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Creative Commons erhält 10 Millionen Dollar Basisförderung von Hewlett-Foundation [Update]

Creative Commons kündigt eine strategische Neuausrichtung an. Noch bevor konkrete Vorhaben diesbezüglich präsentiert wurden, steht zumindest die Finanzierung dank einer mehrjährigen Basisförderung durch die Hewlett-Foundation.

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cc_logo-largeDie von Creative Commons vor ca. 15 Jahren entwickelten alternativen Urheberrechtslizenzen ermöglichen es, Inhalte wie Texte, Musik oder Videos auf eine Weise zugänglich zu machen, dass andere diese ohne Rechteklärung nutzen, weiterverbreiten und – je nach Lizenz – auch adaptieren, rekombinieren und verwerten können. Anfang letzter Woche begann Creative Commons CEO Ryan Merkley eine Serie an Blogeinträgen über eine bevorstehende strategische Neuausrichtung der Organisation Creative Commons. Die ersten beiden Einträge widmeten sich noch eher allgemeinen Themen wie der Bedeutung von „Sharing“ und Creative Commons‘ verschiedenen Rollen bei der Förderung digitaler Offenheit (meine Übersetzung):

Die Potentiale von Offenheit werden verwirklicht, indem wir zeigen wie gerade „Open“ die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen hilft. Unsere Rolle ist dabei nicht nur die Bereitstellung von Werkzeugen, sondern auch jene eines strategischen Partners, eines Fürsprechers, eines Beinflussers, und eines Unterstützers hinsichtlich einer Quantifizierung, Propagierung und Darstellung der Vorteile von Offenheit.

Etwas außerhalb der Reihe verkündete Merkley in einem gestrigen Blogeintrag, dass die William and Flora Hewlett Foundation Creative Commons für die Umsetzung der neuen Strategie eine mehrjährige Basisförderung in Höhe von 10 Millionen Dollar zugesagt hat. Die Foundation zählte schon bisher zu den Förderern von Creative Commons, die Höhe und der Verzicht auf inhaltliche Bindung der Förderung sind jedoch neu. Am Blog der Hewlett-Foundation erläutert Larry Kramer die Entscheidung unter Verweis auf die große Bedeutung von Creative-Commons-Lizenzen für offene Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Ressources, OER) und wünscht sich, dass Creative Commons neue Dinge ausprobiert:

Unsere Hoffnung ist, den Leuten von Creative Commons Luft zum Atmen zu geben: eine Gelegenheit um nachzudenken und neue neue Dinge auszuprobieren – zu kreieren – ohne die laufende Arbeit zu beschneiden oder einschränken zu müssen. Creative Commons ist der zentrale Steward einer großen und wachsenden Bewegung für Opffenheit, einer Bewegung um Wissen freier zugänglich zu machen, Teilen und Kooperation zu fördern, sowie Fortschritte und Verbesserung in Gang zu setzen, die die Welt zu einem besseren Ort für uns alle machen.

Angesichts des Pathos in dieser Begründung für die Förderung darf man umso mehr gespannt sein, was Creative Commons mit dem ganzen Geld jetzt konkret anstoßen wird. Zumindest Softwareprojekte wie die seit über einem Jahr in Entwicklung befindliche App „The List“ sollten mit den neuen Mitteln (viel) zügiger durchgeführt werden können.

[Update, 22.1.2016] Inzwischen hat Ryan Merkley einen dritten Blogeintrag zur strategischen Neuausrichtung von Creative Commons veröffentlicht und darin eine Fokussierung auf drei Bereiche angekündigt:

  1. Discovery: Um das Finden von Creative-Commons-lizenzierten Inhalten zu erleichtern, wird Creative Commons ein Entwicklerteam aufbauen, das in den Bereichen Suche, Metadaten, Kuratierung etc. arbeiten soll.
  2. Collaboration: Um spezifischer Communities von Lizenznutzern in Bereichen wie wissenschaftlichem Wissen („Open Access“) oder offenen Lernmaterialien („Open Educational Ressources“) zu unterstützen, sollen diesbezüglich Teams aufgebaut werden.
  3. Advocacy: Neben der Förderung der eigenen Urheberrechtslizenzen sieht sich Creative Commons als Verfechter von Urheberrechtsreformen, schlicht weil die Lizenzen nur für manche Probleme des Urheberrechts im digitalen Zeitalter eine Lösung anbieten können. In dieser Hinsicht soll vor allem das internationale Netzwerk an Partnerorganisationen im Kampf für Urheberrechtsreformen in ihren jeweiligen Regionen unterstützt werden

Den Abschluss bildet eine Einladung samt Online-Formular, eigene Vorschläge für konkrete Projekte beizusteuern und fasst die Blogeinträge noch einmal in einem kurzen Video zusammen:

Creative Commons: Remix from Creative Commons on Vimeo.

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Ein Kommentar
  1. Leider ist der Fininacial report der Creative commens ein Witz, und wie so oft bei diesen Pseudo NGOs. Gibt man sich Mühe sieht man schnell, dass die MItgliedbeiträge kleiner Spender ( die aber die Spendenlisten überfluten) zusammengerechnet lächerlich gering sind. Geschätzt hat die CC Foundation mindestens einen Finanzbedarf von $ 40 Mill / Anno. Will man genauer wissen, woher das geld ( ca: 30 Mill ) kommt, begibt man sich leider in Spekulationen . Guckt man tief zurück, dann taucht da Google und Thiel als Hauptfinaziers auf. Und mal wieder jene, die ihre Wertschöpfung ganz direkt aus der Verbreitung solcher Verschenkmodelle ala Creative commens enorm steigen können. Um das abzukürzen verweise ich auf http://www.theguardian.com/technology/2016/jan/03/hi-tech-silicon-valley-cult-populism

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