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Gesetzesinitiative für offene Lehrbücher im US-Kongress

Die beiden demokratischen Senatoren Dick Durbin und Al Franken haben in der vergangenen Woche im US Senat mit dem „Affordable College Textbook Act“ eine Gesetzesinitiative für offene Lehrbücher gestartet. Oberstes Ziel ist dabei eine geringere finanzielle Belastung von Studierenden, die in den USA im vergangen Studienjahr im Durchschnitt 1.200 Dollar für Lehrbücher ausgegeben haben. Aus dem Gesetzesvorschlag (PDF, meine Übersetzung):

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Der Aufstieg des Internets ermöglicht die Erstellung und das Teilen von digitalen Inhalten, darunter auch offene Lehr- und Lernmaterialien, die von Studierenden, Lehrenden und der Öffentlichkeit frei verwendet werden können. […] Investitionen auf Bundesebene in die Ausweitung der Verwendung offener Lehr- und Lernmaterialien könnte die Lehrbuchkosten substantiell verringern und die finanziellen Hürden für universitäre Ausbildung reduzieren, während gleichzeitig Steuermittel effizient eingesetzt werden.

Unter offenen Lehrbüchern im Sinne des Gesetzesvorschlags werden nur solche verstanden, die unter einer sehr offenen Lizenz stehen, die wie beispielsweise die Creative-Commons-Namensnennungslizenz auch eine kommerzielle Nutzung der Inhalte erlaubt.

Umgesetzt werden soll der Vorschlag zunächst in Form eines Förderprogramms für Pilotprojekte, mit der nicht nur offene Lehr- und Lernmaterialien sondern auch Forschung zum Thema sowie entsprechende Weiterbildungsangebote finanziert werden können. Koordiniert wird die Vergabe der Förderungen sowie die Zugänglichmachung der Ergebnisse vom US-Bildungsministerium.

Für Deutschland ist dieser Gesetzesvorschlag auch deshalb besonders interessant, weil er quasi eine Blaupause für ein ähnliches Förderprogramm auf Ebene des Bildungsministeriums liefert. Nachmachen bitte.

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3 Kommentare
  1. Jajaja. Brüssel erstellt offene Bücher und fixiert per Direktive einfach diese zum Standard. Das bedeutet der Gesetzesvorschlag übersetzt.

    Na, klickts? Das will man nicht. Man will hingegen die Regel, dass nur offene und freie Schulbücher verwendet werden dürfen. Den Verlagen steht es offen, ihre Inhalte freizugeben. Aber das verhindert, dass einzelne Universitäten einfach weiterhin diese exorbitanten Preise stützen.

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