewlett-Foundation [Update]
: Creative Commons erhält 10 Millionen Dollar Basisförderung von Hewlett-Foundation [Update] Creative Commons kündigt eine strategische Neuausrichtung an. Noch bevor konkrete Vorhaben diesbezüglich präsentiert wurden, steht zumindest die Finanzierung dank einer mehrjährigen Basisförderung durch die Hewlett-Foundation.
Die von Creative Commons vor ca. 15 Jahren entwickelten alternativen Urheberrechtslizenzen ermöglichen es, Inhalte wie Texte, Musik oder Videos auf eine Weise zugänglich zu machen, dass andere diese ohne Rechteklärung nutzen, weiterverbreiten und – je nach Lizenz – auch adaptieren, rekombinieren und verwerten können. Anfang letzter Woche begann Creative Commons CEO Ryan Merkley eine Serie an Blogeinträgen über eine bevorstehende strategische Neuausrichtung der Organisation Creative Commons. Die ersten beiden Einträge widmeten sich noch eher allgemeinen Themen wie der Bedeutung von „Sharing“ und Creative Commons’ verschiedenen Rollen bei der Förderung digitaler Offenheit (meine Übersetzung):Die Potentiale von Offenheit werden verwirklicht, indem wir zeigen wie gerade „Open“ die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen hilft. Unsere Rolle ist dabei nicht nur die Bereitstellung von Werkzeugen, sondern auch jene eines strategischen Partners, eines Fürsprechers, eines Beinflussers, und eines Unterstützers hinsichtlich einer Quantifizierung, Propagierung und Darstellung der Vorteile von Offenheit.
Etwas außerhalb der Reihe verkündete Merkley in einem gestrigen Blogeintrag, dass die William and Flora Hewlett Foundation Creative Commons für die Umsetzung der neuen Strategie eine mehrjährige Basisförderung in Höhe von 10 Millionen Dollar zugesagt hat. Die Foundation zählte schon bisher zu den Förderern von Creative Commons, die Höhe und der Verzicht auf inhaltliche Bindung der Förderung sind jedoch neu. Am Blog der Hewlett-Foundation erläutert Larry Kramer die Entscheidung unter Verweis auf die große Bedeutung von Creative-Commons-Lizenzen für offene Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Ressources, OER) und wünscht sich, dass Creative Commons neue Dinge ausprobiert:
Unsere Hoffnung ist, den Leuten von Creative Commons Luft zum Atmen zu geben: eine Gelegenheit um nachzudenken und neue neue Dinge auszuprobieren – zu kreieren – ohne die laufende Arbeit zu beschneiden oder einschränken zu müssen. Creative Commons ist der zentrale Steward einer großen und wachsenden Bewegung für Opffenheit, einer Bewegung um Wissen freier zugänglich zu machen, Teilen und Kooperation zu fördern, sowie Fortschritte und Verbesserung in Gang zu setzen, die die Welt zu einem besseren Ort für uns alle machen.
Angesichts des Pathos in dieser Begründung für die Förderung darf man umso mehr gespannt sein, was Creative Commons mit dem ganzen Geld jetzt konkret anstoßen wird. Zumindest Softwareprojekte wie die seit über einem Jahr in Entwicklung befindliche App „The List“ sollten mit den neuen Mitteln (viel) zügiger durchgeführt werden können.
[Update, 22.1.2016] Inzwischen hat Ryan Merkley einen dritten Blogeintrag zur strategischen Neuausrichtung von Creative Commons veröffentlicht und darin eine Fokussierung auf drei Bereiche angekündigt:
- Discovery: Um das Finden von Creative-Commons-lizenzierten Inhalten zu erleichtern, wird Creative Commons ein Entwicklerteam aufbauen, das in den Bereichen Suche, Metadaten, Kuratierung etc. arbeiten soll.
- Collaboration: Um spezifischer Communities von Lizenznutzern in Bereichen wie wissenschaftlichem Wissen („Open Access“) oder offenen Lernmaterialien („Open Educational Ressources“) zu unterstützen, sollen diesbezüglich Teams aufgebaut werden.
- Advocacy: Neben der Förderung der eigenen Urheberrechtslizenzen sieht sich Creative Commons als Verfechter von Urheberrechtsreformen, schlicht weil die Lizenzen nur für manche Probleme des Urheberrechts im digitalen Zeitalter eine Lösung anbieten können. In dieser Hinsicht soll vor allem das internationale Netzwerk an Partnerorganisationen im Kampf für Urheberrechtsreformen in ihren jeweiligen Regionen unterstützt werden
Den Abschluss bildet eine Einladung samt Online-Formular, eigene Vorschläge für konkrete Projekte beizusteuern und fasst die Blogeinträge noch einmal in einem kurzen Video zusammen:
Creative Commons: Remix from Creative Commons on Vimeo.
-
: Neue OECD-Studie zu Open Educational Ressources als Werkzeug für Innovation beim Lehren und Lernen
Cover der OECD-Studie zu OER : Neue OECD-Studie zu Open Educational Ressources als Werkzeug für Innovation beim Lehren und Lernen Die OECD hat eine von Dominic Orr, Michele Rimini und Dirk van Damme verfasste umfassende Bestandsaufnahme zum Thema offene Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) vorgelegt und bezeichnt OER im Titel als „Katalysator für Innovation“. Aus der Zusammenfassung, die Jöran Muuß-Merholz für die Transferstelle OER ins Deutsche übersetzt hat:
Open Educational Resources (OER) sind Lehr‑, Lern- und Forschungsmaterialien, die Werkzeuge wie offene Lizenzen nutzen, um die freie Weiterverwendung, kontinuierliche Verbesserung und Verwendung in neuen Zusammenhängen durch Dritte für Bildungszwecke zu ermöglichen. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die OER-Gemeinschaft beträchtlich gewachsen und die Auswirkungen von OER auf Bildungssysteme ist zu einem verbreiteten Element von Bildungspolitik geworden.
Dieser Bericht will die aktuellen Entwicklungen und Praktiken in Sachen OER beleuchten, aber auch zeigen, wie OER ein Schlüssel für Innovation beim Lehren und Lernen sein kann. -
: Studie zu Open Educational Resources in Deutschland: Entwicklungsstand und Perspektiven
: Studie zu Open Educational Resources in Deutschland: Entwicklungsstand und Perspektiven Gut ein Jahr nach der letzten Erhebung zu Stand und Perspektiven von Open Educational Resources (OER) in Deutschland zeigt eine Folgeuntersuchung, dass es mittlerweile in sämtlichen Bundesländern politische Initiativen in diesem Bereich gibt. Gleichzeitig mangelt es jedoch noch an einer Öffnung von Lernmittelfinanzierung für Anbieter offen lizenzierter Inhalte.
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich gemeinsam mit Maximilian Heimstädt und Jennifer Hill für die Technologiestiftung Berlin eine Studie zu Open Education in Deutschland – mit Fokus auf die Situation in Berlin – erstellt. Teil der Studie war ein Bundeländervergleich hinsichtlich öffentlicher Aktivitäten im Bereich freier Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER). Bereits in der damaligen Studie wurde ein steigendes Interesse am Thema OER sichtbar. Ganz allgemein weist die OER-Debatte in Deutschland seit 2012 eine beträchtliche Dynamik auf, weshalb die Technologiestiftung Berlin im Rahmen einer Folgeerhebung die Entwicklung im letzten Jahr dokumentieren wollte.In der Studie „Open Educational Resources in Deutschland: Entwicklungsstand und Perspektiven“ (PDF) haben wir wieder OER-Aktivitäten deutscher Bundeländer entlang derselben Kriterien untersucht. Und das Ergebnis der Erhebung belegt, dass der Eindruck wachsender OER-Dynamik in Deutschland durchaus zutrifft. Untenstehende Abbildung zeigt, dass in den meisten abgefragten OER-Kategorien 2015 mehr Bundesländer Aktivitäten aufweisen als im Vorjahr. Vor allem in den Bereichen Lehrerfortbildung (+12), allgemeine OER-Informationsangebote (+8) und dem Einsatz offener Lizenzen bei Lehrmaterialangeboten (von 0 auf 7) engagieren sich heute viel mehr Bundesländer als noch im Jahr zuvor.
Ein Vergleich der Bundesländer zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern immer noch groß sind. Den größten Sprung nach vorne hat im vergangenen Jahr Baden-Württemberg gemacht, das Berlin als OER-Spitzenreiter abgelöst hat. Aber auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen-Anhalt finden sich neu im Spitzenfeld. Am Ende des Rankings finden sich Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen. Letzteres ist das einzige Bundesland, in dem sich seit 2014 überhaupt nichts getan hat.
Details über Veränderungen in den einzelnen Bundesländern liefert die folgende Kreuztabelle, grün hinterlegte Kästchen signalisieren neue Aktivitäten im Jahr 2015.
Auf Basis der neuerlichen Befragung und der Ergebnisse der Vorstudie haben wir uns am Ende den weiteren Perspektiven für OER in Deutschland gewidmet und auch eine grobe Einschätzung diesbezüglicher Wahrscheinlichkeiten gewagt. Wir skizzieren demnach drei mögliche, alternative Szenarien:
- Sternschnuppe OER: Noch ist unklar, ob das stark gestiegene Interesse politischer und politiknaher Akteure an OER und entsprechende Aktivitäten wie vermehrte Informationsangebote und Integration in Lehrkräfteausbildung letztlich auch Eingang in den Alltag der breiten Masse der Lehrenden und Lernenden finden wird. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass schleppende Verbreitung von OER in der Fläche auch zu einem raschen Rückgang des politischen Interesses an OER führen könnte. (Eintrittswahrscheinlichkeit: gering)
- OER als Nischenphänomen: Bereits bestehende oder geplante OER-Initiativen und ‑Plattformen könnten vom gestiegenen Interesse und höheren Informationsstand profitieren und sich in ihren jeweiligen Nischen etablieren. Einem flächendeckenden Einsatz von OER in der Breite der deutschen Bildungslandschaft stehen jedoch auch in diesem Szenario Versäumnisse bei der Reform von Lehr- und Lernmittelfinanzierung entgegen. (Eintrittswahrscheinlichkeit: hoch)
- Flächendeckend OER: In diesem Szenario gelingt es den politischen Akteuren, vor allem auf Landesebene, den etablierten Pfad der Lernmittelfinanzierung zu verlassen und vorhandene öffentliche Mittel verstärkt für die Erstellung und Aktualisierung von OER einzusetzen. Der dafür notwendige Dialog mit Bildungsmedienverlagen sowie neue Finanzierungsmodalitäten sind jedoch bislang nur in Ausnahmefällen auszumachen. (Eintrittswahrscheinlichkeit: kurzfristig gering, langfristig mittel)
Fazit
Wie der Vergleich der Ergebnisse aus 2015 mit jenen aus 2013/2014 belegt, hat sich in dem recht kurzen Zeitraum eine Menge getan. Mittlerweile gibt es keine weißen Flecken mehr auf der deutschen OER-Landkarte. Gleichzeitig beschränken sich die meisten Aktivitäten auf verhältnismäßig unaufwendige Bereiche wie Information, Weiterbildung und Förderung von Studien. Schwierigere Projekte wie eine Öffnung von bestehenden Finanzierungsstrukturen für die Erstellung und Aktualisierung von OER sind hingegen noch nicht zu beobachten. In Deutschland ist also in Sachen OER in den letzten zwei Jahren viel passiert, bis OER allerdings im Mainstream der Bildungslandschaft angekommen sein wird, dürfte es noch einige weitere Jahre dauern.
-
: Schmerlenbacher Appell fordert Freie und offene Lernmaterialien für Flüchtlinge
: Schmerlenbacher Appell fordert Freie und offene Lernmaterialien für Flüchtlinge
19 Institutionen aus dem Bereich freier Bildungsangebote (Open Educational Resources, OER) fordern im Rahmen eines sogenannten „Schmerlenbacher Appells“, dass mit öffentlichen Mitteln finanzierte Angebote für Flüchtlinge frei und offen zur Verfügung gestellt werden müssen. Konkret bezieht sich die Initiative auf die Ankündigung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), „Flüchtlinge durch Bildung integrieren“ zu wollen und dafür 130 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die zentrale Forderung des Appells lautet dementsprechend:Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!
Und in der Tat ist offene Lizenz gerade im Kontext von Flüchtlingen und Asylsuchenden von besonders großer Bedeutung, weil dann ohne Rechteklärung Übersetzungen und auch andere Anpassungen vorgenommen werden können. Bezogen auf die geplante Initiative des BMBF regen die Unterzeichner des Appells an, „auf transparente Mittelvergabe zu achten und etablierte Akteure und bestehende Materialien aus dem Bereich OER einzubinden.“
Schließlich verweist der Appell auch auf bereits bestehende OER-Angebote wie zum-willkommen.de, das offene Lernmaterialien für den Deutschunterricht mit Flüchtlingen und Asylsuchenden anbietet.
-
: Open Education in USA weiter am Vormarsch: Schulbezirk stellt um, Bildungsministerium stellt ein
: Open Education in USA weiter am Vormarsch: Schulbezirk stellt um, Bildungsministerium stellt ein Nachdem im August das University of Maryland University College den kompletten Umstieg auf offen lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien verkündet hatte, berichtet Creative Commons jetzt von Fortschritten im Schulbereich.
Erstens setzt der Schulbezirk Williamsfield im Bundesstaat Illinois zukünftig nur noch auf offene Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER). Wie an der Universität in Maryland war der Umstieg auch in Williamsfield ein längerer Prozess. Den Anfang macht eine Entscheidung im Jahr 2013, Gelder für die Anschaffung von Mathematik-Lehrbüchern lieber in die Entwicklung von OER zu stecken. Creative Commons USA hat eine FAQ zusammengestellt, die es anderen Schulbezirken leichter machen soll, dem Beispiel von Williamsfield zu folgen.
Zweitens wurde gestern mit Andrew Marcinek der Name des ersten „Beraters für Open Education“ im US Bildungsministerium verkündet. Dessen Aufgabe soll vor allem darin bestehen, OER auf Ebene der Bundesstaaten und Schulbezirke zum Durchbruch zu verhelfen.
Lektionen für OER in Deutschland?
Vor allem das Beispiel Williamsfield zeigt, woran es in Deutschland noch fehlt: einer Reform der öffentlichen Finanzierung von Lernunterlagen, damit öffentliche Gelder nicht nur in die Anschaffung von Büchern sondern auch in die Erstellung von OER fließen können. Die kürzlich veröffentlichte Bestandsaufnahme zu OER in Deutschland hat das noch einmal deutlich gemacht. Um die von Seiten der Kultusministerkonferenz betonte „Neutralität“ bei der Lernmittelfinanzierung herzustellen, muss die Finanzierung von OER aus bestehenden Mitteln überhaupt erst einmal ermöglicht werden.
Einen Weg, wie das konkret funktionieren könnte, habe ich gemeinsam mit anderen in einer Studie für die Technologiestiftung Berlin (PDF) skizziert: Dezentrale Lernmittelbudgets sollten nicht nur für Anschaffung von Schulbüchern sondern in Crowdfunding-Manier auch für die Erstellung von OER eingesetzt werden dürfen. Um Pioniere zu fördern und den mit OER verbundenen Kollateralnutzen für die Allgemeinheit zu vergüten – schließlich stehen OER allen und nicht nur jenen, die sie finanziert haben, zur Verfügung – könnte die Anschaffung von OER mit einem OER-Bonus verbunden werden.
-
: Videos der Tagung zu „Perspektiven freier digitaler Bildungsmedien (OER) in Politik, Wissenschaft und Praxis“
: Videos der Tagung zu „Perspektiven freier digitaler Bildungsmedien (OER) in Politik, Wissenschaft und Praxis“ Im März dieses Jahres fand in Frankfurt/M. eine Fachtagung zu Perspektiven offener Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Ressources, OER) statt, die gemeinsam vm Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung und der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung veranstaltet worden war.
Seit kurzem sind jetzt Videos der Vorträge online, darunter auch mein Vortrag zur Frage, wie OER aus der Nische in den Mainstream gebracht werden könnte:
Die dort präsentierten Daten über OER-Verbreitung in Deutschland sind mittlerweile aber schon etwas veraltet, eine Aktualisierung des Ländervergleichs ist derzeit im Auftrag der Technologiestiftung Berlin in Arbeit und wird voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober vorgestellt werden.
-
: Wikimedia präsentiert Bestandsaufnahme von Open Educational Ressources in Deutschland
: Wikimedia präsentiert Bestandsaufnahme von Open Educational Ressources in Deutschland
Als erstes Ergebnis des vom Bildungsministerium finanzierten Wikimedia-Projekts „Mapping OER“ liegt jetzt eine Bestandsaufnahme über offene Bildungsmaterialien (Open Educational Ressources, OER) in Deutschland vor (PDF). Wie berichtet ist es das Ziel von „Mapping OER“, das Thema generell in die Gesellschaft zu tragen und diesbezügliche Strategien zu entwickeln.An der von Sandra Schön, Martin Ebner, Elly Köpf, Jöran Muuß-Merholz, Martin Schön und Nils Weichert verfassten, mit 173 Seiten umfassend ausgefallenen, „Ist-Analyse zu freien Bildungsmaterialien (OER)“ wird deutlich, wie sehr der OER-Diskurs in Deutschland in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat. Laut Klappentext richtet sich das Werk in erster Linie „an Bildungsexpertinnen und ‑experten, die sich zum Stand der Entwicklung zu OER in Deutschland informieren möchten.“
OER in Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung
Nach einer Beschreibung bildungsbereichsübergreifender Entwicklungen gliedert sich die Bestandsaufnahme in die Bereiche Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung. Für jeden Bereich wurden Listen mit bestehenden OER-Plattformen und ‑Repositorien erstellt (z.B. S. 44 für den Schubereich), die bei der Suche nach Inhalten hilfreich sein können und das große ehrenamtliche Engagement für OER dokumentieren. Dementsprechend ist auch die Zusammenfassung treffend betitelt mit „Erste Leuchtturmprojekte trotz fehlender öffentlicher Förderung“. In Abschnitt 8.10 schlussfolgern die AutorInnen demnach:
Von außen betrachtet scheint es hier ein großes finanzielles Potenzial für eine Neuausrichtung öffentlicher und privater Ausgaben zu geben, mit dem ggf. ausgabenneutral in zukünftige nachhaltige OER-Projekte investiert werden kann. […] Allerdings scheinen entsprechende klare politische Positionierungen für die Finanzierung von OER durch öffentliche Mittel derzeit nicht wahrscheinlich, zum Beispiel die Bindung öffentlicher Fördergelder an die obligatorische Erstellung von OER. Zumindest formuliert es die Arbeitsgruppe von Bund und Ländern zu OER zurückhaltend: „Die Dynamik des Marktes und damit verbunden mögliche neue Angebotsformen von OER werden entscheiden, welche Geschäftsmodelle sich durchsetzen können. Die öffentliche Hand hat dabei strikte Neutralität zu wahren.“ (KMK/BMBF, 2015, S. 7). Diese Äußerung könnte auch als ein Zugeständnis gegenüber den Schulbuchverlagen interpretiert werden.
Tatsächlich ist es so, dass sich die öffentliche Hand derzeit keineswegs „neutral“ verhält. Denn ohne Öffnung bestehender Finanzierungsstrukturen für OER-Modelle haben diese kaum eine Chance, Mainstream zu werden. Mit anderen Worten, um zumindest Neutralität herzustellen, sind noch große Anstrengungen von Seiten der Bildungsministerien der Länder zu unternehmen – ganz unabhängig von der Frage, ob Neutralität bei einer derartigen Richtungsentscheidung überhaupt wünschenswert ist oder ob nicht vielmehr öffentlich finanzierte Materialien auch offen zugänglich sein sollten.
-
: US-Universität in Maryland ersetzt proprietäre Lehrbücher durch Open Educational Ressources
: US-Universität in Maryland ersetzt proprietäre Lehrbücher durch Open Educational Ressources In Sachen offen lizenzierter Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) ist die Debatte in den USA jener in Deutschland ziemlich genau zehn Jahre voraus. Bereits seit einiger Zeit werden dort beträchtliche MIttel in die Erstellung von OER vor allem auf Universitätsebene investiert. Schön langsam scheinen diese Investitionen Früchte zu tragen.
Die University of Maryland University College (UMUC, rund 80.000 Studierende) gab diese Woche in einer Erklärung bekannt, als erste große Universität in den USA proprietäre Lehrbücher komplett aus ihren Bachelorstudiengängen zu verbannen (meine Übersetzung):Beginnend diesen Herbst ersetzt die UMUC klassische Verlagslehrbücher mit kostenlosen, kursbezogenen Online-Materialien – eine Maßnahme, dank der UMUC-Studierenden hunderte Dollar pro Kurs und potentiell tausende Dollar über den Verlauf ihres Studiums sparen.
Der Umstieg sei alles andere als einfach gewesen:
Wir hatten kein Handbuch, wie wir vorgehen sollten. Wir flogen das Flugzeug, während wir es zusammengebaut haben.
Bereits im vergangenen Herbst basierten 40 Prozent der Kurse auf offenen Lehr- und Lernunterlagen. Ermöglicht wurde der Wandel dadurch, dass immer mehr offen lizenzierte und begutachtete Unterlagen verfügbar sind. Für 2016 kündigt die University of Maryland das Ende klassischer Lehrbücher auch für den Bereich der postgradualen Ausbildung an.
-
: White Paper zu Open Education an deutschen Hochschulen
: White Paper zu Open Education an deutschen Hochschulen
Markus Deimann, Jan Neumann und Jöran Muuß-Merholz haben mit Unterstützung des Stifterverbands der deutschen Wissenschaft in einem Whitepaper (PDF) eine Bestandsaufnahme von offenen Lehr- Lernunterlagen (Open Educational Ressources, OER) an deutschen Hochschulen vorgelegt und Potentiele für die weitere Entwicklung identifiziert. Das Whitepaper ist bereits das dritte in einer Reihe zu unterschiedlichen Anwendungsfeldern von OER, den Anfang machte 2012 ein (2014 upgedates) Whitepaper zu OER im Schulbereich, gefolgt von einem weiteren zu OER in der Weiterbildung. Interviews, die im Zuge der Recherchen für die Whitepaper geführt wurden, sind teilweise auch als Podcasts bei open-educational-resources.de verfügbar.Deutlich wird an Hand der Analyse der Autoren, dass OER im Hochschulbereich bislang noch völlig im Schatten von Open Access, der Forderung nach einer freien Zugänglichmachung von Forschungsergebnissen steht. So gibt es seit zehn Jahren Bekenntnisse großer Wissenschaftsorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Förderung von Open Access, jedoch bis heute keine offizielle Stellungnahme zu OER. Der Abgrenzung bzw. den Schnittmengen von Open Access und OER ist dementsprechend auch ein eigenes Unterkapitel (S. 32–33) gewidmet.
Ganz allgemein hält das Kapitel „Zentale Themen der Debatte“ zwar, was der Titel verspricht und widmet sich einer großen Bandbreite an Fragen von Geschäftsmodellen über E‑Learning und Qualitätssicherung bis hin zu Policy-Making, die einzelnen Punkte werden aber eher unsystematisch nacheinander abgearbeitet.
Am spannendsten liest sich Kapitel 7 (ab S. 55), in dem die Autoren „Ausblick und Erwartungen“ zu formulieren wagen. Für jeden Punkt schätzen sie die Wahrscheinlichkeit des Eintretens und die Auswirkungen für OER ein. So erwarten sie beispielsweise keine längst überfällige Reform des Wissenschaftsurheberrechts, mit stark negativen Auswirkungen auf die OER-Landschaft in Deutschland. Ähnlich pessimistisch auch die Einschätzung hinsichtlich eines staatlich geförderten Aufbaus einer OER-Infrastruktur.
Optimistischer zeigen sich die Autoren hingegen zumindest mittelfristig, was die Implementation von OER-Funktionalitäten in etablierte Lehr- und Lernplattformen (z.B. Moodle) betrifft, und verbinden damit große Hoffnungen für eine größere Verbreitung von OER.
Über die einzelnen Prognosen der Autoren hinweg lassen sich die Erwartungen allerdings mittel- bis langfristig positiv zusammenfassen. Kurzfristig ist demnach an Hochschulen jedoch kein OER-Boom in Sicht.
Sandra Hofhues, Juniorprofessorin für Mediendidaktik/Medienpädagogik an der Universität zu Köln, forderte wiederum anlässlich der Veröffentlichung des Whitepapers am Blog von Wikimedia Deutschland, die OER-Debatte in Deutschland stärker didaktisch zu rahmen:
Es ist erstaunlich, dass insgesamt nur wenige normative Zielvorstellungen existieren, wozu Bildungsmaterialien digital vorliegen sollten. Zwar wird regelmäßig postuliert, „Bildung für alle“ solle ermöglicht werden. Selten werden aber weitere Szenarien für akademische Kontexte entworfen, wie man mit den frei und offen zugänglichen Bildungsmaterialien auch studieren könnte. Denn eins dürfte klar sein: Die Verfügbarkeit des Materials allein sorgt nicht dafür, dass damit auch gelernt wird.
Ich persönlich bin skeptisch, ob eine stärkere Debatte didaktischer Fragen tatsächlich die Chancen für die Verbreitung von OER steigert oder diese nicht eher zusätzlich verkompliziert. Andererseits könnte ein stärkeres Interesse von HochschuldidaktikerInnen am Thema OER dem Wissen und der Verbreitung von OER durchaus zuträglich sein.


