Sammelband der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Open Educational Ressources an Schulen: Schöne neue Welt?

cover-FES-OERUte Erdsiek-Rave und Marei John-Ohnesorg haben für das Netzwerk Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung einen umfassenden Sammelband zum Thema offene Lehr- und Lernmittel an Schulen zusammengestellt, der auch online im Volltext (PDF) zugänglich ist – allerdings, wie bei der FES immer noch üblich, nicht unter einer offenen Lizenz.

Den Anfang macht eine Art zweites „Inhaltsverzeichnis“ in Form von 10 thesenhaft begründeten Punkten zu OER, die sich gut als zusammenfassende Lektüre eignen:

  1. Open Educational Resources: Freie Bildung für alle,
    kostenlos und lebenslang.
  2. Open Educational Resources leisten einen Beitrag zur
    Demokratisierung von Bildung
  3. Partizipatives Lernen mit Open Educational Resources erfordert ihre Einbindung in ein mediendidaktisches Schulkonzept.
  4. Die Nutzung Neuer Medien gehört zu einem zeitgemäßen Schulunterricht
  5. Für eine bessere Verfügbarkeit und Auffindbarkeit von Open Educational Resources ist der Aufbau einer zentralen Sammelstelle notwendig.
  6. Die Einbindung vieler Freiwilliger gewährleistet die Qualität von Open Educational Resources.
  7. Schulbuchverlage müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen.
  8. Lehrkräfte müssen für den Umgang mit Open Educational Resources aus- und fortgebildet werden.
  9. Schulen ans Netz: Ein stabiler und schneller Internetzugriff ist Voraussetzung für das Lernen mit Open Educational Resources.
  10. Die Entwicklung einer Open-Education-Strategie gehört auf die politische Agenda.

Zu den Autorinnen und Autoren zählt das Who-is-Who der deutschen OER-Debatte und reicht von Jan Neumann (Hochschulbibliothekszentrum NRW) und Urheberrechtsexperten Till Kreutzer über Mediendidaktikerin Kerstin Mayrberger und Nils Weichert und Sebastian Horndasch von Wikimedia Deutschland bis hin zur SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, deren abschließendes Fazit wie folgt lautet::

Das wahre Potenzial von OER liegt im selbstständigen, kollaborativen und kreativen Lernen, in der Bearbeitung, der kreativen Gestaltung, der Rekonstruktion und dem Teilen: „Sharing is Caring!“ So entstehen kreativer Austausch und Kollaboration unter Lehrer_innen, unter Schü- ler_innen und zwischen Lehrer_innen und Schüler_innen, der am Ende das schafft, was durch den bloßen Einsatz von Whiteboards und Tablets nicht gelingen wird: Wir wollen Opas Schule überwinden!

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